Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 4 (16.4.1937)
- Date
- 1937-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Gcfaeintleblatt der Deutseh-lsraelitischen Gemeinde N u in nu r I /vViTllHQ^" ,)r- Ahruhiim I.nh-Brrlm Aus der Geschichte der Verfassung und Verwaltung der jüdischen Gemeinden erschien, erregti «•- d«--w< fremden, weil .ep- \ <*rj)^in^lf der rein relijriifeeiTT'ätigkeif sehen Gesamtheit in jüdiseh Befremden berihte auf eint Verfassung und Verwaltung -«lioii Iii wen fiühcston /eile Mitteilungen im l.ilmml dit I ebens und dei miili iIit / Al> im Juhrcj 1920 <l.is Programm «I«-r_jüdisdien Volkspartci o.-t li-dliind bah* loni inimir waren, von Juden stur ),i <lareli bevölkerten /n-ammriifirl. 4t> ist nullt ilie Volksgemeintlt- (als (Irr I rt\ sehen. Dir Gemeinde führt oder T»y lan (Siadtverhandt, .-«li.dl mlrr \ ei fsiiininlfliig)1). Die Zugc'höi igkeit zur G durfte -ich nie in.nid der Le \ ii-lc \n--priihe unserer T l>«-w ii 1*1 -t*iri -ein ruschärfen. A „Sondere dich lieht ab von <l sittlichen \\ ehordnung wird sozialen Laste ij wn/ü ilie /.udi! und Ord Hin;', wenn ich leben Tiiibehell ist hleilte." Vn drr Sp t/r «Irr \ erw persischen Reiche den Juden gewährten Autot>fe Ii all bürgerliche Leben in den Teilen Palästinas und Babylons Religionsgemeinde, sondern die der jüdischen Gemeinde nn/u- 'tV.ilmnd den Xanten -py (Stadt) i.ild auch -nax oder no33 (Gemeini K inde war obligatorisch, elienso rn.ihmc von Aiemtern entziehen, ilmudlehrer suchen das Pflkhtheftanntesfen ist der Ausspruth Gtfnieinschaft.""'-') Zerstörer der mannt, wer silf;t ,„wo/u all diese rt i«lit--it/unsen. wozu all diese sieben rersontj-n .Gemeinde. I. soiidrrs s.rol!( Archnnten o«l sind auch dii sondern gleich gemeinden, ni d -it genannt, weil ganz«- hr*ft:si Anwärter für Ii Iirieft und st \\ .i lilen ■ fand iü.li-then Nei Hörde mit sit ll.iupte der ( ilu Diener. 1 ehernuhine w .i r' und ■ ps n MfH.se •■trir; getadelt', die Ariiitrrii /ii rtia—mi call auch /w Gemeinden (fr \rchi*>'naj! /rhu Mülligt -u-ri/rn mit d w ur<len ,sie an keiner! b-tloin dei Kit 112 ernannt. Ii,- 1>i ii ii dir ii liest« ij me Jahrs, statt Sa?) doch qmeiude ernai ßWilem seht Vorsteher, Gt-fnriiulr. -<> In rrs(lirude,'\ lir«r «Iahet Ii \ I I W ilHtlllg I I Dal diese olle Lel>ensv I .i!inu<lm ort I -oll. wo nicht MruTgew ,ilt. k Ii.ms. keine» B Adn lafit). \<ri ha nden mein«)«- IV-4 Verw altun-rs^ Gottesdienst. dir Sorge Iii die gesamte merkensw<i i lieben der B sorgung um I >,i- Gerit der Gemein« Ittel 1 tenners y.ielfnili ~\\ iderspruih und Be- I? ilie Gemeinde über den Kreis linaus allen Belangen der jikli- Sinne zu dienen habe. Dieses 1 nbenntnis drr Geschichte der ler Ijüdischen Gemeinden, die straff organisiert und muh den i-.i:it des" gesamten jüdjsehen törtine Jerusalems im römischen nun ohne dirin meinem Privatum ein Hat von drei bis je muh der Grotte der Ifglijntrige Gemeiudcrate in lie- IMt Leiter «le*r Synagogen wurden i g«>i grnumit. und wahrscheinlich nicht etwa dir Minjajimännrr. Gtjru-i.i.-drm Hat drr Dia-poraleswpgen offenbar „die MüHigen" l'ri\atge-chiifte gebunden, ihre irnsl riet Gemeindenrbeil -teilten. in den D Fbrenärnler wnn-n •r-lcr Linie die nml ansfesehensten Männer. w- Die t aJljälirlidi im li-Hni. «lern Moiiat des Würde brachte eijie schwere ialmiid sdioii, jeder, drr zum. «[erde, werde in Wirklichkeit-, inden Quellen hervor, «lall die \nitculi ii it I nannenmlichkeiten verbunden nche Vorsteht r damals so wenig w ie heute «ler it machen kninten Dennoch werden <He schwer ich d«-r Verpflienhin^ zur 1 rbernahme von i»t/irln ii sikIk-ii. I in alte- Wort lautet: Wie der .< Gemeinde. Andere wieder meinen: Wie «lie j^r Vorsteher. Dir erste tyeinong war jedoch die ifil die Gemeinile ihren Führern willig folgte und tri Linie tlic Verantwortung für den Kurs der ht nur die r hältnisse iinjf rvnr. n.oli <l< dgen le' /«-Im ne Wohlfahrt ürfnisanstall in Sthreilier' iifn. Iiier -im Idhin umrissen Mhiiften «Ii« >er el>eii-o ai lie Wohltati iziale ArlM-it i-t. dlfi dir. 'Wachii Iis der V!«.lk-l..,.|.-r a iKWe-«-n nahm 'fnfsaben ein. iziöpen Angelegenheiten, sondern dhrt seht aus «lern bekannten man -jeh nicht da niederlassen Krfordernisse. kein Gericht.- keine ka—je. keine Sv nasose. kein Badeein! Ar/t, kein Fe)«l-ther («ler zur kein-Lehrer für die Kimler Ii«-J Aufsahen «ler jüdischen Gel.dl zu ihnen neben den reinen wrsq tiir die S\ nasose und den Ml d keil ll-TI: I rgelmaftig ie den Jml« ' '-teilenden uj= «Irri H ichte Ii muh zustand 'l Der "!> i Kt?-i? n*mp Knllcfiiam von 1922. S. 107. 'I Spruche £iit ies P.ilrigrch. (hriliüc Oi-mt-indi- Gt-lehrlcn und li.imm n Irr Vau ,1 s sesamte Gesanelheitswiesen, in-talteii, «fa- GerichtK\*'e-sen, die Volkshehule gehört Bej idi-<Jirn Geinein>len damals -«hon ~ft.1111 S1 raHenreinisnns. Was-«-r\rröffeMtliehe Anfgalieii ansahen, einen withlisen Pl.it/ in «Irr Reihe jfcalien ein. Gri iiht-t ise waren 'mei*!t- Montas , it. Dasrn |T*3 (Gerichtshof) bestaud in Zivilsathen n. wrabrend dir Strafjustiz da. wo J> Rithtcrn Da- Rithter- «li-m sostHiannten. au kleinen S\ idn«! rion iilx-rtrasen war. R. .tuda I uirMimminJ. Same n7"1p my h. ■ ..1. t ntchl die Gemeinde, sondern ein M.-innern; s. KrauB. Syni|{o|<aIe Altertümer. aiut war wie alle Gemeindeämter ein LJiicn.imt. Frist spät entwickelte -ich «h r Brauch. Berufsrichter, >lie keine andere Flinnabmequelle hatten, durch Gehalt zu entschädigen. Bis in daneunzehnte Jairhnnderi hinein blieb dasrn n»aeii| [wesentlicher Bestandteil der jiidi-dieii GemeimleveVw alliins, upd noch in den siebziger Jahren «les voriseu Jahrliumli-rts w ulrde «las in Altona bestehende jüdische Gericht in allen Zivilsachen, ilie Juden mit einander aciszufc&hteu hatten, als einzig berufene In-tairz l>eträchtet. Drr Not der Armen wurde dln>h private und öflentliche Für-orse gesteuert. Man sins von dem Grun«lsatze aus. dal! der Anne ein Recht auf Hilfe nahe. Zedoko heifit ebens i Wohltätigkeit wie Gerechtigkeit und steht in scharfem Gegensatz zu dem Begriff Almosen. Fs gab sdion früh eine npljt bvnsp (.Wohlfabrtskasse), aus der Notleidende in bar und Naturalien unterstützt wurden. Auch kannte man schon in früher Zeit, wie aus tafmudischen Berichten hervorgeht, die Xcrtstancbljüchen*), aus denen die ortsansässigen und zugereisten Armen gespeist wurden. Auch tlie Versorgung armer Braute*), «las Besuchen von Kranken'-) .und das Loskaufen unverschuldet in Gefangenschaft, nieist Kriegsgefangenschaft, Geratener'-) wird unter die Wohlfdhrtfaiifgaben der Gemeinde gerechnet. Die Kosten wurden durch freiwillige Besteuerung mit dem Zehnten7) aufgebracht. W«-r sich nicht oder nicht rithtig ein- .-«hatzte. konnte von der Verwaltung eingeschätzt werden, und die Gemeinde hatte Zwangsmittel um! konnte ihre Gelder durch Pfändung beitreiben..Finsanunlüng und Verteilung der Wohlfahrtsgelder war Sache der unter den Parnassim stehenden f ürsorger"). Sie durften bei einer Kollekte nur zu Zweit tlie Kunde machen um! die Verteilung nur zu Dritt vornehmen. Bemerkenswert ist. 'datt nach talmudi-ch'ein Recht tlie jüdische Gemeinde auch tlie nithtjüdisthen Armen des Ortes mit versorgen muff. Die Auffassung der sozialen Fürsorge war von grollen, weit ausholenden Gesichtspunkten bestimmt, die ihrer Zeit weit voranwaren. Man erblickte in «lie-er Fürsorge ein Gegengewicht gegen die Mangel der W irtschaftsordnung und gegen tlie L i^. rleithheit in der Verteilung der Güter. Man ging von «letr. alt- Jüdischen -Gedanken aus. «lall <l«-r Reiche Gott nur einen Teil \on dein w ietlergibt. was ihm gehört. In höchsten Fluni stand die im Verborgenen geübte [Wohltätigkeit*). Als Rabbi Jannai sah. wie jemand einem Armen offen Geld in die Hand drückte", sagte er.: Gib lieber gar nichts, als daß da durch die Gabe dein Armen Schimpf antust. Noch höher als alles Wohltun w ir«l aber von üranbeginn "TOn n^'Ol gesthüt/t, tler den Toten erwie-ene selb-tlo-o Liebesdienst. So bildet sich früh in den Gemeinden die xiynp xian die heilige Brüderschaft, tlie si«h hingebungsvoll dieser Aufgabe annimmt und auch die L,nterstützung verarmter jüdischer Brüder durch anverzinstiche'Dariehen, den Besuch von Kränken ■nd die Tröstung der Trauernden inden Kreis ihrer selbstlosen Aufgabe zieht. Dal! der Gi-meinderat der Synagoge als dem Mittelpunkt des jüdischen Lebens und dem Gottesdienst seine bi-sondere Fürsorge angedeihen Hell, i-t selbstverständlich. An der Spitze der Synagogenyerwältnng stand der no33iTirm. das Haupt d«vr Synagoge. Ihm unterstand ein Voll/ug-beamter, der |tn (Auf-eln-r und zugleich Kusios). Der Vorbeter hirllnas IT'h'ViAbgesandter der Gemerhde] un«l war ehrenamtlich täfig. Frst in ziemlich spiiter Zeit wird dem ]tn die Leitung' der Liturgie übertragen. Di'rjfiipi Vorleser) las den ThoraaKschn'itl auf dcr^tm(dem Almemor, tler selbstverständlich in tler Milte «ler Svnagoge stand) vor. soweit nicht die Aufgerufenen ilnen Ab-chnitt selbst vortrugen. Auch «lie Pritjigl fehlte nullt: die I hor.Horlesiing wurde erläutert uml in midi ,i-«hi-tlier Form kommentiert. Diese Art «ler tutmudisch-midrasthischnn Auslegung des Bibeltextes trug .Viel ilazu bei. di«- Bekenner «le- Judentumgeistig zu ei heben uirl an die alte Gemi-in-th ift zu fesseln. Die-e schon in früher Z«-it unserer Geschichte, insbesondere zur Zeit «h-s Talmuds und ,vor Besinn des Mittelalters fest ausgeprägte Gemeintle'verfassnhg ünd'Verwaltung war in «Irr Vielseitigkeil ihrer religiösen .ml sozialen Aufgaben bahnhreehemd. Wenn unsere Gemeinden in «ler schweren Zeit, die von uns Bewährung fordert, si«h mit Freuden all diesen Aufgaben wieder unterziehen, so kehren sie nur zur besten und heiligsten jüdischen Tradition znrücfc und tlürfen mit Rechterwarten, tlall sich niemand sc-iner heiligen Verpflichtung gegen <lir Gesamtheil entzieht. ") man - Schütiel. Kcsul. J) noasn- 1 "iCTs- ') npii To:- •) -ir>ca jnc ') D'^m T?3- 'OlD-nap p-HD-