Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 11 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4891256-5444745-5445083--1288-4892399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seit.- V Gemeinilcblütt drr D eit. ts c t -1s r a cj i t'i sdh o« Gemeinde Nummer 1! Sdurnon Reich: Jüdische Jugend steht zu Palästina Heil.-, gehalten auf der Kundgebung jüdisc >ihwlie läge erlebt Lrez l-rael in die>ej- Zeit: Tage «ler Ungewißheit und Lageder l iisieheiheit. Lijd heute, da wir unc zusamincng'cf uiide-n hvbcii. um unsere Bindungen und Unsere l'.e/it 'Innigen zu den: W crjke im Lande k und/u tun. geht ehr K4J. ji der l »ruhen zur. Jieijr«, der 14J. I •u'. <ler au — gefüllt, i»t mit Brjnd aul jüd i»chen leidem, mit \ ernichtung " judi-dur Güter und init Moni" aji. jöjdischen Menschen. ' In, «lic-er ingcspatiHten, nervr-nzermürhenden Zeit liat der j Ji-dmw seine Stärk« bewiesen, allen Gewalttaten standgehalten j und wiein normalen Zeiten seine "Arbeit fortgesetzt: der jüdi-die Arbeiter iring weiter zu seinem Arbeitsplatz. eler judische Beamte tr.il weiter -eine Dispositionen, der jüdische- (. Ii.ml Ii ii r fuhr weiter iiul den Chaii4»eeli de« La mies und <ler Jtllll«! " \l auf i UNin.nlrt der Arb.'-i: tili! Deütskhian Pe»g ii ni' n le H,liier bestellte Weiler »ein I cid: ' wir ii.uh mehrwöchiger Uei«edurch das Land un» wieder ■r Büek fahrt befanden und in der Mulle der Schiffahrt ie linken über «Li» Gediehene ■ und das Geschehene wir weniger Bedenken über die Haltung selbst, weniger Zweifel ülier <lie »eitere I» «iV /weiff'1 timl Bedenken hegten Juden in der Galut. der Juden in hotten Kien im Lande » ■■ in I rez IsraeJ.; lie Reaktion der Oh sie ' in polen in I re-z |»rae »/uli illi Ii int. <len griind-ätzlidii-nd. nicT-ehied zwischen iiul in anderen Ländern und «len.L.reigver»tehen. die ki.dt aufbringen würden her Jugend Hamburgs am 7. September V)'\u l'nsere 'Madif in der Politik In diesen Tagen, in denen sidi auch über uns der politische Himmel se-hr verdunkelt hat, haben wir einen neuen Beweis der Machtlosigkeit un»«rer jiidi»dien Politik bekannten. "A .r können nicht Uliscre Armeen auf die kainpUchle-r fähren, wir haben keiml'aiizci kn-uze-'r, mit denen wir vor der kü»te des ■ Gegners demonstrieren können, und wir besitzen keine Bombenflugzeuge, die' gegebenenfalls den Feind vernichten kannten. In einer Welt, in der die Gewalt regiert, haben wir zwei Dinge in die Wagschale zu werfen. Ks ist einmal ein Negativ um: die ungeheuere' Not der Juden in den meisten Limlern.' mit der wir an Gewissen und Moral aller \<>lker appellieren können, bei denen überhaupt nodi ein "Appell an Moral und Gewissen zu ruhten ist. Und das zweite: ein Pu»itituni. da», was; w ir im Lande geschaffen haben!- '; Jetzt, in die»en Slunden verläßt der letzte ( halilZ-Tran»pni t Deutschland. VV o »ie sich einordnen werden, i»t etatscheielend, oll »ie un»ere i\ "i I»du11 liehe und damit unsere politische Persfektive liir unser \olk verkleinern oder vergrößern., entsagten ihr n. «I n»i\ »rBegonnene jf ort zm setze für die Arbeit im! Land und sich erneut j "inzusetzeiK Der grundsätzliche t'nter»tnied leben M illie»rten von |ü I \ ei li.iltni»»en. -^re-«ehlagi igrone.: geängstigt, ohne ne'.Pei-|>e's!i\i n Im ihr dier (:<in iihi-n e-iit«tJuden ■!lte| |,»| - - weil jljdell i n. u c i I sie in ILre/ Z ik in den L hängt nidit oli wir auch von un ■ i rt m a I i g e. •rn I von uns al i e i n i i in unvorstellbaren wirt-i und fluten Ii inkt. durch . unftsaiissichten für den weiteres Leben. .In. Lrez hat »idi der arabisdre im Lande Zukunftsiius- 1-rajH eine Perspektive ' "ei ire Li ben«pcr«pckti\ e ..i» können wir nidit mit- ■ ii I rez l-räea eine Lebensbasis un» bauen, b! iffi r [seihs t hidien in l rez r t i g e. historische Im Jahre 1915 h;il«en nidit weniger als 61 DUO Menschen d lui verlassen, uni iwch Palästina zu wandern, aber in \ i( le verlicfBen die Galut — nur wenig lie un r ■llige h.dien ihr ent»agt! .Nur wenige haben vcr/iditeil können auf da», was »ie Kultur nennen und was dodi in \\ irkhdikt it nichts weiter als eine gewisse ^Bequemlichkeit, Komfort, int Ifrslen Lalle Zivilisation i»t. . VT , Am 2b. April I9j6 fnachdem bereits acjil Tage die Unruhen im- I au Ie w uteleii)" legte in Haifa <la» Sdlifl Polonia mit MOL Passagieren an. Nu r seib»'von ihnen hatten die Kraft, sich difn nationalen (K*meilisdwflssiej1liiiigen;uizusdl|jeKen. t nd dili'» in i-iner Zeit, in derddiese k'ibbnzim erneut beweisen, datt sie ent»dieiden Ie ^Bi .leutung im Bahmen di-s Aufbau* w I rke» hallen.: Die kihbuziin und ihre Leistungen in diese* Zeit Nennen Sie mir eine'zentrale, Y. -ez Israel und ich werde Ihnen diesen Positionen arbeitet und sie kililui/ Giwat llasdilosclia — an lebenswichtige Funktion inen Kibbuz nennen, der in hält. ler Bahn Jaffa/ I el Aw iw! j.igartige, historische kibbuz Giwat llasdiloscha — an der Bahn Jaffa/Iel Av l.elien»per?»j)ekti\l' für un»! r Volk zu schaffen. . kibbuz Jagitr — Zementfalirik Nescher! Pltigut hajam — IUI Julian I. r h mann Det Zun 50, iu<i es i Km -- Noveinlier sind fiiatzig Jahre seit dem Totle Leopold Kumpel! verstrichen, der als „Didlter <ler Gasse' Jahrzehnten Beliebtheit und Volkstümlichkeit genoH.UIld heute nodi gerne gelesen wird. \ Oll vor, in di kompert. der mit einer fast w.c'diewdhwi Begeisterung schuf, war' der erste, der «lie G;i»se des Ghetto» der Literatur erschloß, die darin lebenden lieben»- wcrtVBi Melischeu mit ihren ginen und teilweise auch ver- .»dirobeiieu Ligensdrafteil ilar»hdlte. aber auch Herz und Sinn halle für die Koidlikte, weldie die I in.ui/ipatioii gerade in.den auder (iasse liedreiten Men»dibn auslöste. Mit gemütvoller riefe veiband ei ein »ebene» Kab'uliertalent, so da Ii sl-ine e bald grolle Verbreitung Verlangten und er noch zu l^dimii Lhrungen iiber»ihutte! -w urde. Dal»ei. war er in »eincln .Schaffen »'dl und geräuschlos, er ülierschwenimte nidit den Markt mit schnell hingeworfenen Lrzählungen. sondern feilte) Wort fnr Wort an seinc-n Werken, 'die den Leser durch hrc gepflegte .Sprache c;rfrencn. 1 - \oi l> Mai |sj_> i»i er in Munchen-Gracdz in Böhmen! ge- I*>re4. Di«; Verhältniss«'. unter denen er aufwuchs und] jreen \v.ir. sei,,,. Stildien zu vollenden, waren nicht cIh iI die fl (stet«. I rot/rlem brachte er -es bald zum Lehrer [und ryjne llaiislehrerstellung in I ngarnrdort schrieb er seine Ge-cbichten aus der Judeitgäfcse. dieihm bald weithin iersjdiafflen. Sein Weg führte ihn nach Wien, wo er ■ leite! de», ()e»terreidii»ihen"l.lovd w u rde. er kehrte id«< r I lele Wer% /ei toi ZW ll(i gl.in «•rhii er»te Ruhnl Seh zum Lehrbc-rille /iirink und brachtees bis zum IAindesschülrat. Schljefllidi üliernahui rr noch einmal die Leitung des Feuilleton» der Oester reich isdien Zeitung, die e-r fünfzehn. Jahre inneh.iiie. \iich im Vorstände der Israelitischen kiiltusgcmeimle in Wien betätigte er sich und war immer ein aufrechter Jude, der freilich in »einer Schlagfertigk. it manchmal übers Ziel liinaussdioll und dadurch in viele- Lehden verwickelt wurde. Zu -einem bt». Geburt-l i-e vi rlieh ihm die Stadt Wien da» Bürgerrecht mit einer ehrenden l rkuade, für ihn. de-r als armer von Leo p o 1 «I Kompert Student dreißig Jahre vorher dort eingewandert war. de-r Höhepunkt seines l^-U-n». Lr starb im Alter von 04 Jahre-n. Komperts Geschichten aus der Judengasse sihildern das l eben im Ghetto des böhmischen Städtchens, aber au» der Zeit, die schon1 unter dem hinfluß des Toleranzediktes kai»er Josef IL und der ersten Lmanzipationsjahre stand. Gerade die konflikte. die sich daraus ergaben,-waren ihm <las liebste Tlieuia. Sern Streben war es. eleu MC-BSchea.atis dem Jucb*n des (diettos hcruiiszuarlreiten. der jn dem Nebenmenschen auch Weniger den Andersgläubigen, als eben nur eleu Menschen sieht. I nst alle se-ine bekanntesten Geschichten behandeln die-ses Thema. Da ist die treue, aber aussichtslose Liebe zwischen Christian und Lea, eler Aufstieg einer Sängerin aus dem GhQttojjdic darüber du- Religion der Väter Vergißt, jedoch sich nie ganz von ihr li>sreißea kann, da ist «lie Schltderung eler ..z'.we-i Schwerter**, dje über ilemj schweben, eler «Iii- Emanzipation allzu wörtlidi nimmt und awisedien die Mühle 'I c-ii ej e n z ist überall diegleiche, er «lie Gestalten die-er Leute, die lauatisdie Aufklärer sind, wiesie i Se-ine Lrzählujigsweise ist schlicht schein Schwang l n »e-r e zfeit wird für diese Schilderungen wieiler tiefes Verständnis aufbringen'. Zeigen sie uns doch ,e)e-n verhängnisvollen In tum; über elir Fölsen der I inan/ipation in seiner ganzen Schwefe, der le-tzlen Ltnles unsere heutige Lage herbeigeführt hat. Kompert fand seinen bedeutendsten Schüler in karl Emil Ir ii n z o s. der auf dem Grunde wciterhaute, eleu er geschaffen. Aber ihm bleibt das große Verdienst, eins Ghetto geWisftermaßea literaturfällig gemacht zu haben, so daß eine spätere Zeit äuf die großen•Ghettoerzähler des. luhrhundertbeginnes vorrjereitet war. Seinellaödtwerfce waren: Ans dem Ghetto (IR4H). Bedimische Juden (IH>ij, Am Pfluge (1855), Neue Gesihiditen aus dein der Geeset/e ge-rät — die. Psychologisch treu zeichnet teils siarie Gläubige, tc-ils eben die Ze-it hervorbrachle. iinel naiv, ilabei von poeti-