Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 8 (14.8.1936)
- Date
- 1936-08-14
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seh. 11 G <■ m e i h <1 »• Ii l a 11 der Dell sc« - Israeli Iis < Ii e n G c m e i n il <• Nummer 8 Der Jüdische Volksliederabend der Gesangvereinigung Hasomir (nUr der »..rstchenden Überschrift veröffentlichten Vir in der Juni- Nummer des ücmtindeblattcs. S. amen längeren Aulsalz von Herrn Oberkanlor Leun K » r n i t z e r . in dem K.srnitzcr zu dem Liederabend der Gcsanusvcreinigung Hasomir vum 23- Mai d. J. kritisch Stellung nahm. Illurch ein technische Versehen Beriefen — w-oraufwir in. diesem Zu- »..mm.-nhana linwcifcn — jdie beiden Iletzten Absätze dieses Aufsatzes ' aul die Seite «. ' Jetzt erhalten wir von Herrn Oberkanlur Lieber/eine Zuschritt, die ' wir i..!linhalthch zum Abdruck bringens Wir «eben dann nochmals Herrn Kor na t tri d.is W ort und schließen -damit die Erörterung. * Zur IVsvprechunr des Masowir-Kofizertes im Gemeindrblafl vom 12. Juli lu">6. Ann I Km in,um Ljielier. >■ Jejdrf. .I.r mit ». inen Schöpfungen »or .IiitMfcntlichkeil trill. 1ml Kritik zu g.wärt«», n. rieh mil ihr abzufinden, gleich, oh -ir -einen I i o.ii tmii. il entspricht min nirbl. — Berechtigung zum hinwand aber i-i »gehen, »senil die Grenzen der objektiven Bvurteilun" hritten werden •>.!• t In I ,l!l-el/oll /II lllü--« i i k.Ulm ihI ui »> iinliil i> -Bridei-t iler 1 ül.er- ». im festgestellt »\ei.l. ii 'kann. daß der Kritiker i »iTiiirint. »»aer hei anderer tyclrgeiih.it anhat. . f ■ II in iler Besprechung, dir I hrr. "i »hi rkanliir K,.'i n i I / . i nl.ei .hn Volkslirdrraliend des Hasomir im Grmrindcl.l.iil \ ..in »4 J. Juli schrieb. — lrh tinlirla--.- r-. Stellung zu nehmen zu ■I. ii MUzwn. .Ii. *.|. n Lei-lungrn de- Lhorcuml seines Dirigenten gewidmet -in.l. »seil i.h .Ii. Vn-ichl vertrete, daß ein im öffentlichen [ i Ii. u -t. h. n.I. r Sänger iinH Chorleiter, afih r Herr k,o\rnitzer in -einer l.i-en-eh.ilt als (Mierkantor de- Israelitischen Tcmpelverh.iii.h - /ii _. lt. n h,il- In—er davon \l.-taml nehmen würde. Bemühungen "-einer Kollegen off. ml ich /n hi iirl. il. ii. -clb-t Wann aueh. wenn dir Itat-rhläze — wir'Herr K.. •Vhrrihj einem mitfühlenden jiidi- -i Ii. ii Hl iv. ii entspringen: •(• nir »»ie heißt ein ihn Meistersingern'! ..I). i Merk, r werde's« l.e-i.-llt. ilali »eiler Haß noch Liehe da- Lrleil trübe, daer fällt! ' l.nl-i Iii.'.h*ii alt r muß ich'mich »s.-n.leii gegen .Iii- Kritik. .Ii.- den ('lioi liearh. itiin^eir de- IlVrrn. Ludwig K inkrl eingeräumt »»ird. Dir »..i n. Iiui-t. lufgabc .1. - Ila-omii i-l ei. >h i jinli-i hell Oeff cnllichkcil ■ in. n- «irkliehen Begriff dejü.li-ihen \ olk-liedezu vermitteln. W. iin e- .Ii. -, in I Imr gelungen i-t. durch -eine Konzerle einen zahlr. irnr'n Kreis »im I reiiinlen zu gewinnen» so in cr-t.-r Linie durch das A.i.li.u-l de- II. rin 1 inkrl. der krall..--einer oll anerkannten pe- Ali geilen inu-ikali-. heu Kenntnisse . - verstanden hat. in -einen immer intere--anl.'ii Darbietungen dajiidi-ehe Volkslied »im den Schlacken zu wtnigrn, die ihm oft dorrh l eltttrlieferunjE her'anhaften. 'Herr h. o r n i t / i r -ehreiht: '..Die Bearbeilunpen die-Vs Ahend- »s. .Ilten ihn eh j:ei-treielie KinTälle glänzen.' — In Nr. 411 de- ..I amilien- "Id.ilte-' »um I. üklober 1933, ."•>. -'. urteilt Herr K o r n i t z. e r üher ili.-. Ilie I'.• ,t11 ii i11ni_ de- Herrn Kinkel : ..... Die Perle des ganzen Programmaber »Mir da- »un Herrn L. linke! -i*hr pi*>ehiekt hearheitete ehas-idi-si he Lied Llaukai . .." \\ ie reimt -ieh da.- zusammen? \\i. knnnte naeh dieser keuSeninft Herr Kornitzer ferner Herrn Run k e l-a H.-arheiiunpen ..alipe|»rauehle Harmonien und AlhT»»ell — »» endunpi'n' »oroerl'en. par nueh > i 1 e h e r . als Bei.-pirl .J.i_. _<n .stellen, ih r mit -einen alltaplieheii harinoiii-i In n % eMluugen kaum noeh iiherhiiti-n »»erilen kann'/ Zur mu-ikmaleiideii Bearbeilumj de- Volksliedes ..De- Miluera 1 rer.n' bemerkt lh rr kornitzrt : ..Mti-ik. die den Text illu.-lrieren »»ill, »»ird zur Sklavin und noeh liefer herabgewürdigt." I nzählij; -ind die Beispiele audem Bereieh des kun-tlied- »»ie aueh volk-liednuiBifeen Sehaffen-. die die-e The-e glänzend widerli-pen. F.inizinur -eien benannt: S ha-lian B a r Ii illustriert in der ..Matliäuspa.-sinn * drn aei«Unrenen Text: ..Sind Blitze, -ind llonner in Wolken Vit- -eh»» lindenindem er dureh die Stimnil iihrunz des '^opran Blitze und dureh rollende Bäs-r drn Donner andeutet. — Kranz Srhubert Du all in den Kla» ierliepleitunzen des ..Limlrnhauiii" da- Kau.-ehen der Bäiiuie. de- ..Wohin? ' da- Murmeln de- Baehe-. de- „Lrlkönig" Huf- -i 'hlap und Murin: in «Auf. dvfl \\ a--ern zu sinpen" ahmt sozar die Siiiii-tiiiune \\ ellenhewezunz Darb. — Der \on Herrn;K. so fretidip zitierte S i I e Ii e r teiltet kami es niehl unterlassen in tler ..Loreley" hei ihn U orten .... und ruhig fließt der .Rhein'" dureh eintgebende' Bewezunz in den Millel-timiurn daruhize Kließen des Stromezu » . i .in-. Ilauli. Inn. — Ohrrkantor Leon Kornitzer in seinem mp33 <\r. In der <«oite-ili'-n-tlieheii tre-änzel führt eine Klotenstiiunie im ' Orzelpart mit. um eine pa-loralr Stimmunz musikaliseh zu illustrieren, ähnlieh wie Lew a n d o w s k i, der hei ileuiselhen Text in der Sing- -luiuiie da- 11irleiimoliv ein-ehallet. Kornitzer wie Lew and ii »» - kl »erzi---en dahei nur. dalä e- -ieh hei dem erhahenen Text des HSm np33 nieht um ein Hirtenlird. -ondrrn um die Schilderung de- D^iile. püttlichen (verirhtchandelt. kornitzer meint -ehließjieh. die* Melodie habe »Zermürhtlieit*' und „un. r-rhütlerlii he- I.oIImhuu. m au.-zudrückrn. Wie stellt man -ieh -davor. wie -oll Musik diesem letzten aller abstrakten Begriffe ..\ii-druek verleihen? Der Schöpfer eines schlichten Liedes soll all -olch philosophisch uuziciiharc Dinge denken oder rühren: Musik kann lirräusrbe nachahmen '(DoOTn i. Blilz, da- Drehen der Mühlenrüder ii-»».i. kann Stinwnamten iiialen (Jabel, Klaget — _(Jott»er- Iraurn" und ■ /> i inürhtheil ' aber beweisen das kann nur ein M.n-eli. der -elh-l gotlesfürchtig i-t. nicht aber durch föne, sondern um durrfa -.in Lehen, durch -ein Beispiel — hier bort selli-t die Alluia. hl der Mu-ik. auf. Zu der -.i zu I uro. In anpi'griffrnrn Korm der Chorbrarbeilung de- Liedes] ..De- Milners.Trerrn" durch Ludwig K inkrl »»äre all- -. Iili. I'o uil /u sagen, dal! eihm gerade dabei br»»Undrriis»»rrt gelungen i-t. die beiden Mögliebkriten musikaliseber iu»drurksfähig"keil harmoni-ch zu vereinen, einmal Veransehauliehung um trcfühl und Stinimunz durch Verwmdupg der srblirhtrn. volkstümlichen Melodie in der Klagej des Müller-, dann aber \aehahiiiung von <-eräu-ehen dureh eine HnuVotbe Stiiiiiiifiiliruiig der ltä--e. die die Krimierung warbrilij an den t.lcichtakl der Müblrnräller und darüber hinandie Erinnerung au ein uuah»»enilhare- Mießeii uml Mromrn in du- Zeitlo-igkcil. T f Kritik an der. Gegcnkrilik \ im I JMin K ii i irit / v r. * I-l sie eigentlich notig? Ich glaube, jeder Kin-ichlige wird darin üheieinstimmen, daß ihr freien Meinnrigsanßerung der Presse, wVhn sie nur" veraiitworliinz-he»»iißt i-l. keine Hemmung auferlegt »»etilen d.irl. Doch -oll über da- Sachliche ein »»eiligege-agt »»erden. Herr UberkantM I.ieher hält im Grgensalz zu mir die ..Nachahmung von (icräu-chen" dureh die NLii-ik für'richtig. Da er liichard \V a g na* r (in anderem Zii-amiiieiihaiigeI zitiert, »»ill ich de--en griffien Gegner, den einstigen lirofe--or der Mu-ik an der Wiener I ni»er-ilät Kiluanl llau-liek ait*c»»ähr-iuaiui anführen. Kr -agt ■'in seinen! Buche ,.\ um Musikali-eh->eluineii (Hin Beilrag xur Rrvi- -ion der \i--thi'tik der i'iiukiiu-t einem Buche, daauch heule für jeden Mu-ikcr lc.-ctis- und beherzigen-»»ert i-l: ..\'on diesem Mißverständnis, den' Nalurlaul unmilt.lbar reahshsch in das Kunstwerk zu übertrafen. . . ist es ja iianzltch verschieden und sollte eigentlich nicht Malerei ficnannl werden, werfn ßewisse in der Natur i'ei'ebene. durch ihren rhvthmischen oder klanulicherf CharaVter halb musikalisch wirkende Elemente, wie sie im Kauschen und Platschern dVs Wassers, im. Vei)fcl|£esaq^, in Wind und Weller. im Schwirren der Pfeife, im Schnurrendef Spinnrads u. di:l. enthalten sind, von den Komponisten — nicht etwa ..n a c b ii e a h m t ' werden, sondern ihnen 1 m p ü 1 s e zu Motiven von s e I b s t a n d i ij e r Schönheit he rpcben. welche sie künstl e.j i s c h frei konzipier c.n und durchführe n.". .- L'nd an i'iuer anderen Stelle, speziell auf die \ okalmu-ik bezüglich: ..Wenn die Musik nicht in viel jiroßarti-icrem, als bloß kolorierendem Sinnb das Gedicht behandelt, wenn sie nicht — selbst Zeichnung und Farbe zu-ileich - etwas ganz Neues hinzubringt. das in ureigener Schönheitskraft blattertreibend die Vorte zum bloßen Rphcuspalicr umschafftr dann-hat sie hn c h s I e n s die Staffcl'der Schülerübung uder Dilettantenfreude erklommen, die reine Höhe der Kunst nitnracrmch r." - Ha nsl ick antwortet al-o Herrn Oberkantor I. i t h e r haargenau auf -eine, wie man sieht, windschiefen Einwürfe. Aber auch seine al- Bewei-e gegen mich anpefiibrlen Beispiele »»enden sich gegen ihn. ,I(i Schubert- „Erlkönig" z. B. malt die Klavierhegleitung (beide Bezeichnungen sind falsch: Mu-ik „malt" nicht, aueh darüber sprechen II a n s 1 i c k und nach ihm andere noch eindringlicher, und das Klavier begleitet hier nicht, sondern ist der fa-t übermächtige Partner de- Getfanges), al-o: verwendet da- Kla»icr nieht den Hul'-dilag al- Motiv. Denn mit sechs Schlägen kann man keine Gangart de- Pferde- ..nachahmen", da es nur vier Beine hat. Und der brummende Baß ist kein Sturm, der heult. Nein! wahier aus der Mu.-ik des genialen lBjähripen Schubert klingt, i-t erstens Musik und nichtal- Mu-ik. weiter die Dynamik der Bewegung: iler Bewegung des reitenden Vater.-, der anggtgepeitschten Seele, der Schauer und noch anderer Dinge, die -ich eben nur in Tönen, nieht in Worten ausdrücken la-scri. — In dein Liede „Der Lindcnliauni" nimmt S c h u b e r t den Naturlaut des Blätterratischrns (vielleicht!), um daraus ein Motiv de- Klavierpartzu gestalten, nicht ct»»a um da- Blätterrau.-chen „nachzuahmen", sondern als Zital, als Sviubol für die heimatliche Linde, das Sehn-uclit-ziel de- Wandererauf der ..W"intcrrei-e'. Aber (und damit lenken wir in Baker eigentliche« ' Thema ein) wenn Schuberl nach der Einleitung da- Volkslied ..Der Lindenbaum" erklingen läßt, dann schweigen alle Zitate und Symkoje, dann klingt allein das Lied, und das Klavier begleitet, ja: begleitet ganz schlicht, gleich Si I r h e f mit „alltäglichen harmonischen Wendungen, die kaum noch überboten werden können". (Nebenbei : ..-chliclit" ist ganz ver-chieden von „abgebrauchte Allerwell» »»endiing". vielleicht gerade entgegengesetzt. Da* dürfte »»obl. auch »on der Sprache her. klar sein.) köstlich ist es, wenn Herr Oherkautor Lieber mich selbst als Beweismittel gegen mich anführt. Aber was geschieht? Gerade da gibt er meiner von ihm befehdeten Kritik' recht, wenn er sagt, daß hier da- Hirtenmotiv nichts zu suchen habe, da e» sich in den Texte* Worten nicht um ein Hirtenlicd, sondern um die Schilderung des göttlichen Gerichtes handelt. Nun also! dasselbe sagte ich über die Mühlenräder! — Aber der arme Lewandowski und ich können (Steuert &alä WERKSTÄTTEN FÜR FRIEDHOFSKUNST ^lttona--eangenfcrbc, ftörftertoeg 43, 9*uf 541530