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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-06-12 · 6 (12.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
6 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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A Nummer (> G e ni e i n il c 1) 1 a ( < der D c u t s e h - I s r n <■ 1 tisch c ii (; c in e i n <1 o . j Seite < i '■ Grau kommt es darauf an, die Geschichte dort zu packen. Wo 'die persöinlidie Verantwortung 'des Individuums fiir die <;.•- schichte seines Volkes festgestellt werden kann. N.uli Heiner Überzeugung ist dies gerade bei Wilhelm von 1111mI>i■ 1,Ii im höchsten Grade der .Kall, w;e.il er mit seiner Offenheit gegenüber jüdischen Menschen .u.ikI Ihren geistigen Inhalten, sich selbst zu einen) Werk/eug der t innii/ipaiioiis"bcwcguieg eines" fremden \olkes gemacht habe..JNuu i'st allerdings Humboldts nachweisbarer Linflull üiif die Gestaltung der-jüdischen Wirklichkeit in Deutschland nicht entscheidend genesen. Audi die neue Darstellung 'zeigt das im (.runde sehr deutlich. D.is preunlsdie Judengesetz von ISti ist im wesentlichen nach einem Entwürfe ausgearbeitet Warden, den er entschieden bekämpft hatte, und der von ihm stammende Paragraph ülier ilie Juden-' emanzjpation in der deutsche)! $Undesukte von IHI3 ist durch einen klugen Sdiafhzug seiner Gegner mit der Änderung ein«»' einzigen Worts juristisch bedeutungslos gemacht''worden. Schon aus diesem (•runde scheint uns die Kragestellung des Buches das l'rolijem des Asgrmilationszeitalters nicht in seiner Mille zu erfassen. äu,ch" wenn muh «Iiimittelbare Wirksamkeit von Humboldts Leben und Denken und ilie symbolhafte Bedeutung ».eiiler Gestalt IkxIi wertet. Denn die Judenemuiizipatfon stand im Zusammenhange einer europäischen Strömung, die von Westeti her k.im und nndl ()-len hin abebbte. Sie f.lud ihren Absdilull in der-deutschen Gesetzgebung' 1869, d. Ii. in einem Jahrzehnt, das in «richtigen Hungen /ii der Haltung des preuHischen Itcforni/eitaltcrs. /u dem Humboldt 'gehört, im Gegensatz stund; und dessen leitender Staatsmann Ideen und Denkschriften der dcujschcn Geistesoristokriitie gegenüber ein hohes Mal! von kritischer Selbständigkeit liesaft ' , Trotzdem bliebt die fliese Graus von dem starken' K.jnflufl der Judeir auf die Geistigkeit Wilhelm von Humboldts, ein w ithtiger Gegenstand unserer Beisiniiung, wenn sie in. der vorgetragenen form haltbar wäre. Sie erscheint uns aber das Krgebnis einer Methode, die wir Ihr die jüdische Geschiehtschreibung nidit für fruchtbar und richtig halten. Graus I rkeiiiituisw ilie ist bei Oer Betrachtung 'ein/einer Stinke de* pesdiiditlidien Lebens so »ehr auf sein Ziel hin gespannt, dal! ihm die weiteren Zusammenhänge des gerade behandelten Motivs nidit wirklich in <las ]{cw ulltscin kommen. So vertritt er die Meinung, dalt Humboldt da<lurdi jüdische Kiemente in sein Wesen, aufgenommen Habe, dalt er 17*0 I7*M> in den empfänglichsten Jugendjahren zwischen ts und J> in enger Gemeinschaft mit, Henriette Her / im jüdischen Räume der Berliner Aufklärung lebte. Eon liier aus deutet (Iran die Sch ut/sch rift fiir (las Indiv idui'im. die 1 lumboldt unter, dem Titel „Ideen zu einem Vjersnid», die Grenzen <ler W irksumkeil de* Staates /u bestimmen" 17*>J vollendet hat. Juden und Jüdinnen, .so meint er, halten' Humboldt das staatslose Lebensprinziii dett Geiiiessens vermittelt, u ichdcm ihn <lie deutschen Kation ulisten Beiner frühen Jugendjahre*, obwohl sie ihn für das Jüdische disponierten, „auf den Hoden eines festen Staajsbewulltscilis" gestellt hatten (S. 48). Diese Kormulieriiug eines Gegellsatzes in Humboldts Entwicklung klingt lor den Leser etwas überraschend, sobald er sich daran erinnert, dal! er ^4 Seiten früher bei Grau'' gelesen hat, eben diese Jugendlehrer IfjimboldtS hatten geistig von' Mendelssohn gelebt, „wie eine l amilie vom Einkommen des lluti«vuters lebt", und bei den pliilosophischeu Vorträgen wäre es im grollen 111"'.ganzen so gewesen. ..als wenn der jiidische Philosoph Selbst die Brüder Humboldt unterrichtet' hätte". Da weder Grau noch wir irgendeinen Grund finden können, Mendelssohn fiir weniger jüdisch ./II halten als die Meiischen seines Kreises in der nachfolgenden Generation, so müssen wir uns nach einer Möglichkeit umsehen, die Verschiedenheu der llumholdtschen Entwicklungsstufen /u verstehen. Sie lallt sich finden, wenn wir nicht im Bereich des Jüdischen stehen bleiben. Wir werden uns dann vielleicht daran erinnern, dnfl im Anfang der 90er Jahre in der Welt der deutschen Bildung sieb eine W.....Illing vollzieht. Ks entsteht .jene geistige Haltung, in der sich die strenge Norinenw clt des Nationalismus, jn der auch . Mendelssohn gelebt hatte. Unter «lein E i n f I ii II der grollen deutschen Dichtung, wenn auch nicht durch ihren Willen, fruchtbar und gefährlich zugleich zu lockern beginnt. Unter dem Einfluß, dieser Bewegung, deren Programm damals die deutschen Aomantikef zu formulieren begannen, steht Humboldt) eher)SO gut wieseine jüdischen Freunde. Ks wäre für uns gewil! interessant .gewiesen, wenn Gran herausgearbeitet hatte, wie die Berliner jüdischen Salons das geistige Gut dieser Zeit aus ihrer Art heraus umgeformt haben: aber dieser \ ersuch ist nicht ernstlich Unternommen wurden. Dal! ein biogiaphis'cher Versuch, der darauf "verzichtet, den Gegenstand'Wirk ich in das Ganze seiner WCIl /ii stellen, eine allgemeinen Geschichte wie die Judeiieman/ipation fördern k um. ergibtsich noch deutlicher aus il' rageder nicht vorbildlich den Bemerkungen über die Itcl.iginu Iluniholdts: „Mitunter sind... konkrete jüdische Gedanken und rägcnsdiaflen seihst An die Juden in Deutschland Mit tiefem Schmerze beklagt die jüdisch«' Will die ntaBlose, oft veriirecherisejic Bedrohung. <I<t unsere Iriiullitlir iltfixiuarheit in Eryz Jisrm l s. ii Wochen ausgesetzt ist. Menschenleben «ind zum Opfer gefallen. Werte, die in mühseliger Anslrenguug geschaffen wurden, vernichtet worden. - " 1 Angriffe und Gewalttaten können uns Jj'iden nie davon abhalten, uii^t Recht uuf dujüdisch? nationale Heimstätte in Palästina zu vertreten. Sie können unrfere . Verbundenheit mit den-Brüdern in Krez Jisroel und mit dem W erke des Vufhail* nur stärken und lestigeo. Das sidl iinfi jetzt unsere Volwort sein. Wir Wollen alle Kräfte zusammenfassen. Wir fordern jeden, der schon bisher mit seinem Beitrag /um Kereu. bajessod der Verpflichtung gegen Erez li-- rael \iisdruck gegeben bat. auf. durch einen SONDERßEITRAG * - von Wenigstens einem \ iert<d seiner regelmüUtgeti /eicbipiug iiiil/iibellen. dal! der friedlidie.' gegen niemand gerichtete Vufbau Palästinas, das Raum , für .Juden lind \ralur hat. gesiibcrl und fortgesetzt werde: die. welche sich bis. jet/t unserem Werke ferngehalten hatten, rufen wir in dieser Stunde auf. '. sirli mit ilirrtn Oj>jiT uns tinzuschließen. W ir zählen auf alle; Di<- Juden Deutschlands sind mit dem Palästinawerk unlöslich verbunden. Ihre .'Gedanken weilen in Sorge unil Liebe bei Brüdern und Srliwestecn, Eltern und Kindern in Erez Jisrael. Ihre lloffniingen sind auf''den Fortschritt unsm-r Arbeijt gerichtet. U ir uissm: ilnli iinsrr Hilf niihl Utrpehött verhallen wird. / PRASIMUM Dl Kl I! 1 N II VJESS0I) l.ro l{ i r r k . I'ra-i.l. ni Kailolf <: I 1 I m a n ii .' Si.'sfri. il M ■• - .- - . Michael Trank., t HEc-prihidi iin n: K. I Max is'rber, f rieilrich It rci d n i t!• r ii n r m a I d . " *vl.tilu 11 j Ii n Hirsch, Jandi II >■ I f lil ■ n n . Karl («r»jr r ili,; \\ .i rli u r g . thh» I ran/ M r > i . Keon' II <» s e n l> i' r g . Irii-ilrich \. S 1 r a u >. unmittelbar auf Humboldt libergegilnge.ii.' konkret jüdisch ist von den lU'ligionsideen dasj Antitriniturisdie ue I Italionalistisdie seiner Gottosauflässung. lerner die Ablehnung der sich damals-geistig in 11c linier Gien/eu hat ejuschliclien lass+n. christlichen Messiasidee."' Humboldt spr.uh coli einem irtM*n Wohltäter <les Menschi-ugescbh-chts, „eitle .V.ilTf'.lSsUng. /n der sieb auch das aufgeklarte Judentum' bekannte. Dieser Ite hilUptlillg viÄn Judenluru als der „eigentlich geistigen M uhl' der Aufklärung bei Humboldt mochten wir die Krage gegeniibersU'Hen. in welchem geistigen Räume ein junger Vleusdl im Deutschland von I7>>"> lieiltl Bingen um seine. Bihiung den Weg /um historischen t^rEstentum in die . Nahe lies lutherische^ oder katholisiheil Dogmis gelühr' .worden wariv S e Ii i 1 1 e r Und (; oelli e hatten ihm diese iHnlcTtülIg /gr I ehre von Dreiernigkeil und KriiiSKUg nicht gewahrt, und voii ICönigslW'l S aus, wirkte Kants lehre iinvergleicblidi viel iiiiiuiU.-llnrer als die'schweren uud dunklen Gedanken:!flä m a"irn s. In diesem geistigen Leben.' d is | )eiitschlau I durdlflutete, silielle BerliJI mit seinen Salons und ihren jüdischen Menschen kenn» führende Bolle, Ls erscheint uns als eine l mkehrung der richtigen l ragi'stelluug. wenn man die spate VufklärUOg und den KJnflüfl .iiiI die Jugend eines grollen Menschen von Ketbn her absihbel'end beurteilt, nnslatl zuniidisl des christliche und jüdische; Berlin im \erglerch nü( der zeitgen-'wsischen Bibbipi?! /u charakterisieren;.um dann znzursehen. wie weil Humbo clt

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