Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 5 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Gemein tl e h I a 11 der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 5 ei heben und, erfüll) von dem rrmy-.Gedanken, dem Gedanken Verbundenheit der jüclisthen C«esamtheit. gesamt- Arbeit leisten. — \Ikmüber, der Gesamtheit inlibini-che Eührei den einzelnen nicht MT^'f-cn, r sozial und seelisch Beistand /» leisten, uro. wie in ift so diuli in dein einzelnen, 'das Leid 7.U einer zu waii.lein. jejner dymimischen, schöpferischen •r Gelten*art in die- Weile der der' inneren Jieitsv ei Iniüdei dürfe der ihm Ii.die i dejr Geinci lisch EriergriSiiiiHle Kraft, die au k u alt rOhre. Al>er Erfolg, greifl> irer, bleiliender Erfolg, könne dein Rabbiner tun beschielten sein, weun ei eine treue, gefolgsdiaftlieieite GcmeTmle mitsamt ihrer l.i'itu usr hinter fich wisse. Dell Ii der Rabbiner Lonne nur führen.! belehren, aneifern — um in einem biblischen Bilde /n reden — die Münde da /nr Sdiwinguiig bringen, wo Bereitschaft vorhanden sei. Sidi an I lei in ' ()l»ei rahbiilcr Dr. Garlcbach wendend, fuhr der Redner ImI. er finde in -einem neuen Amte viele dienstbereite ] Luide, viele knedife Gottes.. Männer und Krauen, vor allem audi eine Jugend, die »einer warte. Kr wünsche ihm. dar! es ihm vergönnt sei. vielefjahre den heiligen Dienst an diesen Knechten Gotte» zu versehen, zum Segen <les Synagogen-Verbandes, <ler ganzen Hamburger kehilla und, der gesamten Judenheit. Kill reither,.ein voller hrtrag möge innT l>eschieden sein. Diese IV ier falle in eine Zeit, in der schwere Wolken auf der Judenheit lagern, selbst auf dem Lande unserer Hoffnung. Alier wir Juden seien cjsajjq >j3 o^aXO' Menschen vidi Glauben Inlyl Vertrauen, wie unsere Väter voll-Glauben und Vertrauen gewesen seien. Wir wüßten, daß die Stürme im IIe|ligen l ande ErühlingSstürme. und die Opfer, die sie gefordert, Oplci «fes "Erühlings seieiK schmerzliche Zuckungen erwadieudeii Lebens. Gott führe uns aid Wegen, ilie wir nicht Kinnen iiud nicht ahnen', seinem Ziele entgegen. An uns sei es, si nk und le-t /u sein, stark für unser Volk und stark für die Stätte and da- Land unseres Gottes. — Djhin übe/mitfelt der Redner dem neuen Oberrabbiiier noil) die Glückwünsche und Grüße des Preiilil-^heii I ande'-\ erbandes jüdischer Gemeinden und des \erbandes traditionell' gesetzestrener Rabbiner Deutschlandand -thliefll mit dem erneuten \ppell an die Gesamtheit der Kef>tg*meini(t>: ptrtMJl pTn Laftl im- -tnrk und immer wieder, -t.irk -ein. I ml nun — nach den Vorjrag de- MIO. Psalms — l>etiitt' Herr Oliei l.ilibinej Dr. Carleb.ti Ii zum ersten Male die Kanzel, die Statte -eines, künftigen W irkVns. Y.f legte seiner Antrilt-predigt ein Wort de- Propheten Sedtarja zugrunde, das mit einem \u-blick in die messia.hische Zeit den starken Glauben an Wert. BedentIing und Kraft des ein/einen judischen Meusdien verbindet; biv 3t:x n-iry^f-tn-1 n?x nnnn wi mxns'n Tax ns ■o ds^j? spfa i5x^ *n.T ent «]:33 ymun o-nin nus^ :D333? dv^x ijyns? So -pridit Gott Zehaoth: in jenen Tagen wird es -ein. da werden zehn Mann anallen Sprachen, die die Völker11 ' shrechen, einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Rocke« 1 anfassen, sprechend: wir wollen mit eudi gehen, denn witf haben gehört. Gott i-t mit eudt-J. Der Oberrabbiiier begrüßt -zuerst die Vertreter seiner bishei igen Gemeinde, <lie V erw altn ng-niitgheiler der llodident-dieEi l-iaoliteii-Gcineiiide Altona. Herrn Rabbiner ■ Dr. Hof fm a li n . dein er -«-inen Dank für sein Kommeil und seine Worte ausspricht, sodann, die anwesenden Rabbineu und ijie ge- Mpnte Versammlung, die ihn so hoch durdi ihr Erscheinen und ihn-.Teilnahme an seiner Amt-iinrührung ehre. Kr geht dann zu -i ineni Schriftwort »her. Der Prophet schildere das Artbfcchetl der großen Meii-ihhe it--ehn-ucht, der Zeit, in der ilie Well kl. in geworden -ein wird, weil Gott nieilt mehr in ihr i-t. Dann würden die Menschen kommen und suchen''und'in der Stunde de- ViifbriUhs nbid lies I mhruchs fragen: Ist noch jemand da. der uns den Weg zu Gott weist? — Kin'e Solche Zeit il( i Sehtnsuiht( und des V erlangens sei jetzt in Israel selbst angebrochen, jetzt -uche man in unserer eigenen Mitte «liese'n •e> li-dien Halt. Kr frage sich, ob er die-en Halt bieten könne, •in, und ■ner Prägung, an die-er Stelle gestanden hätten. Nach einem Worte dci jtidisdien Weisen >habc König David „seine göttliche Belalmig dem (imstande /u verdanken, dal) er vor allem «ins nahe sein wollen: ein guter .Mensch. Grolle Menschlichkeit II Sccharia 8. 23. -ei li-clien Hart. Kr frage sich, ob er die-en Halt bieten köni o|i er -ich getrauen dürfe, der' Nachfolger derjenigen zu sei die. w ii Botiays, Stern. Hirsch. Nabel u| •s p i t'z e r . jeder ein Mann von Bedeutung und eigen habe auch die Vlänner ausgezeichnet, die ihm Vorbilder seien,, seinen Vater, der sein ganzes Leben lang nur Liebe verbreitete und dessen aul Liebe gegründetes Wirkelt auch den Sträflingen hinter Zuchthausmauem galt, einen Esricl Hildesheimer, einen. Mordechai .Ainrain II i r s c Ii. einen David 11 o f f m u n n und einen Sihtnuel Sa laut, vor deren iiller Menschlichkeit man ihre überragende geistige Große vergessen habe. Groll sei gew ill die Stunde, da auf der Ranzel die Gnade göttlicher Kingebung ihm das rechte W ort in den Mund lege, groll die Stunde, wenn er mit seinen torabeflissenen freunden in Gottes Lehre forsche, aber sein Ideal werde bleiben, als schlichter jiidi-cher Mensch allen sein Heiz und sein Haus zu öffnen, mit ihnen zu weinen und zu lachen und über die Nöte und Tränen der Gegenwart hinweg in ihnen das Bewußtsein einzupflanzen von dem Glücke, ein Kind Gottes zu sein. l ud dann spricht der Redner von den Aufgaben de- Verbandes und der Gemeinde, in deren Mitte zu wirken er berufen sei: eine sdilichte jüdische Gemeinde solle sie) sein. Sio sei .^roll durch ihr Wirken im Innern, bekannt durch die grolle Zahl \<>n jüdischen Männern, die dem Studium von Gottes Wort ergeben seien, aber das Größte sei bisher an Hamburgs Judenheit gewesen, dal! sie die Tradition gepflegt und hoch gehalten und .mcli das Kleinste gewahrt und bewahrt habe, das l n-cheinbare, an das der GfittsudteiHle -ich eines Tages viel-.' ■leicht klammern werde, wie es der Prophet mit seiner Wendung von dem Zipfel lies Rinkes gemeint habe, den die GottsuchendenJ in der Min ihm erschauten mes-inni-ihen Zeit erfassen. Ks sei di- Große an Hamburgs Judenheit, dal! sie ilie Tradition gewahrt, habe, so dal! ein jeder, woher er auch komme, wann immer er auch komme, -ie hier w iedei linde, in altgew ohnter Weise das Gotteshaus ofFen linde und sein Gebet verrichten könne; zumal in dieser Zeit, in di'r — und hier knüpft der Redner betont au die Bcgi üllungsw ofte .in. die unser Gemeindeblatt ihm gewidmet hat — Hunger im Laude herrsche, nicht Hunger nach Brot und nicht DurstjBach Wa,--er, sondern der Hunger nach Gottes lebendigem Worte. lind weiter richtet der Redner dann die Bitte im die Versammlung, ihm in seinem schweren Amle zur Seite zu stehen: ..Nicht ich segne euch, sondern ihr segnet mich." Kr wolle und könne -ich mit seinen AintsvOrgängerii nicht messen; er erkenne die Größe und Bedeutung der \ jelen rabbinisihen Peisönlichkeiteji. die durch ihr Ki-chcineu bei seinem Amtsantritt ihn ehrten, an. er erbitte ihre Kritik und weide -ein l rteill wenn er irre, dem ihrigen unterordnen: er habe einmal gesagt, dal? nur il e r eine rabbinisdie Kiit-cheiduug fällen diirjei der auch fällig und bereit sei. ausrufen zu lassen, dal! der amlere, der Bruder, im Rechte -ei.— Aber für seine rabbinisdie Tätigkeit und Kiit-iheidung verlange er unbedingte Achtung und Autorität. Kr danke der Verwaltung des Sv nagogen-V erbandes dafür, dal! er in dessen bet diu Rabbineu von Bedeutung zur Seite habe: er werde die Einheitlichkeit des Rabbinats hochhalten und nicht dulilen, dall -ie. ire-lört werde. — Der Redner erinnert dann au den talmudi-chcn Satz, dal! im Streite der Meinungen auf beiden Seiten die Worte des lebendigen Gottes zu finden sein können: aber größere Pflicht noch sej eh heute- und in dieser Zeit, den Streit der Meinungen ruhen zu lassen und die Streitaxt zu begraben, keiner Partei dienstbar und angehörig, wolle er fiir min nfid rVTfalf' lür das Wort und die Kehre und den Dien-t Gottes-in der Gemeinde tätig seilt, .einer von jener Brüderliihkeit und Einheitlichkeit erfüllten Gemeinde, die der P-almist sogar Horn Tempel Gottes voran* ge-tellt fabe*). t Und dann spricht erneut aus dein Prediger der sdilichte jüdische Mensch- — der jüdi-che Men-ch. der den jüdischen -Glauben' nicht aufgibt, den Glauben nicht aufgibt an die Meii-ch1ichkeit. an Deutschland inid an die Vaterstadt, an ilie Heimat, der die* Sehnsucht nicht aufgibt nach einem in Reinheit und Keii-chheit verankerten Leben. Ks spricht aus ihm der jüdische Mensch, der an die neu erstehende jüdische Gemeinschaft in Krez Israel glaubt, auf sie luilft und vertraut, die ziii pflegen er als besondere Aufgabe der deutschen Juden he-' zeichnet, allein schon um der jüdischen'Jugend willen, «leren Zukunft Dngewi! und un-ere Sorge sei. Al*er. wenn nur ein jfder als schlichter jüdi-dicr Men-ch -eine ITlicht tue. dann brauche keiner zu verZagett, dehn es werde Y rühling weiden, nud es würden bessere Zeiten kommen, denn Gott mache sein Wort nicht zur Lüge. Auf ihn solle Israel harren, auf ihn'.vertrauen und auf seine Hille hoffen. Denn ein-t müsse die Zeit kommen, da man zum Juden spreche: Bruder, sei uns ein Halt, denn Galt i-t mit dir. Der Predigt folgen abermaliger Ghorgesang und vor ge-. ölfhetel ade.der Vortrag eines von Herrn (»H-rrabbiuer Dr.'' ») Psalm 122. 8—9. Besdtäfllgf jüdische Hand werter und Gewer beireibende!