Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 2 (26.2.1936)
- Date
- 1936-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitisrhen Gemeinde Seite? / tt Haushaltsplan der Gemeinde Allgemeine Verwaltung , T iiianzverwullung . . . Schulwesen ..... Kultus . ...... Bilduugsweseu Ii. LcüiesQbung T ürsorgeverwaltung . .. . Begrübni.sw esen . < ■ § Sonderbedarf . . « < « für das Jahr Kin ua Innen . £390 , 85.! 800' (NM) bOO 305 750 J4 'WO 14i 451) ( Ausgäben 150000 »3*150 J54 J50 101 700 5K 750 40S 750 5K 750 30000 1 145450'" 1 Schi K.1V/1 daß der-Beginn fand sich in den! Vom Wochenend-Seminar der Franz-Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung Es war eine glückliche Idee der Fra^dSösenzweig-CfedäcIitnis-Siiftung, gerade in der heutigen /eil ein Seminar zu veranstalten, das die Jugcndführer aller Bünde zuummeafUhrte. Abgesehen davon, laß wir heule mehr clen^i je auf eine SchulungsUrbcil für die Jugcndführer angewiesen a|nda war es von großer Bedeutung, einmal die teilenden Menschen der verschiedensten Bände zusammenkommen zu Bissen. .',... Ts darf alier nicht verseil wieget ,Verden, etwa-, enttäuschte.'Herr!Dr*. Banili ,jugendlichen Kreise nicht ganz zureitit. obwohl i)ie Trage, die er aufwan, von großer Bedeutung war, denn wir müssen uns heute mehr denn je darüber klar werden, „waru-n* 'Wir lernen" un<l welchen Sinn wir dem Lernen geben. Herr Dr. Bambcrger sprach am Vormittag ülier: Die Bibel als'l Heilkraft jüdischer Geschichte und verstand es. dieses I hema sehr iuhaltvoll /u gestalten. Aber auch' liier war der Kontakt zwischen lieferen! und Zuhörern nicht geriügend'vorhundeu. Gerade heute ist es besonders widitig. den vielen, die aus einer assimilierten Atmosphäre zum jüdichcii Jugendbünd Rommen, jüdische Werte zu Übermitteln, und alle Bünde bemühen sich, irgendeine Form insbesondere für die -;\usgc-tuitting <les Oneg Sdiahbat am Freitagabend oder am Schabbat-Xachiuittag zu nudeu. Al>er <ler Erwartung, hier einmal eine Form zu .sehen, di<- als Beispiel für weitere Ausgestuliung dienen sollte, trugen leider <ler Freitag und Schtibbal nicht Ucdiuung.< Am Abend beginn Prof. Bondv Erzichungsf ragen, und schnell änderte Art der Unterhaltung, seine Methode .Arl«edsgemeiiischatI war leitend iger zeigte die im Moment auftauchenden Fragen in ihrer prinzipiellen Griilie auf und hatte so vom ersten Augenblick an einen guten Kontakt mit den Jugendlichen. Vor allem gab,' er ein Musterbeispiel der Methodik einer Unterhaitnitgs- Führung, indem er in einer kurzen Einleitung einige wesentliche Fragen herausarbeitete, über die sich dann die Jugend* führer unterhalten konnten. Das war ein. großer Gewinn, der sidi in einer besonders gut geleiteten Unterhaltung am Sonntag-Vormittag über: Disziplin. Autorität und Freiheit noch steigerte, Ein größer Teil der Jugendlichen nahm regen Anteil au der Aussprache: vor allen Dingen war es erfreulich. Welch verhältnismäßige Höhe die Vormittagserorterung halle. Trotz der selbstverständlichen Meinungsverschiedenheiten in den verschiedensten Fragen war sie immer von großer Sachlichkeit und würdigem Ernst geleitet. Ausgehend von <ler Situation, in der sich <lie jüdischen seinen /.vklus über sich das Bild. Seine der Führung einer 11 ml packender. Kr Jugendbünde heute befinden, ford zur B e w 11 I! hu ä C h 11.11 g a 11 Menschen undlsciner Situation , immer größer werdenden Zttgellooigkeil der Jugend leitete und schärferer Disziplin' einer größeren Autorität die in der Lrnicht endgültig anschließenden Unterhaltungen im zwanglosen Kreuse zeigten, wie bedeutungsvoll die angeschnittenen Fragen waren, die sicher er die Forderung,] nach strengerer ab und betonte die Notwendigkeil des Führers. Es ist klar, daß diese Fragen Ziehungsarbeit voll großer Tragweite sin< geklart werden konnten. Aber .schon die srtc Bondv die Erziehung c Ii des j ii 11 g c r e 11 \us der Erkenntnis der I I .1 . ■■■■ . _ noch' über d.us Seminar hinaus Diskussionsstoff für die Führerschaften der Bünde darstellen. ' . Das nächste' Wochenende stand \m\ A-i«heul. .At,ir,tiii B u h c r s. Wieder, enttäuschte <ler T reitagabend. doch war die Ausfüllung des Oneg Sdiabliat mit wirklichem judisdieu Lernen viel'günstiger und glücklicher: nur wurde allgemein bedauert, daß BiiIht nichts aus seinem Leben erzählte. Aber das grolle Thema: Der« Einzelne und die Gemeinschaft 111 der Bibel wurde von ihm s>iußcinrdcntlidi. eingehend be- handelt und erforderte vieb-Zcit. Die Arbeilsgeraeiiischult war nicht leidit. obwohl Buber sidi bemühte, nichts all hebräischen KenntnisseniverauszVisetzen. Aber trotzdem konnte sidi nur ein bestfmmler Kreis an der Trörtcrung beteiligend obwohl Buhcr es meisterhaft verstand,^« L|c zu interessieren und zu ständigem Zuhören /u bringe«. Das vermochte, uHein schon <lie Persönlichkeit Buhers, ilie am stärksten /uiii Vusdruck kam. als er am "<diabb.il-Miit.ig ilas lisch geltet sprach. ,Es war etwas Einmalige*, wie Buber es verstand, jedes Wort in der richtigele Br4nuu n-g /.Ii -spreche**' und es so in seiner ganzen Bedeutung erscheinen MI lassen. Auch die. die nur wenig Hebräisch verstunden, werden wolil in diesem Augenblick Sinn und Bedeutung des OeUeies erlaßt haben. Ts war eiil großes Erlebnis,! Was Buber uns'noch gab ohne hier auf das Inhaltliche eill/.Ugehen — war vor allein da* Aufzeigen, wie man sidi intensiv mit Dingen beschäftigt und jisleiii Wort in seinem Wahren Sinne gereiht werden muß. So haben wir uns »Ih'C einen einzigen biblischen Satz (\\eahawta lereadia knnffichul einen ganzen Abend 1 niiterhalteil: es wai <ler aunsgeiidsle, lebendigste Iitjd interessanteste Abend «jer I aguiig.:.. Am Sonnlug sprach l'rol Kantorow i t s'c Ii ii|«'r: Bedeutung der ."Soziologie in der Lr/ic-huiigsarbeit der Jugendblinde. Fr setzte älter zu viel voraus, vor allen Dingen die Kenntnis der Situation vor dem Lnjscbw iing .1055, und so war vielen das, was er sagte, einfach nicht verständlich. \udi war die Art der Führung nicht glücklich: Bondv' und Itiitx-r erarbeiteten ui.it de'n Jugendlichen den Stoff, während Kaiitorowitsdi in Form eines' mehrstündigen l'i-ferates sprach. I ml soweit Tragen aus dein leiliK-limerkrel.se aultauchten. hielt er es für richtig, sie der Systematik halber am Schlüsse zu behandeln; sie konnten aber leider ms Zeitmangel, nicht mehr geklärt werden. Zum Schluß einige allgemeine Bemerkungen. Einmal war der Krei.s viel zu groll: die jugendlichen leilnehnier hatten grolle Hemmungen zu überwinden, zumal auch I ehrrr und Erwachsene "ich beteiligten. Man wird hei einem /weiten Seminar den Kreus auf aktive Juttgführer un.l wenige T.rj wadisene beschränken müssi'n. W eiler .darl' c<s nidit voi- - kommen, daß jetder gehen und kommen kann, wann er w i'l, so daß der Kreis bei BiiIht z.B. um 5n IVrsonen größer war. Das störte die Einheit und erschwerte das Zustandekommen einer |M>sitiveu Atmosphäre, die die Arlteit erLeidilerl haue Auch das Singen muH in irgendeiner Torin eine Neuerung _ finden. Ts macht, doch einen zu sellsameri l.iudriick. wenn die Hälfte (ler Jiigi-lnllic'hen bei diesem oder |enem I e |C sdivceigt. liier gidi uns Prof/ Kaotorow.itsch <las Beispiel ■ einer Singstunde., die alle zum Abschluß im geiitemi netl Singen vereinigt". Zu begrüßen war. daß sieb all«' Teilnehmer, iinabhüilfig von ihrer religiösen T i.iijslellung. außerordentlich^^ «dis/Jptir in niert benahmen. Auch die Mitglieder der Blinde, die in il Haltung nicht traditionell gebunden sind, - be leikten loyaler Weise beim Essen und beim Gebet wie midi In« tu .hebräischen Liede ihr Haupt und h»<Meu würdig die tiidi- Iioneile Torrn des Schabbat. '.* Soweit es möglich ist. in dyr kurzen uns vom Seminar befinden, ein I rteil sagen, daß i«s sich in jeder ßez.iehuiig wird und für die weitere. Arbeit der gewesen ist.. Ts ist der W unsch und die nehiner. bald wieder die möglichkeil zu haben, dn' weiterführend die aug irgendeiner Turin kläjren konnte. Der Bericht daif nidit ge^chlosseic w.'idi-u. ct|uie des Iferm Hermann Philipp zu .gedenken, der das Seminar durch seine Arbeit, lind seinen Einsatz ermöglichte, dank dessen Bemühungen das Seminar trotz aller Schwierigkeiten zustande gekommen ist. Von dein Erfolg der 'Tagung gil hören, wird .ihm gewiß Genugtuung und T reude sein. ' Distanz, in der |wir;j bziigelxsi. kann mau positiv ausw irken Blinde bef nichtend I lolTniiug aller t eileitier solchen Tagung •sihnitleneii T ragen in