Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 2 (26.2.1936)
- Date
- 1936-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 r Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitisrheu G e m e i ml c Nummer 2 I iii Teil ilei Mehrausgaben soH durch höhere Einnahmen gedeckt werden. Die M-üdchmschulc rechnet auf eine höhere Schulgeldeinnahme. Die Depo s i t e ■ k a s s e bat ihren \ erw ultungsbeitrag erhöht, und auch einzelne Anstalten iln (Gemeinde, das Panlinenstift. das Pfleg cli e i in H-u. können entsprechend der stärkeren Belegung "mit* höheren Einnahmen rechnen. * An Sit-in-1<■ 11:ii.iIiiic.'ii ist ungefähr iler gleiche Beirag cingcselz.f, ilei im Julirv l<)~i> aus deti Vorauszahlungen liir 1933 im.I.I.iii rund iTiHKMitftf betragenden Rest der Fünften Rate 1934 zur \erfiigung stand. Ich habe «chon ausgeführt, daß die Kin***tzung mim ^>..... « als mutmaßlicher Steuereingang lür l"V> trotz iIct Steuererhöhuag recht optimistisch ist. (Ihne einen;ew i»sen Optinii-nius kann alter kein Etat einer ..deutlich-rechtlichen Körperschaft aufgestellt werden. Bezüglich iler einzelnen F.ionahnje- und Ausgabe-Positionen beschränke ich midi auf eine Übersicht und auf die Erwäh- Miig einzelner weniger hinzelpositioncii. Für-die allgemeine V e r waltung »erden I37 00Ü RH benötigt. Zu der allgemeinen Verwaltung gehören die Heitrage der Gemeinde für die .Vuhlhugemeinden um! vor allem für die Reichs- Vertretung der Juden in Deutschland. Der letztere — 3t («ki .RIi - i»t wesentlich höher als im vergangenen Jahre. Kr dient auch zur Schaffung eines zentralen Ausgleichsfiimls. ,iiis dem notleidende Gemeinden unterstützt werden. Wir werden im l aufe des Jahrezu prüfen Italien, ob es weiterhin möglich und gerechtfertigt ist, au her dieser und anderem Leistungen.-die wir für den zentralen \n~eleidi — Fonds, zh lei-ten halsen — ich erwähne nur den groReii"Beitrug, der ans iiem Hamburger Aufkommen, der Winterhilfe an ile« zentralen Ausglcichs-Fonds abzuführen ist — auch Im die Eolge an J einzelne Hamburger Nuthbargemeiiiden noch besondere Zuschüsse /■■ gewahren.'." I ür du- I'in inzverwaltuug. die mit Ausgaben im Betrage Wim I ssixN* /.Vi erscheint, werden-, wie erwähnt. 3s ihm» j!h zu Rückzahlungen auf Schulden der Gemeinde- Irenötigt. Einen annähernd gleichen Betrag erfordert die Einziehung und \ erw'it Illing der Steuern. Kund 'MMMI 'JtH l>ei ragen die \u>gal>en derfl G r u Ii d s t ij ck s v e r w a I t u n g. In diesem Betrage sind für außern'rdentliehe Instandsetzungen Jl (MM) RH enthalten: erst im laufe des Jahres kann entschieden v»erden, w ie die-er Betrag im einzelnen Verwandt 1 werden si>|| * Etil das Seh n I w esea sind Einnahmen von»72(MM) R)i ■ -und Vnsgaben von 23-HMm» y;>{ in ihn Etat eingestellt. Der K ii I t ii s erfordert Zuschüsse.'von tnjtMM»;R)(: j>ei allen drei Kultiisxerliäiiden sind sjt> gegenüber ■ «lern vergangenen Jahre nicht unbeträchtlich gestiegen: am mc^s-t«-!! hei dem Sv n.tgogenv i rb.md. i 3 Die \usga|>vn für da- B i I d u n g s w e s e n und für! c i b e s ü h u n g e n sind.auf rund 3s OCH» J!H beziffert Die l4airplposteu sind: Bibliothek, ilie den gleichen Betrag wie im Vorjahre erhalten soll, und der Jüdische Kulturbund. Bezüglich des jüdischen Kulturbundes verweise ich »1»f s, i„i Fingahe. Der Vorstand-war der Auffassung, dati dei Kulturbund s|<b s(-ll>st unterhalten muß und es der Gemeinde unmöglich ist. einen dauernden Zuschuß an ihn zu leisten Die beantrarten fax«» -J>)( s0||,-„ dazu dienen, ihm übel die Halbsten Vlon.it!- hinwegzuhelfen und die Möglichkeil zu gelieu. -idi aul einen welliger verlustreichen Betrieb umzustellen Dei Vorstand liegt die Hoffnung, daß es auch ihm gelingep wird. seine finanziellen ^Schwierigkeiten zu Ix liehen und — getragen von dem Vertrauen und der Zustimmung der groben Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Hamburgs — für die rnlge ohne finanzielle Verluste hochwertige kiinstleriscbe Leistungen zn bieten und so den Hamburger laden genußreichen Anteil an hohen Kultur >riitern zu verschaffen von allen \ .Twaltnugszweigeu erlordert, w ie dies l>ei 'hr Jüdischen Gemeinde bisher immer als seihst verständlich ungesehen worden ist. die r ürsorgever waltung den größten Zuschuß Ihre Ausgaben sind auf 4<>H(MMl :R)I beziffert', die Einnahmen — eiuschlieBIrch der. zusätzlichen Iristungen des W interh'ilfswerks - auf Jtr> «MM* JPH. Dir '-cnu iade Zuschuß IT-cS beträgt mithin über 2fl00l>A :RU 1 inen großen feil des Zuschusses erfordert das Jugendi in 1 . einen weit größeren das W'n h 1 f a h r t s w e « c n und die Mittelst and »kitte-; weitere Zuschüsse erfordern die Anstalten der Gemeinde, die 'V o I k s k ü ch e, die Beratungsstelle, das Vnrseh u H-l n. stitut u.sw. Infolge der angespannten Finanzlage der Gemeinde konnten -trotz der wesentlich größeren Anzahl der zu Betreuenden für «las VVohlfahrtswesen und die Mittelstandshilfe nur wenig mehr Ausgaben in den Etat eingesetzt werden, als im vergangenen Jahre. Der Vorstand ist sjdi bewußt, daß die Damen und Herren, die diese. Mittel in der \Vohlfalirtskomniission und in der Miltelstandshilfc ehrenamtlich und als Beamte und Angestellte zu verwalten haben Weiden, vor einer "überaus schweren Aufgabe stehen werden. Sic Werden genötigt sein, die durch ,. die größere Zahl und die größere Not der Hilfsbedürftigen gesteigerten Anforderungen dadurch auszugleichen, daß die einzelnen Bewilligungen scharfer als bisher geprüft werden. Sie werden überaus oft ibrem mitleidigen, slets hilfsbereiten jüdischen Herzen nicht folgen können. Besonders zu erwähnen ist die Position fvt: Arbeitsn a e h w e i s und B e r u f 5 b.e ra t Ii u g. I'> w ird dem Kollegium sehr bald ein Antrag des Vorstandes zugehen, der eine Neuorganisation des jüdischen Arbeitsnadiw'eises und der. Berufslieiatung tum L April ch J. vorsieht. Dankbar erkennt der Vorstand an, daft^on vielen Damen und Herren Hervorragendes ehrenamtlich auf dem Gebiete der Berufsberatung und des Arbeitsnachweises für jüdische Arbeitnehmer geleistet worden ist. Aber das gesteigerte wirtsdi.dtlidie Bedürfnis der jüdischen Arbeitnehmer, die aus ihren bisherigen Stellen entfernt worden sind, und derjenigen, die neue Stellen suchen müssen, ist so groß geworden, daß es nicht' mehr allein durch Vereine und ehrenamtliche Arbeil befriedigt werden kann. Wie in Berlin und in victea anderen Großstädten werden Arlieitynachweis und Berufsberatung bei der Gemeinde zu zentralisieren und ausbauen sein. Dies ist auch eine Forderung der Keich-sbehürde. \udi im Kapitel B e g r»i b u i s w e s e n müssen die Vusgaben höher bemessen werden als. im vergangenen Jahre. Is mußten für die Instandsetzung des Friedhofs Ottensen, der durch Buuarlieiten gelitten hat. und du die Erhaltnng von Grülicrii in Ohlsdorf, sowie für die Instandsetzung der Inschriften auf dem E h r e n tt iedh O I nennenswerte Beträge neu eingesetzt wierden. \|s letzte Einzelposition cjes Haushaltsplans behandle ich Position Hl: Sonderbedarf, für unvermeidbare Nadibew illigungen: 3(1 (KMt 'R)l. Vorstand und Kollegium gemeinsam werden dafür zu sorgen haben, daß dieser Betrag nicht üImtsdlritlen und nur für Ausgaben in Ansprmb genommen werdenwird, die l»ei der Aufstellung des,Haushaltsplans nicht roranssehhar waren, aber im l aufe des Jahres unbedingt geleistet werden müssen. Nur, wenn sie entschlossen eine ( bei sdiieilung dieser JMOQjtM vermeiden, w ird es m. mögt ich s<'in. das sichifflein der Gemeinde durch das klippenreiche, gefährliche" Finanzmeei des Jahres tOV, zu steuern und ihm damit eine weitere Beise durch die wohl nicht minder schw ierigen Meere' der nächsten Jahre zu ermöglichen. Ich halte die teste Zuversicht, daß es gelingen wird. mit «Ich 3<iikX) 'RiI auszukommen. D un ich habe Ijereits dargelegt, daß die Spez.ial-Etafs der einzelnen Verwaltiuigszweige und Institutionen der Gemeinde in diesem Jahr nicht einfach diktatorisch von ol>en gekiir/t wurden sind, sondern daß Wim eisten Male .mit den verantwortlichen Stellen und mit ihrer —'zum Teil allerdings recht beilenkcin ollen — Zustimmung die Spezial-Elnt« so aufgestellt worden sind, daß nie einzelnen VerwaHnngszweige und Institutionen ihre Auuaben auch wirklich erfüllen können; Namens des Vorstandes bitte ich Sie. dem Haushaltsplan 1936 zuzustimmen ihm) duicfi Ihre Zustimmung zu bekunden, daß Sie auch mit den auf lei I lUMhlagseite des Haushaltsplans niedergelegten Bemerkungen über die Finan/w irtsebaft der Gemeinde J t-'inVersianden sind und auch Ihrerseits verlangen, daß alle diejenigen, die Haushaltsmittel der Gemeinde zu Ih-h irl.schaften haben, sich nach diesen Bestimmungen richten.