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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1935-11-26 · 12 (26.11.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
11 (1935)
Issue
12 (26.11.1935)
Date
1935-11-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der De utsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 12 Personalien und kurze Mitteilungen ^Öas Re-präsentantcn-Kollegium .der Gemeinde hat in seiner Sitzung vom 25. d.M. Herrn Staatsrat a. D. Dr. jiir. Leo Lij.pmann ah Stelle des freiwillig aus seinem Amte geschiedenen He-rrn Martin Engel zum Mitgliede des Vorstandes der Gemeinde gewählt. Dr. Leo Lippmann wurde zu Hamburg am 26. Mai 1881 als Sohn des Herrn Joseph Lippta a u ti geboren und übernimmt somit mit seinem Eintritt in den \orstand der'Gemeinde ein Amt, das sein Vater laiige Jahre segensreich verwaltet hat. "Leo Lippmann besuchte die Gelehrtenschule des Johanneunis und widmete sich dann der Rechtswissenschaft; am (.Oktober 1901 wurde er. Assessor und am 30. Juni 1909 Regie rungsrat bei der Hamburgischen Finanzdeputation, am b. Juni .1919 Oberregierungsrat liciin Kriegsversorgungsamt, am 12. Mär/ 1920 Senatssekretär, eine Stellung, die 1929 in die eines Staatsrates umgewandelt würde. Beim Kriegsversorgungsamt blieb Herr Dr. Lippmann bis zu 'dessen Auflösung am 31. März 1923. Außer in den genannten Behörden yi-aj Herr Dr. I.ippmann tätig in der Senatskommission für did Angelegenheiten der .Staatsarbeiter, in der Hochschulbehörde und in der Senatskomm»sät)n für die Kunstpflege: Jrlcnh/eitig war er Vertreter der~Biirgermeister im Reichsrat. Bald nach dem Umschwung wurde Herr Dr. Lippmann beurlaubt, um wenige Monate später — im Mai. 1933 — auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamteniunis in den Ruhestand zu treten. Die Hochdeutsche Uraeliten-Ceme-indc-Altona feierte am 10. d. M. in einer gouesdienstlichen Veranstaltung die MM). Wiederkehr des Todestages des Oberrabbiners Akiba Wertheimer und die f00. Wiederkehr des Geburtstages ihres Oberrabbiners Elieser Lazarus Löb. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Gedenkpredigt von Oberrabbiner Dr. Carl e b a e h . der den Werdegang und die Persönlichkeit der beiden Männer würdigte, ihre rahbinische Bedeutung hervorhob iftid ihr Wirken in ihrer Zeit in lebendiger Darstellung veranschaulichte. Gesänge des -immer gern gei hül fen Synagogenchors umrahmten die schlichte Feier, zu ^iiler auch die Rabbineu und Vertreter der Vorstände: der Naehbarge-meinden erschiene^ waren. Von der Reichsvertretung. Als Nachfolger des zum Direktor de r General Mortgage Bank of Palcstinc in Teh-Awiw berufenen Dr. Ernst Lehmann ist von der FWI., Gesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher Interessen von in Deutschland wohnhaften oder wohnhaft gewesenen Juden m.!). II.. Berlin-Churlottenburg 2. Kantstrafie 138, neben dem verbleibenden Geschäftsführer, Direktor F. Borthardt. Rechtsanwalt Dr.Levi zum Geschäftsführer bestellt worden. Dr. I.cvi war Jahre hindurch als Treuhänder, Kreditupd [nsjohenzfachmann der, Hermes Kreditversicherting.sbank A.-G.. Berlin, tätig. Er ve-rfügt über eine ausgiebige praktisch:- Erfahrung in der Wjrtschaft. Die daraus erwachsenen literarischen Erzeugnisse haben weite Verbreitung gefunden. Die FWI. ist die zentrale und neutrale Stelle, welche — ohnein einen Wettbewerb zu treten — die 'Juden in der Wp-fschaft helfend und beratend betreuen will. Die FWL soll von allen jüdischen Kaufleuten und Handwerkern, nicht zuletzt von dem jüdischen Einzelhandel und den Angehörigen eh r freien Berufe in den Fragen der Vermögensverwaltung und -Verwertung vor und nach ihrer Auswanderung in Anspruch genommen werden. I.; Der Preußi-che Landesverband jüdischer Gemeinden richtet uii -e in«- Mitgliedsgemeinden ein Rundschreiben, das allen Gemeindeangehörigen zur Kenntnis gebracht werden soll. It: i*:Iii wird auf die Auswanderungsbewegung Bezug genommen und ch-r Wunsch artsgedrückt, daß die Bande, die die Artswandernden mit ihren Gemeinden verknüpfen, sich nicht lockern mögen. AucfTder Auswandernde müsse dafür eintreten, die Grmeirideeinrichtungen vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Oft gefährde bereits das Scheiden e i n es Mitgliedes den Bestand der Gemeinde. Es sei Ehrenpflicht, die Gemeinden instandzuset/en, ihren Beamten das Verbleiben in ihrem Dienstezu ermöglichen. Für die' Auswandernden, denen oft nur ein Teil ihres Vermögens für den Neuaufbau.ihrer Existenz zur Verfügung stehe, die auch häufig an ihrem neuen Wohnsitze zur Entrichtung von Kultussteuern nicht herangezogen werden, bedeute es ein geringes Opfer, ihrer Gemeinde freiwillige Spenden zukommen zu lassen. An die Auswandernden wird die dringende Aufforderung gerkhtet. sich dieser Pflicht gegen ihre Gemeinden stets bewußt zu sein. Indem wir uns diese Ausführungen zu eigen machen, sprechen wir auch unsere lebhaften Wünsche aus. die Beziehungen zu den Gemeindemitgliederh aufrechtzuerhalten und zu pflegen, die infolge der Zeitverhältnisse ihren Wohnsitz im'' Ausländenehmen. Wir wiederholen insbesondere unsere Bereitwilligkeit, ihnen, sofern sie uns ihre Adressen mitteilen, das Gemeindeblatt weiter regelmäßig zuzustellen und sie so über das Ergeben der Gemeinde und das Leben in ihr dauernd zu unterrichten: Die Bibliothek der Gemeinde erhielt in den Monaten Juli bis September d. J. Bücherspenden von den nachbenannten Herren und Damen: Wilhelm Abc'-, Rabb. S. Bambe rge r. Dr. 11. Böhm, Frau Grete Braun. Hermann Cohen, Henriette "Deutsch. Leo Duckesz. Bertha Feigenbaum, Kurt Fränckc-1, John Jacobsohn. Frau Harburger, Carl M. Hinrichsen, Leo Koppel, Fanni Lascjun, Fräulein E.Magnus, Dr. Mangold, Frau Julius Philipp. Benjamin Rose-nbaiim-Jaffe, Rosenfeld. Ignaz Schwarzschild, Otto Seligmann, Martin Sternschein, Dr. Unna. Frau Anita Urich-Saß und Moritz Wulff. — AJlen Spendern verbindlichen Dank! Die Bibliothek ist im Winter 1935/36 Sonntags von 10 bis 13 l'hr geöffnet. ' IVr Verein selbständiger jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender wähltein seiner Sitzung vom 16. v.M. Herrn Dr. jur. IL B r a u n s c Ii weiger zu seinem Syndikus. Herr Dtr Braunschweiger sieht den Mitgliedern Montags und Mittwochs von 17 bis 19 Uhr in seinem Büro, Großer Burstah 23, zur Beratung in allen Rechts-, Wirtschafts-, Werbe- und Berufsfragen zur Verfügung. Zum Schlüsse der Sitzung, in welcher im übrigen wichtige Berufs- und Vereinsungelegen- .heiten beraten wurden, verwies der Vorsitzendtauf die Begründung eler Jüdischen Winterhilfeunel forderte alle- Mitglieeler auf, zu spenden, was in ihren, Kräften stehe, damit kein Glaubensbruder unel keine Glaubensschwester zu hungern und zu frieren brauche, Einer Anregung gemäß, die der Vorsitzende in der Sitzung vom 13. d.M. gab, wird jetzt bei jeder Ve-rsJfcnmlung, bei jeder Zusammenkunft von Ausschüssen und Gruppen, sowie; endlich bei allen Familienfesten von Mitgliedern des Vereins für die Jüdische Winterhilfe gesammelt und der Betrag monatlich abgeführt werden. ZuhlreidieiMitglieder eles Vereins haben sich an eler ersten Eintopfsammlung als Sammler betätigt. — An eleu Veitein ist einei Anregung ergangen, die Angehörigen der einzelnen Berufe zwecks größter Verringerung eler Mie-ten und sonstigen Lnkoste-n für Lüden; Werkstätten und Angestellte-, sowie anderseits zweEks .Arbeitsbeschaffung für beschäftigungslose Angehörige'/ eler gleichen Berufe zu Genossenschaften oder Arbeitsgemeinschaften zusammenzuschließen,: die Vereinsleitung steht die-ser Anregung ablehnend gegenüber. — Schwierigkeiten bestehen in eler Erlangung des Meister- und Gesellenbriefes und in der Bestätigung vc>n Le-hrverträgen durch die Innungen; einem ausgelernten Bäcker ist aber der Gesellenbrief ausgehändigt worden. Eine endgültige Absage ist noch in keinem Falle erfolgt. — Die Fürsorge für den handwerklichen Nachwuchs crachte-t der Verein nach wie vor als seine dringendste, Aufgabe. Er macht e-s elahe-r Zur ernsten Pflicht eines jeden jüdischen Meisters, jüdische Lehrlinge einzustellen, unel bemüht sich andauernd um Schaffung von Anlernstellen für handwerkliche Be-rufe-. Gedacht ist an Anle-r.n^fe-llen bei Handwerkern, die selbst keine-Meister sjnel, und in nicht rein handwerklichen Betrieben. z.B. ße-leuchtungigcsü-.äften, Konfe-ktions-. Käuf-'und Warenhäusern, in welchen dauernd Schneider und Kürschner bzw. Scjlosser, Heizer, Mechaniker usw. tätig sind.

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