Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 5 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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I Nummer 5 Gemein deblatt der Deut sch-Israelitischen Gemeinde Seite? V •r ■1>- ii n. i- J Erheblich geringer als die Chancen für Landwirtschaft Handarbeit und lechiiik sind diejenigen de- Handels und fijeieii, nicht technischen Berufe-. Nic-lh-icht wird die dtistrielle Entwicklung einer kleinen Zahl von ( licinikeujid Physikern Möglichkeiten bieten. Der Be-darf an Arzie seflbst auf dem Uinde. sche-int reichlich gedeckt zu sein. Jede falls haben mannte jüngeren Medi/iner sieh ■ bereits all ( halii/ini veisiuht. Vielleicht ist fiir.eine geringe Zahl m n Medi/.inern eine Bereinigung um MnclwirtschdFtlidicr mld ärztlicherBetätigung möglieh. Man sagte mir allerdings..d.i zumal bei der zunehmenden Einwanderung, Grüße und Ei riditiing <ler krunkciihäiiscr sehr der Entwicklung bedürft ■Sicher wird im Hahinen der vorlfandciiep Mitlei von'deii Betracht kommenden Organisationen, insbesondere d lladassab. nach besten Kräften für den Betrieb der Kranke ihäuser gesorgt. Sehr geringe Aussichten haben /ur Zeit die Anwälte, Nur zu einem kleinen Teile haben die nach Palästina Übergesiedelten als Hilfsarbeiter bei palästinensischen Anwälten Beschäftigung gefunden. \Ver als Anwalt selbständig tätig sein will, muli ein nicht Leichtes Examen bestatten. Abgesehen von der wirtschaftlichen Seile muß.jeder'' der sich zur Einwanderung entschließt, sich fragen: Kann in d will ich midi dem Lande anpassen? Paliistina ist ein subtropisches La ml. Idi war dort im Herbst. Man wartete sehnsüchtig auf den Regen: sein Vorbote, der sogenannte Chamsill lein Wüstenwind, der daina nur eine Wärmeströiuung warl. brachte selbst in Jerusalem noch Linie Oktober und im November starke Hitze. Die Hitze des Sommers bewirkt, zumal in Ilaifa ui Jed-Awiw, bei den Neueiiigewandeiteil in der erstell Z« sither eine Erschlaffung. d.ieaber-bei den meisten bald iilx wunden wird. Die Malaria soll überaus selten sein. Dagegi werden viele, besonders in Ilaifa. von der. Papadatschtkrankheit befallen. Diese ziemlich harmlose Krankheit beruht auf Infektion durch den Stich des jedes Moskitonetz durchdringenden Sandflohes; sie. dauert in der Bcge-I nur eine Woche, l erner hört man, besonders in lel-\wiw. \on manchen Darmerkrankungen (Dysenterie), weniger yton Typhus. , Soweit ich auf Grand der mir im Land gemachten Mitteilungen es beurteilen kann, kann mau Palästina im ganzen nicht als ein ungesundes Land bezeichnen. Man muH naturgemäß in seiner Lebensweise sieh dem subtropischen. Klima anpassen. * ' I Viele Einwanderer sind gezwungen, sich i" 'lern Lande beruflidi . umzustellen. Vor allem aber scheint mir, eine seelische Einstellung auf Palästina erforderlich zu sein. Mau braucht nicht Zionist in'dem Sinne zu sein, dal! man Palästina als die Lösung der Juden frage betrachtet und die nationale jüdische Idee im strengen Sinne bejaht. Wohl aber muH man den ehrlichen Willen haben, sich als. Bürger des Landes und als verantwortlich für sein Wohl zu bei rächten. Nach meinem Gefühl kann dies für einen voriirleil.sfreie.il Menschen, der jttdisd)es Gjpmeinschaftsinteresse hat, auch wenn er nicht Zionist is't, nicht schwer sein. Gefordert wird dies Gemeinschaftsgefühl durch das Bewußtsein, ein neues Land mit aufbauen zu können und zu müssen. So ist es bei jedem Kolonialvolk gewesen, und so wird es auch in Palästina Sein. I )er noch immer be jüden, herrschende förde rt das Gemeinschaftsgefühl, zumal der einem Teile der Juden, zumal den Wesl- Glaube, die Juden seien nicht imstande. I>ei lundwirtschafttiihcr oder sonstiger körperlicher Arbeit auszuharren, schei|i t in'ir durch die Erfahrungen widerlegt zu sein. Wesentlich das Iwrit, die neuhebräisthe Sprache. ile!iräis<h ist als offizielle Sprache des Landes neben Englisdi und.Arabisch anerkannt. Die junge Generation spricht im Verkehr untereinander meist Iwrit. Im Restaurant wird der Kellner mit Adon .Herr) gerufen: auch r.ufl man ihm ein Sdl'ma (Höre) zu.'- Wehn er nicht kommt. In der Lnivcrsität wird hebräisch doziert. Hebräische 'Theater und Literatur entwickeln sidi immer mehr. Infolge.der starken Einwanderung deutscher Juden hört man. zumal in den Städten, zur Zeit auch sehr viel Deutsch und Jiddisch.. Ja, sogar die Araber schnappen recht viele deutsche Brocken auf. Es ist aln-r anzunehmen, daß das Iwrit im Laufe der Jahre sich noch mehr als bisher durchsetzt. Sdion heute wird wedil jeder, der ins Land kommt, gefragt, ob er auch Iwrit spricht. Naturgemäß ist auch die Be- - . .'; •■,-' ■'• zwed mäßig .und für-idie im Tätigen notwendig, des Landes ist das Vcr-. n Bevölkerung, in ei-ter 'iitung der I nruhen im hervschung des Englischen' Handel und in den freien Berufen Wesentlich für die Entwicklung lialtnis der Juden zur nichtjüdisch Liniezu den Arabern. Die Beil Herbst (953 is.t in Europa vielfach ibertrieben worden... Die Unruhen, die ich (()ktober/ Not einher 1933) beobachten konnte richteten sidi ausschließlich gegen die englische He gierung (ihr Anlaß war .die angeblich la\c englische» Ein wandcrungs|M>litik), nicht gegen die großu Schwierigkeiten beiz wütigen, nicht bagatellisieren: sie'sind die unterschätzenden Gegensatzes zwis der llichl dadurch beseitigt werd Araber gegenüber ein historisch geltend macht. Jahrhundert la Herren im Lande-. Sie besaßen l'lffeud'is, clie gutes Geld für i|ir Lau sdl tfber nicht berufen, sich über die- Eltwicklung Juden: sje'w urdi-n ohne de-idiwohl «la.rl man sie- \nzeidien eines nicht zu en Arabern und Juden, kann, dnfl mau dem Becht auf Palastina waren die' Araber inst hohe Kultur; Die üben. wurd hw eg rend , Post'! tnern Vorwürfe über die en. sidi nicht von den an halie doch um den gehabt; die iiVabischen Siedlung zu empören.. Der Ecllach dem Grundherrn! dem Effeiidi. du liehen \ crhiiltiiis.se n' gehalten. W schien in der Je-riisalemer „Puli-stiHe der die arabischen Frauen ihnen Mi l nruhen machten und <-ie ermahn Effendi's mißbrauchen zu lassen, jüdischen Einwanderern Vorteilt Bauern und 'Handwerker ernähren sieh jetzt besser, man ve-i diene überhaupt bei der zunehmet de Einwanderung mein als früher. , Trotz dieser Besserungder VÖlkerung im ganzen ist der-1' ellach wenn er bei einem \ erkauf von se-ii auch der Machtdüiikel der Effendis Bewegung können die vorhandenen Von großem Wert sdicint mir ilaruii bei Landkänfen durch eleu Minimier 'Teil des Kaufpreise herigen Pächter bi-stimmt wiijd Ähnliche. Gegensätze wie Natii /ii i hie-r zwischen. Juden und Arabern liegen im Zuge jeder kolonialen Entwicklung, wie •hrt.- sie dürfen keinen Lin- <iek«i inen be-i lu idei>eiligem doch wesentlich src. W die Geschichte' zur Genüge- U>brt. wanderer abschrecken: denn, juten Willen, we-iui nicht beseitigt, mindert werden. . ' ' ' . Außer den Arabern leben etwa Jästina. Gegensätze eler Jude-n zu Ich besichtigte das sehr großzii Waisenhaus bei Jeru.safr-ni. das früh aufnahm und noch heute innen offen aher suchen die Jude-n je-tzt ih zubringen. Die Zöglinge des Waise liehen arabische- und syrische Christi Landschaftlich reizvoll ist das d Süelileint.schen errichtete, \ icrtel in' II Die- Engländer (Uegieriing»biam|te wie die anderen curopäi-chern K fiir siejt; Wer nach Palästina geht. muH si heriges Leben und die \ crhäjltnis- Palästinas zu vergleichen. Diesemeiner Erfahrung oft gerade- 'die nicht in jeder Wohnung Fließendes kurzen W inter -» Zentralheizung zu wenn man auf die Anlage de* I Heidil sogar Jahre warteil muH. Man und der Hilfe der Mitmenschen [sich man nicht überall StraHenbezeidiiiul hat. Wesentlicher, ist es für den. seineu landschaftlichen ('Schönheit kommt, wenn er -den deutschen Wi zumal unmittelbar vor der Regenzeit Städte mehr grau als grün nuss'c-h wird noch verstärkt durch die Meli Bauen, in Haifa und Tcl-Awiw eilt aber durch großartige Ben:- um " Deirl n I hfkoMIIIICIl .•111(1 _ •r jnaischen als' Pächter von in. überaus armier i l nrii hen er- - eine \<>li/, n.ich ige eh.-r arabischen Be-- nicht immer erfreut. m Bo len welchen muß: und die pan-islunuttsche (iegensätz.e v i-r^röHern.. zu sein..daß neuerdin&s nalfonds stets en I«-- EntSehädignng der Im*- . i nmhni Nidttjuden h Painen bestehen nicht. ausgestattete Syrische r auch jüdische Waisen -teilt. Begi e-il liehe-rw eise lisen beri Juden unterthauses iiml im vVese-nti Ische, hauptsächlich von laifa. ... und Polizei), ebenso lonien. lebenziqrnlMn' f. i davor hüten, «ein bisin Europa mit denen rehler begehen nach I deutschen. Man braucht Ausser und — bei dein haben: es schadet nicht, phons Monate,, ja vielkuiui bei gutem W ille-n z|ureehtfindeii. auch wenn gen 'und Huusnuriptern •r.aus DeutschlaiM mit -Ii ntannigfacher Art d entbehren muß und. die wenigen Bäume der d findet. Dieses Grau ■ re Staub, der be-i dem lebt. Dafür vvird man \\ üstcnlandsebalt, ptaleer, wiinder.volle. 'durch i iselicorientalische Städte um das .Sonnenlicht bewirkte. Stiminuiigc|ii eh:r Natur und anderes entschädigt. Die Geselligke-it ist sicher einfad er ihrer Einfachheit wertvoller als be-i uns. über gerade «legen