Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 5 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8" Gemeindeblatt der Deutsch-Israeliti s dl en Gemeinde .Nummer 5 An einstiger Anregung: fehlte* in Palästina nicht. Iii Tel- Awiw Ifefmdet sich das Thjeater Habimah. das.auch in den arideren Stadien und auf Idem Lande Aufführungen veraikstaltet. ' AiiRerdem erfrejit sich Tei-Awiw des Arbeitertneaier* Ohel. in welchemIinsbesondere die Oper gc|>flegt wird. Auch Konzerte veranstaltet man. In den Städten, .selbst in den kleineren, jgibj es kjnos. Idi sah in Ilaifa eine 'Kinovorstellung von gutem (Niveau. Von der JerusalejBcr l!niversitüt werden in Tcl-Awiw iKlirse veranstaltet, die wolil unserem \ orlesungswescn und ■unseren VoUk*hochsdiulkurscn enlsprechen. Die l niversital. die nodj nicht einmal ein Jaihrzehiit besteht, scheint sich trotz finanzierter Schwierigkeiten zu entwickeln, insbesondere durch den Zuzug deutscher Gelehrter. In Hamburg wird e* interessieren, daß ihr ein nach humburgisdieni Muster errichtete* \Veltu irtschaftsarc»M angegliedert ist. dessen Leiter Dr. Bonnet' der '.Verfasser de* ausgezeichneten Buches übei;l'alä.*tiiia. ist. VVissfenswert ist für jeden Juden', wie man in Palästina *icb zur Religion stellt. Linen starken Lindruck empfing ich \on der Art, Wie der Sabbath begangen wird. Vom I' reit.ig utiiiiitteJbar nach Sonnenuntergang an ruht der öffentliche Verkehr, kein jüdischer Autobus- oder Privatchauffeur würde res in Tcl-Awiu oder in Jerusalem wagen, um Sabballi-zu fahren. Nur in Ilaifa habe ich eine AiiMiahiuo bemerkt: man)fuhrt mit «lern Auto auch am Sonnabend zu der ziemlich weit entfernten ßadehucht. der kavat Beach am Lüfte de* Karmels. kein jüdischer l.adenl>e*it/er wird am r*al>l>alh seinen Laden «»fffn lullten. Die Synagogen sind stärker al* bei im* be*uejit. I<h hatte Gelegenheit, am Siuichaf Thora den Gottescliensf in einer sefardisdren S\nagoge zu sehen. In ihr herrschte ein Lreiidenlaumel. fa.~t ebenso stark wie Ihm dem kinijergottesdienst, den ich am '\orabend — .mein erstes" Krlebnis in Jerusalem — in dem Gymnasium sah. - Am Sonuabf iiduachifiittaig macht, und empfängt man Besuche. Im übrigen kann audi in Pulästina jeder nach nein«'in religiösen Linplinclcn k-benl Uli möchte jedem Juden,, mag er Linnunderjiiigsubsicbtcn haben oder nicht, eine Reise nach Pulästina empfehlen. Wer Vorurteilsfrei sich bemüht] Lanjd und Leutekennen zu lernen.' wird >elb*t von .eiinem kurzen Besuch Palästinas starke Anregungen erhalten. Li w ird erkennen, dali da* kleine Palästina iiiemaL* die LiVsung der Jiidenfiage bedeuten kann. WoliTaber bildet es einen wesentlichen Beitrag zu ihre« Lösung. Einmal als kolöuisati'onsgebiet für i-iie Juden, die dorthin auswandern Wullen und können. Ich ver- -age e> mir, auch nur versuchsweise Ziffern zu nennen. Gew il! besteht die Möglidikeit. die Kolonisation auf einen Dil S\riens, de* Iraks und TransJordaniens auszudehnen.' Die 1)urdi*chnitt*reiitahilität investierten kapital* bei einem entwickelten Paede** wird heute mit"mindestens l()J>i* 12 Prozent' veranschlagt: 1km besonder* günstigen Yerhiiitliiksen wird auch mehr heiau*gew"irt*chaftet. Lin*ichtige sind -ich darüber klar, dalf eine L Mierprodiik-tjoii eintreten kann: daher w ird die gemischte VN irt-diaft >cbon heute nadi Möglichkeit gepflegt. AimIi Industrie uihI Handel werden, wie überall, mit Rüekschlägen rechnen müssen. \Lil getingerer Linwandcriing wird auch die Bautätigkeit sich nicht mehr im gleichen Malle wie ■- bisher entwickeln. Die Möglichkeit solcher Rückschläge braucht m. L. aber nicht \on der Paia*linaarbeit abzuschrecken. Denn mit Kück*chlägen und kri*en muH man schließlich in jedem Lande rechnen. * Die Bedeutung Palästinas besteht aber nicht hur in der praktischen koloni*ation*niöglidikeit. Wer in lind für Palästina lebt, knüpft an frühere, allerdings lauge zurückliegende-Zeiten an. Das Bjewilittsein, wieder in die frühere Heimat zu gehen, bewirkt und bestärkt bei defn Linwanderer die \ erbiindenheit mijt dem Lande. Hierauf gründet *ich das Bestreben, eine palästinen*i*ch-jiiili*che kultur wieder zu erwecken. Lin; wesentlicher Bestandteil dieser kultur ist die Pflege de* llebriii.*<hen. Diese- Entwicklung darf jedoch den Blick für dje-besondere kulturelle Art der in der-Draspora lebenden Judlen nicht trüben. Der größte Teil der Jucfeti der Diaspora wird für absehbare Zeit nicht'auswandern wollen oder können. ..Auch die von hier .nach Palästina gehen, um in he iräischer Gemeinschaft hebräisch zu leben, tragen in ihrer Beschaffenheit deutsches Seelengut 'mit hinüber." ') Jüdisch-politische ideologische Auseinandersetzungen, zumal wenn sie ■ vergangene- Zeiten kritisieren, nützen selten. Intoleranz gegenüber Nichtiionistjep kann sogar deren Interesse für Palästina beeinlrüditigeii. Heute aber'gilt es mehr als je. die nicht in der Diaspora benötigte wirtschaftliche und geistige kraft der Juden für Palästina zu verwerten. Ls bedarf und ist würdig dei Arbeit aller Juden, mögen sie Zionisten oder Nichtzioiiisten sein. •) Martin Uulier: Unser BtldungizleJ. JQdiaclie Bandsebfütil933, N'r.;4.S.3U9 Kalendarium für die Zeit vom 27. Mai bis 30. Juni 1934 Mai Mwan Jooi Slwan Juni Siwan Juni Tamus Juni Tamus Sd. 27 13. 9 O 20 10 27 17 4 24 11 Mo. 28 14 4 21 11 < 28 18 5 25 12 Di. 29 15: 5 22 12 29 19 6 26 13 Mi. 30' 16 6 23 13 30) 20 7 27 14 Do. 31 17 t 2t 11 1') 21 8 28 15 Fr. 1 18 ' 8 25 15 2 22 9 29 16 So. 2 19 i!) 26•) 16 3') 23 10s) 30 17) Juni Slwan ifttnl Siwan Juni Tamus Juni Tamus Juni Tamus ') '3 pts 'in^m ■) 'j pns -Vinn pno -f? nbw 3) rmn mn ' >t p-is -mp ") 'n pio -npn ') n pns -p^a Gottesdienetliche Anzeigen Synagogen-Verband . Im der Zeit voni Schabbos und Festtage folgd. Woc-lieut. Voratd. morgens mittags| abds. morg .rnitt. 2(>. Mai— 1. Juni i 2.— s. Juni [').—1">. Juni Id. 22. Juni ' p.- *J. Juni Israelitische V r e i t a g a abend* w ie in c t a g s. in o r g e Neue Dafnn 8. 8 ■ 8 8 8 < r Ten > e n d en Syi n s?«i itor-. ft,5 gl! ' gti yis 6'5 8,s 6'5 8" ti" 8'* ipelverl 7; Sc lagögen. Synagoi 1 0 1 Ii l 6 1 6 1 6 tand n n a b M null je c,ss 9" 95' j,S9 10M e u d in o i g s und 615 6'5 ß.5 J rge Do n 1 1 8 8 8 8 8 «i'-j: i,e r s - 4 ' - In der Zeit vom Schabbos und Festtage folgd. Wochen t. - Vorabd morgens mittags abds. morg mitt. Jb. Mai —1. Juni 2.-- h. Juni H. Juni 16.—Juni jo. Juni >) Predigt. 8 S 8 8 8 '-') Ju, ' 830 g.5 8'5 8" ') 8" iendgotte« g» 9 ■ 4« s) 915 915 dienst 9" 9" 954 WM IG" 6'" 6M gs« 6'° 630 8 > 8 8 8 8 Anzeigcjilc-iter. Li Knudscn, Hamburc — D. A. IV. Vj. ">000 Autouermietung Julius Freundlich Bossdorlstraße 1 Telephon559i 85 El eg 4u. 6 sitz. Wagen für aHe Gelegenheiten