Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 1 (26.1.1934)
- Date
- 1934-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Gemein deblatt der 1 )euts c h -1 s r a e 1 i t i s ch e n G e m e i n d e \ u m in er l Rabbiner Dr. Er. ITALIENER: (Grabrede für Heinrich Leeg in der Friedl Mit dem Bibelworte "pipia 7p ofshaVe in Ohlsdorf) B"1 »3 mpsai i wirst YerwalttingJ/weigeli der Deu t s dl - I ji r a e 1 i t i s i Gemeinde, die heute' durch meinen Mund dem klarten inni_r-tt-fi Dank eniliietei lind demnächst liei c Tranerfeicr im Tempel sedoc Verdienste noctis im einze i e n \.-rinei neu vermint werden, denn dem i'lat/ ist leer"1) lasset «n<. ein großer Kreis von Freiinden, mit dem Bruder, deii Verwandten herantreten au diese Bajhrc zu einer schlichten, ernsten Abschiedsfeier für unseren Heinrich l.e\ \. pehliehl soll di^'se Feier sein, wie e.« seinem Wesen entspricht es ül>erelies ausdrücklich hinterlassen hat, und doch I Letzten erfüllt \oir der innigen Liidir wir für ihn empfanden, solange wjr den l usrijren nennen zu dürfen, •schrill, der am letzten Sabbat Ii c leiten: 13 DTI^K nn "UTK Ü'H ••-in .dann. des Wort dieses Satzes und Verehru|i las Glück halt Ein Satz rklungen w icei is zum die u. ihn der Heiligen st. möge ujis in dem det Geist st auf den Kutsch lafeiten Gottes.' 5) Ji passend. Freilich, man darf das Wirt ..Geeist'' nicht mit modernen Ohren hören. Wenn die'Bibel von Geist redet, dann meint ~ie nicht so sehr die Schürfe des Verstandes, jene au-msrlige Kindheit, die aus dem Kopie stammt, dann meint sie ein anderes. W eisheit. die pius dem Herzen strömt, geheimnisvoll den ganzen Menschen iiberflntend - Gnade. Segen dalier: ..Geist Gottes." Dieser <iottesgeist lag, aufunserem Heinrich l.evv. leuchtete ihm aus den Augen. bestimmte jede seiner llnndllingen. I> war ein \ erinachtJiis seines frommen Kltcrnhjaüses. in dem er mit fünf Geschwistern hernnw uchs. in sich tragend eins Krbe rabbiniseher Gelehrsamkeit, auf. Schritt und Tritt als Kind einatmend die mit jüdischen Kiillurwerteil gesättigte Luft seiner P-psen.er -Heimat. K.rlw.* war der unzerstörbare Optimismus. <lor (hin eignete. Krbe war der zähe Lebenswille. Krbe da« stink a4i»gepriigte Fumilicnpefiilil. das Wort Familie verstanden im weitesten Sinnede« \\ 01 tes. Krbe endlich die- Gottesfurcht, ein Unerschütterliches (.Ott \ ei trauen. Noch auf dem Sterbellette sagte- ,|,.. \eiklärtc /ji mir: Ich bete morgens und abends die Worte ..Gott ist mit mir. ich fürchtemich nicht-." Im gleichen Toni all, wie -ein Vater ihn diese Worte gelehrt, hat er «ic imme' wieder acfsprochen.i So .ausgerüstet, ist Heinrich Ke\ y in das l eben hinau«- gntieten, ems Krbe-. das er enrpfangen. nicht nur sklavisch iiütend. sondern als ein rechter Kampfer selbst gestaltend', -elbst formend, eben ..ein Mann, in dem der Geist Gölte vfar*". ein Mensch, der Zeit seines Forderung und Mahnung in <*i(h Als ganz junger Mansch, kaum z vanzigjährig, ist -c her nach I Limburg gekommen-, dieser Stadt, die ihm zlir /.Weiten Heimat wurde und der er sechzig Jahcc-verbunden gewesen ist. Kr hatte den kaufmännischen Beruf erwählt. Durch seine natürliche Intelligenz, fernen TleiR. seine Kunst der Mensdienbehandliing und ganz be.sunders durch die imin stech lixhc Lauterkeit der Gesinnt ng lenkte er scholl früh die* Aufmerksamkeit seiner Berufsgeuoa zehntelang hatte ,der Verklärte Stellungen iiine. 'insbesondere auch Dazu befähigte ihn nicht nur seile hervorragende Fachkenntnis, sondern \or allen: das un «eirrbare Gerechtigkeitsgefühl, das er besaß. Wenn; irgendeiner, so hat die durch die Art seines Redens-, seine-' I eben da« höchste Gebot unseres -ebens den (ieist verspürte. Gölter hierseit auf sich. J.abr- 1 lannigfadic Vcrtiiaiiensdie eines •r Mann Tuns, durch sein ganzes udentiun- Qiy.T 5?np «Jen Namen Gottes draußen-in der Welt zu heiligen, zur Yorw irklidimig gebracht. I nsere Lehrer sagen, einer .unserer Stammväter*) habe •in doppeltes Antlitz liesescseh. das [>ine dem Profanen, dein Indischen, das andere dem Heiligem, dem Lwigen, zugewandt.*) So war-es auch l>ci unserem Heinrich Lcvy. first verhältnismäßig spät, als ein reifer -klaite begonnen.-sich tätig für unse in den \eirstand des Israelitischen ics-tand der peotsdi-lsaelitiscien Gemeinde ein. Hejnrkli Levy muß diese neiden einzusetzen, l'jn. trat er I c m peI-|\'erba ndes. 1 <«f> Daten w liabenj nhl .selbst als entscheidend für sein Leben empfunden Denn wir'fanden s|(- in deil kurzen Aufzeichnungen' über «IL; Art seiner Beisetzung -einem IVirken auf heiligem Bod Mann, in dem der-Geist Gottes war I in' ganzer Mann,, wachend. irgend, so stand er auf seinem Plat. e in den verschT donsten t. Barn. 20, ff. -r-l. Mos. 41.5k. Jatkut R'ubeni "Gen. p. 49a. Schiedst ichte Fünfziger, hat der Verre GlanbeHsgemeinschafl \Termerkt. besitzt die voll fordernd. alte Hier erst, in das \\irt „Kin Berec liiigung. müdlich wird, so wirkte er im seines Tempel«, mit dem c-r in den zehnten gleichsam identisch geworden w sein Heimgang eine nicht aitsfülHiare I es 1 e in p e fetztefn zwei juhrr. I >ai Hill bedelltel ticke, «arum ist dei Dank, eleu wir diesem Manneschulden, mit Worten nicht zu erschöpfen. War doch Heinrich Ke\ \ ein l üli.e-r im walu-len Sinne des Wortes, weilschauend, zielbewußt, ein Mann, der ungeachtet aller Versöhnlichkeit, dieer besaß, wenn es sein mußte-. den Kampf nicht scheute. In solchen Vugenhllckcn empfing das Wort vom „Gottesgeist" c-ist den ganzen Sinn, 131"D^ "JI ms ^nni r.«h*r'-Cei»i iEoltes. begann jhi! ze in ibeu." In solchen Augenbl jekc-n «aiv er ein mutiger, aulnieht fürchtete; dei eine gute re chter Kämpfer, der sich Klingeführte* Niederun Aber es war ein heiliger kämpf, dei nie 111 die KieUernngen persönlicher KCiinlsch ilt nernlisank: inanej wir es die Sache, die,er vertrat mit g a n z e in ller/c-u. „Mit ganzem Herzen" — wie leicht -las Wort ~n\\ spricht, wieuff darum mißbraucht^- für Heinrich lievy trifft es ■/». W.enn in unserem neuen l'empel au der heiligen Wand in'großen gobU-nen Buchstaben die- Wortedes ..Sch'ma Jikroel" stejleii. .so haben sie für uns in /.iikunlt eine noch'erhidile IJeeentim?-. Sie werden uns an diesen Mann erinnern. I!i hat in seinem KebcMi die- Forderung verwirklicht, diedem „Sch'ina Ji-roel " unmittelbur folgt: „Gott zu lieben mit ganzem Merzen, mit g ii 11 z 0 r Seele« mit g a n z c* r K. r a f t.'{*> So Ii it c-r r (renieinde, uii'euntiilkliischlidi eiu- "iojähriger in seh rät teil war. auf seinem Posten gestanden. s(> hat er rein, I einpel gedient, so ii.it sein IHM sie gegraben in linkere Seelen. Ks bleibt uns nur noch übrig. Dank zu s;ijibis. Dank .dl denen, die mitgeholfen haben, die Kiälle. die, in die-em Manne schlummerten, so zur Fntfullnng zu bringen, in ertstc«! 1 inie seinen Angehörigen. I5.ei der Thiiierfeier im Hanfe bäbcln wir bereits darauf hingewiesen, daß der reiche Strom eles Segens, der von dieser Persönlichkeit ausging. se-ine> Quelle im Hause hättb, in de-r'l iebe. die er gab. und in der I iebe. duc-r empfing, um seinen Geschwistern, seineu Nc-rrl-n und .Nichten, in erster Linie'jedoch von seiner f r.i 11 . die ihm im vorigen Jahre entrissen ward, nachdem c-r in la«l inniiister'Gemeinsehafl mit ihr durchs Leben ge- VII diesen zu danken ist,ein Gebot dieser \bschiedsslunde. ist xor allc-m in sejuiMii Srnne. Vber 1111 -»• |- Dank reicht viel höher und weiter. VVil bringen ihn vielleicht am besten zum Vlisclrtuk mit einem Ironanen, ehrfürchtigen Worte, das Gocrthc einmal niedergeschrieben hat: „Der Wunsch."(i ut es zu tun. ist. ein kühner:1 stolaer Wunsch: man muß schon sehr dankbar sein, wenn ein kleiner Teil davon gewährt wild."1) W ie dankbar müssen [wir unserem Gölte sein, am Knde eines so langen Lebens -jagen zu dürfen, daß der kühne, stolze Wunsch. Gutes zu tun. im Leben dieses Mannes ni.so reichen! Maße seine I rfiillung gefunden hat. Darum paßt auf Hein neh l.c-vv s(, ri eht das Wort der Heiligen Schrill, das am vorletzten Sabbatlr im Gotteshattse verlesen ward rf^SO VH Tfl „l> war. ein glücklicher Mensch"*) Fr war glücklich!' in seinem Beruf, glücklich in seinem Hause, glücklich in seiner Arbeil für unsere Gemeinschaft, glücklich im Lehen und glücklich im Sterben. Nach tagelanger tiefer liew ußllirsigkeit ist ct liinübergeschliimiiic-il in das Reich des Frieden* — geborgen ...... lt>W'.i\n03 i,n Geheimnis *ies HochsteiuB) nmfangen vom lachte des ewigen Köllens. \ nie II. Direktor M. ENGEL: fbvi der Trauerfeier im Temnelt v Diese vom Isrnelitisdien'Tempelverband füri seinen lieiiugeg^pgeaen ersten VorsTtzenclen Heinrich Levvjveranstalicte I raalerfeier gibt dem Verstände der Deutsch-Ilsiaelitisdieii Gempincle Gelegenheit, des Entschlafenen gerade an diese 1 liii .sc-in Leben und suiii Wirken s(> betleutsanien Stätte in Liebe und Treue zu gedenken. Der Schiller/ über den Verlust beweg! in dieser Stünde aufs neue sejnc- Angehörigen und Freunde, seine Kollegen im Vorstände und die Mitglieder des Repräsentanten-Kollegiums der Gc'meinde sowie- .die. Richter 13,23. '•) r>. Mos. 6.5. (.oethe an Kraft (13. Juli 1779>. I. Mos. 39. 2. *\ Ps. 91. I.