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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1934-01-26 · 1 (26.1.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
10 (1934)
Issue
1 (26.1.1934)
Date
1934-01-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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GEMEI BLATT der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg Da» Gemeindeblatt erscheint' In Absländen von 5 Wochen und wird den Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. / Anzeigenpreis 22 Pf. per 7 gespaltene Millimeter-Zelle / Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dt. N.M.Nathan. Hamburg. Druck. Verlag und Geschäftsstelle: M. Leomann. ABC-Straae 37. ABC-Hof. / Fernsprecher- Sammelnummer 3407 37 Nummer 1 Hamburg, 2b. Januar 1934 10. Jahrgang DEM dreier verdienter MiinneY ist diese Nummer des Ceineindeblattes gewidmet. In den Morgenstunden ileS 17. Dezember l*J33 verschied nach kurzem Krankenlager der Vorsitzende dos Vorstandes unserer (•einfinde. Herr Heinrich Levv. Geboren um 4. Mär/ 1S54 zu Posen als der Sprofl eines in echt jüdischen Traditionell wurzelnden, d.er deutschen Bildung aufgeschlossenen Hauses kam Heinrich Lew in verhältnismäßig jungen Jahren nach Hamburg, wo er sich mit großem Erfolge als Kaufmann betätigte. Am 14. Miii/ 1909, wenige Jahre nach seiner Berufung in/den Vorstand des Israelitischen Tempelverbandes, wurde er in den Vorstand ufl-erer Gemeinde gewählt. In beiden Körperschaften ward er mit der Zeit immer mehr dank seinem \\ issen .seinem Eifer, seiner Begabung; und seinem praktischen Sinn eine der fahrenden Persönlichkeiten, bis ihn im Tempe-h et bände der Heimgang seines Vorgängers Joseph Lippmann, im \orstande der Gemeinde der Rücktritt Alfred; Lcvjp in die (»Berste, die leitende Stellung brachten. Im I enipeW erbaml war es ihm, der damals schon die 75 überschritten halle. \etgönnt, den. Neubau des Tempels ins^ Werk ztf sejtzen und glücklich /u vollenden: d^'n Vorsitz im Vorstünde dei Cerueinde übernahm er allerdings nur in der ausgesprochenen Absiebt, der Platzhalter seines Amtsxorgünger/s solange zw «ein, bis er die Führung «er Gemeinde in die I Linde eines Jüngerer! legen konnte. Bevor er diese Absicht ausführen konte. nahm ein sanfter Tod ihn hinweg am 17 \;. \l. starb er. kurz vor der \nllcndnng seines achtzigsten Lebensjahres und kurz vor der J>. Wiederkehr des Tages seines!Eintritts in den Vorstand der Gemeinde. Noch am Abend seines Todestages geleitete ein kleiner Kreis um Verwandten. Freunden und Mitarbeite n seine irdische Hülle nach dem Begräbnisplatze der Gemeindein Ohlsdorf, aber per Weg führte zuvor vorbei an dem weit geöffneten, festtäglich erleuchteten Tempel, in dessen Heiliger Ladedie'lhota tollen in dem hellen Weil! des Versöhuungstnges sichtbar wareu. Beider Bestattung a m i*). Dezember sprach, einer letztwilligen Verfügung entsprechend, als einziger. Rabbiner Dr. Italiener. — Lud am 7. cl. M. fand dann im Tempel eine Trauerfeier für den Heimgegangenen statt, wünjig. sehlicht und ergreifend in ihrer Ausgestaltung — würdig schlicht und ergreifend durch de» Zusammenklang der Gedächtnisworte, welche Direktor Martin Kugel namens des Notstandes der Gemeinde sprach, der Predigt Rabbiner "Dr. Italieners — der hohen Kunst Leon Kornitzeis mnl seines Te.mpelcihors, ünd durch d|ie Mitwirkung Dr. J. Sakpms imkI des Organisten Kurt Pickert. . Heinrich l.e\y folgte in] Tode am 30. des gleichen Monats ein weiteres Mitglied des Vorstandes]der Gemeinde. Herr Aby S. Warburg. Zehn Jahre jünger als Heinridi Levv, geboren in ILimburg am 4. August 1X64 als Spr9ß eines durch die Wahrung echtjüdisdier Tradition wie durch seinen kaufmännischen Ruf gleich ausgezeichneten Hauses, trat Ab\ W'arbnrg am 8. Mai 1910 als Nadifolger seinesj kurz zuvor verstorbenen Onkels Moritz Warburg in den Vorstand der ..Gemeinde ein. Mehr, als 23 Jahre gehörte er dem Vorstände an: um mit den Worten zu sprechen, die Sein Neffe Siegmund Warburg bei der Trauerfeiner anwandte, ..in einer .vornehm-stillen Weise seinen, PI.Hz einnehmend, wie es seinem Wesen entsprach —" ohne je au die Oeffentliehkeil zu treten, aber stets bereit, mit seinem Namen und den weitreichenden Verbindungen kseines Hause* dort für die Gemeinde oder die Gesamtheit des Judentums einzutreten. Wo man seiner bedurfte: so in dem \erein zur.Abwehr des Antisemitismus, so als ein stets unterrichteter Mitarbeiter in dein Verbände'der'deutschen Juilen. der bis nach Kriegsende (als die repräsentative Vertretung der deutschen Judenhcü galt, (deich dem ihm i in Iode voraufgegangenen Heinrich Leyj wandle er seine besondere Aulmerksamkei.l dam heranwachsenden Geschleehtc zu und leitete eine Reihevon Jabrc-n die Geschäfte des \nr- ~t.indes der Talmud I ora Sehule'l die ihm durch die Tradition seines Hauscjs besonders nahestund, und. unterstütz! \on seiner Gattin, diejenigen de-1 Müdchcnwatsenhauses der Gemeinde} Paulinenstifti in dessen Verwaltung er bereits vor seinem Eintritt in den Voifstand der Gemeinde tätig gewesen War. — In seinem Heim, dem lla.use seiner Eltern, das der Mittelpunkt seines Lebens gewesen war. fand am I. Januar eine Trauerfeier statt: Dr. Paul Ruhen, der vertraute, langjährige. Freund) las in der Sprache der Heiligen Schrift den 23. Psalm, dann sprach, auf den W unsch der Familie und zugleich namens des Notstandes der Gemeinde dessen stell vertretender Vorsitzender;-Jlerr Rechtsanwalt David, nach ihm'Siegmund W arburg, der Neffe und Assoeic'- des \ erstorbenen. Nur ein kleines Traucrgefolge geleitete dann den Totein nach dein Rt-grähnisphilz der Gemeinde in Ohlsdorf, wo er an de Seile seiner ihm im Tode voraufgegangenen Gattin zur h.-t/teil Ruhe bestattet wurde. ■'; ■ ■ # |" Am gleichen Lage, last um die gleiche Stunde, wie Abv S. Warburg, verschied der Mann, dessen Name-durch eine fast zwanzigjährige selbstlose und aufopfernde Tätigkeit in die deutsche Geschichte eingegangen' ist. dessen bingebungsvollen~ Dienst am Vatenande der Präsident des Deutschen Reiches und der hanihurgisthe Senat in gleichet Weise anerkannt und geedirt haben. Herr Dr. Carl Melchior. Die deutschen Juden' liaben besonderen Grund, seiner dank, bar zu gedenken, hal er doch seit ihrer Schicksalswende im vorigen Jahre sein reiches W issen und seine vielfachen Frfahrungen in dem Zentrplauaschiifl der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau in ihren Dienst gestellt. Mit Re-cht wird auch seiner daher au dieser Stellegedacht. Dr. Carl Melchior ruht auf dein,Begräbnisplatz der Gemeinde in Ohlsdorf. .... ' „ ." * I, , ,-' , i t Wir veröffentlichen in di-n folgenden Spalten zum Gedächtnis Heinrich Lerys die Grabrede Rabbiner Dr. Italieners, die RedeH Direktor Martin Fugels und Rabbiner- Dr. Italieners bei der Trauerfeier im Tempel, sowie eine W ürdiguiig der Tätigkeit Heinridi I.e-vys in dem Vorstände der Mädchenschule der Gemeinde von deren Direktor Dr. \. Jonas - zum Gedächtnis Aby S. Warburgs die Rede von Rechtsauwalt B. David bei der. Trauerfeier — zum Gedächtnis Dr. Carl Melchiors eine sachliche, ruhige Würdigung von einer Seile, die Melchior genau gekannt hat, hier alier nicht genannt sein will, unrl die wenigen Worte, welche Rabbiner Di. Baeck-Berlin dem Freunde bei einer internen Trauerfeier in seinein Hause vorder Beisetzung gew idmet hat.

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