Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 4 (26.5.1933)
- Date
- 1933-05-26
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Gemeindeblatt der D e o t s c h -1 s r a e 1 i t i s c h e n Gemeinde Nummer 4 r V hiw MW i1? asx-ixn -u "]nx nr "oi ■pas "b nanxi dsdk un un as1? rwp asa mtio idsti^k 'n ansa pxa an,,n am /o 1t mn ein iastsas.se bei dir in eatem Lande gastet — ptöckt ihn licht. Wie ein Sproß von euch sei euch der (iastsasse, /er bei eudi gastet; halte ihn lieb, dir gleich, denn üasts,issen wart im im Land Ägypten, Ich bin euer G6tf. ' 3. Buch Mosis 19.33-34 y\ j ällei -wichtigste i>i. die Heimkehr zu einander. Wo j.etlf r, |"iijr im- Juden neues [.cid und neue Sorge'hringt. soFfteti Wir alle nur c i n e n Gtdanken kennen, im* die!» Sorgen gegen- -eitig ein wenig leichter zu machen, sollten die Arbeitgeber doppelt der Verantwortung eingedenk sein, die ihren Schul-' lern heilte auferlegt ist. sollten wir alle l>ei jeder Ausgabe, die wir niadicn. imfragen, wie wir Wankende damit stützen können, sollte es für uns alle-nur eine Losung geben: ^^, mayj- Wir wollen zusammenstehen: zusummen dulden, zusammen tragen, zusammen hoffen, würdig, aufrecht, der Väter wert. iiIm igen "i-fl z! li.iditliiiieu di s«tien Juden I -dienten lölü. Zu, den. Ir l-tcllej gjpridil 11 - ist' juiiglith -Mich. t""hie h '-dmlen iidi r MaUthensthuli I )Jfscr letzter infr e I i l. Heden rateaj znnodisl einmal abzuwarten, welche neu ergründete Zent mlaus-duil! 6i deutiir Hilfij und \11fI>.i<l in di r nächsten Zeit crii-ii th.Jn sei tlH' diwereti secl hfl '<■<: Niei \üjVu&ei jiidit iiBiniiiifiiin-l. »IcSlu-n _egeu-e luden nickt VOfl I -die («ii ift III!,k 11 e'oi n-mfiglii illätei irjje! ( )| te»ie ist; biedietins irfeiii Band mit ller ji>k| jftgtj di Wollten mit uii,-! k4iitn«(-i) jStuhditu -ith tiUijilitht el rtltejin Lid lt. ii Idii; \uteu. « ii - (jueflen i iuT \ ri.-unki in-' i»iedi " v Uli Sipii II ll-l lllTI ( rl, Iniid IHift, deü ,.H. •IV. , | ii dj - ih e mit jiijjkdiein 'in-rii'i ' Jiih 11 n <i <h 'lelhi-inli — iiut^-.tit,.- j / n -ji n 11 it( - Ii ~< Ii! Ui lllll ldt'riH U ' •eihfiiMthull. lo.deriijig dci Idie lii st| Voll Irii jetbiiiiider in. dre in diesen Wochen an die Beruht ugsrt werden, gehört uuth 'die Sch'ulfrage. dal -iili jüdische Litern \f>r die-Frage gestellt i inlf r cittweder in eine der' hiesigen \olk-- dier iiii die Talmud Tora-Schule bzw. in die dej Gemeinde K arolinen-traüe) zu schicken. ■ Stnritl dürfte inanihen Lr/.iehungsl>crechtigg i ii - e u Grämten nicht immer ganz leicht allvird es dringlicHe Aufgabe der Yeranti. in djeker Zeit härtester -eeli-iher Prüfungi n r M.ilm.ilimen ,zu r \ernieidiing einer eiueiileu sAen Belnstnng den Kim>rinduniren religiösr ISethnuii-' zu tragen. I)a die Losung dieser zitletztjpiKh mit I i n a n,z i e I I e u Fragen 'zuw ird die mutericHei Stärkung der Gemeinde.' jiingswn Kreigni*-e immer noih wa<h-en*len usgc«eRt i-t. im.diueisbare l'llicftt all derie imr IrgeiHK» ie muh dazu in der Lage sind, inen W'jnlc von Sihiek-al-\erhundenlieit. von rantwortung. "vok neu erwaditeni StVdz alhloile Wiiite. leere Red'pnsartea. -n la^ige sie i. Mm Hprorwilltger f-cifliing fiit unsere jüifii.ifl luffleitel weiüleu. I ml wenn wir. darunv iele jiölis+he Mensaien jet/l gleiihsiim iitx-1 zeXMMili-ii [-in.l. v\ ie viele andere selmii -<-il rillen henM-ihen Kampf um die be-fdidideilste it riluren. dann lempfiiiden wir. dal! das er. das \ei l.nlul w ird. immer nndi da.- leich- ■i \ |i|>el I u endet -iiäi aber audi all diejenigen. weMieji Gründen früher einmal meinten, das eineiiidr li/\». dem Judentum liiscn zu sollen Geschehnisse tlei letztiui ih litt t rugiskneil ii dm iderslehI ither' G« walt gedrängt, i« ieder /ii W i rd ■ itlil -o niu agen, oli er an de agut zu• madten elier van ihnen in stufen alten Mutter des Judeiihor>e' . Freilith nicht sie Ira^ea. Diese \< tzeit iilTm;t vielen von unler»eil v> ieder -elietl — einander : imselbst, le-ilu n .Mif. alte, fjromme Wei-eti. die lange im (hjande mi-erer Seele schfic'fen. iimtönen Unit der I leiiiieil_Sehrill von der ..l lnktdl.l ". nkehr" eiii|daiigl ^Tillen neuen, u nue.i Ii Ilten ut-die Jutle kehrt <\ieder heim , vjin ijcin da ilr.iiiüen. der ihn linkte, von dem ivampl nl --ilniil und Irin ihn verfolgle. zuriitk zur . /um II an-e.- deiji jütli sehen Hanse mit i riml Meiner kr.ifl. seiner Sthliihtheit und it. dem jiidi-dien Hause, wie wir es'durdl iefertinjg von den Tätern her kennenj wU: 'e.- u-udit lelil. und nie wir'es durdi unsere Tat. wieder neu er-telten lassen -ollen. II.innur mtiflieh alier durdi I' rl ii I Ii heil <.ei-l. wie wii ihn linden rn den Spalten ni.-eiiile alten Ge-ihidite. finden vielleicht in di u fllütte*rii unseres heiligen Sthrifth viir imdarauf, dal! unserer Jugend Seele, ne ^eele \iel4eidil uodi nie für diesen'Geisl •u. -o emirfiinglidi war v\ ie;n die-er Zeil.! in ..\rl)eit-.irl'iiieiiisdiafteil zum 'tieferen er l ehren, der Gesthithtc unserer jüdischen ler heiligen Sprache iin-erer Geliete ist daher Stumle, i-t gleichzeitig vielleicht aber auch ereitung fjir jenen anderen ZnsammeilsdiluH. Ileinikehr. die in unseren -thweren lasen die Rabbiner Dr. Bruno Italiener Leo Baeck - 60 Jahre alt Die Bibel nennt die Seele de- Menschen ein l.itht Gölte.-. Die-liefe dieses Wortes erschließt sich uns meist' nur in lie-ifnileren Stünden; l'ine solth liesondere Stunde seiner -(ie-thithte erlebt jetzt dadeutsche JudeuOmi. In dem Dunkel der Gegenwart empfinden wir voll Trost das Licht, das von den führenden Meil-dien unserer Genicin-diaft ausgebt Soldl ein I idit i-l un- Leo Baeck. der am J^. Mai d. J.; sein 60, Lebensjahr volh-mh-ie. , MI die Higenschaften, die ihn auszeichnen und ihn zum anjerkannten Führer der deutschen Juden uml — was ihiu selbst \iellei<hi am meisten bedeutei der deitseben Ftalibiner werden lieft, hallen in seinem reichen Mein sehen t.a'ni ihre \\ ur/el Dahat liaetk -elb-t einmal ttnbewaBt zum Ausdrods gebracht. In diesen Tagen ist ein neues Buch von ihm er-diieiieu nWege im' Judentum", dueinen Teil der von ihm bei lie-ondereii Vnlü*Sen \ enilfeiitlidien »Aufsätze und Beden enthalt. I n-. sejiien t'reiinden, ersrbernt dieses Buch wie ein Ge-dienk zu -einem 6b. (iebu rt-lag. Der ISeidiluni. .-einer Sc*l"le'spiegell -idi darin. Der gütige uml* wei-e Men-di ldi<kl imau und. ohne es zu wissen,..lüftet er bisweilen den Schieier, -einer Seele. Das empfindet man besonders an d e r Stelle, da er in seinem Aufsatz „l'redigl und U'alirUeii" von der Wirkung degesprochenen Wortes redet und daliej den Sulz prägt: .Botsdfafl i-t nicht Predigt eine- Prediger-, sondern der M e n - dl Selb 81. |st ''as Khtscheidende." ■ * i Wir II a m b ii r ii e r Juden hatten in den jelzten Jahren wiederholt Gelegenheit, Leo paeck Iiier spretsen zu hören. Dilgrofte und reiche Menschentum, das hinter -einen Worten stand, war <■-. das wir immer wieder, in dankbarer I igriffetiheii e^ipfaudea., , Allenähre Meu-ifieutum beruht auf der Frömmigkeit. D.dier heg in iil das neue Bwdl von Baedc mit dem Absthuitt „Vom Glaubeiii daher trägt i-s uuth den bezeichneinlen Titel ..\N ege im Judentum" Ks i-i das Charakteristische an Baedcf Uie^aiisgetreleiie Pfade /u wandeln, -öiidern it...... r -neue. eigene Wege /u suchen. |i Das drille Buch Mose, ih'is in diesen l agerf in den jinli- -iheiiCiotlevfiäusern /u Lude gele-en w urde. enthält besonders häufig ein Wort, du- /ii den betontesten luul tharakterislischstt-n der Heiligen Schrift geluir.t. das Wort von dem ..W athen ". dt m ..Hüten", hclir. lau (s,l,(„narl. In diesem W orte klingen jene beiden Seijen unseres Lebens an. ..Geheimnis" und ..(.ibnl". auf die Ha eck in .-einen Schriften immer wieder zij'sprechen koiuml. Gott i-t der Wädiler. der Hilter des Meii-du-u. der Men-di -oll wadien und das ihm' voll Gott \ii\erlr.iute Innen. Unser Dank an Baeck gilt dem. wus,er .ilgetreuer .Hüter <le- Judeiilifms imgab. Unser Gebet ist dal! .Gott in -einer (.nade muh lange Jahre seine ' Hand bntead und schirmend'über ihm hallen möge -iüber allem, wofür er lebt und wirkt. * ,