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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1933-04-25 · 3 (25.4.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
9 (1933)
Issue
3 (25.4.1933)
Date
1933-04-25
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Dte u t s c h -1 s r a e 1 i t i s c h e n Gemeinde i Nummer 3 mil I)r, Krankel einer ihrer neuesten Diener dahingegangen ist, das muH liier wiederholt werden. .Dr. Ludwig Frankel w nrtle im Jahre l'UO ziuttt ersten Male in das Reprüsentanten- Kidlc-gium der ( .emeimle gewählt und trat damit gleichzeitig in die jiidLsdic Arhe-it in Mamburg ein. Daß er in den Wahlen i92> ,,,.1 lO^tli erneut in das Kollegium einziehen konnte, beweist, wie auch die breite jüdische Öffentlichkeit » in W irken zum Besten und zum Wohle der Gemeinde eingeschätzt hat. Sein Wirken im Repräsentanten-Kollegium zu charakterisieren, dürfte meines Erachtens Aufgabe des Vertreters des Kollegiums ,sejn. weither nach mir das Wort ergreifen viril. [Immerhin aber mochte auch ich nicht unterlassen, die ruhige und besonnene Art. in welcher DrC^ Frankel sich stets äußerte, die ' Gewissenhaftigkeit, mit w'eliher er sich in jeden Beratungsgegenstand vertiefte, der dem Kollegium zur Entscheidung vorlag, und sein peinliches fie«ht»gefülil auch dem kleinsten Gegenstande gegenüber riilimend hei\oivuhcben. Ii . Denn immer empfand der Heimgegangene sich als der S,n)iMiwalter ihm 'anvertrauter wichtiger, ernster und — iih darf wohl sagen — auch heiliger,Aufgaben: nb es >i«h um die Finanzen der Gemeinde handelte, zu den n Gesunderhaltung er in vielen Beratungen mitgewirkt hat. Berattthgent in welchen das Verantwortungsgefühl oft ' zu tun gebietet, was dem eigenen [Wunsch und dem eigenen Herzen widerstrebt, ob i s skh um |- ragen der Besteuerung uler Gemeindemitgltcule-r handeln . bei denen die Interessen der Gesamtheit uiM den (nli'resien der einzelnen häufig in Widerspruch stehen. •'[■'■' ■ Iii es sjcjh endlich um Angelegenheiten des Gemeindeblattes haitaeltejin welchen die Gemeindeverwaltung zu der G&sa.mtheit-lihren Mitglieder spricht —'•immer sprach aus ihm d«-r mm inn\ ■ M tuni:sbew ulue, und der verantwortungsfreudige Dieiu -r am Werke der Gemeinde. t Alle di'esr Eigenschaften!, die Dr. Ludwig Frankel zierten und die. ihn zum Nachfolger unseres Freundes Alfred Lisser prädestinier teil, traten nur noch mehr und nur noth klarer i ill'i utMihkeit sichtbarer irr die Erscheinung, sejtlbe Kpitze des Repräsentanten-Kollegiums gclu seinem hohen Gefühl für Gerechtigkeit e'elcml Redner das Recht und'die Möglichkeit der freien Hi-fefi ju'gsätrhYruug. in dem Gefühl der Verantwortung tui den einzelnen und die'Gesamtheit fand er noth in einer de* lewtrnfSitzungen des? Kollegiums, als die Gemeindebehördeh sijh; enjtsehlrtssen. zur Einführung der Gemejnde- < enuögi iissti in;.r [zu sclixeiten. w arme Worte, mit dettett er si-ine)st n-'^u d.is \e-rantwortiingsgcfühl eitres jedett Jttdert ipbellh'rt«'. jin-dieser Zeit der Not zur Gemeinde zu stehen U-rlässcn. End gewill würde er in der. der ernsten Wende, die das Schicksal ienonimen hat. die rechten, von Warnte ujid.. Einsieht erfüllten Worte gefunden haben, wenn nicht :n! gütiges Gi-sfhitk es ihm erspart hätte, die gegenwärtige I' ri i f r ■ ■£ <>- s\t Lti'Ldi [ : eines Menschen ist charakteristisch, wie weitet. Unter diesem'Gesichtspunkt er- GecuPnkrede auf die» «erstorbene Frau mit welcher Dr. Erärikel die Sitzung des llegiiiBis vom 2f>. Januar eröffnete. Wie •Icher liebevollen Versenkung ist er irr k\ i -ensart'>ind den Verdiensten der Vcr- :ew orilert! „Und ich erinnere an die Rede. Unkel in der Sitzung des Kollegiums vom nsMÜeidens der Herreit Dr. Samson und iis dem Vorstände gedachte.' Mit kurzen mit treffenden Worten hat er jeden der ihrer Persönlichkeit im allgemeinen und : Für die Genieindearbeit gekennzeichnet und der dem <!r alt irt-tcn w tfr. . sicherte, er und sie nicht zu ersten Sitzung "jwiih ler deutschen Juden Prüfung zu lerlcl '. I üü (lie U.ei tu er se||,',l andere -ich an dl stdonir Werner Reprasenta.n wann und dieser Hcd« storbenen gelreeht len-l mit der mit welcher J7. Februar I lermaiin 'IM ilip| krrappen, Slriclu beiden I lerr 'ii in ihrer Beilei und auch Iii« terisjert. ,w i( I):. I les in utu Frankel in d « sei gewesen r«!. I iel bew i •il iniserits er N-in ALEXANDER LEW: r ohne seinen Willen sich dadurch cha-fukf einde Lefstung anerkannte, selbstlos und neidlos w ürdlgte. So wird, Dr. I.r dwig Frankel wie im Gedächtnis der Gemeinde so'«an/ pi sonrlers im Gedächtnis des Vorstandes weiterleber). Der \ orstaifd der Gemeinde dankt Dr. Ludwig Feierstunde für das.-was er der Gemeinde \ndenken in Ehren! Saale-, der friedlicher gemeinsamer Atbeit dient, hat er lange Jahre für das'Wohl der Gemeinde und ihrer Mitglieder gewirkt. Der Führer unserer Gemeinde hat ihm«schon den Dank und die Anerkennung des Vorstandes ausgesprochen und eingehend seine Tätigkeit inunserm Kollegium gewürdigt. Was sollen wir dem hinzufügen. Ens kommt der Ruf Jonathans an seinen Freund David in den Sinn:. Du w irst vermiß*! w erden.'denn dein Platz ist leer. Kein anderes Wort kann so sehjt.den\'er Iii st schildern, den wir erlitten. Denn l«;er ist auch;der Platz, den Dr. Ludwig Frankel innehatte, und wir wiSsseff nicht, .vom wem dieser Platz wieder ausgefüllt Werden soll, mit der Arbeitskraft und dervpi1idittreue. die Dr. Frankel besafli--. .Jüdische Weltauffassiing prägte den .Salz mise-rer Weisen": Drei Dinge sind das Fundament der Welt: "Wahrheit. Recht'und-Frieden. - Diese drei Worte «h;tra kritisieren auch die Persönlichkeit Dr. Eränliels und seiii'.W'irkcn; Auf AVahrJri'et,.:Recfit und Frieden'bat er seines Lebens -Inhalt gestolül' Fr war. die Personifiziernng des W7ahrhc-iCs|/egrjffes; srjn l.»Ö>c-ii w ar dem Recht gewidmet,, seine Beruf war die. Vertrc'tjtng de» Rechtes, und auf die Erhaltung, nr/d Herstellung des'-T'rie-de'-ns zielte!sein Streben, und auch/in der Gemt-iniu,' hatte er seine Tätigkeit auf difce drei GrutieflngV«. gestellt. * •' . Nach weiterer ■ Charakterisierung -von Dr. Ludwig Eränkels Tätigkc-it, wobei eV besonders seine Bemühungen um den Religionsunterricht, sein Wirken im Hntishaltsativ schull.der Gemeinde und seine Fürsorge1 für ihre, Finanzen erwähnte.-erinnerte der Redner an den. Vater Dr. Träubels, den um die Begründung der Neneu Daluiirtor-Synagoge Verdienten. ' verstorbenen Herrn \l a r t i n Frankel, dessen würdiger Erbe Dr..-Ludwig Frankel gewesen, sei.'dem er zulet/t muh noch den Dank des Verbandes der 'Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte für seine mehrjährige Tätigkeit im Vcrbandsaüsschiir! aussprach, gt stallen wir alle an «ler Stelle der .Wirksamrehrteh Dr. Ludwig Frankel. In diesem Gedenkworte auf Frau Sara Israel :\ Gesprochen von DirektorDr^A. Jonas-hei ihrer.'Beisefzungr'lv ..Wenn es eine Stufenleiter von.Leiden gibt., so' hat |srae-l die höchste Stufe:. erstrejgen. wenn "die. Däiu-r der Schmerzen und die Geduld, mit Welcher sie ertragen werden, ideln. so nehmen es die Juden i/ii.t;elen Hochgi«hore*ncn iille-r Länder auf." •. - -'- ■ Aji diesen Ausspruch des.Altm«'ist<-rs der Literatur und Wissenschaft vom Judentum lud«', ieji in di-n letzten Monaten. >ft denken tnü^seu. l'nd jetzt, in tli«-'scr..StuH«le\ wo wir von innerer lieben Kollegin und Freundin Abschied-liedum-n Tür mmer. da drängen sieh mir dte-se Worte' a?if'^l.ic tippen. '•' .. Als sich Frau Dr. Israel "vor zwej Jähreil| eTner $ch>WeECn tperution unterzog., da hoffteni wir alle mit .jhr. eialf nunne-hr für sie. hoch «-ine jrJückl'ithe?/j-it-VFlIiger. Gesun«iunjg iäme. Sie selbst'sagte damals. al<"w7i",sith von 'ilfren Letten itenest-n glaubte. ..nun tnü'l! efr sieh.aber' aiuhlohnen."'. Sie'- latte viel durchgemacht: ja." ihr giiiizcs. Dasein'wa'r von jeher' iiilsagung. \ erzieht geWe-Ve'-n.. Aber* ihre und Unsere Hoff, innig war vergeblich. jDjese. .zWe-j- -Jahre-. waren für sie epialvoll und für uns ers8tüiternd. Miteinein' beispiellosen Ifeldenmnt hat diese- Frau. bis.ihre Kräftesie verlieHe-n und «las rieber Sic wieder aufs Kiatikl'nlager warf, Wife Pflichte-n e rfüllt. De-r Tag begann für sie mit Schmerzen, sie schleppte sich zur Schule, gab»— tind e-s mutet fa-st wie c'-in Wunder ■■ — ihren l'ntc-rridit. indem sie ihr "Leiden•.völlig-Vergäll. dann nachher um so stärker ihr Unglück zu empfinden. Wir alle haben mit Ehrfurcht und Bew underung dieses stifle puldertum erlebt, und.keiner von uns wird das je vergessen können. "* ' . I In tfieseriStünde kann nur ein Wort des Dankes uo<! der Verehrung gesagt werden. Sie war treu ihrem Beruf, treu ihren Freunden und Verwandten. Ihr Beruf war . ihr Herzenssache-. Sie war e rfüllt mihi Glück des Lehrens. ele-nn sie hatte erfalit. was eines Le-hre-rs wundervolles Amt ist: zu stehen zwischen dein, was war. ,iin«l dem. was sein wird. Dieses Amtes hat sie gewaltet. Lehren heillt erziehen. Erziehen dürfen ist ein Glück. Nur ein guter Mensch kann auch ein guter Lehrer sein, weil, wer lehren will, lieben können muH. So stand Frau Dr. Israel zu ihrem Beruf. Sie ') Vgl. Seite > und Seile h. , '

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