Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 9 (14.11.1932)
- Date
- 1932-11-14
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mumme ,9 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Seite 3 Mädchenschule der Deutsch-Israelitischen Gemeinde (VOLKS- UND REALSCHULE) « CAROLINENSTR. 35 * JOHNSALLEE 33 Der Schulvorsland Anmeldung von Schülerinnen für April f« Cärolinenstr. 35, Montag und Mittwoch von 1 2' ,-1' '.. Uhr, Sonntag von 11-T2Unr Wir bitten die Anmeldungen b's zum 1. Dezember d. J. vorzu ehmen. Die Kinder sind bei der Anmeldung vorzustellen; Meldeschein, Geburts- und Impfschein sind mitzubringen. Sprechstunden des Direktors: Montag, Mittwoch. 1 2.30- 1.30 Uhr, Carolinenstraße 35; Dienstag, Donnerstag, 12-1 Uhr, Johnsallee 33. I t Erich Brill, der bekannte Hamburger jüdische Maler, stellt im Kunstverein (Neue Rabenstraße) zur Zeil eine1 Kroßere .Mi/ahl Aquarelle und Ölbilder \<>n seinen letztjährigen Reisen nach Venedig, Istrien, Südf rank reich und Palästina: aus. Die Ausstellung ist sehr aufschlußreich über' nie1 Entwicklung des Künstlers. Während seine Acpiarelhv von jeher lebendig und farbig hell wären, ist es ihmferst jetzt und gerade in seinen Patüstinnbihlcrn gelungen, dies, Vorzüge seiner Acpia rclltedinik auch in die Ölbilder hineinzubringen. Eine Befreiung von Oer früheren Schwere beispielsweise einiget venezianischer Bilder ist erreicht. So konnte Brill dei ..Blick /um loten Meer-" malen, ein Bild. den Eindruck erweckt, er stände sellist Berge von Juda. schaue über diel ng c.lben Bc-rgkuppcn hinab zum langluen In I I dei das im Beschauer auf der Spitze d< menge der öden gestreckten tiefbl Auge des Toten Meeres und bell« seinen Blick hinübl-rschwi-ifeii zur Bergkette des ()s| jordunlandcs, die am llonizont in violetten Tönen verschwimmt. — An palästinensischen Motiven hat der Künstler außerdem den Blick auf die jOniarmosihee und einen besonnten Ijof dargestellt und. ein |Beduinenmäd(hen porträtiert. Audi hat er die Bildnisse des hebräisihen Schriftslc lers Sehiunrjähii Lewin jund des Radierer« Hermann Sti Ilde Busgeslel t. Was die nicht jüdischen Motive anbelangt, so fällt der ..I lab von Toulpn am frühen Morgen" besonder: angenehm auf weil in dein Bilde die Ruhe.und lautlose Stille in den eilst« Tagesstunden so gut cingefaugen ist. Daun sind noch Schilderungen aus dem Tcssin. das humorvi lle Bildnis eine Conferenciers und duwitzige Studie einer Giraffe aus |dc n Berliner Zoo zu erwähnen Di Portr itbiilstc von Generalmusikdirektor Egim Pol In k roii ler Künsth-rhand .1 Könn >n man :i n Iii III je im ('nhri Jerntc. Hamburger Kunsthalle erwarb in diesen lagen 1-Rießer-S i Das frankfurter f. Sepie iibei-Nummer ul W. lle nies, dessen vielseitige der Ausstellung jüdischer Künstle Israelitischem Tempels kenne I d. emeindebl ü|)er die Synagoge- : : att \ eriiffeiil lnl dlt in seiner am Bürueplatz anjlälllich 'ihres fiiufzigjältjrigcn Bestehens einen Aufsatz des frankfurter Cemciiiderahbiners |)r. Jakob Hoff mann, aus welchem die nachfolgende Stelle die zahlreichen yeii'hrcr 'nid Freunde de« heinigegangenen Rabbiners Dr. Anton Nobel s. A. interessieren dürfte: Die große Bedeutung unserer Synagoge beruht ganz bc-. SOnders auf der Wirkung, die von ihr ausging. Ihr war es. gegeben, zwei fabbinilschc Fühler von großem Format wirken zu selten. Markus HoFIM ij z und X. V. Nobel s. V. waren verschieden iu Geistcshaltung, Wesensart und dndurdi aucli in der Art ihres Wirkens. Jeder der beiden war eine Kührjcrporsönliehkoit voneigener Prägung. Aber getncinsini war beiden umfassende I horagelehi> imkeit. lief innige Frömmigkeit und abgeklärte Milde und Güte. I m gemeinsam, war ihnen die Vielseitigkeit der geistigen Bc . gabung. (]\c Weite des Gesichtskreises und die suggostiOef Kraft der Beredsam keif. Wenn die Weisen im Tallinn sagen Nicht zwei Propheten haben eine und dieselbe \i der prophetischen Rede (Sjanh. s'>ai. so gilt.dies im Grunde genon nun auc-h von den großen Rednern. Jeder begnadet* Redner hat seine eigene Sprache. Audi Horovitz und Nobe hatten die, ihrige, l ud beide wirkten nachhaltig durch ih Wort und-durch die PersonlichkciL die hinter dem Win stand. Gemeinsam war ihnen endlich die Überzeugung viii der Einheit des Judentums und von der Pflicht der dazu Bc rufeneu. nicht zu W'rlusSCIi die ,ii/de|s Deukeiideu uiidl l ebenden, sondern vielmehr*, ohne midi lim das (,i i ingstl'lvoni. der eigenen ( heiviiigung irnd dem ebenen Standpunkt ml Zugeben, in den großen Gemeinde'n und \ crhündeii dilrdt, W ort und Tat für die Sachedes uhei licfcrlen Judentums' /\l werbe.n und zu wirken. , ' 'Durch das W irken dieser beiden Männer hat, <,lie Syn1'.- agoge am Bömeplatz das [jüdische Leben Frankfurts and nicht nur Frankfurts, in rc ehern Maße befruchtet. I.s w neb.-» das Verständnis für die Bedeutung des l liornw issen». Jinli Sehe Werte wurden Acrmitielt den Nahen iiihI, drii l ernen. Das heranwadisende Ce-sthleeht wurde besser als früher in die Kenntnis des Judentums eingeführt. .Schlummerndes' jüdisches Lclilen wurde gi-wcekt und jentfaltet. I )er Kreis ,der (ieset/eStn-iieu innerhalb der (■eincindewurde zusehemls größer und größer. Neue Menschen; insliesonderi*' junge Menschen;.wnrderi füjr die Sache eh-s alten Judentums gewonnen oder akti\iert.. Der («eisi lies Friedens und der llarmojiie waltete in der Gemeinde.' '• ■ ' .. | '- I *'■ 1 Der ('rundeigentüiiie-r-Vlcri-'in iu .Hornburg beding Fluh- Juli d. J. die Feier seines hutührtfäIirigen Bestehens. 'In einer aus diesem Anlaß herausgegebenen Festschrift, die uns' erst jetzt zuging, wird des. bek.Hinten Ilainburger Anwaltf- Dr. Max Cohen, der dem \erein seit |s"s angt-hörte. in besonders eh rentier W eise mit folgenden W ortc-ir gedacht: ..Am äS. Juli verstarb plötzlich der hochverehrte Vorsitzende des \ereins. Rechtsanwalt Dr. Ma\ Cohen. Dein Vorstände gehörte er '(> Jahrean. und 20 Jahre lang stand c-r mit seinem ühi-raijs reiejheni Wissen ab Führer .in ih r Spitze des Vereins; J'.r hatten die seltene Gabe*, durch sein iütiges Wesen. scineV allgemein anerkannte InParteilichkeit Gegeilstitze auszugleichen: Der Bürger- Jahnals einer derhervorragendsten und Pflichttreue schalt gehörte .c-r tedner an." Die- Festschrift jst mit c gesdii'uückt. n.-.i. denjenigen I i i! in a n u . dcr-clurdl die der ..(,i undeigen tiiiner-/eii Ii in wicklung und Blüte des Ve iner größeren Alf zahl Porträts. VOn Dr. Mä\ t oben und \la\ Iferuusgabe des \Vrc-iusorjrans, •hr wesentliih ■igetragen hat) zur- I nt- ——— Kurze Mitteilungen Die- F'raiiz-l(ONcnz.\»cig-(iCcliiditnis-Stiftinig jerölfinfte iu diesen lagen die von ihr begründeten akaclemi'sdien Arbeitsgemeinschaften. Mit diesen [AVlieitsgomeinschaften v»ill' die Stiftung im Siniie Franz R'opepzwc'igs solcful'inriihluiigeiii ergänzen, welche jüdisches oder uligemeines Wissen ilm-n Mitgliedern in Form Von . V oi trägen nahezubringen sijchi-n. Arbeitsgemepisdiafleu setzen an die Stelle des Fnipl.ingejis' und Pehmens das eigene Sibufloi!, weil sievon dein <.i-- (I,ulken ausgehen, dal! nur c|as w.lhrer gc-i•>!igt• r und seelischer Besitz des Menschen silin kann, was er dur.di eigenes Denken und Forschen oder Krlel,ieu. sich erworben hat. AVas ■hier ganz allgemein gesagl ist.: gilt im bi-sonclc-rcii von dem. waswir von jüdischen Werten in uns aufnehmen. Wahrer Besitz des Juden kann immer.nur sHn.'WUS er durch eigenes Lernen in sich äufgehOianea hat. Von diesem Gedajnken; ' aus gew innt der Wert, den das Jiidc-uium se it Jalirtaiiseiideu auf das Fernen fegt, eist reicht seiiicyi eigentlichen Sinnr Die Fr,aiiz-P.osc-uz\cc-ig-( iedächtiiis-Stiltu'ug weiuh-t sidt an diejenigen Menschen, die den Wunsch haben, sich durch w is-jeiischaftliche Belehrung in persönlicher Mftarbc-it eine vertiefte Kenntnis des jüdischen (.eistesgu'les anzueignen. Fs handelt sich um einen bewbHdcncu Versuch, der in dem