Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 9 (14.11.1932)
- Date
- 1932-11-14
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Gemeindeblatt der D e u t s c h -1 s r a e 1 i t i s cli e n Gemeinde Nummer 9 .hnnier w ieder darum nachsuchten.! den Tempel besichtigen zu dürfen. Dementsprechend fanden wiederholt Kührungen unter sachkundiger Leitung statt i für [.ehrer mit ihren Schülern, für Geistliche. Künstler. Beamte. Krwerbslose. Krauen- und Jugendvereine. Ijn Kaufe des Jahres haben viele Hundert«1 -von Nichtjuden düs neue Gotteshaus* besichtigt. , v Dieser kurze Rückblick dürfte dargetan, haben: der neue Tempel hat während des ersten Jahres seines Bestehens die in ihn gesetzten'Erwartungen erfüllt. Möge er sidv weiter als Pflanzstätte religiösen Lebens zu» Ehre des Judentums bew iihren! Personalien Am Riistlag des Rausch liaschonl>h-Festes verschii langem Siechtum die Gattin des ersten Vorsitzend Vorstandes unserer Gemeinde, Herrn Alfred Levy Bertha Levy. gel>( van Praas. Piejlleimgegangenc d nach 11 de» Krau gehörte htllge Jahre der Verwaltung des Alffetihuuses der Ge winde l Wohlin aller als Khrendame und ebenso <ler Kommission für das fahrt-weseii der Gemeinde an und kvurd auch sonst Still«1 vielen in \<rt Befindlichen ei««- stets bereite und ver sihw i«^i-iic Heilerin ilnd «lie jüdische C« .vor allem (ludurch, Spitze/ in -eim Verdient*gedacht um die Ge neinde amtlich hat die Verstorbene si«h aber all 'sie. wie Herr Oherruhhiner Dr. Trauerrede von ihr rühmte. Gatten in -einem Wirken für die 'fördernd zur Seite stand und ihm ihrem Gemeinde helfeijd und •ist durch den \ «llt auf manche Stunde und manchen Tag des Familii-ngliick dichte, über starb Herr Leopold M. Durlachcr, ein »eine ausgedehnte Tätigkeit für die Gemeinde ernH», Dafür gebührt der loten der Dank «ler Gemeinde das Gral) hinan». Am 7. Oktobc Manu, der im stillen viel1 Gutes gewirkt und dessen freigebiger Hand \ielrt die seineu Namen vielleicht nicht i'inmal kannten. Hilf, verdanken. Dem Vorstand des Pflegeheims unserer G«'iiieinde hat der \ crstorliene viele Jahre uN Mitglied angehört. ebenso der Verwaltung des Deutsch-Israelitischen Waisentlnstitutsj beide Anstalten beklag« n den Verlust eine s Manne», der für ihre Interessen und diejr-nigcn ihrer Zöglinge »tets Interesse. Verständnis und eine off«' Hand hätte. - Bei <ler Beisetzung des Heimgegangenen, die am 9. Oktober auf dem Bcgrühnisplntz der Gemeinde stattfand, sprachi'u die'Herren Rabbiner Dr. Holzer, Ludw ig Du r La «Iii-r namens der Kamilie und der Firma, deren Seiiiorihcf "»ler Verblichene w ar. und Rechtsanwalt Dr. .A. H o I I ä n d e r Auftrage der. Steinthal-Koge. Am I. d. M. starb an den Folgeji eines Schlaganfalls Herr Martin Samson im hs. .Leb«;nsjahreL Der Verstorbene hat eine, lange Reihe von Jahren al» Vcrwaltnngsmitglicd «le» Israelitischen, \ orsihullinstituts und de» May-Stifles sich Verdienste um diie jüdische Allgemeinheit erworben, die es erfordern, dal' »einer an «lie.ser Meli«' ehrend und dankbar gedacht wird. Bei «ler Trauerfeier. die am folgenden läge stattfand, wurden dem Wunsche de s:jlcimgfgangeiic n genial' keine Ansprachen gehalten. K ' i . * ' ~ ° I f ' * I Herr Rabbiner Dr. Selig Bamberger vollendete am ">. November, «lern 6. Marcheschwan. sein no. Lebensjahr. (•«'Ixirthi in Lengnaii bei Baden in der Schweiz als Sohn des .Rabbiner* Salonio Bamberger. der später infSenn- Iniiii i. K. wirkte-, and der Lea Adhjr und als Knkel des berühmten Würzburger Raw. -IL' .Seligmann Bär Bamlierger. und des Rabbiners Abraham Adler in Asthnffenhurr. war l}r. S«dig Bamberger schon durch steine Herkunft fijr den rahhinisdien Beruf prädestiniert. Kr studierte in Berlin. Heidelberg und Würzburg Philosophie' und orrentf Sprachen iinil erwarb si«h |s<Mi den philosophischen D tili«-! der Heidelberger Universität durih die Herausgabe von Maimonides' arabischem kommentajr zum Misihnatjaktat (halloh. Am |MJ September is% verlieh ihm das Israeltische Konsistorium in 15nterelsall das Rabbinatsdiplom.l Nach mehrjähriger W irk»amkeit in Sulz unterm Wald i. H. kam (Jr, Bamberg! r I^MII nach HambiiBg al» klausrabbiner an die Vit«' und Neue, k laus. Hiicr bis /■int'heutigen Tage U rnend ujul lehrend wirkt, ßantbergers Bdstrclx-n ist im wesentlichen auf cli« Verbreitung von jüdischem Wissen und die Ef-fülliiug des jüdischen Religionsgesjctzesigerichfcet und gibt wer literari»ilieii Tätigkeit Ziel und Riihtuug. Fr Int den Imitd-Schntz von 1. II. (Cohn und den M'iiauras e den Peatateiidt, den Raschi-Kommentar zum ■n Kizzur Schulchan Ariidi sowie den £iddlir. las Madisor. die PeRach-Ilaggadali und «Ii«' Kilians in deutuei »in. itjtlische I^iktor- I- und T I bimoaiir sow Pi'Btateilch. il scher Übersetzung neu herausgegeben. Als ein echter Diener der Thora tritt'Herr Dr. Bainberger stets für Frieden und \ersöhnung ein. . » , Hermann Stein, der bekannt!' Hamburger Sthriftsjeller. vollendete am 5. Oktober sein 70. Lebens jähr. Sohn eines Schauspielerehepaares, wandte -.Stein si«h in jungen Jahren auch selbst der darstellenden Kunst und erst später der Schriftstellern zu. Eine ganz«' Anzahl ron Theaterstücken, darunter mehrere "von besonderem Hamburger Lokalkolorit, sind aus seiner Feder hervorgega iigt-n. aullerdem zahlreiche Novellen. Skizzen, Erinnerungen und Gedichte, die er. im Verlauf seines arbeitsamen und erfolgreichen Lebens in Zeitschriften und Tageszeitungen veröffentlichte. Der greise Jubilar wurde an seinem Ehrentage in mannigfacher Weise, besonders auch von der Hamburger Tagespreise geehrt« Herr Oscar Rüben beging um 15. il. M. die Feiegj Rüben seines 71): Geburtstages. Nahezu ^t Jahnist Herr . Mitglied des Israelitischen VorschHR-lnstitntes und Bezirksvorsteber in iler WToHKfahrtspflege der Gemeinde. Ein volles, Menscnenalter also steh! der Jubilar in der Arbeit für seine Mitmenschen wahrlich Grund genug, um auch an dieser Stelle seiner anläßlich »eines jubelt.ige» zu gedenken und ihm Glück und Segen.für sein ferneres Leben zu wünschen. ' ■ ■» '.-.*" Ihren so. Geburtstag vollendeten am 19. September Krau Mathilde S «Iii oll. geb. Kaufmann, am 17. Oktober flau Lea Wolf, und am 5. ji, M. Krau Julie Kevv. geb. Hesse. t Herr Samson Goldsthmült wurde \oitt Delegierten-Kollegium «les Synagogen-Verbandes zum Mitglied«- «les Verbanclsvorstandcs gewählt. , Herr Karl Kunreuther. Vorstandsmitglied iler Rhenahia- OssajgoMineralölwerke A.-G.. hi«vr. feierte am s. \. M.. das J"5jährige BerufsjubtlSum. Der Jubilar, ein gebürtiger1 Frankfurter, kam in jungen Jahren zu den damaligen DI-: .werken Stern-Sonneborn A.-G. nach Hamburg, wo, «;r in deren Zentrale und dann auch in deren ausländischen l ilialen London. Paris und Genua tätig war. Nach seiner Rü«kk«-hr nahm «-r in steigendem Malle Anteil an der Kntwitkliing des (ies«häfts. das zu den führenden Unternehmen iI«t Schmiercilbranch«' zählte. Im Jahn' 1(>J0 wurde er in <fen Vorstand der Gesellschaft gewählt. Nach deren Übergang auf die Rheuam'a-Ossug Mineralölw erke A.-G. nahm Herr Kunreuther hervorragenden Anteil an dem Ausbau des Silimierölgesiliäfts. das hrute Seiner Leitung untersteht und sich nicht nur auf Deutschland!, sondern auch auf weite l berseegebietc erstre«kt. — Wir entbieten dein Jubilar, der si«h in der ,Verwaltung unserer Nac|hl>ärgeme,inde Altona und im Verhandle «h-r jüdischen Gemeinden Sihlesw ig-Hol- »ii in» vielfach betätigt, nach an dieser'Stelle unsere herzlichsten Glückwünsche. ~. :.*,! I Ihr fünfzwangzigjähriges Geskhäftsjubiläum feierten am 1. Oktober Herr Emil Elias, i. La. John Eliak und Herr Arthur Meyer, Inhaber des Kraw attenhaiises Arkaden unil der Hamburger Kragen-Zi ntrale. Am l. iL M. blickte die Dnukerei Adolph Friedländer auf ein dojähriges Bestehen zurii«k. Begründet Von Adolph Fricdläoder im Jahn' isrj. hat «lie Finna si«li auf dein von ihr gepflegten Sondergebiete des Driukereigi wi-i bi s einen \\ «•Itritf geschaffen. Seit dein fode des Begründers (|«MI4) wird sie von seinen Söhnen Ludwig und Ma\ Otto Friectländer geführt. "■ * ' . Hi-rr Dr, Carl Melchior, der In den letzten Jahren bereits mannigfache Ehrungen für sein verdienstliches Wirken im Interesse des Reiches erfahren hat. ist jetzt zum Senator der Deutschen Akademie in München ernannt worden.