Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 7 (29.8.1932)
- Date
- 1932-08-29
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer ■ .in' it. hihi iidcil Redner e vielseitige it seine letzten Lebensjahre in Hamburg verbrachte und auch auf dem Bcgriihnisplat/ der Gemeinde in Ohlsdorf seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Moritz Scherbel erwarb siili in früher Jugend ein umfangreiches jüdisches \\i--sen und widmete sidi,. mit dein Meyenii-Titcl ausgezeichiM-t. dem Berufe eLm-s l.elirer-iiml Predigers: alssoUher war er in v»-rschrcdencii größeren Städten der ehemaligen preußischen Provinz Posen. Scfclesichs und in der | Provinz Brandenburg tätig, l^ti') übernahm er ein gleiches Amt in |Gumbinnen. hauptsächlich, um dort seinen Kindern eine |>cssere Schulbildung angedcilicjn lassen zu k<iiiu|eii. und wirkte dort nahezu 5t) Jahre lang] als hervorragend und Pädagoge. Außerapltlich entwickelte er eine soziale lätigkeit: ebenso bewährte er sieh als" ein fruchtbarer S<hrifisfeHer. insbesondere auf belletristischem und philosophischem Gebiete. |sus trat er in ihn Ruhestand und verlegne, um seinen Kindern nahe zu sein, seinen 'Wohnsitz nach Hamburg, wo er."kurz naih Vollendung des TO. Lebensjahres, am 26. Oktoheit "1902 starb. .!• i : 1 * ' I ' Am 2s. Juli -starb nach» lange-n'in Leiden Herr MaN Klogs. einer der Mitbegründer der hiesigen Ortsgruppe--ehf; Vaterländischen Bundes der jüdischen Frontsoldaten, derl fiir die Interessen ijjnd das Wohli sei mir Kameraden immer mit Wärme eintrat und daher ihr allseitiges Vertrauet! besaß. Der Dank seiner Kameraden k.tni bei seiner Bestattungsfeier außer In dem Nachrufe di-s Rabbiners l>r. Hwlzer auch durch |ine Ansprache des ' Herrn Goldstern zum Ausdruck. In den All tfii Alter L jendstunden des 15. August verschied im gesegJ neff-ri Alter kon mehr als sj Jahren der frühen' C^ekonom des Altenhailses unserer Gemeinde, Herr Samuel I eibowil/. Fin ' Mann, eler «ich allseitiger aufrichtiger Wertschätzung und Beliebtheit .verdientermaßen erfreute, ist mit ihm dahingegangen. Samuel ' l.eibowitz stammle aus Rußland, kam in junges Jajhren nach Deutschland und besuchte d^is jiidi-' sehe Lehrersrniinar in Hannovrir. „Nadulcm er mehrere (fdorf. wo er der Vorgänger des jetzf Ruhestände lebennen Vaters von it und ih Stade les Alte-nhau ihitiert hatte, trat i|i dessen Dienste lcithb ner Dr r IS% lieber r -eines verantwortungsvollen Amtes gewaltet ine hingebunirsvAllel Arbeit mit zu de Audi Blüte ils er nliau-e Alt nile zu den Neuesten — Der Verstorbene geler Gesellschaft fiir jüdi- Jahre in B u falls hier im itnlicneg wai bei Fröffnun; 50 Jahre hat iijkI durch si und dein Ansahen des Altenhaiise-i beigetragen 1916 yi -den Ruhestand trat. blieb er mit dem verwadisen iJhd gehörte bis an selin F ßesudieirn der Anstaltssynagoge hörte früher Much dem Vorstände sehe Volkskunde an und verwaltete in ihm das Vint eines KassenführeTH.: In der Beerdigiingsbrüelersehaft der Gejneinde war cjr nahezu 5t) Jahre Mitglied. Die Beerdigung des Heimgegangenen fand am 15. d. M. auf dem Begräbnisplatze der Gemeinde statt. Bei d Schließung des Sarges widmete Hjerr Naac Jacobson im eligen i fsre ' dem Tot selbst *ure keine Reden gehalten. Der \<>rsjaud durch die 1 treten. g des >arges widmete IBerr Isaac J a c o b » o n im reisej der Mitglieder der Bci-r<liguugs|>rüd( rsehaft *n ein dankbares AlVschiedswort: rn der Kapelle irden, einem Wunsdke iles Verstorbenen [gemäß. ■halten. Der irren ".Alfred L, les AlteilhauSes \\ i( i Otto Jost ii a VCT- Am 21. d. d. \erschied nach lad l.cvy. geb. S enftenberger, kurz ~~. Lebensjahres. Bei der Tram -elzilll sprae Heimganges ajuch an dieser Stlrlle ' na •{feie ug auf d|-in Begräbitisplalz etil Rabbiner Dr. Italiener i rem ich Leiden Frau Re-din Vollendung ihres r anläßlich ihrer Beir Gemeinde in Ohlsdorf las aus. wesw-gdn ihres gedacht wir.il: daß nämle m < jh e-sw '-gein ird: daß ( ialle. dem l*r _ mpeherbande bedeutet, der Toten zu danken Kl. die' Kraft zu seiner Wirksamkeit im Dientie der eit in dem Frieden des Hause* fand, den sje sc Im f. lieh ein w«sdntlichcT Teil dessen. »,i> ihr Gatte, Herr Heinrich lj|e v yunserer Gemeinde und dem Israelitischen Tel weil er f.esiinnlieit Darum Ehre ihrem Gedächtnis. Am 10. August feierte Herr Ignatz Mandl seiften To. Gcburtstag. Herr Mandl, ein geljorrner Hamburger, ist sc-it I-sk6 als Beamter im Israelitischen Tempel verband tätig, und /war in friiht reu Jahren als Kantor, heule als ßürovuirstelier und Buch- und Rechnungsprüfer di-s Verbandes. Seit mehr als 50 Jahren ist er ferner liturgischer Beamter der (.Neuen ßerrdigungs-C.csellsehnft der Israeliten" und audi qort als Kassenvcrwallci und Buch- und Rechiiui|gspriifer tätig. Ilurr Mandl war auch Mitbegründer der Henry Jones-l.oLe der it also seit dem Jahre lf!87 angehört, und ist seit dei •Gründung der hieEigen Ortsgruppeder „Vjcreinigiiiig fül das liberale- Judentum" ele-rcn Schatzmeister. Die Wen schät/ung. deren sjdi der Jubilar nicht niiir in jüdischen Kreisen, sondern auch in den Kreisen seiner Beriifsgenosscn. im Bunde-, der Biiclisadiverständigen Deutschlands, erfreut, kam an seinem Ehrentage in zahl reichen persönlichen und schriftlichen Glückwünschen und in einer Fülle von Blumen ■ spenden und anderen /eichen der Liebe und Freiindschali zu beredtem und ehrenvollen Ausdruck. II'' .* I' .- i-. Seinen 70. Geburtstag feierte am 25. Juli Herr M a \ Rubi ii soh n. dc-r zusammen mit seinem Bruder Herrn Leo Robhtsohn das um ihnen beiden begründete Geschäftshaus zu hoher Blüte gebradil und dadurch viel zur Ehre und zum Ansehen dc-s jüdischen Namens in der Hamburger Cesdiiiflswelt beigetragen hat. — Sein TO! Lebensjahr vollendete ferner am 2. August Dr. N. Sa rason. der, seit 1886 als Arzt in Hamburg ansässig, sich der Wertschätzung eines großen- Kreises von Patienten und Beriifsgenossen erfreut. - Iii» SQ. Lebensjahr vollendeten am 16. Juli die Witwe Johanna Hagedorn, geb. Oppenheim, und am 22. August Herr Julian I" I I ma n n . ihr S5. Lebensjalfr am i. August Frau Friederike Weinberg, geb. Jakob söhn, ihr 92. Lebensjahr am 20. August Frau Röschen D a v i d . geb. Rosenbaum. sein 96. Lebensjahr am 19. Anglist Ilerr llrrniii n n M ii u d Ii e i in. %■-'■.' Die Firma Gustav Zülzer blickte am I. August auf ihr 50jährjges Bestehen zurück: sie ist eine 'der fiejtleiitendsten des inier nationalen Klee- und Grassaathande-Is. Sie wurde |sis2 von Herrn Gustav Zülzer gegriindet, der jetzige Inhaber. Herr'•John Zülzer, hat es verstanden, der Finna ihren guten Ruf und ihr internationales Ansehen zu erhalten. . , * Oberkantor IL Lieber \on der Neuen Dammtor-S\ n ugoge hielt am 10. Juli in der Schweiz einen Rtindfunk- \ortrag über das jüdische Volkslied und erntete sowohl fui den \ ortrag als solchen als auch für seinen musikalischen feil allgemeinen Beifall. * Prof. William Stern Min der Hamburger rniversilat wurde ron der Bri t i sdich Ge sei lsdta.fi f ii r P s j diologie in Fiigland zu ihrem Ehrenmitglied ernannt. ■* -* '. " ij I i i* Herr Dr. Arthur Lippniaun. leitrader Obc-rarzt am All gemeinen Krankenhaus« St. Georg, isi \<>m Senat zum Professor ernannt worden. * , Der a. »..Professor an der Universität Chicago Dr. med. et rer. nat. HemrMi Necheles wurde von der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität durch die Ernennung zu ihrem Wissensdinftliihcn Mitarbeiter ausgezeichnet. Prof. Necheles. ein geborener Hamburger, wurde nach Absolvierung seiner Gymnasialzeit gleich Soldat und kam an die Westfront naih Flandern, studierte nach Beendigung d^s Krieges Medizin und Naturwissenschaft m Hamburg. Berlin und Frei bürg und erwarb sich den Doklortitel zweier Fakultäten. Fr arbeitete daran! einige Zeit als Assistent des Professors K e s t n e r in dem physiologischen Laboratorium Eppendorf und kam dann als R o ck e f e I I e r - D o z e n t nach Peking, wo er sieben Jahre blieb und ausgedehnte Spe/ialforsdiiingen auf physio- Inuisdicm Gebiet betrieb, deren Resultate er Ml zahlreichen Schriften Von dauerndem Werte niederlegte. Er war dc-r amerikanischen Gesandtschaft attackiert, hatte viele- Beziehungen zu dein internationalen Gelehrten- und Diplomatenkreis, der dort versammelt ist. und wurdeein eifriger Satnnrier chinesischer Altertümer. Nach ausgedehnten Reisen in J a ji a ii . I n d n eh i na. B i r in a und Inid i e n kehrte er im vorigen Jahr zurück und teilte seinen hiesigen Freunden durch populäre I.ichibild-Vorträge einiges über die äußeren Frgebnisse seiner Reisen mit. Dann Wurde er nach Chicago berufen, wo er an der Universität über Physiologieliest und Abteilungsdief eines großen jüdischen Krankenhauses ist. Prof. Necheles wird Ende dieses Mo-' nats auf dem Internationalen Physiologen-Kongreß in Rom einen Vortrag übe r sein Hauptforschungsgebiet „Physiolo-