Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 6 (22.7.1932)
- Date
- 1932-07-22
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 6 ~ zu einer vertraulichen . Aussprache anwesend sein» Wir hoffen, hei dieser Aussprache Vertreter des Vorstajndes und des Kollcgiuris begrüßen zii können. 5. Antra? des Vorstandes, der Neuen Dammtor-Synaeoge für (Ii«1 Monate'Juni bis August je 2000 X)l für die von ihr /alilendenl Gehälter und die Erfüllung sonstiger goldlenj v.cnaltcr und ■lieber Verpflichtungen znr Verfügung zu steifen. Dr. K a I m Ii s : lieh hin für Bewilligung des Antragi, möchte aber erneut < en Wunsch ausspreche«, dal! der Ycrskidi einer \ ereinigung des Synagogen-Verbandes und def Neuen Dainintor-Syi agoge gemacht werde. Man sollte eihen Ausschuß zur Prüfung dieser Angelegenheit einsetzen. Dr. I.oewenberg: Auch wir sind für den Antrag, versprechen uns aber von'einem-Ausschuß, wie Dr. Kalmus ihn vorschlägt, ni bis. Wohl aber mjöchtc ich darauf hinweisen, (fall es nicht Möglich ist. daß uns in jeder Sitzung ein Antrag für einen Kultusvcrband vorgelegt wird. Den Kfulttisvcrbanden mufi; ufgegeben werden, ihren geldlichen Bedarf der Gemeinde so rechtzeitig zur Kenntnis zu bringen, dal? sie ihn n.'ihrem Etat * berücksichtigen kann. Dr. P i n n e r : V\'ir_ sim! für die Bewilligung, warnen aber die Kultus vor bände Mit der irrigen Ansieht, daß sie ihre finanziellen Nöte auf rijfc Gemeinch abladen könnten,! darunter könnten die an- . lei ii Aufgabln der Gemeinde lefiden. Hieraus mußten die Kultusyr rbamle ihre Konsequehzen ziehen. Der Vor- -i t/ende: Die Anforderungen der Kultusvorbäiidc werrfen Kahl den Betrag, den wir im Posten..Unvorhergesehenes" ili - \ oransehl igos eingestellt halten, überschreiten. Ks wäre notwendig, di ■ Etats der kiiltusverbände für das ganze Jahr Ikennen zu leinen, notwendig i«S auch, tiafl wir einen Ueber- Ibliek über di finanzielle Entwicklung der Gemeinde un.l d.is gegenwärtige Steueraiifkoninien erhalten. Ich wünsche. fdafi nach den Stouortcrmin voni Kl. Juli der HaushalisdlfSsehtlR zusammentritt. I s a a e s ein : Angesichts der Tatsache laß ehemals gutsituierte- Personen auf ihre Anträge ab- -«hhigigo Bosiheidc' aus Mangel an' Mitteln i-rhieltefn, komme« einriir Bedenken gegen Anträge wie den vorliegenden. Die Nene- Danmtor-Synagogc vjird das Jahr hindurch nur wenig besuchl. Sie könnte bii-Vi f die hohen Festtage gegcsthlossen werden. Natürlich "illeiN die Beamten darunter nkht leiden, i Nathan: Wir können, nicht jeden Monat ."iKHI .'/?)/ nc .v i Iigen, wohin sollte das führen? Peine: In ler Gemeinde i.it die N( u.; editigiing. iiu'r irrigen bestehen nun einmal drei Richtungen. Darum ")c'inmtor-Synagoge heute wie damals ihre Bc- I )r. I. o e w e n b e j-g : Herr Nathan geht von Anschauung ans. Die Neue Dammtor-Synagoge über den Sommer hinwegzukonisaacsen . möchte ich sagen, daß man die ZaJd ler Besucher des Sabbathgottesdlenjstes nicht zur Grundlage!cs l'rteils über die Neue Dummtor-Synagoge machen darf. on wären zu scheuen. Wer in der Gemeinde Beine die Volksgemeinde sieht, betrachtet sie; ReligiiMisgeiueinde. und flu muß ich doch sage-,!, sgaben liii den Kultus immer noch vorf'ä.tiijsuii'l in an.lern Geme-nden bestimmt tfcöh^r »raucht den Zuschuß, um inen. Herrn )i<» Folgern nj: licht in erster 'iieTst al laß niiscfi! Ai näfiiir gering lind. Trotz neiner liberalen ^Weltanschauung bin |Mod der Nei:< laß sie einem l'irmig einer ih-n könnte \ ■ i*T-iicheii. die •i ahsetzungo r e t z .: Ich ff. I oewmbc Kultus ist die I! It th ■A Mitn Dainmtor-Syijagpg-i und habe den Eindruck. Bedürfnis ontpsrrcht,.und warne vor der Zer- Svllo de; rcligliöscr Andacht. Gespart werelleicht an einer andern Stelle. Man sollte drei kultusve rbände gemeinsam zu einer ihrer Verwaltungsausgaben zu veranlassen, bin gegen [saacsen mit den Herren Peine und g in der Beurteilung des Antrages einig. Der Hauptaufgabe einer Gemeinde, darum warne \er dem ve n Herrn Isaacsen i'ianlohlenen Weg. Low: ii t'ift nen ti ld im Namen meiner Freunde bitte ich um nuuhmc (ies Antrages. I?aaf : Ich habe nur eine \oi libergeheiK e Maßnahme im Auge gehabt. Fs gibt drinendere Aufgaben. Dr. Pinn er: Die Bemerkung Dr. neu enbergs nötigt mich zu erklären, daß unsere nationale instellung uits nicht veranlassen kann, die Bedürfnisse des •irl'iis nicht anzuerkennen. Ich möchte noch bemerken, daß vvir.in unsere letzten Etatberatung die Frage der Kultusrbände nieh behandelt haben:'wir werden vor der nächst' r, Ktutn^ra 1 mg sicher \or der F rage stehen, was wir alles ain wichtigen Dingen werden aufgeben müssen. Ich bedaure njueh. daß der Ilaushaltungsuiissdiuß den vorliegenden Anh inicht vorberaten hat. und ebenso, daß der Ausschuß, c^er über, ein? etwaige FinCüliriing einer Gemeindcverinögensstoiier beraten soll, bisher noch nicht zusammengetreten ist. — Die Erörterung schließt. Der Antrag des Vorstandes wird angenommen, ebenso ein Antrag Dr. Kalmus, den Vorstand zu ersuchen, mit den Kultusverbänden über die finanzielle Gestaltung der nächsten Zeit unter Berücksichtigung der in der Erörterung vorgf-braditcn Gesichtspunkte in Verbindung zu treten. 4. Die Anträge des Vorstandes auf N a ch b e w i 1 1 i g u n g von 400 'Ji)l an die Kommission für die Fremdenpflege der Gemeinde und 508,74 'Jt)t an den Jüdischen Schulverein für das Jahr W31/32 bzw. das Jahr 1931 werden einstimmig a n g <■ n o m in e n. Bei der Abstimmung über die für den Sdiulvcrein beantragte Summe erklärt Peine, daß er sich .der Stimme enthalten werde, worauf K o r e t z bemerkt, daß angesichts der große« Beträge, welche die Gemeinde für die Mädchenschule verausgabt, (ler geringe Zuschuß, den sie dem Sehiilvcrcin zahle, gar nicht ins Gewicht falle. 5. A n t r a g Dr. M e y e r - W e d c 11 und Dr. L o o w e n - borg, 500 XH monatlich von Mai, b i s August für die Speisung der jugendlichen Erwerbslosen zur Verfügung zu stellen und die Bereitstellung weiterer Mittel in gleicher Höhe für jeden Monat durch den Haushal tsaussdiuß prüfen zu lassen. Dr. Mc vor -Weile I I : Bei den durch das Jugendamt der Gemeinde eingerichteten Nachmittagen für die jugendlichen Erwerbslosen haben die Sdjwesternvereinigungen der Logen zuerst eine Speisung eingerichtet, welche die Gemeinde nichts kostete und bei der auch keine bezahlten Arbeitskräfte benötigt wurden. Diese 'Speisung- ' wurde aus Mangel an Mitteln von .einem Tage zum andern eingestellt, so daß .-das Jugendamt eintreten mußte. Die Speisung ist notwendig, weil besonders die Notlage der jugendlichen Erwerbslosen grofl-ist, denn sie erhalten keine Frwcrbslosenuntcrstützung, da sie famüienuatersttitzungsberechtigt sind. Die .Speisung vvird so billig wie möglich unter Zugrundelegung von etwa-0,20 'Jt)l je Tag unjd Person durchgeführt. Ob statt wie bisher Brot ein warmes Fsscn verabreicht werden soll, wird noch geprüft werden: jedenfalls sind 500 'Jl)l mönatlich erforderlich. Dr. Kalmus: Es liegt tnir natürlich fern. Bedeutung und Wortidcs Antrages zu unterschätzen. Alles, was geschehen kann, muß geschehen, aber ich bedaure doch, daß (ler Antrag den Haushalfsausschufl nicht durchlaufen hat aind daß die vetsdtiedcnen Speiseeinrichtiuigen nicht konzentriert j werden. S t o p p e I m a n n : Die Einrichtung ist zik begrüßen. Es ist Tatsache, daß die Eltern ihre erwachsenen Kinder nicht mehr speisen können. Die hier beantragte Speisung ist eine'notwendige Ergänzung für die Speisung der Jugendlichen in der Volksküche. Eine V erbilligung könnte vielleicht erzielt werden, wenn die jetzt zur Ausschreibung gekommene Stellung des Kastellans in dem Gjemcindchause Johnsalicc durch ein indisches Ehepaar besetzt würde. Dr. Plaut ist für die Bewilligung des gesamten Betrages; es sei eine der vornehmsten Aufgaben der Gemeinde,den Hunger zu stillen. Frau Ba u e r betont" gleichfalls die Wichtigkeit der Speisung der Jugendlichen. K o r e t z macht Mitteilung von eviner Verlosung zugunsten der Speisung, die eine Schwesternvereiiiigung der Logen plane. Dr. Kalmus: Der Speisung der jugendlichen Erwerbslosen für zwei Monate stimme ich zu: über weitere hierfür erforderlichen Mittel müßte der Ilaushaltsaiisschiiß int Vorwege beraten. Im übrigen rege ich an, daß die Speisungen von einer Stelle aus durchgeführt werden, und außerdem, daß alle Wohlfahrtsangelcgenheitcn. wie Zuwendungen für die Erwerbslosen-Speisungen und auch für die Fremdeiipriege. dein Bericht der Trcuhand- GesellschaM entsprechend, in Zukunft im jiidisdien Wohlfahrtsamt konzentriert werden. Dr. L o e w e n b e r g : Der Hinweis von Dr. Kalmus auf den 1 laushaltsatisschüß ist berechtigt. Darum haben wir den Antrag nur für vier Monate gestellt, für die zwei zurückliegenden und die zwei folgenden, damit während der letzteren die Angelegenheit im Haushaltsaiisschuß geprüft werden kann. Dr. Meyer- Wedell: Von, einer Konzentration der Speisungsciiiriditungen der Gemeinde im Sinne des Herrn Dr. Kalmus kann hier sdion deswegen keine Rede sein! weil es sich bei den \ eraiistaltiingcn für die jugendlichen Erwerbslosen um die pädagogische und soziale Betreuung der Jugendlichen handelt, bei welcher die Speisung nur zusätzlich ist. Eine Verbtllignng ist nicht möglich, auch nicht nach Einstellung efnes neuen Kastellans. Ich möchte bemerken, daß die mit der Speisung verbundene Arbeit auch weiterhin ehrenamtlich geleistet wird. Mit der Überweisung der Sache an den Haushaltsausschüfl für die späteren Monate hin ich einverstanden.. ■