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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1932-07-22 · 6 (22.7.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
8 (1932)
Issue
6 (22.7.1932)
Date
1932-07-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 6 Ge m e i n d e b 1 a 1t der D e n 1 s c h -1 s r a e I i t i s c h e n Gemeinde Seite 3 ■... * i. ■,. - ■—f~-:— ehemals wie heute nicht auf liambiirgischc Mädchen allein, sondern erfaßte ihre' Aiifgäbe, verlassenen und hilfsbedürftigen Menschenkindern Heimat und Erziehung zu bieten, stets mit einer gewissen WeithiMzigkcit. soweit andere, namentlich gi I<Ilj■ Erwägungen dies gestatteten. So haben naiüetitlidi Müdchcii aus'den Nachhargemtiiide n häufig AuTnnhriie im Paulincnsfifi gefunden: besondere Erwähnung verdient nie' Ucbernahtnc zweier verwaister Mädthen aus dem chcinaligcri, Waisc-iihnusc in Posen'; das I><-i LTcbcrgang der einst preußischen Provinz1 Posch in polnische Herrschaft zur Auflösung kam. Die Zöglinge des Pniiljneustifts besuchen die M ä d eh e n- L s di O1 C'i|er Gemeinde; vor ihrer Begründung bestand ein gc.w isM-V Zusainnieuhaiit^y.w rsehe:n dem Stift und der Unterriditsanstlilt \<in»,t-T^H..fiir arme israelitisdie Mädchen. Seitdem die. Afäd'diensdiure, tief Gemeinde sich eine Realschule •rngegliedert hat,Jie'steiit'auch für die Zöglinge unseres StiT- 'tcs. eine grijlterev^Mögtidikeit. sidi eine höhere Schulbildung zujt.«<'rhen..ej|i(v Möglichkeit, die angesichts des gesteigerten l^xistlcnzkaappfeS; namentlidi für auf eigenen l.ehensünterhalt angewiesene junge Mädchen zur Notwendigkeit geworden ist.. Hin. Zögling des PaiilinciistiftS hat in den ^letxten J< hren dje Oberrenlsdiule absolviert und am Ende .dos verflossenen Schuljahres die Reifeprüfung bestanden. \iidi'die ^Ausbildung der Zöglinge im hausfraulichen Beruf Commt'ih! der Anstalt zu ihrem Recht: nach Beendigung der Schulzeit verbringen sie im Anstaltsbetriehe selbst ein hauswirtsthuftlichcs Jahr. Während ihrer Berufsausbildung verbleiben sie zum Teil in der Anstalt; WO sidi dies aus sachlichen oder räumlichen Gründen nicht ermöglichen läßt, bleiben sie aber immer in engem Zusammenbang mit d< ni Mause, in dem sie ihre Heimat, und mit der Leiterin, in der" sie, wenn nicht die zweite Mutter. SO doch ihre iniitterlidie Freundin Izu sehen gewöhnt und erzogen sind. ' Denn der Geist und die Atmosphäre eines Elternhauses]— nidit der Drill einer Anstalt — geben dem Paulinc nstift sein Gepräge. Seine Zöglinge lernen unmerklich, durch die verschiedensten erziehlichen Maßnähmen, sidi als eine grolie Familie betrachten und lieben, lauem jeden Zögling ist sein Tagewerk im Getriebe des Ganzen zugeinessen. und die größeren haben die Aufsieht über die jüngeren von innen und tragen die Verantwortung für sie. Nicht anders als im EltcrnhauscVvrrd jedes Mädchen in der Anstalt zu häuslidien Verrichtungen herangezogen, die seinem Können entsprechen. Ij)ie-er Charakter der Anstalt h.it im Jahre 19i0 noch eine stärkere Ausprägung erfahren durch die Angliederung einer KlcinkindcrabtcUung, deren Pfleglinge bis dahin in WilhfIminenhöhe betreut worden waren. ErfreulicherweiseI kann in dieser Skizze auch g"-agi werden, daß das Pnuline nstift in. jeder Beziehung A n - s e h e n und V'e r t r a u e n bei den R e h ö r d e n genießt. Es untersteht gemäß den Vorschriften des Reichsjugendwohlfahrtgesetz.es der Aijfsicht der 'hicsige.ii Jugendbehörde, Die Befreiung) von dieser! Aufsicht, die an sich zulässig und auch erreichbar ist. haben (lic Anstalt und die Gemeinde nidit angestrebt, weil sie wünschen, daß die staatlichen Instanzen die Anstalt aus eigener Anschauung und Beobachtung kennen und beurteilen, erforderlichenfalls sich nudi mit der Anstaltsleitung in die Verantwortung teilen, welche die Kürsorge für so viele jungen Menschenkinder immer in sich schließt. Die hiesige Jiigendlxiiördc überweist in der Kegel von 'ihr betreute Mädchen, für weiche Waisenpflege' beschlossen ist. dem Paulinenstift. soweit nicht aus anderen, insbesondere erziehlichen Gründen Entfernung vom Ellcrnhaüsc und der gewohnten Umgebung, also auswärtige I nterbringung geboten erscheint. Rei vorübergehender Behinderung dei; Mutter (Erkrankung, Niederkunft usw.) überweist auch die WohlfahrtsbchÖrdÖ dem Stift zuweilen schulpflichtige jüdische Mädchen, obwohl die Anstalt grundsätzlich Kinder zu Vorübergehendem Aufenthalt nicht aufn< Innen >t:li. , Für die Dauer de? hanswirtschaftlichen Jahres sind die Zöglinge des Pauljnenstifts vom Besuche des" rflichtl'ortbildungsunterriditcs befreit. Die jüdischen Schülerinnen des Fröbeiseminars. die" rituell leben, legen ihre Aufnahmeprüfung für das Seminar vor der Leiterin und der llnusiialtuhgslehrerin des Paulinenstifts ab.- Erst jüngst, unter dem 6. Jülii, hat die Liuielt-ssthiilhchörde auf den Antrag des Jugendamtes der Gemeinde, das hierzu von Frau Dr. R. Z.adik angeregt' w«r, genehmigt, daß die rituell lebenden jüdischen Schülerinnen der Staatlichen Schule für Frauenberufe den Kudnmici lieht nadi.staatlichem Lehrplän* in der Anstaltskuchc des Stiftes erhalten, und zwar al< ..Im- -ntz für den lein planmäßigen koeh u ntcr riehl".. Seit 1884 befindet sich das (fauilinenstifi in -einem gegenwärtigen Heim-.(Laufgraben), nachdem, es bis dahjn in dir 2. Marktstraße 5 untergebracht gewesen war. i)ie An- Mall w'tmf.. zuerst geleitet Vee Fräulein Rosalie S t . i n- I el'd; ihr folgten t »s"iSi Fräulein Berta Mayer. |s*4 Frau Jeanette Haürwiiz, 1896 die thelcute Leonis l.rnnenv. i Id und Fanny, geb. Jacob, und-1920 die jetzige I eitciiu Fräulein Gertrud Benzin n. Anptaltsarzi ist seit |W3 Herr l)rr'()tto M <• > e r. |)en Vorsitz in der Verwaltung führt das Mitglied des Vorstandes der Gemeinde, lierr Ah\ >. \\ a r l> u r g. B. in. n. Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums Di - TI r 1 - s <t 38; Koll« l Ii (1ie .in Her . I lerren ■ . vjt. .\ a i Ii a ii. Hinweis auf die dem Kollegium zugegangenees Vorstandes gedenkt der \ o r s i t z e n d e des des Herrn Dr. W o h I g e m u t Ii . der «ingetäg. den 28. Juni IB3Z übe Roth o n b a u m dl a u - s e Anwesend siijntliehe Mitglieder des Ileckscher, Heini mann. Dr. Meyer. Für den Vorstand der (iemeinde anwe-eiu Alfred L'c v.y , Dr. N a t h a u I. Filter Mitteilung de Ausscheidens -ichts'der Notwendigkeit 'einen längeren Abwesenheit von Hamburg im Interesse seiner orthodoxen Wähler sein Amt niedergelegt habe. Fr dankt Herrn Dr. Wolligemuth< für si ine Tätigkeit im Kollegium und in den Kommissionen, denen er angehörte. Der an Stelle des den Eintritt in da* -Kollegium ablehnenden ilerr.n Willy Hirsch nunmehr einberufeiict ljerr Abraham I Teck scher sei für die Sitzung verhindert.^- Der Vorsitzende \»iederholt sodann die Glückwünsche, .die er naineHs de-, Kollegiumauläßlidi ihres mk Geburtstages dem Mitglicdc des Kollegiums. Frau Anni Bauer ausgesprochen habe, und würdigt mit warmen Worten ihr öffentliches WirV 'ii. das seinen besonderen Aufdruck darin gefunden hab/y. '.iß sie durch das Vertrauen der liberalen Wähler »als e^Jne i. r ersten Frauen in das Repräscnlantcn-Kollegium der Gemeinde berufen worden -ei. Y.t w isse sieh-mit dessen Mitgliedern in der Hoffnung einig, sie noch lange in ihrer umjlichea ilnd ehrenamtlichen Tätigkeit wirken zu sehen. Nach Danke^w orten-der Iran Bauer e-ra n I . > j a ui i n i Ii r i g e B e n - t i f t. Feiche Tätigkeit der Anstalt in den " Jahren ihree soziale und pädagolAncrt endlich der Vorsitzende stc.hcn;dcs Mädchenw aisi-nllaluses 1 erübrige sich. Uber die segen \ icie Worte zu mächen. 5$ie labe Bestehens außerordentlich weitvol gische Arbeit geleistet. Fr sage nainendes KoUegiiltns der Verwaltung und ihrer Leiterin iFräuJein Bcnziun herzlichen Dank.. — Tier Vorsitzet|de gibt Kenntnis von einer Mitteilung des VorstaIldes, daß er den Antrag des Kollegiums betreffe ad die Prüfung eler Abrechnung der Gcmejncfc und (iie R ' i( Illing eines Biidipriifeis dem Biiroau-schiiß des Vorst <;'..les überwie-eu habe. — Weiler gib! er Kenntnis von einer Einladung der Talmud Tora Seh nie zur Besichtigung eler voll eh-r Schule veranstalteten A'US-s.te IJu n g von Zeichnungen und nandfcrtigkcitsarbCifen der Schüler. Die- Ausstellung habe' sich regen Besuches erfrcilt und große Anerkennung gefunden.I Diese sei um so iiwhr zu-.begrüßen, weil aHc Anerkennung jüdischer Leistung' der ge»ainlen Vorsitze nde dankt be-onders [er'rii K. II o t Ii s di i I d . fii r ne, — Mit Zustimmung des hl für eleu zweiten I Sdiriftrrn Dr. Wolilgi-iniith sonsl r auf die- Tagesordnung de^- 1 Judenheil zngntekdmmrt I' dem Zeichenlehrer der Schu das in der Ausstellung G<i>ot< Kollegiums wird die Ersatz« rtthrerposten und die von Iii innegehabten .Komtnissiiiiisämtt nächsten Sitzung gesetzt; 2. Das Kollegium nimmt zur auf Grund früherer Beschlüsse Frontsoldaten "WO lRM für da Gcdcnkbudi für die im W jüdisdien Soldaten des deutsch Reidisbtiiiel hat dem Vorstand Wendung ausgesprochen.- Dr. 1* r i a s : Ich bin_vou Reichsblind beauftragt, seinen Dank au die Gemeine!« noch einmal zu wierderholcMi.- .Der Rund wire! es sich in Zukunft angelegen sein, lassen, di Wichtigen Aufgabe!) in vollem Fmfange Ke;untnis. daftjder VDrstand, dem Heichsbilud jüdischer von ihm heräiisziigelpendc 11 k r i e g e gefallenen •n Heeres gezahlt hat. Der seinen Dank für die Zudem hier auch ihm obliegende ii erfüllen.! De Vorsitzendeunse-res Rundes wird demnächst in II a in Ii u r

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