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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1932-01-25 · 1 (25.1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
8 (1932)
Issue
1 (25.1.1932)
Date
1932-01-25
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Dejutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 1 ZU danken, daß sie tiotz der Ungunst der Zeiten an Zahl hrer Werke und damit auch an innerem Gehalt wächst. Ein l^esomleres Gebiet bibliothekarischer Arbeit is: die Katalogisierung ihrer Bestünde. Mit ilem Umzug wuchs diese Arbeit lür unsere Bibliothek ins schier L'n- ••i nu-lilidic. Trotz alledem iLt is gelungen; die ganze felletri»tik und mehr aldrei Vicjrted der Judaica zu katalo:risieren. und /».ir. was einen eikeblichen und beachtlichen Fortschritt darstellt, nicht etwa auif. nach den Autoren, sin dein .hh!i nach den rüchern, wobei eine Reihe von Büchern dreinnd \icrmal aufzunehmen wjari Diese Art der Katalogisierung bedeutet zwar eine immense Arbeitsleistung, dir der Laie auch nicht annäherungsweise Zu überblicken vci mag. bietet aber der; Leserschaft eine seltene Annehmlichkei t Auili für de n äußern Zustand der Bücher ist Sorge jetra- Igei wurden, es sind im Jah^e |93i ca. 400 Bücher gebunden b/\.. broschiert worden. Die Alisleihefrist betragt 2 Wochen. So wünschen wert tur eine Bibliothek fleißige Benutzer und■ lernbegierige Entleiher sind, so w ünschenswert und wichtig ist für sie aber .mih die pünktliche Zurüekliefcrung der entliehenen Bücher. Jeder Lntleiher sollte daran deuten, daß andere an' die Rückgabe der Bücher ivarteft, die er entliehen hat. \Vie die Wissenschaft Gemeingut aller ist. so auch die Bücher, dije das Wissen vermitteln. Darum sollten Mahnungen eigentlich nidit notwendig sein. Ls Wim auch in der Kegel nujr gemahnt, wenn'und so oft es ei forderlich ist. Dann aber tollte .null der säumige Entleiher iler Mahnung Folge gjeben. Imimerhin i-t auch hier eine Besserung zu verzeichnen. >o bietet die Entwicklung der Bibliothek unserer Gemeinde in all ihren Einzelheiten doch ein' recht erfreuliches Bild. >ie i-t e ine i h r e r b e d eil t e n d s t e n A k t i v p o s t C n. -ie verbindet ihre Mitglieder mit dem Geist des Judentums und der A\ i-selisdiafl. die Aon jeher Israels wertvollstes HrMt/tum w aren. ■ | ' ' [ In den let/len Monaten siitl der Bibliothek Büiherspenden zugegangen \ du den Herren B a 1 l i n . Babb. B a m Ire r g e r- Wandsbek. Felix Bing. Julia« Carlebadi. Habli. Dr. Jiisi [ih ((ihn. BektnrJ. Feiner. Direktor F r i eel m a irft- \\ ieii, f I e \ in f :i ii . Samson G oJ I s ch m i d 1. Oberrahbiner Maar se n -Tl.iag. Joseph Bitter .'Frau Dr. B. Tannenwald und ler Deiit-ih-judi-dien Jugend. Ihnen sei1 auch hier nochmals iir den erneuten Beweis ihre* Interesses an unserer Bibüot'ick gedankt. f! - I Die Bibliothek bittet um Rücklieferung der Bücher, ideren Leihfrist abgerufen ist. bis-zum 31. d. M. Die Bibliothek. Beiieckestt aße n. ist geöffnet: .Sonnabend 12—1 Sonntag 10—1. Mon-tag. Dienstag. Vlittw Och. Donnerstag 14)—1% und 8—10. Freitag 10— tVi. rBüclurrlausgabe zu allen Lesezeiten, außer Sonnabend. Sp r e di s l u ii d e ii lies Herrn Prof. Dr. I. M a r k o u Sonntag im Freitag 10—l'a. Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums Pienstu g, 2«. Dezember-I"51. abends fi'i Uhr.. Anwesend die Damen und Herren Dr. Franke 'Vorsitzender. Bauer. ("uro. Heinemann, H|oro w i t z , I s u ,ä es e'n Dr. Kalmus. I. o e u e n b e r g . Dr. Meyer, Dr. M e Sathan. Peine. Dr. Pinner, Dr. Plaut. Reith. S t p p p e I rd a n n , Dr. I r l a s . Dr. \\ o h I g e m u Lh. für den Vorstand der Gemeinde die Herren H. Levy. Di. Sü m-o ii. R.-A. D n v i d. Offen-burtr, Dr. Xj'a t h a n. ' •■ ' ' t \. n t s di u I d.i g i die Herten L e \ y ,. 6 r a e t z.'' 1. Der \ urMtzende Dr. Frünkel eröffnet die Sitzung mit dem Au-druck der Freude darüber, daß der erkrankte ctste Vorsitzende des Vorstandes. Herr Alfred Levy, sich auf-dein Wege dei Besserung befinde, und spricht ihm gute Wünsche ,für eine baldige Besserung und für die Rüdekehr /u -einer bewahrten Arbeit für die Gemeinde aus. Er erbittet und errjält den Auftrag, Herrn Levy die Wünsche.des Kollegiums füi seine baldige (ienesung zu übermitteln. - Der Vorsitzende -teilt fest, daß die Angabe des Protokoll- K o r e t z , Dr. y e r- W e tl e I I . vom 23. November v. J.. Punkt 3, über die Wahl des Herrn Dr. Pinner in den sozial-politischen Ausschuß irrig sei. Im übrigen wird das Protokoll genehmigt. 2. Zu Veftreuensinännern lür die Vorbereitung der Ersatzwahl lür den aus dem \ orstande der Gemeinde nach Ablauf von 9 Jahren ausscheidenden und daher für ein Jahr nicht wieder wählbaren Herrn R.-A. David ernennt das Kollegium die Herren Dr. Frünkel, Dr. Kalmus, Levy und für die Vorbereitung der Ersatzwahlen für die aus dem Vorstand aussdieideiiden Herren Ii. Levy und Dr. 11 e r z f e 1 d die Herreu Dr. Meyer, Stoppeliniimi und Dr. Lrias. 3. Autrag des Vorstandes auf Bewilligung von 240 "Jln Zuschuß zu dem von der Reidisarbeitsgemeinschaft der Landesverbände aufgebraditen Ruhe- und Hinterbliebeneiigeld für die Lehrer und Lehrerwitwen der ehemaligen Sariisönsdiule in Woirenbüttel. Gegen den Antrag äußern Frau Bauer und S t o p p e 1 m a n n mit Rücksidit auf die Finanzlage der Gemeinde und mit Rücksidit darauf, daß die Kommission für das \\ohlfahilswesen dringende Ansprüche nicht belriedigen könne. Bedenken, denen H o i dl gegenübei tritt. Dr. Nathan und Dr. M e v e r - W e d e I 1 betonen die Vcrpiliditung der Gemeinde, sich den allgemeinen Aufga4>eu der deutsdien Judeuheit mdit zu entziehen, dazu gehöre auch die Fürsorge für die ehemaligen Lehrer der früheren Sämsonschule und deren Witwen. Auf .Anfrage ru Dr. M e y. e r - W e d e 11 teilt Dr. Nathan ferner mit, dalj der Gedanke der Zusammenlegung von jüdisdien Anstalten in Deutschland bereits von der Zentrulw olillahrts- -telle der deutsdien Juden in Berlin erwogen werde, und daß die Gemeinde selbst allerdings bisher ergebnislose Versudie unternommen habe, um den .Betrieb des Müdchen- Wuisenhauses Paulinenstilt durdt Aufnahme auswärtiger Zöglinge wirtschaftlicher zu gestalten. Der Antrag des A or- -tandes wird u ii g e n o-m in e n. 4. Au Stelle des-ausgeschiedenen Herrn Lisser und au Stelle des lerner aiissdieidenden Herrn Dr. F i a n ke I übernehmen neben Frau Dr. Meyer-Wedel! die Herren -Koretz und Levy die Prüfung der Abrechnung der Gemeinde. Aul Anfrage von Dr. Frünkel teilt IL Levy mit, daß ein \orberidit der \\ aren-'I reuhund-GescIlsdiall über ihre Prüfung der Organisation des Gemeindebüros vorliege und daß der Vorstand der Gemeinde noch daraul zurückkommen werde. 5. Bericht des politischen Ausschusses. Dein Ausschuß gehören an die Herren Dr. Samson und P h i I i p p vom Vorstände und J s a a c sen, Dr. L o-e w e n b e r g und Dr. M a| rx vom Kollegium. DieJCommis-ion hatte den Auftrag, die abwartende Stellungnahme des Vorstandes auf die Antrage der Volkspartei nadizuprüfen. Nach 'dem Beridit, welcher dem Kollegium schriftlich vorliegt, ergab fdch aus den gestellten Fragen zwangslüiiftg eine Erörterung materieller Art. Die Organisation einer körperlichen Abwehr gegen;etwa belli rdilete Angriffe, wie die L'bernuhuie des Ahwehrkampfes durdi die Gemeinde, wurde abgelehnt, wobei selbstverstündlich anerkannt wurde, daß in Augenblicken akuter Gefahr die Gemeinde• sich schützend vor die Gesamtheit stellen müsse. Der AnssdttlB erkennt die Pflicht der Gr-meinden ah. die Seelische Kraft der Gesamtheit w;ie der einzelnen zu starken, insbesondere hat der Aussdittß die Schwierigkeiten einer antijüdischen PropoganUa innerhalb jüdisdier Jugendkreise, die aus wirtschaftlicher Not und politischer Radikalisierung erklürbar. sind, bekprodien und die Möglichkeit einer Einwirkung auf jüdische} Arbeitgeber hinsichtlich der Anstellung Jüdischer Arbeitnchlmer erörtert. Der Bericht stellt keine materiellen Antrüge, beantragt aber] das Mandat des Ausschusses in der bisherigen Form* zu verengern. Dr. I.oewcnberg verweist auf den Inhalt des Beridites, der nur auf besonderen Wunsch vorgelegt werde, nadidem seit der Einsetzung des Ausschusses unter der Nachwirkung der Septemberwahlen und einiger unerfreulicher Vorkommnisse ein ganzes Jahr verstrichen sei. Er steltl fest, daß durch die heutige Erörterung daher für die jüdische Oeffentlichkeit kein Grund zur Beunruhigung vorliege, und hebt als wesentlichsten Punkt des Beridites hervor, daß der Ausschuß darüber sidi klar sei, daß die Gemeinde unter Umstanden sich vor ihre Mitglieder stellen müsse, und daß-die innere seelische Stärkung eine wertvolle Aufgabe sei; der Bildungsausschuß habe Steh auch seinerseits mit der Angelegenheit schon befaßt. Wesentliches zu leisten sei aber äus Mangel an Mitteln nicht möglieh Der Aussdtuß beantragt die Verlängerung

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