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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-10-17 · 10 (17.10.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
10 (17.10.1930)
Date
1930-10-17
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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1 Nummer 10 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. infolge der Verteilung von Trostpreisen. Aus die sportlichen Wettspiele folgte allgemeines Wctt-Scifenblasen, das wogen seiner Neuartigkeit grostc Freude auslöste. Die Dämnicrui g brachte mit dem letzten Punkt der Tagesordnung-die ,5zrö»ugg des festes. Alle 5zi»der bekamen sotbstversertigle Laternen: d Lichter wurden entzündet, und die Binder zogen szreundis» neben Freundin i>> langen farbig-glttzerndem Zuge, innerli und äußerlich strahlend, erjt zaghaft, daun übermütig singen^, durch den dunklen Schulhoj. Ter ilebermut der Binder wuclmit zunehmender Dunkelheit und erreichte seinen Höhepunkt als nur noch der bunte Schein der bewegten Laternen in de langen Zug zu scheu war. Auch der Rückweg wurde von mein, blasse gemeinsam, in geschlossenem Zuge, mir brennenden Lu h Seile 5> lernen, angelrelcn. Die Ai-irlmig dieios Erlebnisses komiiil in den schluszworten eines am nächste» Tage oersaszten Danlbricss.-.- an eine Freundin i» der Alienstrasze zum Ausdruet: „Du kannst Dir denke», wie wir uns geireut haben, .eis wir mit unsere» brennenden Laternen »ach nause gingen! koiienllich sehen wir uns-bald wieder!" ) dieses ai» eine unauslöschliche rrlige 5z!asie»erlebnine den >üe ,Iür die meisten jzinher ivir Erinnerung bleiben. Das; der meinschastsgeisl wecken und störten, glaube ich anaehmen zu dürren, lln) wenn in, Bewust sei» einzelner auch nur die Ec innerung an ein gemein,ame-. Annäherung von Menich ^u A reudiges Erlebiiischaiie» bleibt. io trägt sie ihre» kliert in iiff . weil jk aus dein k!V>llen der enich ent,prang ieses Büchlein als einen Versuch, mit uiisprenr neuen un^> heul - en Schreibwerkzcug solgerichtig eine neue, diesem Werkzeug Hebräische Quadratschrift. Der Zeichenlehrer an der Talmud Tora-Realichule, >>e 5z. Rothschild, hat vor kurzem unter dem Titel riebräiick Quadratschrist, jvnox 'lay aroim Verlage iiir Schrisltun: Hcintzc ö Blankertz, Berlin-Leipzig, eine Schrisl herausgegebe die in rer Lcffentlichkeit und in interessierten jzreisen giosze V achtung. gesunden hat. lieberdas Rothschildiche Buch erhalt-, wir die nachstehende» Besprechungen.! ' I. Von Pros. ^r. Adler. Die.gröstle bildnerische Tat des Judentums ist seine Schrisl szaft mochte man glauben, das; diese Schristzeichen als letzte Abstraktion, als letztes combol einer Umwelt zu gelte» Habei und nur diese Annahme kan» uns einigermaste» aussöhnen m dem sonst, recht armsleligen Dokument einer ipezijiich jüdiiche 5zunst. > Ich niust das vorgusichicken, wenn ich zu dem Büchlein votz Rothschild stelluisg nehme, und ich sage es gleich, ich begrüs dies gen entspringende szorm zu finden. Jeder Versuch, der unteruomme wird, an alten und noch so festgefügten Bewährtheiten zlu rütteln, ui» festzustellen. ob sie einer neuen Zeit, einer neuen Denkweise standhalten, ist zu würdigen. Es ist aber zu unie suchen und zu prüfen,-ob wirklich in diesem Halle das 'Reue de, i Alte» die Stahlfeder dem Gänsekiel vorzuziehen ist. Und wenn ich nun zum Beispiel ein Blatt aus der Darmstädler Hagada oder eine Thorarollc zum' Vergleich hcrauziche, so schneidet die Stahlfeder schlecht äb. Von diesem Standpunkt nus musz ich die Rrdisfeder ablehnen, den» sie beraubt un der Gradunterschieden dagegen sind Schriftbilder. die mit de L y seder geschrieben sind, charaktervoll und einheitlich im aIu{; und. wie mir scheint, ent^vicilungssahig. Die Neubildung des und des v, um die in die Augen springendsten Schristlnpen. di^- eine wesentliche Umformung erführe», zu nennen, ist beachten wert. Besonders das knappe ergibt ein ruhigeres Geiamibil als das bisherige mit, der starken Verlängerung des senkrechte Grades^, li- 3. -»), dagegen musz ich aus der. nächsten seit das zp infolge seinlr satalcn Aehnlichkeit mit dem deutsche, W ablehnc». Ablehnen muH , id) endlich.alle Versuche Rothschilds,, die in Ornaemntale gehen, kenn diese Schrift ist das Ornament selbii, das Ornament im hö,iffteiz Sinne. Aber ich bcgrüjze die Arbeit trotzdem dankbar, denn gezeigt neue Wege, die, wenn sie not einem Schriftgestalter begangen werde», zu einen, neuen Ziest sühren können. 1 ' II. Von Dr. Jos. Jacobson. . . Man ist dem Verfasser dankbar, das; er eine lurze Aleihodik der Blinsthandschrift vorausschiät. Wir erfahren in klare, Worten Grundsätzliches über die verschiedenen schristwerkzeuge und lernen die Handhabung der Instrumente sür Papier-, un) Linolschnitt kennen. Immer dienen dabei die »lannigsaltige, Schriftprobetz als A uster und Vorbild. Die geschickte» Einleitungssciten crmög! ichen es auch dem Autodiktatc», sich selbständig in die Materie hincinzuarbeiten. zumal die wohlgesunge ncn Abbildungen, ih, über die Wahl der technischen kilssmiltest nicht im unklaren lassen. Das Büchlein ist vornehmlich sür die Jugend der jüdischen Schulen gedacht. Sein pädagogischer Werl wird klar, wenn m>,» die Bedeutung der Vorbilder sür das künstlerische Schassen bedenkt, hier also des Lehrbuches, da nicht nur zur ichablcnenhastem Nachahmung, sondern auch zuüi phantasieoollen Weil!crbilden und zum schöpferischen Gestalte, anregt Aber darüber hinaus bedeutet das Büchlein eine künstlerisch Tat: der Versager gewährt uns einen Einblick in seine Geistes Werkstatt.' Wir empfinden deutlich: ihm ist die hebräjschc Schosst ..sichtbare spur geistiger Belästigung". Greise» wirwahllos einige Beispiele, heraus: Arenndlich licht j wirte» die Wonenaiv rua?*? IS. :!7> durch eine weiste Zw'.schenlinie. die durch zwei parallel gezogene striche entstände» ist:-strahlend krer-Iuh das Wort ,-mji (3.7.7) in sein:»i slrasfe» Rahme» bei itärkilecn Druckanjatz: würdevoll ichlichr der Reujahrsgrus; l s. ö-U. l.iun,» der Vers aus Salomos Weisheilsiprüchen , s. :t:’■) durch die an-, den schriilziige» gewou,zencn Ornamente, dieman. beiriahe im niusH.iliichen sinne, motivisch nenne.» lauu. ' . Die A-ülle der 'Anregungen, die uns da-.- llei-ie-Buch . ve> millell, übertriiil bei weuem sie-Zahl der in idn, enthaltene» Beispiele. kier äuszerl sich utzbedingler. echt >i,dii>l,er 5zunn wille. Töricht wäre es. in der Absicht billiger 5irilil. zu betone», das; die hebräische Otiadralichriil, die ziir Zen E-.-ras die!lr ichrift unseres Volkes ablöste-, tijilturelles Lehngul ,cr and Alert male ihres sreinden, üiijüriichen llrsprungs mit iich ichleppe. Rothschild beweist, das; diese „asinriiche " Quadraifchrisi an-.- sich heraus jüdische Forint,>wen>- erzen gen kann uns-das^ oie.npu gewonnenen normen uralkem jüdische,> Geist snickie Schwung-. irast verleihen ... Uns ,che »l weienilich zu ,ei.n. das; znnt Zwecke- ..der Veredlung südlichen Izunstichaisens" eine sck'ris, lebendig gemacht wird, die schon in alten Z,-ile,i'"A.,sdrl>ckssor-i! einer höhen und weiiverbreiiclen .gnnil war Z,nr ,',en des Talmüds „gab es eisic iztinsiserligteit im Schreibe», die in, manchen Acimilien erblich war und deren Geheimnis al- Sache des einträglicheu Gewerbes, ängstlich gehütet wurde.'^-l R-e.,» die hebräiiche -gunitichrisi (ringang in die jüdis.t-en schulen gesunden haben wird das vorliegende Buch, entstanden au-, de, Praris eines Schul'niaunes. ist dafür bestimml -' an i-^wird wieder ein iieüe^ Pfad-zur--.,.jüdische» kllnn" benbrilien werden könne.». Welch »»gemein dekorative 5u.,u -iu-ilt i'n den ein zw ne,., Tnpeizder hebräischen Onadralschrisl! A»er auch nnnier eine beliebige Ilache, sei es einen Bogen weiste» Papiers oder eine Wa.nd. eine bescheidene Buchleiile oder ein dem einiironiende» Sonnenlicht sich eiugegenstellendes Snn'agogenseniier mit hebräischer Schrift zu. siillen Hai. wird stets gewahr werden, dast -ln der Ouadrälichrisl ein wlrnderbare-: 'Verhältnis zwischen Strich >,nd. czurve. zwischen sarbiger Zlache ,nd lichtein. ausgeipaii-.ui Raum-' besteht. Sie kennt nicht den >i. hl>Iang einer Schleife und n>cl,l! die klniidetiichllichkeit verichnörlelter Lineainenle. Jene Balte» geben ihr ein jeites' »'»eilige, st lebende Sckiäile tragen markige, ezöpie. die wiederum durch reizende .ezrönlein geziert werden, j 'Istillig fügt sich jeder Strich in.die Regelinästigteit des Oü-, drates: das z. B/beherrwii die'Diagonale, das - zeichnet den Rahmen »ach, stolz-reckt dr-.- --.sich empor, fest und er»n stellen sich x und n. in den-Rcnini! Den, jüdischen Graphiker, der seiner Schrift Rahmen. Aarl e und Agrin >;eben will,- entlniilr sich aus der E-igenjorm der Letter», sozusagen mir dem Iedei jlrich. der leckiniiche Ausdruck seiner Idee. A'ir alle wiisen, da,; gerade die Onadralschrisl iiir uns -.stünderin uimbolischen >'-e dantcsninhalls sei», kann: die Aiasiorn - hai^Atajusleln, getrgulicki seftgehallen. Die 'Art, wie Rothschild die Inilicile aus der reit seife verwendet, knüpsl^ ohtze Sprung an die Tradition an und steht doch mitten >,» 5zuniteinpsi,ide,> unserer Z,eii Jeder von uns keitiit die uligemein dekorative 'Art, mit -der nach .alter Ueberlieferunq die dii-'a.' und die Verse von zz-rx" geschrieben werden: gerade diese lünstlerisch sehreivirtiaine Rauniveneilung der beiden Lieder trägt wesenlli.h zur Belebung des scierlicheit Vortrages und dadurch zur Wirkung »ruf die .körenden bei. Die Esther-Rolle reiht eindrucksvoll, an bedeutender Stelle, die Nttinen der. kamanssöhne ii»tv " 'd min iec weist stolz aus Tborarolle hin und gibt uns d zelnen. schreibjeileu. danltil das belonenh. bluki verspürt man b reinander. Acaimonides seine von ihm selbst geichriebcue ie genauen Ausmaste der einformal.Aeustere nachdrücklichst im Betrachtender Probe» in Rothschilds,Buch nicht selbst Lust, sich in hebräischer .gunstschris: ') 5l ra u st, Talinudiiche Archäologie II I l:!.'>.

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