Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 10 (17.10.1930)
- Date
- 1930-10-17
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite •> ui betätigenWir haben uns jatt gesehen an den zwar klaren, aber nüchternen, oft langweiligen, unpersönlichen Drucktypen, welche die hebräischen Bücher der letzten 3ahneh»te ausweisen. 'Ahe erfreut sich unser Auge dagegen noch an den Typen der alten ii.ilieni'chen "Aieisterdrucker, die sich offensichtlich an die Handgeschriebenen Formen anlehne»! Das jüdische Kunstempfinden Nummer 10 unserer Zeit wendet sich ab von den nüchternen Formen der üblichen Drucktypen. Die Form soll persönliche Gestaltung tragen, soll beseelt sein vom Gehalt dessen, was sie ausdrllckl. Man könnte diese Entwicklung geschichtlich als eine Renaissance bezeichnen, denn ein^ alter jüdischer Kunstwille wird hier neu belebt. ©emeinbeblatt der Deutsch - Israelitischen' Gemeinde. Dr. Samson Philipp Nathan? V 5 a hr i e i t s t a<t e [3. '.Ul a r dieid>in a u 5691|>. 'i'On F. Lchwarzschild. p-ix ISTdas Andenken eines Gerechte» brin.it Seaen. Eine Fülle von Regelt für'die Sunnbnr.ier onDcnheit aiini von unierem grotzen Lehrer Dr. 2. P. Rathan aus, in für immer mit seinem Rainen verknüpft. 'S, Fabie sind ins Land ge -angen 'eil jenem unvergefzlicheii, grauen Roveinbertage. da wir Schüler der Talmud Tora Real >ehi!e ihm, der dem Werdegang der 2uii!o in allen Pha'en mit erlebt, das letzte (Geleit gaben. - gn'w'äl en haben Krieg, Reoo ii:! fn »nd Fii'lation gewütet, ober mit des "Allmächtigen gütigen Hille neben die 2n1titiitione:i innerhalb ber Hamburger Gemeinde. . an denen i^r. 'Jiathfln gewirkt, die .er gefordert und die durch seine Fmtiative entstanden, unversehrt da. Dos frische tteben. welches hier pulsiert, berichtigt nach 'Jlbin»' dieser langen Zeit, zu sagen, dgi' die "Thirk'arnkeit dieses wahr b.rit Frommen mm 2egen geworden. , _ 2. P. "Jicthnn wurde 182:1 in Hamburg als 2ohn des demeitigeu "Thaisenvaters Philipp Rathau s.'A. geboren und besuchte die Talmud Tora 2chule. die damals'unter dez, Leitung des Ehackiam Fiaak B e r n a n 5 itaitb. 2eine ungewöhnliche und vielseitige Begabung leigte sich hkoü sehr 'ruh. und er gehörte daher im den Liebliiigsschülern des Eho.cham, dem es beschieden war, Männer, die einil. Grolles leihen sollten, wie Samion tKaphael lötridt und 1. 'bb Adler heraniudilden. Rach Abschlusz der Schul ieil widmete iich "Rathan zunächst dem Kaiifmaniisstande, um iich den Unterhalt für das Studium i:> verdienen, welches er 184 ’ in n r i b n r a begann. Dort lernte: er bei 2. B. B a m b e rger inäter in Berlin bei R. R, i ck> a e l Landsberg D urcb die Borträgx. die er bereits damals in Berlin hielt, wurde die Allgemeinheit an' ihn nii'merfiam. io dar, man ihm das l'anbrabbinat >> >i n n o v e r in übertragen wünschte, in seiner aufiergewöhh licheu 'Bescheidenheit lehnte er aber dieses Amt ab. 2 a I o - in o h <9 oldi ch midi f. A.. sein Reffe. hat in einer 1906 erschienenen Gedenkschrüt einen Brief veröffentlicht, der die Aiiitellungsfrage in Hannover behandelt und ein leuchtendes Zeugnis inr die adlige Gesinnung seines 2chreibers daritellt. "Rach seiner Doktorpromotion in 2 e n a und der Erwerbung der 711x1,1 in Frankfurt a. M. verblieb Rathan mnä.ck'h als Hauslehrer in Franikfurt. 1848 berief der Ehachani ihn und feinen Freund 12 ö b "II dker ‘r'S'T als ','eliiei an die Talmud T 0 r a. R^r einmal noch wollte eine E-edieinde Dr. "Rathan zu ihrem Rabbiner berufen, es . war die Gemeinde Dchwerin iMecklbi.l. er konnte sich jedoch ans iehr begreiflichen Gründen njcht mr Annahme ent üt'lietzen. Tie Tätigkeit Dr. Rathaus in'Hamburg war äuszerit vielseitig und eripriejilich. Er amr ein Rieiher im Reckten igche. der^ seinesgleichen luchte, aiir dem Gebiete der hebiaiMtcn Doroche war er eine ZKavazität. in der Synagoge bei Talintid Tora fungierte er vorbildlich als rriip. im Telegierienkollegium des 2imagogeiiverbandes arbeitete er viele Fahre, mit. D urch seine Fnitiative entstand 1862 der Bereit! Riekor Ehajim. Er hatte erkannt,, das; es von ai.iierster eWichtigke't sei. die schulentlassene, besonders die iich den, .Kaiifniannsitande widmende Fugend dem Tora ilvdinm ii> erhalten. Mehrere tUilrfc wöchentlich scharte er >ie im Rkekor Eltajim um sich, regeluiätzig hielt er Borträge im 'Bereiu Dchel Fiichak, täglich waren liernbefLitTcnc in seinem Hause versammelt. 2ckton an der Schwelle des Greiseiiälters, übernahm er auf Anordnung der Reichsschulkommission 1886 nach dem "Ableben des Dherrabbiiters 2 t c r u die einstweilige Leitung der Talmud Tora und zugleich l*ie Stellung eines Rabbiiiatsvertreters.^ Die Fülle seiner Arbeit bintferte ihn aber nicht, im gleichen Fahre seinem . Freunde 2a ml an Raphael Hirsch in Frantfurt einen Rachruf zu widmen. "Auch literarisch war Dr. Rathan tätig. Hier sind besonders seine Abhandlung über die Tonzeichen in der Tora zu erwähnen, ferner die nach seinem Tode von Dr. F 0 s e p h R 0 r d e n veröffent lichten Anmerkungen zu den ,igtp« 'iio ivv- Seine vielteitige Tätigkeit wäre aber undenkbar gewesen, hätte ihm nicht eine gleichgesinnte, edle Gattin L e a, geh. G 0 l d i ch in i d-t, zur Seite gestanden, die er während seiner Studienjahre in "Würzburg kennen und lieben gelernt hatte. Sie itarb am 9. Fanuar 1891, und er folgte ihr im hohen "Alter von 85. Fahren. Die Trauer um diesen seltenen Mann war allgemein: eine gewaltige Menschenmenge geleitete ihn zur ewigen Ruhe. Dr. Rathan verstarb kinderlos und hat deshalb letztwillig den Berein Mekor Ehajim trliicht. ieine_ und »einer Gattin Fahrzeiten durch Lernen eines fortlaufenden Sonder Schiurs zu begehen, ein Ersuchen, das pietätvoll , innegehalten wird. ,H'1K,i5i 711171 ii’itn1? damit / unsere heilige Lehre immer mehr zum Allgemeingut Fsraels und damit zum Segen der Menschheit werde. Beerdigungen auf dem Friedhof in Ohlsdorf, i Juli 1930. * 1. Külper, Gertrud geh. Eohn, Grindelallee 136z 46 F. Hirtk), Frina geh. Salomonfen. Eppendorferlanditr. 72: 48 Fahre. Friedhurg, Fohanna geh. Rvsenbauiii, Bogenitr. 4: 88 Fahre. 3. Lippinann, Antonie geh. Laskar, "Wwe., Brahmsallee "Rr. 15: 74 F. Rtoosberg, Alex, Kaufmann, Petkumitr. 3: 63 F. 4. Sirot, Salomon, Kaufm., Griiidelallee 146: 68 F. 8. Dugowski, Fohanna .geh. "Berlowitz, Wwe., Grindel allee 93: 89 F. Salomon, Gustav, .Kaufmann, Blücheritr. 5: 74 F. ' 9. Hochfeld, Bertha geh. Hahlo, Wwe., Htisumerilr. 19: 54 Fahre. 10. Guggenheim, Helga. Schlankreye 17 4 Tage. 11. Librowicz. Pauline geb. Auerbach, -Wwe.. Schanzen itrasze 1: 85 F. 15. Fontheini,. Blume geb. Levy, Eimsbütteleritrasze 45: 66 Fahre. 17. Abraham, Siegfried. Kaufmann, Rianiteinitr. 4: 24 F. Leon, Amalie geb. Seligmaiin, Wwe., Rutschbahn 3: 92 Fahre. 20^ Frankenberg. Bendtx. .Kaufmann, Eilbecktal 1: 64 F. 23. Heilpern,' Moritz. Kaufmann. Fiinocentiaitr. 51: 60 F. 24. Martienssen. Samuel Guitav, .Kaufmann, Hansaitr. Rr. 56: «1 F. Seligsohn, Helga, Schlachterstt. 47: 1 Monat- 27. Fell, Sophie geh. Facobsohn, Fm Gehölz 5: 69 F. Facob, Auguste geh. Schwartz, Wwe., "Weidenallee 12: 79 Fahre. Michelsohn, Moritz, Kaufmann, Fsestr. 45: 59 F. 28. Bernstein, Hugo, Kaufmann, Heidehr. 18: 44 F. Berichtigung. Fm Gemeindeblatt Rr. 7, Seite 7, musz es unter dem 20. Akärz to:!0 statt Hinrichsen, Hedwig, lzeiszen: 20.: Hinrichsen, Agnes,'Hallerstk. 70: Fahre. Beschäftigt jüdische Handwerker und Gewerbetreibende!