Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 10 (17.10.1930)
- Date
- 1930-10-17
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 10 / Pinn Unterrichte» oder vom D e in o n st r a I i o n s v c r j u ch > r. oeriolbi» Unterrichtsstunde ia.rt c d) ii I c r n c r i u di überzugehen und umgekehll, je nach den Horderuugen,! die der Stoff und das Verständnis der Dchüler an uns stellt. Erleichtert ivird es uns dadurch, das; eine Teilung der Klassen für die praktischen Hebungen bei uns lüdit ersordcrlich ist, da das Laboratorium Raum genug bietet. Was hosie» lvir durch die neue 'Art »es naturwissenschaftlichen Unterrichtes zu erreichen? Die Psychologie unrericheidet 'wischen Wissen Mud Können. eeder Schüler lau» dsurch ileisziges lernen eine grojze Menge von Kenntnissen iitcm Gedächtnis einperleiben. Es ist bekannt, dag dieser Besitz wpnig dauerhaft ist. weil er bald durd, andere in. gleicher Weise ausgenoiinyene Kenntnisse verdrängt wird. .Anders ist es mit dem Könne,!, das mühsam durd, Ausbildung von törperlichen und geistigen Fähigkeiten erworben wird. Wenn es einmal' vorbande» ist. wird solches Können zum dauernden Besitz. denn cs derubr nicht aus einem : Aufspeichern, fremder Gedanken.! Das Können führt Zu einem jelbsterworb?ne» Wissen, das wir als bezcsthnien.. weil cs durch Eriabrung. durch sorgfältige achlung unserer Umgebung erworben wird. Dioies Wissen kann sich nur der aneignen, der zu beobachten und aus'seinen Beobachlüngrn die richtigen Dchlüsse zu zieben verslekil. Die Erl' , znchung zum denkende» Beobachten ist eine HiNiplaufgabe des naturwissenschaftlichen Unterrichts, und sie kan» vor allem mit Hilfe dör praktischen Schülerübung geleistet werden. . '.liech eine Tatsache, die gegen den Deinonstrationsoeriuch und für das Schülerpraktikum spricht. - Der Demonstrationsunlcrricht Phot. Max tlatberatadt Beim Chemie-Unterricht Erfahrungswiss-, Bep lumm ** ,-IÜ . 5 Frau Rebecca Weissmann: Der hebräische Unterricht in der Grundschule. , A n s e i » e m R e f c r a l bei einem Elternabend für d i e E> r u n dg ch u l e der Ri ä 0 dz c n schul e! ..Eins pädagogi!d,e szorderung lautet: Der Unlcrridit in den ersten Schuljahren musz duräraus ansdiaulidi sein. Äian sod an die Welt des Kindes anknüpfen und von der Welt des Kindes ausgehchi. Ebenso wie im übrigen Unterricht beginnen ivir jetzt auch im Hebräiiche» mit praktischen Begriffen. J solange man Hebräisch noch ausschlieszlich nach der > alten Methode Ukilcrrichlele. war-es in der. Tat für die Kinde! eine Belastung. Monatelang wurden einzelne Buchstaben. - dann Silben und bieraus alleinstehende Wörter, die gar keine!, ,jujamnienhang miteinander batten, geübt: dann grjss man direkt zur und arbeitete nun wochenlang an einem abstrakten Teil. Der Unterricht wurde den Kindern langweilig, da sie ibm nicht folgen konnten, und daher durchaus nicht so begrüjzl. wie es. hätte sein solle». Bo» einer Begeisterung, wie wir sie beule finden, war icho» gewisz nichts Zu merken. . Besonders der erste Ueberjetzupgsunterricht machte grojze Schwierigkeiten. Die Kinder kamen unvorbereitet an . den schweren Icjct heran. . Die kannte» weder Vokabeln noch grammatische Ho'rmeu. - Die verstanden auch selten den Inhalt des abstrakten Teiles.: vom Deutichen etwas'ins Hebräische zu übertragen. das war erst recht ein Ding der Unmöglichkeit, Zeder weisz. wie schwierig und unlebendig . diese Aielhodc war. uii^ nicht zu Unrecht wurde ein derartiger Uulcrridzt oft eine Be-, i.inung des Kindes. Das ist jetzt anders geworden. Wir besitzen jetzt eine Methode. welche die Kinder in einer ihrem Begriffsoermög'n angemessenen Weise in die hebräische Sprache einsührr und sie in überraschend schneller Weise zu verriestcm Bersreheir des Tertes bringt, der dann zur fruchtbringenden Besprechung gelingt: sie wird von den Kindern direkt gefordert. Diesen .Fortschritt im hebräische» Unterricht verdanken wir Um, gröjzlen Teil der neuen szibel der Lehrer unserer Talmud Tor>,-Realschule a n d e l b a u m und Rothschild, die lei« jüdisches Kind entbehren sollte. Dieie szibel trägt den Dikel dtN'X'I mit Rechtz denn L^chl und sfreude pslünzi sie in die »erzen der jüdischen Jugend. > und fuh.cn uniere Kleinen als echt jüdische Zunge» und i Gebet b:,w •-.) rücht und' .Zreude -j M«"ir -j Aicher n:n') und ^m') als jüdische Mädchen durch die sfrcudöu und feeierstundcn des jüdischen Kinderländes. - Wie wir den hebräischen Unterricht in den ersten Schuljahren handhaben, sei hier kyr; dargclegt/I. Schuljahr. Zn den ersten Wod>cn soll das Hebräische nur den Kindern ans Lhr dringen und ihr Auge durch Bilder erfreuen. Kleine hebräische wieder werden gesungen. Bald lernen die Kinder schon verschiedene Dinge beim hebräischen Raine» kennen. Wir lassen sie Tätigkeiten ausführcn, die wir vorher hebräisch, benannt haben. Die verstehen nun ohne weiteres, was wir von ihnen verlangen, und jedes Kind drängt sich zum Wort. Auch ein leichter Abzählreim tritt schon aus. Dolche Uebungsformen machen den Kleinen viel Spafz und sind doch zwcdmäsiig, besonders wenn man darauf achtet, dasi die Wörter der. ersten ^ibelscilcn de». Kindern damit bekannt werde». Dan» erst bekommen sie das l. fzibclblatt in die Hand und benennen nun fleijzig alle bekannten Dinge. Nachdem auch die nächsten nibcl-, blätter eingehend besprochen und vorbereitet sind, erhalten di? Kinder allwöchentlich eines. Welche Freude bedeutet es nach' diesen Borbereitungen, wenn sie auf einem «Zibelblatt den N2D Tisch Wiedersehen, der ihnen mit allen seinen Einzelheit?» entweder aus dem Eltcrnhause jedenfalls aber aus d?n Besprechungen am nas? 3is‘). in der Schule vertraut ist: Wie grosi ist erst der Jubel, wenn die Kinder Buntstifte in die Hand bekommen und nun anmalen dürfe», was sie hebräisch beäennen können. ' Run beginnt ein grosier Eifer unter den Kleinen. Jedes Kind will recht viel anmale». Das leblose BUS wird unter seiner Hazid lebendig, und grosie sfreude herrscht unser den Kleinen über die eigene Arbeit. Run -werden die einzelnen Bezeichnungen schon hebräisch gejagt. Der Lehrer fragt hebräijd, und die Kleinen antworte» ganz frei. Rach einer derartigen Einführung kan» es im hebrÜijchen Unterricht für die Kinder nur freudig weitergehen. Rachl kurzer x{cit erzählt man ihnen eine kleine Geschichte auf hebräisch mit entsprechende» Bewegungen dazu, 6ic: ihr Berständnis unterstützen. Die Kleinen male» nun auch schon etwas von dem, was i» der letzten hebräischen Tlunde besprochen worden ist, ins liest und .schreiben gleich die Bezeichnung für den Gegenstand darunter. aiam einiger ^zeii wird die o.idit zchon etwas ernster, aber die Arbeitsfrcudigkeit läfzt nicht nach. Der Lesekasten, den die Kinder leer bekomme» haben, hat sich inzwischen gefüllf: denn sowie ein Buchstabe bekannt war, wurde er fi, das betreffende ') Hanna -> Rahel;) Sabbat >> Freitag.!