Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 9 (10.9.1930)
- Date
- 1930-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 9 Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch»Israelitischen Gemeind«. Jugendamts mit JOl 42 000.— (JOl 33 400.—) eingefeit; die Ausgaben für die Mädchenschule mit JOl 124 875.— ('JOl 182 100.—) einschließlich der Pensionen, für das Paulinenstift mit JOl 26 790.— (JOl 43 960.—), die Talmud-Thora-Realschule mit JOl 54 000'.— (JOl 78 000.—), des Jugendamts mit JOl 87 009.— (JOl 102 020.—). Aus der Bewilligung für das Jugendamt sollen die Ausgaben bestritten werden für die Schulspeisung, den Knaben- und Mädchenhort, die Berüfsberätungsstelle, die Tagesferienkolonie und die Tagesausflüge, die Kindcrverschickung, den Kindergarten der Ägydas Jisroel-Jmgendgruppe, die Lehrlingsfürsorge des Handwcrkeroereins,!haushaltungs- und Fortbildungskurse, Waisenpflege, Unterbringung von Kindern in Erziehungsanstalten, Religionsunterricht und allgemeine Jugendpflege. Insgesamt werden für das Schul- und Erstehungswesen äußer dem unter 4 zu betrachtenden Betrage JOl 292 665— (JOl 402 080.—), also etwa 30 Prozent des Gciamtelats verausgabt. 4. Kulturelle Aufgaben (Wissenschaft, Bildnizg und Kunst): Für diesen Etattitel, der keine Einnahmen aufzuweisen hat, werdciz insgesamt JOl 48 487.50 veranschlagt. Hiervön sind zu verausgaben für die Bibliothek und Lesehalle JOl 13 250.50, für auswärtige Anstalten und Bereine, wie z. B. die Rabbiner- und Lehrerbildungsanstalten, die Akademie für die Witzejnschaft des Judentums, das Eesamtärchiv der deutschen Juden, diie Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentumis, die Jüdisch-literarische Gesellschaft, die Universität in Jerusalem .'/?>< 2175.—; für hamburgische Bereine für Religionsunterricht, Bildung und Erziehung sind JOl 25 650.— eingesetzt worden, die folgendermaßen verteilt werden sollen: Jeschiwah JOl 3)50.—, Jüdischer! Schulverein JOl 7425.—, Jwriah JOl 3000.—,j Hachcharah Yil 225.—, Leoin Salomon Klaus und Alte und Neue Klaus je JOl 1800.—, Wallichs Klaus JOl 900.—, Religion^schule der Neuen Dammtor-Synagoge lß)l 2250.—,, Keren Hatorah :POl 225.)—, Lern-Berein Chäje Odom JOl 750.—, Chinuch- Kommissiön der Agudas Jisroel JOl 75.—, Religionsunterricht am linken Alsterufer JOl 675.—, Bar Kochba JOl 1500.—,i Jüdischer Turn- und Sportverein JOl 900.—, Fei re Mtsrachi YH 225.—, Jüdisches Eemeinschaftsheim JOl 75.—, Deutsch- Jüdische Jugend JOl 225.—, für den Betrieb des Gemeindehauses Johnsallee sind JOl 7500.— angesetzt worden. 5. Kultus: Für das Kultuswesen hat die Gemeinde!auger dem Staalszuschutz für die Eefangenenfürsorgc mit JOl 875.— keinerlei Einnahmen, da sämtliche Einnahmen dieser Ari (wie Beiträge, Stellenmieten, Kasualien, Mizwothgelder, Schächtgebührcn usw.) deü Kultusoerbänden Zufällen. Für die Abgabe an die Kultusoerbunde aus den Steuereinnahmen mit 10 Prozent sind JOl 33 750.— angenommen. An weiteren Ausgaben des Kultusniesens sind Jl 3750.— für die Seelsorge der Straf- und Untersuchungsgefangenen und die Pegachfpeisung, s sowie Jl 5400.r— für Pensionszuschüsse an denj Tempeloerband bewilligt. ' , [ 6. Wohlfahrtswesen: Die Einnahmen der PZohlsahrtsanjtalten entsprechen mit JOl 21 993.75 für das Altenhaus, mit j?)l 9750.— für das Pflegeheim, mit JOH 1125.— fijr die Fremdenpflege und mit JOl 40 H25.— für das Kindererholungsheim Wilhelminenhöhe den von den Verwaltungen angegebenen Ansätzen. . ' ~ \ j ■ An Ausgaben sind bewilligt worden für das Altefrhaus JOl 50 362.50, das Pflegeheim JOl 17 250.—, die Frcmdenpflege einschließlich des Daniel-Wormier-Hauses-ÄA 23 625.—, für Wilhelminenchoy».M 55 875.—. Für die Kommission für das Wohlfahrtswelen, fiü welche im Vorjahre JOl 147 500 — einschließlich der Nachbewilnaungen verausgabt worden sind, könnefi im laufenden yt Jahre wegen der schlechten Finanzlage det Gemeinde nur JOl 82 500.-*- angenommen werden; aus diesem Posten sollen die Aufwendungen für Unterstützungen durch die Pfleger, für Krankenpflege, Feuerung, Bekleidung und >Nähstube. Speiseanstalt und Lebensmittclverteilung einschließlich der Mazzothversorgung, sowie Zuwendungen an den soq. Broh- und Suppenoerein und ausfallende Bürgschaften beim israelitnschen: Vorschußinstitut bestritten werden. Der Mittelstandshilfe!sollen wieder JOl 30 000.— überwiesen werden. Da eine Verlegung oder Vergrößerung des Pflegeheims in Aussicht steht, so ist im Laufe des Jahres mit einer Neuordnung des Etats dieses Institution zu rechnen. Tie Krankenhausfürsorge erfordert JOl 1350t—; für den Verein zur Bekleidung armer Schüler der Talmud-Tora-Realschule sind JOl 450—, für,das Jüdische Polksheim in Altona JOl 1800.— und für ErholungsfüPorge «Therefienstiftung) JOl 1500.—, für den Israelitischen Stellenvermittlungsverein JOl 750.—. und als Beitrag zu den sozialen Lasten der Hochdeutschen Israeliten-Gemeinde Altona JOl 3750.— bewilligt worden. Insgesamt erfordern die Ausgaben der Wohlfahrtspflege innerhalb der Gemeind« einen Betrag von JOl 269 212.50, also etwa 28 Prozent des Gesamtetats. 7. Begräbniswesen: Die Einnahmen mit JOl 110 400.— (JOl 149 700.—) und die Ausgaben mit JOl 113 404.50 (JOl 148 756.—) entsprechen den effektiven Einnahmen und Ausgaben des Vorjahres. 8. Bewilligungen für besondere Zwecke: Wie in den Vorjahren, ist eine An,zahl jährlich wiederkehrendcr Subventionen mit JOl 8587.50 (JOl 10 100.—) für wichtige allgemeine jüdische Institutionen vorgesehen; aus diesem Posten sollen Beiträge gezahlt werden an den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. den Deutsch-israelitischen Eemcindcbund, die Zentralstelle -für Wanderarmcnfürsorge, die Zentralwohlfahrtsstelle, den Hilfsausschuß des Verbandes jüdischer Lchrervereine, die Israelitische Union, den Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, den Verein zur Unterstützung jüdischer Geisteskranker, für Palästinafürfyrge, den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, den Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte, den Sozialen Ausschuß des Allgemeinen deutschen Rabbiner-Verbandes. das Lehrgut Rodges, den Schomre Schabbos-Weltverband, den Verband Ort und Beiträge für andere jüdische, Vereine und Institutionen nach Bestimmung des Gemeindevörstandes. 9. Dispositionsfonds: Dem Dispositionsfonds des Vorstans sind JOl 5250.— und dem Dispositionsfonds des Repräsentanten - Kollegiums JOl 525.— zugcwicsen worden für Ausgaben, die, wenn nötig, sofort bewilligt werden sollen. 10. Bewilligungen aus ^dem Vorjahre: Die Kosten für die Errichtung einer Abgrenzung auf dem Friedhofsgelände in Ohlsdorf mit JOl 14 000.— und die restlichen Kosten für die Ordnung des Archivs mit JOl 1200.—, sowie das noch nicht zur Auszahlung gekommene Pätästinareisestipendium mit JOl 500.— sind wiederum bewilligt worden. 11. Für Unvorhergesehenes sind JOl 1826.75 (JOl 1569.—) als Ausgleichsposten eingesetzt worden. 12. Finanzwesen: An Zinsen und Spenden sind JOl 1125.— (JOl 11300.—) eingesetzt worden. Da der Haushaltsplan mit einer Ausgabe von JOl 966 033.75 für 9 Monate lgegen JOl 1305 205.— für 12 Monate im Vorjahre) abschliegt, denen an reinen Einnahmen nur JOl 283533.75 (‘JOl 355 205.—) gegenüberstehen, so mug ein. Betrag von JOl 682 500.— noch aufgebracht werden. Der Haushaltsausschuß und die Gemeindebehörden haben aber nur JOJ 600 000.— als Gemeindesteuer an Einnahmen eingesetzt, da zu befürchten ist, daß infolge der verschlechterten Geschäftslage mit keinem'höheren Steuereingang zu rechnen ist. Zur Deckung «wies Teiles des zu erwartenden Defizits ist daher beschlossen worden, aus den Zinsen der Depositenkasse milder Stiftungen einen Betrag von JOl 15 000.— zu entnehmen und für diejenigen Gemeindeinstitutionen zu verwenden, welche Kapital bei der Kasie belegt haben. Die Beträge sollen dann später, wenn die Depositenkasie ihren Zinsendienst wieder aufnehmen wird,: was am 1. Januar 1932 geschehen soll, mit den Institutionen verrechnet werden. Das Defizit wird daher JOl 67 500.— betragen. Für die Deckung dieses Fehlbetrages sind zurzeit noch keinerlei greifbare Vorschläge vorhanden. Die Gemeindebehörden. hoffen aber, dag durch angespannte Sparsamkeit seitens der Gemeindeverwaltung und, der einzelnen Institutionen, sowie durch möglichste Vermeidung von Nachbewilligungen und Erhöhung von Etatsposten dieses Defizit ganz vermieden oder wesentlich vermindert werden wird. Zur besseren Uebersicht geben wir im Folgenden noch einmal eine Zusammenfassung sämtlicher Kapitel des Haushaltsplanes: Zusammenstellung. I. Einnahmen 1930 31 1929 30 für 9 Monate für 12 Monate I, Grundstückswescn . . II/Verwaltung .... III. Schulu, Erziehungswes IV, Kulturelle Aufgaben V. Kultus .' VI. Wohlfahxtswejen . . VfI. Begräbniswosen . . VIII. Allgemeine Aufgaben- IX. Dispositionsfonds . . X. Vorjährige Posten XI, Unvorhergesehenes . , XII, Finanzwesen .... JOl 40 650,— (JOl ,53 500 - ( 57 990,— ( ( 375,- ( 72 993,75 ( 110 400,— ( ( -- ( 683 625, 62 380 500 77-825 147 700 981 300 -) -) -) -) -1 -) -) -) -) -1 -) -1 JOl 9b6 033,75 (JOl) 905 —)