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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-09-10 · 9 (10.9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
9 (10.9.1930)
Date
1930-09-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 9 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Seite 3 und Geknickte ausz^tschicken ledig, — alljcdes Joch solltet ihr zertrümmern! Jsts Nicht: für den Hungernden brechen dein Brot, daß schweisende Gebeugte - du ins Haus kommen lassest, wenn du einen Nackenden siehst daß du ihn hüllest!: vor deinem Fleisch verstecke dich nicht! Dann dringt dein Licht hervor der Morgenröte gleich, eilend wächst deine Wundhaut zu, ' deine Wahrheit gqht vor dir einher, Nachhut dir ist Seine Erscheinung. ‘ Rufst du dann, antwortet E r, schluchzest du auf, : spricht er: Hier bin ich. Räumst du nur aus deiner Mitte Unterjochung, Fingcrstrccken, Arggered^ reichst dem Hungernden dein eignes Seelenbcgchr, sättigst eine niedergebcugte Seele: da strahlt dein Licht in der Finsternis auf, sonncnhöhgleich wird dein Düster, stetig geleitet dich E r, jättigtdcine Seele mit Köstlichkeiten^ ermuntert dein Gebein, daß du gleich wirst einem durchrieselten Garten, einem Wasicrborn gleich dessen Wasser nie versagt. Trümcher der Vorzeit? bauen die Deinen auf, Grundmauern von Geschlecht für Geschlecht s errichtest du wieder, rufen wird man dich Rißverzäuncr, Rückbringer der Pfade für die Besiedlung. Hältst du zurück deinen Fuß - - wegen« der Wochenseicr, vom Tsun nach deinen Gelüsten am Tag meiner Heiligung, rufst d,ie Feier selber: Wonne. . | die M i r heilig ist: Ehrwürdige, und ehrst sie, statt deine Wege zu tun, statt zu finden dein Gelüst und Gerede zu reden, dann wirst du Wonne haben an M i r, ich fahre dich * über die Kuppen des Lands, ich atze dich! mit Iäakobs deines^ Vaters Eigen. Ja. geredet hats Sein Mund. .i!-1 11 Haushaltsplan der Gemeinde für 1930 »31|. In dl 2. und 7. am 1. IuHi worden. Der Voranschlag ist in sechs Sitzungen von einer aus drei Mitgliedern des Vorstandes (den Herren Heinrich Levy, Heckscher und Dr. Herzfeld) ferner Dr. Nathan und Dr. Tannenwald und fünf Mitgliedern des Repräsentanten-Kollegiums <den Herren Dr. Fränkcl, Knobloch, Lisier, Michaelis,, Münden und nach Ausscheiden der Herren Knobloch, Michaelis. Münden und Lisier, dep Herren Dr. Fränkel, Horowitz, Jsaacsen, Alexander Lcoy unb; Peine) bestehenden gemischten Kommission vorberaten worden, ehe er dem Vorstand Vorgelegen hat und von diesen dem Rcpräsentanten-Kollegium überreicht worden ist. Da sim Mißstände daraus ergeben haben, daß der Steuersatz aus arbeitstechnischen Gründen der Finanzämter im Februar jedes Jahres festgesetzt werden muß, während der Haushaltsplan bisher erst im Juni beraten werden konnte, ist beschlosien worden Beginn def Geschätssjahres vom 1. Juli auf dgn Dadurch kann die Festsetzung des Steuersatzes Zugleich mit deh Etatsberatungen vorgenommen werde i. Ueberdies hat die Verlegung des Geschäftsjahres den Vorteil. Feststellung des Etats die Steuereingänge für zw:i anstatt wie bisher für ein Quartal übersehen werden n Sitzungen des Repräsentanten-Kollegiums am Juli 1930 ist der Haushaltsplan der Gemeinde für das 1930 beginnende Geschäftsjahr beraten und beschlossen daß bei Quartale können. Die Aufstellung des Etats ist in diesem Jahr mit besonderen Schwierigkeiten. verknüpft. Es ist nicht zweifelhaft,- daß die berufliche Schichtung der Hamburger Juden sie in besonders hohem Maße zu Opzern der schweren Depression macht, von der die hamburgijch« Wirtschaft mehr noch als die deutiche Wirtschaft im allgemeinen betroffen ist. . 2m Augenblick ist nicht zu übersehen, in welchem Ausipaß das Einkommen unserer Gcmeindeangehörigen im Jahre 1929 sich gegen das Vorjahr verringert hat. Ohne dem Vorwurf eines übertriebenen Peisimismus ausgesetzt zu sein, muß man aber der Befürchtung Ausdruck geben, daß die Erhöhung des Steuersatzes um 1 Prozent von 9 Prozent auf 10 Prozents wie sie beschlossen ist. bei weitem nicht ausreichen wird, um einen erheblichen Rückgang der Steuereinnahmen zu verhindern. So oblag dem Vorstand die Pflicht, trotz aller durch die gleichen Röte der Zeit sich mehrenden Anforderungen und in voller Erkenntnis der zahlreichen auf sozialpolitischem und kulturellem Gchict noch zu lösenden Aufgaben den Etat mit äußerster Sparsamkeit aufzustcllen. Daß bei diesem Stand der Dinge zahlreich« Wünsche unerfüllt bleiben müsien, deren Berechtigung durchaus nicht verkannt wird,-wird jedem Einsichtigen umso eher deutlich sein, als ihm ja geläufig ist, in welch weitem Ausmaße die Gestaltung des Etats durch rechtlich zwangsläufige Ausgaben bestimnlt ist und wie weit auch historische! Bindungen zu rcjpckticrcn sind. Trotz aller auf Ausgabcnsenkung gerichteten Mühe ist es nicht gelungen/ einen ohne erheblicheb Defizit abschließenden Voranschlag auszustellen. Einer Erhöhung des Steuersatzes glaubten die Gemeindebehörden aus allgemeinen qcmeindegemeindepolitischen Gründen naw wie vor nicht das Wort reden zu können. Zu prüfen wird aber sein, ob nicht sonstige Einnahmen der Genzeinde eine Erhöhung zulasien oder nirue Einnahmequellen erschlossen werden^ können. |- Die prekäre Lage der Gemeindesinanzen nötigt den-Vorstand, die Käsicnvcrwaltung mit Nachdruck anzuweisen, die bewilligten Beträge nur in monatlichen Raten zur Auszahluerg zu bringen, damit nicht durch Ucbcrzichung der Bewilligungen Ucberschreitungen der einzelnen Positionen cintretcn. Die Anstalten und Institutionen, welche nickt im Eigentum der Gemeinde stehen oder von ihr betrieben werden, sind wiederholt darauf hingewiesen , worden, daß die Suboentionen ihnen nur unter der Voraussetzung bewilligt werden und zur Auszahlung gelangen können, wenn und soweit die eingehenden Steuerbeträgc dach ausreichen-werden. Die Steuer», welche durch Beschluß der Gemeindebehörden vom 12. Februar 19.90 aus 10 Prozent der für das Jahr 1929 endgültig veranlagten Reichseinkommensteucr festgesetzt worden find, werden wie bisher von den Finanzämtern veranlagt und eingezogen werden. Es ist darauf hingcwiesen vo!rden,^dasz Nachbewilligungen und Reubewilligungcn größerer Umfanges bei' der augenblicklichen Finaizzlage der. Gemeinte unmöglich sein werden, da unbedingt vermieden werden muß, daß durch besondere Ausgaben die Geschäftsführung der Gcnreindcverwaltung erschüttert wird. Zu den einzelnen Posten be* Voranschlages wird folgendes bemerkt: . * 1. G r u n d st ü ck s w e s c n: Für die Grundstücke sind an Einnahmen 40 650.— #>( (für 9 Monate gegen --9 900.— r#)( im Vorjahre für 12 Monate) vorgesehen, die durchweg auf Verträgen beruhen. An Ausgaben sind 99 000.— #>( (52 000 Reichsmark) eingjesetzt, welche insbesondere die Grundsteuern, Zinsen. Versicherüngcn und Reparaturen enthalten. Hier sei zur Vermeidung von ausgetretenen Mißverständnisien ausdrücklich betont, daß aus diesem Konto nur die Ausgaben für diejenigen Grundstücke bestritten werden können, welche unter direkter Verwaltung der Gemeinde stehen und unter den Einnahmen einzeln genannt sind. Die Ausgaben für diejenigen Grundstücke, welche unter der Verwaltung der einzelnen Institutionen stehen, wie AltenhaUs, Pflegeheim, Paulinenstift, Wilhelminenhöhe, Friedhofsbaulichkeiten, Wormscrhaus, Töchterschule, Rordheimstif^, müffsen aus den Posten der betr. Institutionen direkt bezahlt werden. 2. Verwaltung: Die Ausgaben für das Gemeindehaus mit Jt)l 9750.— (#>/ 4000.—), die Bürounkostcn mit X)l 4725.— (#)( 7000.—), Gehälter und Pensionen Jt)l 50 100.- (Jtil 79 700.—) und das Ecmcindeblatt mit #>( 3750.— (#)/ 5000.—) entsprechen den Ausgaben des letzten Jahres unter Berücksichtigung der inzwischen eingctrctenen Eehaltsänderungen. Rruanstellungen und Reu'pcnsionierungen. 9. Schul-undEr ziehungswesen: Die Einnahmen der Mädchenschule der Gemeinde sind mit #>( 4500.— (#>(10 000.—), des Paulinenstifts mit #>( 11 490.— (#M 18 930.—) und des

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