Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 7 (10.7.1930)
- Date
- 1930-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 7 Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeind«. I ■ Institutionen noch einen Vertreter des Vorschutz-Jnstituts in die Kommission zu wählen. Herr Dr. Zir änkel ist für Annahme des Antrages in feinem ersten Absatz, er schlägt jedoch vor, die Kommission anders zusammenzusehen, und zwar sotl sie bestehen 1. aus den 3 Mitgliedern der bisherigen Darlehnskassen-Kommission,- 2. einem weiteren vom Repräsentantenkollegium zu wählenden Mitgliede aus der Reihe der Antragsteller, 3. 2 Mitgliedern des Vorstandes der Gemeinde. 4. je einem Mitglied des Jugendamtes, der Berufsberatungsstelle, des Landesausschusses der jüdischen Jugendorganisationen. der Mittelstandshilfe und des Vorschutzinstituts. Der Antrag wird in dieser Form angenommen und als, weiteres Mitglied des Kollegiums in die Kommission Frau Dr.. Caro gewählt. 5. Es wird sodann in die Beratung des Haushaltsplanes für das Geschäftsjahr 1930 31 eingetreten. Ta diese Beratungen nicht zu Ende geführt wurden, soll hierüber später im Zusammenhang berichtet werden. T. Abrechnung und Bermögensaufstellung der Gemeinde für das 3ahr 1928/29. In der Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums der Gemeinde vom 19. Juni 1930 sind die Abrechnung und die - Vermögensaufstellustg der Gemeinde für die Zeit vom 1. Juli 1928 bis zum 30. Juni 1929 einer Kommission zur Prüfung übergeben worden.: 2m Nachstehenden werden die Aufstellungen-nebst einem Auszuge aus dem Berichte des Vorstandes zur Veröffentlichung gebracht. 1. Abrechnung für die Zeit vom 1. Juli 1928 bi-s zum 30. Juni 1929. A. Grundstückswesen: Die Grundstücke Breitergang, Kohlhöfen. Steilshop und Farmsen haben insgesamt 9127,57 Reichsmark lleberschutz ergeben, während die übrigen, die zum Teil vermietet sind, zum grötzten Teil aber von Gemeindeinstitutionen benutzt werden, grötzere Kosten verursacht haben. Nach dem Voranschlags sollte sich ein lleberschutz von 7600 JtM ergeben. Es sind aber für die Freimachung des Grundstückes Kielortallee, in welchem die Synagoge des Lstjüdilchen Vereins Adas Jeschorim und die Wohnung des Dereinsrabbintrs eingerichtet worden sind, 10000 JtM, für. den Ankauf der Grundstücke Schäferkampsalkee 25/27 40132,58 3t.it verausgabt worden. Der Voranschlag wurde daher um 3 320,94 3t.it überschritten. Für dieses Kapitel wurden 8 Proz. der Gemerndemittel verwendet. » ' B. Verwaltung: Bewilligt waren an Ausgaben 83600 .J(M, verausgabt wurden 93 916,48 3t.it, also der Voranschlag um 10 316,48 JtM überschritten. Hiervon wurden für Renovierung des Gemeindehauses Rothenbaumchaussee 38 etwa 4000 JIM, für das Gemeindeblatt 1600 JtM. und für Anschaffung von Möbeln und Regalen für das Archiv, sowie für drei Schreibmaschinen 1800 JIM verausgabt, der Restbetrag für gesetzlich« und tarifliche Eehalts< und Pensionserhöhungen gebraucht. Etwa 8 Proz. der Einnahmen sind für die Verwaltung verbraucht worden. C. Schulwesen und kulturelle Aufgaben: Bewilligt waren zusammen 356 550 JtM, es sind 13 800 JtM Sonder- und Nachbewilligungen erfolgt, verausgabt sind 402 807,25 JtM, so datz 31 957,25 JtM mehr verausgabt wurden. Hiervon sind von der Töchterschule 16 584,76 JtM für -Gehälter, Reparaturen des Schulgebäudes und.allgemeine Ausgaben, sowie 1062,30 JtM für Pensionen mehr als veranschlagt ausgegeben worden, der Rest von etwa 14 000 Reichsmark für den Betrieb des Gemeindehauses Johnsallee und der Gemeindebiblkothek. einschlietzlich Gehälter, Mobiliar und Ankauf der Nobelschen Sammlung. Nachbewilligungen waren erforderlich u. a. für das Jugendamt mit 8800 JtM, sowie für das Paulinenstift mit 3500 JtM. Es ' sind also 33 Proz. der Einnahmen für das Schulwesen, die Jugendfürsorge und die kulturellen Aufgaben der Gemeinde verwandt worden. D. ft u 11 u s ro t f e n: Bewilligt waren zusammen 61700 Reichsmark, ausgegeben sind 85 235,62 JtM. Die. Mehrzahlung von 23 535,62 JtM ist erfolgt infolge des höheren Steuereinaangs und des dadurch erhöhten Steueranteils der Kultusverbände, auherdem dadurch, datz die Verbände vor dem 1. Juli 1929 grötzere Vorschüsse als sonst aus die' ausstehende Verrechnung erhalten haben. Diese Posten sind aber nicht als Etatsüberschreitung cmzusehen, da sich die Zahlungen im nächsten Etatsjahr dadurch verringern werden. E. Wohlfahrtswefen: Bewilligt waren für offene und geschlossene Wohlfahrtspflege in Hamburg 280 025 JtMj nachbewilligt worden sind für das Wohlfahrtswesen 15 000 Reichsmark, die Mittelstandhilfe 9000 JtM, die Erholungsfürsorge für Erwachsene 2000 JtM, die Volksküche 2500 JtM, das Kindererholungsheitn Wilhelminenhöhe 5000 JtM, den Stellenvermittlungsverein 750 JtM und das Beschenkungskomitee der Henry-Jonas-Loae 5000 JtM, zusammen also 39 250 Reichsmark: verausgabt wurden an Zuschüssen aus Mitteln der Gemeinde zu den erheblichen, mindestens 80000 bis 90 000 JtM betragenden eigenen Einnahmen der Institutionen 326 646,53 JtM. An dem Etat ist daher in diesem Kapitel 1500 JtM erspart worden. Die Ausgaben für das Wohlfahrtswesen belaufen sich also auf 27 Proz. der Ausgaben der Gemeinde und. wenn man die Einnahmen der Institute mitrechnet, mindestens 32 Prozent der Ausgaben. E. Begräbniswesen: Den Einnahmen mit 37.106,35 Reichsmark stehen 58 283,67 JtM an Ausgaben gegenüber, also eine Mehrausgabe von etwa 21 000 JtM, während ein lleberschutz von 2400 JLti veranschlagt war. Von -den Mehrausgaben gehen 6000 JtM auf die Umbauten auf dem Grindelfriedhofe und 15000 JtM für die Anlage der Gasheizung und besonders Reparaturen an den Gebäuden des Ohlsdorfer Friedhofes: die restlichen 2500 JtM verausgabte die Finanzkommission der Beerdrgungsbrüderschaft für die Anschaffung neuer Uniformen für die Leichenträger. Das Kassenwesen der beiden Beerdigungsgesellschaften und der Friedhofsgärtnerei hat nichts mit der Gemeinde zu tun und wird selbständig geführt. Die Ausgaben dieses Kapitels betragen 5 Proz. der Ausgaben der Gemeinde. G. Allgemeine Aufgaben: Für allgemeine jüdische Aufgaben, zum grötzten Teil Subventionen für auswärtige jüdische wissenschaftliche und Wohlfahrts-Institutionen sind im Haushaltsplan 9000 JtM ausgesetzt gewesen: nachbewilligt sind 8600 JtM, verausgabt sind 21653,40 JtM, so datz der Etat um 5000 JtM überschritten ist. H. Dispositionsfonds: Bewilligt waren für den Dispositionsfonds des Vorstandes 10 000 JtM und für den des - Repräsentanten-Kollegiums 1000 JtM, verausgabt wurden 7520,21 JtM, so datz 3500 JtM erspart wurden. I. Sonderbewilligung: 40 000 JtM wurden für den Neubau des Krankenhauses der Gemeinde bewilligt. K. Finanzwesen: Die Steuereinnahmen haben den Voranschlag von 850 000 JIM um etwa 207 000 JIM überschritten. die Zinsen den Voranschlag von 10000 JtM um etwa 1600 JLH. Die Ausgaben für die Steuerverwaltung. Steuerrückvergütungen usw., welche mit 70 500 JtM veranschlagt waren, sind um 7 000 JtM geringer gewesen. Der Voranschlag einschlietzlich der Nachbewilligungen ist nach den vorstehenden Ausführungen überschritten um folgende Beträge: a) Grundstückswesen: (einschlietzlich des nicht erzielten veranschlagten Ueberschusses), b) Verwaltung: c) Schulwesen und kulturelle Aufgaben: 6) Kultuswesen: (zwangsläufige Abgabe an die Kulverbände), e) Begräbniswesen: (einschlietzlich der nicht erzielten aber veranschlagten Ueberschusses), f) Allgemeine Aufgaben: __ zusammen: während erspart worden sind: 10920,64 JtM 10 316,48 JtM 31 957,25 JtM 25 535,62 JtM 2 577,32 JtM 5 053,40 JtM . 86 460,71 JtM g) Wohlfahrtswesen: 1628,47 JtM h) Dispositionsfonds: 3 479,79 JtM k) Finanzwesen: 7 109,96 JtM l) Mehremgang an Steuer und Zinsen: 208 948,75 JtM zusammen: 221166,97 JtM An Nachbewilligungen sind erfolgt 195 282,58 JtM. — Es Und also etwa 62 000 JtM mehr ausgegeben, als eingenommen worden. Abrechnung 1928/29. Einnahmen: , Grundstückswesen 9127,57 JtM Finanzwesen (Steuern, Zinsen usw.) 1068 948,75 JtM Kultuswesen (Mazzothbäckerei) 1680,— JtM Begräbniswesen 37106,35 JtM Fehlbetrag 78 032,57 JtM 1194 895,24 JtM