Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 6 (10.6.1930)
- Date
- 1930-06-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nummer 6 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde.! Seite 3. irreführenden Namen David „Awas", als hebräische Bezeichnung füreinen seiner Schüler namens Gans. Das Werk ist aber, wie man an dem Stil und dem geistreichen Witz ersieht, von ihm selbst, was er in seiner Autobiographie isv selbst zugibt. (Altona) fälschlich Zolliew 1757, 60 Bll. 9. trrsr nrc- Anhang zum vorhergehendem Werk. Sehr gehässige Auseinandersetzung mit R. Iecheskel Landau in Jampel, dem berühmten späteren Oberrabbiner in Prag. Versassrr des bekannten Werkes niiti'a n)J- (Altona 1757). Ohne Druckort und Druckjahr. 10. srmirn IDO — über das Treiben der Sabbatlaner und der Franlisten in Polen,- reich an historischem Material. Amsterdam (Altona) 1753—1761. 4°. 89 Bll. Am Schluh interessante Holzschnitte. i 11. mpaNrn luv' angeblich von einem seiner Schüler: zum größten Teil Auszüge aus folgenden polemischen Schliff ten Emdens:'.^"van pinx apsra riinr -hsfcn) isia.n jmvr n’} Visvn '0 Altona. 8°, 1762—1769, 165 Bll. j Das Werk nsiirf ]n:irr> n’a wird sehr oft als isivn frizin' r>'a zitiert, was darauf zurückzuführen ist, daß nachträglich zur Abschnächung der Beschimpfung das a^durch einen Strich in o ver oandelt worden ist. 12. ISV Emdens interessante Autobiographie, nach einer Handschrift herausgegeben., von David Kahan, Warschau 1898, 8, VIII 4- 230 Seiten, nebst Bildnis seines Vaters, des Chacham Zebi. Diesem bedeutsamen Werke werden wir unseren nächsten Artikel widmen. (Fortsetzung folgt.) . . Bericht des für das Der im Jahre der Mädchenschule an an der sofern. Oberschulbehörde Jüdischen Schulvereins Schuljahr 1929 30. Ij928 aufgenommene Religionsunterricht von Wirth. an der Wahnschaff- und Berträm-Schstle wurde *-1929 weiter ausgedehnt in* als die Lehi kräfte unserer Schule den von der an der Helene-Lange-Oberrealschule und dem Heinrich-Hertz-Rccllgymnasium eingeführten Unterricht neben anderen Lehrkräften miterteilten. Die Zahl der Schüler, die Unterricht erhielten, und die Zahl der Wochenstunden, die erteilt wurden, verteilten sich auf die erstgenannten Schulen in folgender Weise: Wirth 58 Schüler in 14. Wochenstunden, Wahnschaff 21 Schüler in 5 Wochenstunden. Bertram 16 Schüler in 2 Wochenstunden. Für den Unterricht an den öffentlichen Schulen, soweit er von unseren Lehrkräften erteilt wurde, stellen sich die Ziffern wie folgt: > Helene-Lange 23 Schüler in 3 Wochenstunden, H e i n r i ch - H e ritz 21 Schüler in 7 Wochenstunden. Tie Unterrichtskurse, die abends stattfanden, ergaben für: Kursus l: 22 Schüler in 2 Wochenstunden, Kursus.il: 46 Schüler in 3 Wochenstunden. Die Religionsschule, die werktäglich von 4—6 Uhr Unterricht erteilte, unterwies 77 Schüler in 16 Wöchenstunden. Tie Schüler entstümmten 20 verschiedenen Staats- und Prioat-Schulen. , Diese Uebersicht ergibt, daß die Zahl der Jugendlichen, die von unseien Lehrkräften religiöse Unterweisung empfingen, in erhebst her Weise zugenommen hat. ein Be-! weis, wie lebendig iu der Jugend bzw. in der Elternschaft das Verlangen nach jüdisch-religiöses Ausbildung ist. Ter Lehrkörper Instand aus den Herren Rabbiner Dr. Italiener, Dr. Veis. Oberkantor Kornitzer und Frl. Kagan. Letztere ist April 1930 infolge einer Berufung der Israelitischen Kultusgemeinde München aus dem Lehrkörper ausgeschieden trnh durch zwei neue Lehrkräfte ersetzt worden. Der Unterricht wurde nach einem vom Lehrkörper festgesetzten Lehrplan »gemäß erprobter Methode erteilt. Sein Besuch war regelmaßm und die Disziplin einwandfreii Das Interesse und die Freude am Unterricht waren beständig und fanden eine besondere. Förderungdurch den liturgischen Unterricht und durch dig an den jüdischen Festtagen veranstalteten Feiern. Die bei diesen Feiern jeweils beobachteten religiösen Gebräuche wirkten gemeinschaftsbildend und erzieherisch im Sinne, unseres Lehrziels, der Heranbildung jüdisch-religiöser Persönlichkeiten. Die Feier der jüdischen Feste und , die regelmäßigen Jugendgottesdienste betrachten wir als dix geeignetsten Mittel zur Unterstützung des von uns angestrebten Gcsinnungsunterrichts. — Der Besuch des Jugendgottesdienstes, an dem nicht nur» unsere Schüler, sondern im größeren Umfange auch ihre Freunde teilnehmen, ferner die von Jahr zu Jahr wachsende Zahl von Barmizwoh-Knaben, die ii einem besonderen einjährigen Kursus vorbereitet werden, kmnzeichnen für Außenitehenoe den.Erfolg unserer Erziehungsarbeit. K l a ss en au sf lü g e, di » mehrfach stattfanden, fanden Beifall sowohl bei den Schül:rn als auch bei der^Elter» schafs. — Wir veranstalteten ferner eine Ri o s e s - M e n - dels lohn -Feier unter aktiver Mitwirkung von Schülern. verbunden mit einer Prämierung der biq Schüle verlassenden Schüler,. und. einen wirkungsvoll verlaufenen!Elternabend. ' . " i Das Schulwerk, das wir durch Gründung unsercjs Vereins vor 12 Jahren ins Leben gerufen haben, weil wir eine Lücke klaffen sahen in den Erziehungs-Einrichtungen'unserer Gemeinde, und zwar zu Ungi nitcn derjenigen Kinder, die . außerhalb der ortbodoren K eise stehen und die nur aus Grundlage religiös-liberaler Gi siunung zu religiös empfindenden Juden erzogen werden önnen. hat seit einer Reihe von Jahren die materielle - Unterstützung; der Gemeinde gefunden. Im Interesse der^ Erhaltung einer starken Nachwuchses aus dem liberalen Tel unserer Gemeinde erwarten wir nicht nur die etwa sich i i Zukunft als notwendig erweisende e r h ö h t e geldliche Hilre. sondern auch eine all gemein innerhalb dex Eemeiitvc sich ausbrcitcnde erhöhte Erkenntnis, daß unser Erziehst,igswerk »hie besonders gef. artete notwendige Arbeit für die Zukunft unserer Gemeinde 1 darstellt. Der Vorstand des Jüdischen Schulvcreins D. Münden. Personalien und Kleine Mitteilungen. In der Nacht zum 10. Mai hat Moritz L. Wolfs nach kurzer Krankheit die . Augen zum ewigen Schlummer geschlossen. Mit ihm ist ein Mann dahingegangcn, rn dem Leutseligkeit. Bescheidenheit und innige, kindliche Frömmigkeit sich in schöner Harmonie vereinten. Der' Gsmcinde hat der Heimgegangene gedient in langjähriger Tätigkeit als Mitglied der Friedhofskoumission, als Abteilungsoorsteher der Ehewra Kadischa, sowie, als Mitglied des Vorstandes ihres Altenhauses. Diesem galt seine besondere Liebe: als Inspektor pnd .Synagogenvorsteher ist er über 25 Jahre in ihm tätig gewesen. Die jBesucher der Synagoge dos Altenhauses kannten und schätzten ihn besonders als n^sri °?pa an den D’NTU D’a1' an besten er durch seinen beseelten und ergreifenden Vortrag die Beter mit sich fortriß. Noch am, letzten Jaum Kippur hat er vorgebetet — nachdem er im Jahre zuvor auf dieses hastige Amt aüs Gesundheitsrücksichten hatte verzichten müssen^ Alle aber, die ihn einmal in der Synagoge des Altenhaüies haben vorbeten hören, werden» in den kommenden Jahren an den hoben 'Festtagen seiner gedenken-— und wenn das rch'vi'Gebet zum . Himmel auffteigt,' bann wird. ihnen wieder Moritz Wolffs Stimme in den Ohren klingen, wie er gläubig, voller Innigkeit und Zuversicht sang: 'na jp'i ‘nnw . Bei der Beisetzung des Heimgegangenen sprachen Herr Rabbiner Tr. Jacobson namens der Ehewra Kadischa. Herr Alfred Levy für den Vorstand des Altenhauses . und die Steinlhal-Loge, sowie der Sohn des Verstorbenen, Herr Dr. Adolf Wolfs, und Herr Oberrabbiner Dr. C a r l e b a ch-Altona namens der Familie. Lin Zeichen der Zeit. Der Vorstand der Gemeinde erhielt vor kurzem ein Schreiben, dgs als Zeichen der Zeit verdient, auszugsweise chitgeteilt zu werden: Der Briefschrciber erklärt, er sei vor einigen Jahren aus der Gemeinde ausgetreten, da er sich keinerlei religiösen Bindungen unterwerfen wollte. Angesichts der nationalsozialistischenWelle in Deutschland hckltc er es aber für die Pflicht eines j e d e n I u d e n, sich als solchen auch nach außen hin und Zwar auch dadurch zu bekennen, daß er der Gemeinde angehöre. Er erkläre daher seinen W i e d e r ei n t r i t t in die Gemeinde. Begründung einer Julius- und Julie-Kallmes-Stiftung. Anläßlich der goldene» Hochzeit ihrer Eltern, der Eheleute/, Julius und Julie Kallmes, gcb.- Schöning, haben ihre i Kinder einen Betrag von 50 000 ./£ in 5 prozentiger Anleihe des Deutschen Reiches - als Grundstock einer zu einem späteren Zeitpunkte zu errichtenden. „Julius- und Julie- Kallmcs-Stiftüng | ber Deutsch-Israelitischen Gemeinde inj