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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-06-10 · 6 (10.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
6 (10.6.1930)
Date
1930-06-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 6 vereine, insbesondere Schlachthofärzte, von denen stets viele völkisch angekränkelt waren. Dann aber begegnet man Zweifeln - über die Berechtigung des Schächtens selbst bei Personen, die nach ihrer ganzen Einstellung über den Verdacht der Dudengegnerschafk erhaben sind, rein gefühlsmäßig. aus Mangel an ihnen zugänglichem Aufklärungsmaterial. Hieran fehl! es nämlich anscheinend vollständig. Es war nicht möglich, mit Beschleunigung knappes und überzeugendes Material zu beschaffen, 7>as die Berechtigung des Schächtschnittes als moderne Schlachtmethode darlegte. Der Umstand, daß in strenggläubigen jüdischen Kreisen Verhandlungen über die Zulässigkeit elektrischer Betäubung vor dem Schächtschnitt schweben, läßt die Notwendigkeit der Beschaffung einschlägigen brauchbaren volkstümlichen Materials nicht als weniger dringlich erscheinen. An die. die es in erster Linie angeht, ergeht der Ruf. Der Angriff ist nur vorläufig abgeschlagen: er wird sich wiederholen. Denn um einen Angriff auf der ganzen Linie handelt es sich. Die Zeit anscheinender Ruhe ist auch in Hamburg vorbei. Keine Linksmehrheit und kein Parteiprogramm ist ein unbedingter Schutz gegen Ausbrüche des Judenhasses. Erst recht nicht gegen eine wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Zurücksetzung des deutschen Juden Immburgischcr Prägung. Muß immer wieder gemahnt werden, dag die deutschen Juden giwohnt sind, in allen ihren berechtigten Ansprüchen Mann nür Mann und Frau für Frau füreinander einMtehen? ' Aus der Bibliothek der Gemeinde. Von Pröf. Dr. Isaak Markon. IV.: R. Jakob Emden veröffentlichte an 40 Schriften rabbinischen Inhalts und an 25 größere und kleinere Streitschriften über seinen Kampf miv R. Jonathan Eybe - s ch ü tz. Auffallenderweise bentzt Unsere Bibliothek nur einen kleinen Teil seiner Werke. Ebenso finden sich in den Bibliotheken der Löb den Schaul-Klaus und der Wallichs Klaus, die ihr angegliedert worden sind^ nur wenige seiner Werke. Pün den Streitschriften besaß bis fetzt unsere Bibliothek überhaupt keine Eremplare. Die Gegnerschaft Emdens gegen Eybeschütz, in der er nur einen kleinen Anhang fand, hatte zur Folge, daß seine sämtlichen Streitschriften meistens vernichtet wurden, so daß diese von größter SMenheit geworden sind. Selbst die rabbinischen Schriften Emdens scheinen wegen der Feindseligkeit gegen den Verfasser wenig verbreitet gewesen zu sein, da auch von diesen sich nur wenige Werke in den Hamburger Bibliotheken erhalten haben. Dazu sei bemerkt, daß von den in den Katalogen dgr beiden Klaus-Bibliotheken verzeichneten Werke Emdens viele fehlen. ’) Von den rabbinischen Schriften Emdens, die wir besitzen, seien folgende genannt: ' 1 .;j>"33?n n’rsB*' Responsensamntlung. Teil I, Altona 1738, fol., 164 Bll., gedruckt bei Ahrvn ben Elia Kaz. Enthält 172 Gutachten entsprechend dem Zahlenwerl des Wortes fav. das die Abkürzung des Verfass^rnamens Jakob Emden ben Zebi bedeutet. 'Nebst einer Beilage onb nurr- Responsen betr. Anfragen über sein Werl cf'av onb (Wandsbek 1733). Teil II Altona 1759, fol. 109 Bll., gedruckt in der Offizin des Verfassers. Enthält 200 Gutachten. Das Werk bietet sehr viel kulturhistorisches Material für die Geschichte der Juden der damaligen Zeit in den> verschiedenen Ländern. In Rr. 155 findet sich ein Briefwechsel jM o s e s Mendelssohns mit Emden. «Briefwechsel zwischen Mendelssohn und Emden finden sich auch im Meassef. Jajhrg. 1785 (über die damals aktuelle Frage der frühen Beerdigung), in M. Lelteris' mar ’aros 2. 145, und in H, A. Wagenaar. mVin faN'. Anhang V.t. Von dieser Reiponsensammlung besitzen wir auch die 2. Auflage. Lemberg 1884. 2. rnpa mjK- Ausführliches Gutachten zur Rechtfertigung einer religiösen Entscheidung des Oberrabbiners der Drei- Gelneknden R. Jecheskel Katzenellenbogen. «Altona) 1736, fol. 23 Bll. Als Truckort! wird xri XDff.ip' die gewöhnliche hebräische Bezeichnung I für Konstantinopel, angegeben. Tie Trennung des Wortes in zwei Teile bedeutet '■) Die Entleiher werden höflichit ersucht, diese Werke, wie; auch etwa andere entliehene Werke., der Gemeindebibliothek zurü-ckzugeben. eine Anspielung auf den wörtlichen Sinn: Gerechtes Urteil. Wi : besitzen auch die 3. Auflage dieses Werkes, Schitomir 186 k. 3. riyspi na- Erklärungen und Chidduschim zum Schulchor Aruch Orach Chaim, Altona 1761—(1768) fol. Teil I 102 Bll., Teil II 93 Bll. 4. max py. Sprüche der Väter mit zwei Kommentaren 0’a!7 onb und ampl DnV Amsterdam 1751. 4°5 82 Bll. — 2m Anhang ist der zweite Teil des Werkes wnx nib beigedruckt, das kritische Anmerkungen zu dem Gebetbuchkommentar des bekannten Grammatikers R. Salman Hanau enthält. In unserem Eremplar findet sich eine lateinische hand- schriftliche Eintragung folgenden Wortlauts: ,,Donum R. Herchel sive R. Jabez, i. e. Jacob ben Zevr vulgo der Emiier Rabbiner, acceptum d. 23. Jan. 1757. 5. Gebetbuch. Teil I o'vw ’nay -bx n’3 s'vbs Altona 1744, 8°, 418 Bll. Teil II D’op nyir -ll'nbxn Tr tianx Alt« na 1747, 8°, 15H Bll. Mit Approbation des Oberrabhiners der Drei-GÄneinden, R. Jecheskel Katzenellenbogen, mit dem Emden damals noch nicht ganz verfeindet war. — Dieses Gebetbuch machte den Namen Emdens in der ganzen jüdischen Welt sehr populär, sogar unter Kreisen, die nicht zu seinen Anhängern gehörten. Es hat zaUreiche Auflagen erlebt und ist noch heute sehr verbreitet. Man erzählt, der berühmte Prager Oberrabbiner R. Jecheskel Landau, dem der Siddur sehr gefiel, habe die Bemerkung nicht unterdrücken können: „Merkwürdig, ein solcher Ruderkopf soll einen Siddur haben."') Dabei werden wir an Shakespeares Worte in Hamlet erinnert: „Ist es Tollheit, hat es doch Methode." In einem unserer Eremplare, das wir kürzlich erworben haben, findet sich eine hebräische Inschrift, nach der die Tochter des Verfassers Chana (Ehefrau des Gemeindevorstehers Wolf Holländer) es dem Sohne des Rabbiners Moses Nathan Note. Rabbiner und Rosch Jeschibq in Türkin (Kleinpolen) geschenkt hat. — Von den späteren Auflagen besitzen wir die Ausgabe Warschau 1881 und die Ausgabe Lemberg 1904. Emden hat auch einige Approbationen erteilt. Bis jetzt sind uns nur zwei Werke bekannt, vou denen L. Löwenstein in seinem Inder Approbationum, Frankfurt a. M. 1923, 2. 56. nur die erste erwähnt. Diese findet sich in dem Werk ll'Zv 'g des R. Elischa ben Abraham, Suoerkommentar zu Ascheri über die Mischnaordnung Seraim, Altona 1735. Die zweite Approbation von Jakob Emden findet sich neben denen des Oberrabbiners der Drei-Gemeinden R. David Berlin und des stellvertretenden Oberrabbiners der Drei-Gemeinden R. Jesaia Iaffe in der ersten Ausgabe des bekannten Altonaer Machsors xnv'za-' Altona 1772. Von den Streitschriften^ Emdens, die im Handel überhaupt nicht erhältlich und vob größter Seltenheit sind, gelang es uns kürzlich, in Italien bei einem Kauf zur Ergänzung unserer Hamburgensiensammlung, deren Pflege unsere besondere Aufgabe ist, eine Anzahl zu erwerben. - Um seine Streitschriften der Verfolgung der Gemeindebehörden zu entziehen, gab Emden sie vielfach -unter Angabe " eines Pseudonyms oder unter Weglassung> des Druckortes oder gar unter Angabe eines falschen Truckortes heraus. Aus den unverkennbaren Stileigenheiten gelang es jedoch der wissenschaftlichen Kritik, die Autorschaft Emdens festzustellen. Seine Schriften sind von großem Interesse für die Geschichte jener Zeit. Diese Druckwerke sind in seiner eigenen Offizin erschj^ien, und in der Hitze des Kampfes nahm er sich nicht die Zeit, ein Werk ordnungsgemäß herauszubringen. -Er wartete die Vollendung des Druckes nicht ab, gab vielmehr die Druckbogen einzeln heraus. Manchmal hat er, wie er selbst berichtet, ohne ein Manuskript vor sich zu haben, am Setzkasten selbst den Tert sofort hergestellt. Daher genügen viele dieser Schriften nicht den geringsten typographischen Ansprüchen. Von den Streitschriften besitzen wir!) 6. rimm snrbz rax ' Ueber die von R. Jonatlh^n Eybeschütz ausgegebenen Amulette: mit Abbildungen. Ohne Truckort und Druckjahr. (Altona 1752.) 4°, 34 Bll. Nebst Tabelle. 7. rnxzp.n min- Biographie des Sabbatai Zebi und Dokumente über den Kampf gegen Sabbatai Zebi, Eybeschütz usw. (Altona) fälschlich Amsterdam 1752, 4». 73 Bll. 8. - sixn riinib NT3v' sarkastische Erwiderung gegen das ' Werk rm riinib von R. Jonathan Eybeschütz,' unter dem 2) Siddur *= Seder =* Ordnung. i

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