Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 5 (15.5.1930)
- Date
- 1930-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Seite 3 strative Unfreundlichkeit gegen unfern Kandidaten Dr. Kalmus. Wir beteilige, uns als Protest, weder altiv noch passiv an den weiteren Wahlen zum Büro." Zu Schriftführern werden die Herren Heinemann und Dr. Wohlgemuth kewählt. Vorsitzender Lisser: Bevor wir nunmehr in unsere eigentliche Arbeit nntreten. haben wir eines Trauerfallec) zu gedenken. lDie Anwesenden erheben sich von ihren Sitzen.) Am gestrigen Tage, ist die frühere Vorsteherin unserer Töchterschule. Fräulein Mary Marcus, in hohem Alter plötzlich aus dem Leben geschieden. Vor sechs Jahren hat sie nach 56jähriger, übecaus segensreiche» Tätigkeit ihr Amt qls Leiterin unserer Schule ni^Nngelegt. In ihren Ruhestand begleiteten sie die Vtrehrung und die Dankbarkeit mehrerer Generationen von S hülerinneit. Ein gesegnetes Leben hat mit ihrem Tode seinen Abschluß gefunden. Der vortrefflichen Frau bleibt ein ehrenden Andenken gesichert. Ich danke Ihnen, dah Sie sich zu Ehren der Verstorbenen von den- Sitzen erhoben haben. 2. Für die Abfassung einer Geschäftsordnung des Kol legiums. werden m Dr. Fränkel. Dr t, dem Rechte "der Zuwahl die Herren U r i a s. Dr. Wohlgemuth gewählt. 3. TZn die stär digen und zu besonderen Zwecken gebildeten Komntssicnen 2n den Steu haltsausschuß: Peine — in den G kel, Dr. Kalmus -- lasse: Leon. Dr. Grund st ückswe in den Bildungs Dr. Plaut — in gen Bauer, Dr. Meyer Meyer-Wedell —> Peine. Tr. Plaut fahrtswesen: Vorstand des AI Und Ansschüfse werden entsandt: erausschuß: Lisser — in den Haus- Dr. Fränkel, Horowitz. Jsaacsen, Leon, emeindeblattausschuß: Dr. Frünin den Vorstand der. D e v o s i t e n- Trias — . in den Ausschuß für das e,: Heinemann. Dr. Wohlgemuth — usschuß: Tr. Loewcnberg. Tr. Mari, Vorstand der Töchterschule: Frau in das Jugendamt: Graeh, Dr. if, den Vorstand des P a u I i n e n st i s t e s: in die Kommission für das Wohl- Frau Bauer. Stoppelmann ■ — in den euhauses: Leon. Reich — in den des Pflegeheims: Frau Caro, Dr. Wohlgemuth — in die Kommission für die Fremdestpflege: Horowitz, Reick' — in die K r a n k c n h a u s f ü r s o r g e: Graetz, Stopvelmann — in die Verwaltung des Kindererholungsheims W i I h el m i n e n h ö h e: Tr. Meyer. Dp. Meyer-Wedell - in dieses R o r d h'e i mit i f t es: Jsaacsen. .Peine — in die Kommission für dps F r i ed h ofs w esen: Leon. Dr. Urias — in den Ausschitß für das Gemeindehaus Johnsallee 54: Dr. Man, Nathan — in den Ausschuß des Verbandes der jüdischen Gemeinden Schleswig- Holsteins und der Hansestädte: Dr. Kalmus. Leon — in den Ausschuß für den Religionsunterricht an den höheren Staatsschulen: Frau Caro, Dr.! Loewenberg — in den Ausschuß für die Verhandlungen mit dem Synagogen- Verband: Levy. Lisser. .; Peine erklärt zugleich für seine Parteigenossen zu Protokoll: j Die unpolitisch - könservativen Mitglieder des Kollegiums betrachten es als ihre Pflicht. im Interesse der Einheit unserer Gemeinde m j ihren Aufgaben nach Kräften mitzuarbeiten. um dasüi einzutreten, daß die, großen Traditionen der Eemeiide! als einer friedlichen Vereinigung der verschiedene P chrungen vertretenden Kultus - Verbände, deren Autonomie wir gewahrt sehenwollen, erhalten bleiben.! Wir erwarten Verständnis für den Weg, der uns durch das .Religionsgesetz vorgezeichnet ist. stud wo dessen von unserer Meinung oder unserem Wollen nicht abhängige Forderungen in Frage stehen, kann es Kompromisse für Mns nicht geben. Verständigung kann daher für uns nur heißen, Verständlichmachung dessen, was das Rrligionsgesetz von uns fordert. Wir wollen aber auch gerade darum die bisherige Struktur der Gemeinde gcwalzrt sehen, weil nur durch sie die Mitarbeit aller ermöglicht, die Blickrichtung aller auf die'großen Ziele festgehalten werden und unter möglichster Ausschaltung religionsgesetzlicher Meinungsverschiedenheiten fruchtbare Aufbauarbeit geleistet werden kann.; Wenn wir uns trotz Einführung des passiven Frauenwahlrechts entschlossen haben, in der! Gemeindevertretung mitzuardeiten, so haben wir es in dür Hoffnung getan, neben den anderen großen sozialen Aufgaben die Hamburger Tradition der unabhängigen Kultusverbände in ihrer bewährten Form undj Vorbildlichkeit mitztierhalten. 4> Antrag des Vorstandes betr. Verwendung eines Teil- Betrages der dem ßöorschuß-Jnstitut imj Herbst 1929 überwiesenen 5000 Jt.ll für kleinere und mittlere Darlehen. Jsaacsen: Ich bitte die Beschlußfassung zu vertagen und zunächst vom Vorschuß-Institut Ausschlüsse über seine gegenwärtige Tätigkeit einziifordcrn. Es ist außerordentlich zu bedauern, daß die Kreditkasse, über deren Bildung schon solange beraten wird, ttodi nicht zustande gekommen, in. Ich möchte 'auch -fragen, ok das Vorschuß-Institut und bit neu zu begründende Kraditkaise nicht M einem einheitlichen Kredit-Institut vereinigt weiden könnten. Dr. Kalmus: Ich bin.gegen die Vertagung, wenn der Antrag, wie, es scheint, bezweckt.. daß sofortigen Röten ab' geholfen werden kann. j Alfred .Levy: Das Vorschuß-Institut arbeitet mit einem Kapital von nur rund iil 000 II, und es wäre zü begrüßen, wenn es über die Per in Rede stehenden etwa 2000 Ji.H verfügen könnte, um eine Anzahl kleiner Darlehen ausgeben zu können, für die ihm im Augenblick die Mittel fehlen. | * . Nach weiseren Bcmerktzngen der Herren Jsaacsen und R a 1 h a n wird der Antrag aiigenommen und gleichzeitig ein Ausschuß aus den Herren Jsaacsen. Reich und Stoppelmann zum Stuiium der Krcditf-isien-Frage eingesetzt. 5. Antrag des Reichsmark für die Frcimac Pflegeheims der Gemeinde - Dr. Fränkel: Ich bc gabung diese» Betrages. . stückes ist ja noch nichts g hohe Kosten kommen, um geeignet zu machen. Ich be hierfür haben werden. ft.- zurück auf Wünsche, die. das hat. Gerade deswegen ha des Grundstückes geklagt: früherer Beschlüsse. Heinrich Le v y: Di stück dringend, um eine Anzahl Vorstandes au, Bereitstellung von ^3000 ~ ' ,ung eines zur Erweiterung des erworbenen Grundstückes, be Bedenken gegen die Vcraus- Mit der Freimachung des Grundetai«. Dazu werden gewiß noch das ^Grundstück für seine Zwecke zweifle aber, ob wir die Mittel Tannenwald: Der Antrag des Vorstandes geht frühere Kolleginch selbst geäußert der Vorstand ' auf Räumung zer Antrag ist nur die Folge GcmePste braucht das 'Gtundjiccher Personen unterzubringcn. deren Unterbringung in "Privatpf-le^e außerordentlich schwer ist. Es warten über ein^Dutzei^Ü Menschen aus Aufnahme. Wir denken an keinen kostwieligen Umbau. Wir wollen vielmehr durch Verlegung der Amts- und, Privaträume der Oberin, sowie des Bcetsaals dos Pilegeheiins in das neue Grundstück in den, alten Räume für weitere Betten gewinnen. Bei größeren Ausgaben wird die Verwaltung des Pflegeheims schon mir Anträge«, an die Gememde herantreten.! i Der Antrag wird angenommen. 6. Der Antrag des Vorstandes auf Gewährung eines zweiten Darlehens von 1500,./?J< an den Ostjüdischcn Verein Adas Jeschorim wird nach Beantwortung einiger der Aufklärung des Sachverhalts dienenden Fragen, welche durch y erfolgt, und nachdem Höry ith den Gemeindebehörden ihre tstellung des Grundstückes ausn. Die Herren Dr. Urias und zu Bauer haben soeben einen etzstng eines Ausschusses cingeob das Wahlrecht der Gemeinde bei!ber letzten Wahl abzuündern sei. Vor der Beratung d ekcs Antrages, gebe Ich. Herrn Tr. Urias das Wort zu eimtr Anfrage an den Vorstand. . Dr. Urias: Ich bitte um Auskunft über die Gründe der Unvollstündigleit der Wählerlisten und über die von dem Borstande beabsichtigten Maßnahmen zur Gewinnung eined lückenlosen Liste der Cemeindeangehörigen. Rechtsanwalt David: Anläßlich der Wahl des Jahres 1925.. ist die Unvollständigkeit 'der damaligen Wählerliste, die auf Grund der Kartei der G^meindeiteuerzahler ausgestellt war, bemängelt worden. Seitdem ist die Abhängigkeit des Geincindewahlrechts von der Steuerzahlung von denGe meindebehörden bcsditigt und ferner beschlossen worden, alle diejenigen als gemeindeangehörig zu betrachten, die bei der alljährlichen Personenstandsaufnahnie im Oktober sich selbst als gemeindeangehörig bezeichnen., So konnte die Wählerliste auf Grund der Personenstandsaufnahme vom Oktober 1928 aufgestellt werden. Sie enthält rund 14 000 Namen, d. h. genau soviel, wie bei einer Gesamtscelenzahl von 20 000 Juden in Hamburg an - 21 jährigen vorhanden sein können. Der bedauerliche- Umstand, >daß in dieser Wählerliste eine Anzahl Wahlberechtigter nickstenthalten war. ist zweifellos auf Mängel der. Persontnitandsaufnahme zurückzuführen, die sich unserer Nachprüfung chitzichcn. Diesen Mängeln die Herren Reich und Lev wih und Dr. Wohlgcmi Anerkennung über die Bcre gesprochen haben, angenomim 7. Der Vorsitzende: Dr. Loewenberg und Fr schriftlichen Antrag auf Ein bracht, welcher prüfen soll, auf Grund der Erfahrungen