Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 3 (14.3.1930)
- Date
- 1930-03-14
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 3 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Sidonie Werner. Zur Vollendung ihres 7 0. Lebensjahres (1 6. März 1930.) Von Anni Bauer. Der Mensch kann nujl im Rahmen seiner Umwelt richtig gewertet werden. Die .starke Persönlichkeit wird über .das Niveau ihrer Zeit emporragen und wird befähigt sein, dieses zu heben. So steht Sidonie Werner als eine der wenige,; wahren Führerinnen umgeben von den jüdischen Frauen, die sie zum Verständnis für die Forderungen der Eemeinschast herangebildet hat. Sie ist der faszinierende Mittelpunkt, von dem aus Ideenreichtum und Initiative erweckend und erwärmend Weitabstehende unl Gleichgültige erfaßt und erfüllt. Sie hat vor einem Menschestclter die Frauen ihrer Generation zu jüdisch-sozialer Arbeit aufgerufen und gesammelt und hat es verstanden, deneln, die mit ihr strebten und wirkten, intmer wieder junge Kräfte hinzuzugesellen. Heute nach 35? Jahren steht sie umringt von Frauen dreier Generationen, astch den jüngsten Richtungund Ziel gebend. Vielleicht in' keinem Frauenwerk zeigt sich so greifbar wie bci^Sidonie Werner die Fähig!« it. sich der Zwangsläufigkeit des ewigen Wandelns anzupasjer und sich in den Dienst der Idee des Tages zu stellen.Ein Blick auf die Lebensgestaltung: eine gerade Linie zuM Ziel. Sidonie Werner entstammt einem Vaterhause, in dem Wissenslhaft und die Vermitt ung jüdischer Lehre mit kultivierter Lebensführung gepflegt wurden und früh in dem Heranwachsenden hochbegabten Mädchen die Sehnsucht weckten, ihrerseits junge Menschen zu führen und zu lehren. Die tiefe Religiosität des elterlichen Hauses legte den Keim zu ihrem innerst jüdischen Sein, aus dem heraus ihre weit umspannenden Kräfte imtner neue Nahrung.finden. Trotz der damals noch herrschende» Vorurteile gegen Frauenberufe trieb sic ihr WisiensdraNg zu intensirem Studium, das ihr durch eine glänzende Abschlußprüfung d e ersehnte Laufbahn als Lehrerin erschloß. Sie lehrte zuerst an der jüdischen Volksschule in Altona und trat dann in den Hamburgischen Volksschuldienst ein, wo sie in innerer und äutz, rer vorbildlicher Arbeit bis zu ihrer Pensionierung wirkte. Dieser Pensionierung ging in Anerkennung ihrer Verdienste auf sozialem Gebiet und .ihrer' Unabkömmlichkeit in dem von ihr gegründeten Erholungsheick in Segeberg eine mehrjährige Beurlaubung voraus. Ueber diesen Lehlferinnenberuf hinaus führt ihr reiches Mensche i Mitwirkung an den großen Fragen ihrer jüdischen die sie-als echte Frau löste, indem sie die damals in punkr des Interesses tretende Frauenbewegung ul; Frauenbewegung ihren Glaubensgenoss« Frauengemeinschast und Schickjalsgemcinschaft finii ihres Wirkens: Frauengemeinschast zur Erreichung ten und Rechte der Frau für die Allgemeinhei gemeinschaft, die enge Verbundenheit aller Juden innerster (Gleichberechtigung und Gleichbewertung nichtjüdischen Schwestern? In ihrer für jede gross' geschlosiciren Seele lebt das Sehnen, den Frauen mit Gedanken die geistigen Schätze des Judentums zu Erundton ihres-Wescßg und Wintens ist tiefinn^r und Menschenliebe.. Sie will missen. um l bessern zu Können. Durch die Gründung des Israelitischen Fraue „-Vereins im Jahre dessen Vor Werner im Jahre 1908 nach dem Tode seiness Gustav Tuch übernahm, wurde die jlldisch-sozi arbeit in Hamburg organisiert. Aus den erster geleitet von einem kleinen Kreis von jüdischen Fre freudigen Herzen? in die neue Aibcit einftelltcn, Sidonie Werners Leitung ein Ver:in, der in grosizi alle Zweige jüdisch-sozialer Arb' it ausgenommen Arbeitsgebiete, die der Verein im Lau^e der Jahr« des Tages folgend ausgcnommer hat, die Milt das Kindererholungsheim und die Haushaltungsjchu b e r g , die Fürsorge-Abteilung, de c Kindergarten, d jüdische Mädchen und Frauen forme» sich, wenn a Leitung ihrer Mitarbeiterinnen, erst zum Gan, einzigartigen Persönlichkeit. Die starke Mütterlichkeit ihres Wesens Prägt sonders in ihrer engen Verbundenheit mit dem hislfswerk in Segeberg au;. Unter Hintan Eigenlebens sammelt sie dort in enger Gemcknschak ihr anvertraut». Kinderschar, ihnen allen nilltterli Ihre gründliche Beobachtung der Eigenart und Bedü einzelnen ist wichtig und wertvoll für die spätere des im Heime verbrachten Aufenthaltes. . Ihr danken Kindist und Jugend, Frauen ulnd für dieses Leben des persönlichen Verzichtes das restlos der Gemeinschaft geweiht' ist. Seite 3 tum sie zur Gemeinschaft, den Pkittelj ü d i s ch ir n .brachte, die Pole der Pslich , Schicksäls^ zum Zwecke mit unseren e Idee «indem sozialen . vermitteln, sie Eotteselfen und Humanitären i tz Sidonie Gründers ltle 'Frauen- Anfängen, uen, die sich , wurde unter gigcr Weise hat. Alle dem' Gebot iflstandsküchc. einSegc- - rs Heim für unter der in ihrer"' uh i n ijich ganz best i n d e r -- eyung ihres l die große ch zilgetan. rfnisfe jedes Auswirkung Männer' Jüdischer Schulverein. Religionsunterricht für die reifere Jugend (von 1t Jahren auswärts). Beginn des Sommersemester»: Mittwoch, 2. April bzw. Donnerstag.-g. April. Religionslehre: Rabbiner Dr. Italiener. Kurs I. Religioizsphiliosophie, Lebensfragen? Mittwoch. 8—9 Uhr abends. — Kurs II. Bibellektüre. Geschichte der Juden, Lebensfragen. Donnerstag, 7—8 Uhr abends. Gemeindehaus, Iohnsallee 5t. Hebräischer Kurs. Dr. Alfred V e i s. Doyfierstag7 0,l5 bis 7 Uhr abends. Gemeindehaus, Johnsallee 5t Der Unterricht ist unentgeltlich. Anmeldungen Jugendlichen ohne Vorbildung bei Rabbiner Di. Brahmsallec 15, H t. Nordsee 2682. Religionskurse des Jugendamtes der Gem Die Bewohner des linken Alsterufers erneut auf den Religionsunterricht in unserem Auftrag jeden Donnerstag im L chen fielt» stattfindet. Die, Kursleiterin, Frau nimmt Anmeldungen jeden Donnerst an entgegen und gibt über Stundenplan, Auskunft. Jugendamt der Gemeind«. auch von 11 a l i e.» c r, in d e. lwerden hiermit yingewiesen. der ' yzeum Ler- W e i h m a n n. von 3 Uhr Schulgeld usw. Religionsschule des Jüdischen Schulvereins. Der Unterricht findet für jedes Kind einmal wpchentlich in. der Oberrealschule, Hegestratzaf von t—6 Uhr statt. Schulbeginn: Dienstag, 1. April. Anmeldungen fü.r Anfänger und Fortgeschritten ne (Knaben und.Mädchen): Donnxrstag, 5. April. n ichm. 1 Ubr. im Schullokal bei dem Schulleiter ^Rabbiner Dr. Iil a l i c n e r . H -t, Nordsee 2662. Außerdem beginnt im Rahmen ider Religionsschute ein> Barmizwoh-Vorbcfcitungskursus. Be, Dauer des Kursus in der Regel ein Jahr, und Oktober mit dem offiziellen" Schulanfang. Anw diesem Kursus: Domtcestag, 2. April, im Schullokal, 1 Uhr. inn: April cldungcn zu nachmittags zwe Samuel Leoy'Stiflung. In unserm Stiftsgebäude, Bundesstrasie 55, sit nung (2 Zimmer, Küche) an eine Familie von v und eine Wohnung <1 Zimmer,'Küche-) an eine »i Person zu vergeben. Gemeindcangehörfge. die Uber sind, und zwar Männer wie Frauen, wollen ihre bei unserm Vorsitzenden, Herrn Alfred L e v y . strafte 29—55, auf den dort erhältlichen Vordrucken;infc Wok- Plersoncu alleinstehende >0 Jahre alt Bewerbung Fcrdinandnnrcichen.