Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 1 (13.1.1930)
- Date
- 1930-01-13
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer l Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde.. Seite 7 Anderseits wird von den einmal lebend geborenen jüdischen Kindern ein gröberer Prozentsatz das schulpflichtige Alter erreichen und das Schulalter überhaupt überleben, als das bei den Lebendgeborenen der Hamburger Gesamtbevölkerung der Fall ist. In welchem Mabe das der Fall ist. zeigt folgende Aufstellung aus der Hamburger Statistik. Gestorbene im Durchschnitt der Iahre 1923 27 auf 1000 Lebende einer jeden Altersklasse am 16. 6. 1925"): Alter übe>rhaupt Juden in Jahren männl. weitst. zus. männl. weibl. Zus. Bis 1 97,1' >77,6 87,5 49,2 314 10,5 1—2 13.5 13.1 13,4 8.0 1.5 .5,0 2 — 5 4.8 3,7 4,3 1,5 4.2 2.3 5 —10 2,5 1,9 2,3 — 0,5- 0,2 10 —20 2.2 2,1 24 1,5 1,1 1.3 120,1 , 98,4 109,6 60,2 38,4 49,ß Danach erreichen jetzt in Hamburg das schulpflichtige Alter bei der Gesamtbevölkerung etwa 88 Prozent der lebend geborenen Knaben und etwa 90 Prozent der lebend geborenen Mädchen: bei den Juden Hamburgs aber 94 Prozent der lebend geborenen Knaben und 96- Prozent der lebend geborenen Mädchen. Am 1. April 1930 werden die Sechsjährigem schulpflichtig, die vor dem 30. Juni 1924. geboren sind. Kinder, die zum Teil 1923, zum Teil 1924 geboren sind. Die Geburtenzahl der jüdischein Kinder hat sich in den fünf Jahren 1920 24 wenig geänd<rt. Es wurden von jüdischen Müttern lebend, geboren: Knaben Mädchen 1920 1921 1922 1923 1924 ehelich unehelich ehelich ' unehelich 157 3 154'4 177 2 172 7 164 9 141 4 181 4 141 6 160 3 147- 5 Durchschnitt 1920 24 Durchschnitt 1923 24 Danach sind im jüdische Knaben und 4 151 5 3 144 5 der Jahre 1920 24 172 Mädchen lebend geboren. dem Durchschnitt erstierer zu D u r ch s ch n i t 't der letzten glichen mit dem Durhschnitt Knaben 36 Prozent, i>ci den . . 168 . . 170 Durchschnitt 156 jüdische im Durchschnitt derJahre 192324 173 Knaben und 149 Mädchen, von denen nach obigen Proz e n t s ä tz e n <94 Prozent bzw. 96 Prozent» etwa 163 Knaben und 1 4 4 Mä d ch e n j e tz t das schulpflichtige Alter erreichen. Rach vorstehender Aufstellung der jüdischen Gebürter m den Jahren 1924 28 wäre es aber verkehrt, die Schulerrpartung der nächsten Jahre etwa" nach errechnen, ist doch selbst der drei Jahre <1926 28), verder Jahre 1923 24, bei den Mädchen 32 Prozent niedriger. Die Gebürten dies Jahres 1928, verglichen mit bem Durchschnitt der Jahre 192324, sind aber bei den Knaben bereits 44 Prozent, bei den Mädchen 37 Prozent niedriger. In einer statistischen Untersuchung, veröffentlicht im Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde vom 10. Jnm 1928, habe ich die Zahlen der im Vollszählungsjahr 1925 in Hanibutgs jüdischen Schulen borhaiidenen Knaben und Mädchen der nach der Volkszählung dieses Jahres in Hamburg wahrscheinlich vorhandenen Zahl von Knaben und Mädchen des Schulalters gegenüber gestellt, insbesondere die Kinder des schülpflichtigen Alters <6—14) den Kindern dieses Alters, die jüdische Schulen besuchten. Nach obigen Ausführungen über die Rubrizierung der ehelich geborenen Kinder nach dem Bekenntnis des Vaters dürfte die Zahl der „jüdischen" Kinder nach der Volkszählung, sofern sie zum Vergleich mit der Zahl der gleichzeitig jüdische Schulen besuchenden Kiüder benutzt werden soll, zu hoch sein. Sowohl nach den Zahlen der jüdischen Geburten. die wir oben für das Jahr 1913. wie nach deiien, die wir für das Jahr 1927 gebracht haben, haben wahrscheinlich etwa 12 Prozent der ber der Volkszählung von 1925 als Juden gezählten Kinder keine jüdische Mutter geh ob t. Wenn man das berücksichtigt, wohnten in Hamburg im Jahre 1925 nicht — wie von mir angenommen — 850, sondern nur 750 jüdische Knaben schulpflichtigen Alters, und nicht 600, sondern nur 700 Mädchen dieses Alters. Von § diesen 750 Knaben besuchten damals 356 oder 47 Prozent; die Talmud Tora- ») Stal. 2ahrb. 1928 29. S. 36. .Realschule und von den 706 Mädchen 457 oder 65 Prozent jüdische Mädchenschulen. Wenn dieses Verhältnis — der Zuführung jüdischer Kinder in jüdische Schulen — sich nicht geänverl hat. würden von den jetzt schulpflichtig werdenden etwa 173 jüdischen Knaben etwa 8<7 in die Talmud .Tora Realschule und von den jetzt schulpflicht.g werdenden etwa 149 jüdischen Mädchen 'etwa 100 in die jüdischen- Mädchenschulen kommen, davon, z. B. nach dem Verhältnis von 35 Prozent, die im Jahre 1925 von den Hamburger Schülerinnen der jüdischen Schulen auf die. „Israelitische Tochtcsrschuie Carolinenilratze" entfielen. 35 Mädchen aüf diese, zu denen, nach dem Verhältnis vom Jahre 1925, dann noch ein reichliches Drittel auswärtiger Schülerinnen hinzukommt. Ebenso kommen, nach dem Verhältnis, in dem im Jahre 1925 auswärtige Kinder' schulpflicht.gen Alters die Talmud Tora Realschule besuchten — das waren 28 Prozent ihtcr Hamburger Schülerdieses Alters —, zu den etwa 80 Hamburger Schülern, die sie jetzt zu erwarten hat, noch etwa 20 auswärtige. ' Rach diesen Beispielen .lätzt sich, an der Hand obiger Zahlen und der Tabelle der Schülerinnen meiner Veröffentlichung im Gemeindeblatt der - Deutsch-Israelitischen Gemeinde vom 10. Juni 1928, auch für die anderen jüdischen Schulen, die jetzt und iii den nächsten Jahren zu erwartende Zahl der Schülerinnen errechnen — lvorausgcsetzt, datz sich nicht Verschiebungen . zwilchen den einzelnen sto bischen Mädchenschulen entwickeln. Dem Hamburger -Statistischen Landesamt, das mir durch die Aufstellung der in? den Jahren 1910 bis 1928 von jüdischen Müttern Geborenen diese Arbeit ermöglicht hat. spreche ich h.ermit'meinen verbindlichsten Tank aus. Das Dclegier-e»-Kollegi»»n des Lynagogen» - Verbandes hielt am 4. o. M. eine Sitzung imter dem Vorsitz des Herrn Offenburg ab, zu > welcher die Herren Cohn,' F l ö r s h e l m, Dr. Lanzkron, Dr. Leon. P e l s und W e i h b e r g erschienen waren. Tie übrigen Mitglieder fehlten entschuldigt. Vor Eintritt, in die Tagesordnung erbat , und erhielt der Vorsitzende von dem Kollegium die Ermächtigung. dem erkrankten Herrn Oberraboincr die Wünsche des Kollegiums für seine baldig? völlige Genesung zu übermitteln. — Der Vorstand des Verbandes hat dem Kollegium einen Bericht über die Religionsschule des Ver- - bandes übersandt, von welche», Kenntnis genommen wird. — Von dem Vorsitzenden des W e!l t v e r b a n d e s S ch a u m r e Schabbos, Dr. S. Grünper'g, ist eine von dem Verbände herausgegebene Schrift „Tie Rückwirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung auf hie Heiligung des Sabbaths" eingegangen. — Der Vorstand hat von dein ihm vom Kollegium in seiner jüngsten Sitzung erteilten Vertrauensvotum Kenntnis genommen: — Der Vorstand legt den Haushaltsplan für bas Kalenderjahr 1930 vor, der bet Einnahmen von 164 390 Reichsmark und Ausgaben von 194 780 Reichsmark mit einem Fehlbetrag von 30 390 Jt.il abschlieht. Hierbei werden die Verbandsbeiträge mit 12 000 Jt.il und der zehnprozentige Anteil an den Gemeindesteuern mit 18 000 Jt.il veranschlagt. — Die Abrechnung für das Geschäftsjahr 1928 wird nach einem Bericht des Herrn E o h n ohne Erörterung genehmigt. Ein Antrag des Vorstandes auf Bewilligung von 7000 Jt.K für die K osten des Chors in der G e m e i n d e - - snnagoge Born platz findet nicht die Zustimmung des Kollegiums, vielmehr wird nur die Hälfte des Betrages für ein halbes Jahr bewilligt. Der durch Krankheitam Erscheinen verhinderte Herr Dt. Schlesinger hat zu diesem Gegenstände sich schriftlich erneut für die Pflege des Gemeindegeianges. wie wiederholt in früheren^ Sitzungen, ausgesprochen. Aus der Erörterung des Antrages geht hervor, datz in der äutzeren Gestaltung des Gottesdienstes seit Einführung des Chores eine Besserung zu erkennen ist. Heber die Anregung des Herrn Dr. Schlesinger sollen die beiden Chorleiter gutachtlich sich äutzern. Bemerkenswert sind auch eine Mitteilung des Herrn Dr. Leon, d'atz man in Barm - deck die Schaffung eines Chors 'für die Verbandssynagogein der Gluck st ratze anstrebe, und das Lob, das der Vorsitzende dem Chor der Gemeindesynagoge K.ohlhöfen widmet. — Mit der Wahl der Herren Pels und Weibberg zu Beisitzern bei der Feststellung des Ergebnisses der. qm 15. d. M. stattfindenden ,