Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 11 (10.11.1929)
- Date
- 1929-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Nummer 11 zu einem gewissen Gra) an notleidende Eemeinp Die Mannigfalligleit tel. Ein Ritualbad in tesdienste an den Hohn Schächtung in beamt, Geschäftsjahre bereits Durchführung der w Provinzgemeinden wert» diesen Aufgaben gehi gedeuteten vor allem Jugendwohlfahrt, sowi schuh, Vortragswesen auch einzelne Personen zunehmen. Für diese 5 Ä.tk. Der Verband Gemeindeblatt der Deutsch e aus eigenen Mitteln Subventionen eit seines Bezirks gewähren zu können, eit er Aufgaben erfordert grotze Mit- Ftiedrichstadt, Subventionen für Gotn > Feiertagen, Religionsunterricht und nlifen Gemeinden haben im letzten beträchtliche Summen gefordert, Zur ijhtigen Aufgaben im Interesse der. en noch grohe Mittel benötigt, ^u^ ren u. a. nutzer dem bereits An- Wohlfahrtspfleae, Gefangenenfürsorge, kulturelle Aufgaben, wie Denkmals¬ und vieles andere mehr. Der Verband erhält seine Mittel aus Beitragsleistungen seiner Anschluhgen einden, die jedoch allein zur Deckung des Etats nicht ausreichend. Seine Satzungen geben aber dem Verbände nicht die Möglichkett, nutzer korporativen Gemeinden als autzerordenlliche Mitglieder aufbeträgt der Mindest-Jahresbeitrag ist auf eine grohe Zahl autzerordentlicher Mitglieder ange Diesen, um seine wichtigen Aufgaben in vollem Umfange ducchzuführen. Es ergeht darum an alle, dc tz die Gemeinden der Provinz nicht lg verfallen, die Bitte, ihren Beitritt zum Verbände zu erklälren. Dies eBitte ergeht besonders an alle, dit einer der Provinzgemeinden entstammen junb ihren Wohnsitz jetzt tn H a mb urg, Lübeck oder Bremen haben. Eine grobe, geschlossene Organisation, getragen von bei; gemeinsamen VerantwortungI weitester Kreise, , ist allein imstande, die Aufgaben zu lösen,! vyn denen das Schicksal der Provinzgemeinden abhängig ist.! Der Verband hat in den Jahren 1926—1927 und 1928, Israelitische Kalender heraüsgegeben, die bestimmt waren, drckch Aufsätze religiösen und heimatgeschichtlichen Inhalts das. Gemeinschaftsgefühl zu wecken und zu fördern. In diesem Jahre gab der Verband erstmalig ein Jahrbuch für die Jüdischen Gemeinden S ch I es w.i g - H o l st ei ns und der Hanse st ädte heraus. das deutliche Kunde gibt von seinen Aufgaben und Leistungen und denen der Einzelgemeinden. Wem das Wohl , und die Erhaltung des Judentums am Herzen, liegen, der trete unserem Verbände als autzerordentliches Mitglied bei. f. Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins mw der Hansestädte. A l t o n n, B r e i i e st r. 15. Alfred Levy. Vorsitzender des Verbandsausschusses. Dr. W. V i c t o r. » Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses. Das vorstehend ermähnte Jahrbstch enthält nach einem Geleitwort des Vorsitzeiden der Israelitischen Gemeinde in Lübeck, des.Rechtsanwaltes Dr. Leo Landau, einen Bericht über die Tätigkeit des Verbandes stnd seines Provinzialausschusses, sowie ein Verzeichnis der im Verbände und in den Verbandsgemeinl en ehrenamtlichen und amtlick>en Persönlichkeiten. des weitere i ein Verzeichnis der wichtigsten jüdischen Organisationen im Deutschen Reiche, eine Liste der Kriegsgefallenen der Eiemeinden Altona, Bremen und Lübeck, sowie ein ferneres Verzeichnis der in mehreren Verbandsgemeinden in den Jahren 1928 29 verstorbenen Personen. Es folgen Berichte ai« dem Leben der Gemeinde Altona, der Abteilungen Hamburg und Bremen des Hilfsvereins der deutschen Juden, sowie inappe Mitteilungen über die Kindererholungsheime in Blqukenese, Segeberg und Wyk. Der literarische Tel enthält Beiträge der Herren Rabbiner Dr. B. C o h e nZriedrichstadt, Prof. Dr. I. Marlon- Hamburg. Rabbi ner S. B a m b e r g e r - Wandsbek, Martin C o h.en - Himburg, Rabbiner E. Duckesz- Altona, Rabbiner Dr. '!l.. P o s n e r - Kiel, Rabbiner Dr. D. A. Winter- Lübeck. M. M a r k r e i ch - Bremen, toria Lehmann-Altona. , Den Schlutz machen dine' Gebetzeitentabelle für die Verbandsgemeinden, ein Verzeichnis der in den Verbandsgemeinden ehrenamtlich fungi :enden Moheliiy. sowie ein Kalender für das Jahr' 569». <Jn dem Kalender ist versehentlich die Angabe des 6. 'ages Chanukkah unterblieben, auch mutz es auf Seite 2 sta^j Montag M i t t w o ch, den 4. Dezember, heitzen.) > Israelitischen Gen^mde. Seite f Der Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten veranstaltete am Sonntag vor dem Beginn der Herbstfesttage auf dem Begräbnisplatz der Gememde in Ohlsdorf eine Gedächtnisfeier für die im Weltkriege gefallenen Kameraden, zu welcher autzer den Angehörigen und Freunden der Kriegsgefallenen eine grotze Einzahl Ehrengäste erschienen waren. Als Vertreter des Senats war Herr Staatsrat Dr. L i p p m a n n anwesend, als Vertreter des Reichswehrmini sters Konteradmiral A. Gaiser, der Vizepräsident der Bürgerschaft Grevsmühl war für die Deutsche Bolkspartei anwesend, die Herren B e n r i ch ugd Biedermann M.d.R. für den Eauooritand des Reickzsbanners Schwarz-Rot-Gold, letzterer gleichzeitig auch für den Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei, Zolldirektör i. R. Carl -Sauer für den Hamburgischen Landesverckin vom Roten Kreuz. Herr' Oberschulrat Prof. Dr. Schöbe^, Frau Ferdinand Fera und Fräulein' P. S u h r für den Landesverband Hamburg des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, Herr Schee! für diis Landwehr-Jnfanterie-Regiment 75. Der Vorstand der Gemeinde war durch Herrn Jacob H e ck i ch e r, das Repräsentanten-Kollegium durch Herrin .R. Bachra ck>, die Jüdische Gemeinde Wandsbek durch Herrn 2'. Steinberg vertreten. Autzerdem hallen eine ganze Anzahl jüdischer Organisationen und Vereine Hamburgs, so der Cenlral-Verein. deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und die Deutsch- Jüdische Jugend, ihre Vertreter entsandt. Die Feier fand wegen des wundervollen Svälsommertages autzerhalb der Kapelle auf. dem Vorplatze' des Fried- Hofs statt, auf welcher eine Abteilung des Reichsbanners, in Uniform und mit umflorter Fahne Aufstellung genommen hatte. Rach dem Vortrag des thopinichen Trauermarsches durch die Kapelle ehemaliger Mmlärmujiter erklang von der Meisterhand Kornitzers, die man erstellt zu bewundern Gelegenheit hatte, begleitet und vom Jüdischen Chorverein vvrgeltagen das ergreifende Lied: Seele, was betrübst du dich. Dann ergriff Rabbiner Dr. Italiener das Wort zur Gedächtnisrede. Hinweisend -auf die heilige Festeszeit, die^in diesen Tagen sich wieder nähe, erinnerte, er an die fromme sitte, diese Zeit durch einen Besuch der! Gräber einzuleilen^ Der Besuch der Gräber der Kriegsgefallenen gemahne anjÄte schuld, die die Ueberlebenden den Toten gegenüber-hätten, Friede und Versöhnung im Vaterlande und auf Erden zu schaffen. Hierzu rufe auch der Gedenkslem, um -den sich auf dem Kriegerehrenfriedhof die einzelnen Kriegergräber lagern: denn wie dieser Stein ein Zeuge sei für die Tugenden, di« der deutsche Soldat im Felde bewährt habe, so sei er auch ein Zeuge dafür, wohin -Streit und Hader führten: er mahne daher doppelt zum Frieden und zur Eintracht mmitben eines Volkes, denn der Stein sei ein Zeuge dafür, -datz Juden und Christen im Felde Söhne eines Volkes, Brüder gewesen seien, und lasse die llnbrüderlichk«tit der heutigen Zeit doppelt schmerzlich empfinden. Der Redner erinnerte dann an die beiden groben Verkünder der wahren Toleranz, deren Ge-' dächlnis das deutsche Volk in diesem Jahre gefeiert habe. L es sing und Mendelssohn. Von Lessing stamme das Wort: Sind Christ und Jude eher Christ 'und Jude als Mensch? — und Mendelssohll. dieser milde' ruhige Mann habe gesagt: Es ist unser aller nicht würdig, datz wir öffentlich gegeneinander auftreten. Solche Aeutzerungen, schlotz der Redner, seien Aeutzerungen ded wahren deutsckzen Geistes gewesen. In Erinnerung an die Toten möge solcher Geist hinaus ins Leben getragen werden, damit er Geltung ünd Kraft gewinne im Beruf, in der Familie und ich Staate. Dann würde das deutsche Volk von der nutzeren Freiheit, die jetzt wieder zur Wahrheit zu werden beginne, auch zur inneren Freiheit gelangen. . i Darauf sprach Rechtsanwalt Dr. Urias namens des Vorstandes des Frontsoldatenbünoes kernige, aufrechte Worte, die erneut ein Bekenntnis des - MitidKn Juden zum deutschen Vaterlande darstellten. Wohl klang Jjus seinen Wortm die Bitterkeit darüber heraus, datz der deutsche Jude trotz der Opfer, die seine Gemeinschaft gebracht hat, noch immer verfolgt , und verfehmt werde. Aber der deutsche Jude, so schlotz' der Redner, wolle den Glauben nicht fahren lassen, datz der Tag komme, an dem der Deutsck»e dem Deutschen die Bruderhand reiche und an dem es licht und besser werde „in unserem, ja trotz allem in unserem deutschen Vaterlande". Rach abermaligem Chorgesang blegab sich die Versammlung in ernster-Stimmung auf den Kriegerehrenfriedhof, auf. welchem zunächst Herr Oberschulrat Profi Schober das Wort ergriff. Er sprach'nur wenige Worte, aber sie trafen die Anwesenden im innersten Herzen. Er >ankte namens des Volksbundes deutscher Kriegergraberfür«orge den toten jüdischen Soldaten, die der Volksdund inmitten seiner.Glaubens-