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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-11-10 · 11 (10.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
11 (10.11.1929)
Date
1929-11-10
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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j Seite 8 Gemeindeblatt der Deutsch Entgegenkommen Ihres Herrn Vorstehers 2 a c o b H e ck s che r. der Herren Direktor Spier und Lehrer 2. Katzen steiN! sowie unseres Wirtes 2. Halber st adt werden jedem Vkit-! gliev unserer Reisegesellschaft stets in dankdarjter Erinnerung i bleiben." , Das Jüdisch-theologische Seminar in Breslau beging! Anfang d. M. die Feier seiner 75jährigen Bestehens. Die Verdienste dieser Anstalt um die Entwicklung der Wissen-! schüft vom 2udentum sowie um die Ausbildung von Rab- > binern und Lehrern, die vor allem in Deutschland und den Nachbarländern, dann aber auch in allen Teilen der Erde, wo 2uden wohnen, gewirkt haben, sind nicht leicht zu überschätzen. ' — Der Vorstand der Gemeinde hat dem Kuratorium und dem Lehrkörper der Anstalt die Glückwünsche der Gemeinde j.' anläßlich des 2ubi!äums übermittelt. I Bom Palästina-Werk. In der soeben erschienenen Nr. 5 i der Blätter des Keren hajessod «Jüdisches Palästinawerks T E. V. in Deutschland werden u. a. veröffentlicht die An-!, spräche, welche Herr Alfred L iss er, und das Referat >' über die Grundlagen des Paläitina-Aufbaues, welches Herr ‘ Mar M. Marburg auf der Tagung des 2nitiativkomitees für die Erweiterung der fexvisti Acrency in Deutschland am 26. 2uni d. 2s. in Berlin gehalten haben.! * V Die Jewish Agency kor Palestine und der Keren > Hajessod veranstalteten am 3. d. M. abends anläßlich der E Anwesenheit des früheren Staatsministers Emile Bande r v e l d e und seiner Gattin in Hamburg einen Empfang im grohen Saal des Euriohaufes. Die stattliche Ver- I sammlung wurde von Herrn Alfred Lisser eröffnet. I Er wies, auf die schwere Zeit hin. welche die Pioniere des palästinensischen Aufbauwerkes durchmachen, und meinte, es | seien schlechte Freunde, die in solcher Zeit das Aufbauwerk > m Stich lassen würden. Für dieses habe sich jetzt auch nach langen Kämpfen und nach einem Besuche des Heiligen! Landes Herr Mar Marburg entschieden. 2n Hamburg! wisse man, daß kein Kolonisativnswerk sich immer nur i in steileist Aufstiege bewege: Rückschläge müßten aber überi wunden werden. i2n französischer Sprache fortfahrend, bej grüßte der Redner die fremden Gäste: als Vorkämpfer der Demokratie und des Friedens seien sie auch Freunde und i Förderer des Palästinawerkes geworden. Namens der Zionistsichen Ortsgruppe Hamburg-Altona sprach deren Vori sitzender, Herr Tr. Erich Buchholz. Das zionistische Merk sei auf eigene Kraft gestellt. Das jüdische Volk sei das Volk! der Ausdauer und des langen Atems: es werde zu seinem; Merke stehen und es nötigenfalls allein zu Ende führen. . Aber der ermunternde Ruf von Gefährten erfrische und be-! glücke. Als solche Gefährten begrüße er Herrn und Frau Vandervelde. Darauf sprachen zuerst Frau Tr. Dandervelde, dann ihr Gatte, der letztere in. temperamentvoller Meise über die letzten Ereignisse in Palästina und das dortige Aufbauwerk. 2hre Ausführungen fanden den leb-! haften Beifall der Hörerschaft, für welche Herr 2 u l i u s Schindler Morte des Tankes sprach. Er brachte hierbei einen Brief des am Erscheinen verhindetten Herrn Mar M. Marburg zur Verlesung, in welchem dieser seine | Stellung zum Palästinawerk zum Ausdruck brachtein Morten, die von jedem unterschrieben werden könnten und auf deren Boden sich die in der Frage des Pa-! lästina-Aufbaues zur Zeit noch befehdenden 1 Gruppen be.s deutschen Judentums zweifellos einigen könnten. Zuletzt sprach Herr Tr. Georg! H a l p e r n. der seiner Freude über die Entwicklung des Palästina-Gedankens in Hamburg Ausdruck gab. Er bestritt; das Vorhandensein eines arabischen Problems in Palästina,! oder schränkte es vielmehr auf die kleine Kruppe der Effendis ' ein, mit denen die breite arabische Masse nicht zu identifizieren sei und die den religiösen Gegensatz nur in den Dienst | ihrer politischen Sonderzwecke gestellt hätten. Beranstaltungen s«r Jugendliche. Der Hamburger Iugendausschuß, der Ausschuß zur Förderung der 2 u g e n d w o h l f a h r t und das Jugendamt Ham-. > ».urg geben laufende Mitteilungen über Veranstaltungen! für 2uge.ndliche, bei denen teilweiseerhebliche Preisermäßi-! gungen gewährt werden, heraus. Auskünfte erteilt das 2jigenbarnt der Gemeinde, außerdem wird auf die An-; schlage am schwarzen Brett in beiden Gemeindehäusern verwiesen.! -Israelitischen Gemeinde. Nummer II Der Verband jüdischer Gemeinden Schleswig- Holsteins und der Hansestädte e. B. Der Zug in die Großstadt, von dem weite Kreise der Bevölkerung in den Kleinstädten und aus dem Lande seit vielen Jahren ergriffen sind, hat das kulturelle und wirtschaftliche Leben in der ' Provinz in seiner Entwicklung behindert und beeinträchtigt. Diese Bewegung, deren Anfänge vor den Beginn des Meltkrieges zu setzen sind, hat seit, 1918 wesentlich zugenommen. An dieser Landftucht, deren Ursachen nicht immer allein in wirtschaftlichen Gründen zu erblicken sind, haben die jüdischen Kreise der Provinzdevölkerung in verhältnismäßig großer Zahl teilgenommen. Die zahlreichen Opfer hoffnungsvoller Menschen, die die jüdischen Gemeinden dem Weltkriege gebracht haben, trugen den Rest zu dem Niedergang des regen Lebens vieler einst blühender Provinzgemeinden in Deutschland bei. lleberall im Reiche haben die Gemeinden schwer um ihre Eristenz zu kämpfen, am schwersten wurden die Gemeinden in den Städten betroffen, die isoliert und fern von jüdischen Zentren, ohne Aussicht auf Zuzug, in judenarmen Gegenden gewissermaßen von ihrer Substanz zu leben gezwungen sind. Schleswig-Holstein ist eine solche Provinz, deren Gemeinden unter ihrer räumlichen Entfernung voneinander sehr zu leiden haben. Viele 2uden. die vereinzelt sich an kleinen Orten angesiedelt haben, sind gemeindepolilisch überhaupt nicht zu erfassen, da durch die geographischen Verhältnisse eine persönliche, kulturelle Erfassung oder gar eine Heranziehung zur Gemeindesteuer sehr oft ganz unmöglich ist. 2n Erkenntnis dieser Nöte, die die Zukunft der Gemeinden ernstlich bedrohen, wurde bereits im 2ahre 1912 auf Anregung der Gemeinde Elmshorn der Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins geschaffen. Die Gründung erfolgte auf einem Eemeindetage in Kiel. Wandsbek wurde «Vorort des Verbandes, da Altona, die größte Gemeinde der Provinz, sich zunächst noch abseits hielt. - Die 50. Wiederkehr des Tages der Emanzipation der Juden Schleswig-Holsteins im 2ahre 1913 gab zu einer eindrucksvollen Kundgebung Anlaß, die das Gemeinschaftsgefühl der Provinzgemeinden zum Ausdruck brachte und zum Beitritt der Hochdeutschen 2sraeliten-Gemeinde in Altona führte. Unvergessen bleibt die bedeutsame Rede, die damals Oberrabbiner Dr. L e r n e r als oberster Geistlicher der Provinz in der Großen Synagoge zu Altona über die Iudenemanzipation hielt. Der Verband gab anläßlich dieser Feier eine Schrift „Die Emanzipation der Juden in Schleswig-Holstein" heraus, die den seitherigen Verbandsvorsihenden, Rechtsanwalt Dr. Victor, Wandsbek, zum Verfasser hat. Der Weltkrieg unterbrach die Fortführung der Aufgaben. die dem Verband durch die Rot der Gemeinden, die bis dahin vorwiegend als eine geistige zu bezeichnen war, gestellt waren. Erst 1925 nahm der Verband seine Tätigkeit wieder auf. Die Situation der Anschlußgemeinden hatte sich wesentlich verschlechtert. Zu der allgemeinen geistigen Rot war die materielle getreten, in die vor allem die 2nffation die Gemeinden gebracht hatte. Unter Führung des damals neugewählten Oberrabbiners von Schleswig- Holstein. Dr. 2. E a r l e b a ch. wurde die Neuorganisation des Verbandes, vor allem aber die Arbeit -für die Provinzgemeinden, in Angriff genommen. Durch Vermittlung des Preußischen Landesverbandes wurden die vom Preußischen Staat für diesen Zweck bereitgestellten Mittel beschafft, um die geographisch notwendig bedingte Bildung von Bezirkslehrerstellen bzw. Bezirksrabbinaten in die SBege zu leiten. Reu geschaffen sind bis jetzt die Bezirkslehrerstellen in Segeberg—Neumünster und Elmshorn—2tzehoe, sowie das Bezirksrabbinat Friedrichstadt—Flensburg. Von großer Bedeutung für die Entwicklung des Verbandes war der 7. Schleswig-Holsteinische Eemeindetag vom 17. März ds. 2s. Dort wurde der Zusammenschluß der Schleswig-Holsteinischen Gemeinden mit den großen Gemeinden der Hansestädte Hamburg, Lübeck und Vremen vollzogen. Der Prooinzialverband wurde jiim Verbände der Jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte erweitert. Schon der neue Name des Verbandes bringt deutlich zum Ausdruck, daß zum ersten Male in der Organisation der Gemeinden die Grenzen verschiedener Länder nn Reiche aufgehoben sind, was für das deutsche 2udentum ein gutes Stück vorwärts auf dem Wege der Schaffung einer Reichsorganisation bedeuten dürste. Durch diese Erweiterung soll vor allem der Verband in die Lage versetzt werden, bis

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