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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-11-10 · 11 (10.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
11 (10.11.1929)
Date
1929-11-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nummer n Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Seite 7 schüft des Iudentuibs, als Mitglied des Vorstandes der Akademie für die Wissenschaft des Judentums und der Hermann-Cohen-Stiffung gedacht. Prof. W. Stern I hielt auf dem Neunten internationalen Kongreh für Psychologie, der Anfang September in New Hauen U.S.A. stamand, einen Vortrag über die „Grundlinien einer Wissenschaft von der menschlichen Person." Professor Dr. Prwin Panosstq, der Ordinarius für Kunstgelchrchte an der Hamburgischen Universität und Direktor des Kunsthistortschen Seminars, hat einen ehrenvollen Ruf an di« Universität Heidelberg abgelehnt. Die hamburgischen Zeitungen verbinden mit dieser Nachricht den Ausdruck der Freude darüber,! dah „dieser feinsinnige und vielseitige Gelehrte unserer Hochschule erhalten bleibt", j * Prof. Dr. Th. Plaut bei den Auslandslursen der Uni» verfitiit. Im August fanden an der Universität Auslandskurfe statt, die sich grohen Zuspruches und ganz besonderer Anerkennung zu erfreuen halten. Um das Zustandekommen dieser Kurse erwart sich wesentliche Verdienste Herr Prof. Dr. Theodor Plaut: den Dank, den die Kursteilnehmer empfanden, «kam »daher apch zu wiederholten Malen zu lebhaftem Ausdr^ik. | . Der Vortrag, deü Univerfitätsprofeffor Dr. Ernst Cassirer bei der Lessing-Mend stssohn-Gedenkfeier hielt, welche die Gemeinde am 21. April d. 3. gemeinsam mit den drei Hamburger Logen U.O.B.B. veranstaltete, ist jetzt in der Festgabe zum zehnjährigen Bestehesi der Akademie für die Wissenschaft des Judentums' unter dem Titel „Die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn" erschienen. Das Deutsche Schauspielhaus veranstaltete -am 19. v. M. eine Aufführung des Dramas „Das reihende Lamm" von Emir Bernhard dezn bekannten -Berliner Rabbiner Dr. Emil Cohn. Die Kritik spricht dem Werke die Bühnenfähigkeit ab. erkennt aber in lobenden Worten den hohen ethischen Wert der Dichtung an. Di« Urania bot im vergangenen Monat ihren Besuchern einen dem L e s s i n g schen Drama nachgebildeten Film N a - Ihan der Weise. Die den Film begleitende Musik ist dadurch besonders sinke ressant, dah sie am entscheidender Stelle das Kol <Nidr »-Motiv ausgenommen hat. Erich-Brill-Ausst illuug in Berlin. Der Hamburger jüdische Maler Erich Beil erzielte mit der bereits in der vorigen Nummer des Gemeindeblattes erwähnten Ausstellung eines Teiles seiner Gemälde in Berlin einen autzergewöhnlichen Erfolg. Unt<r den in der mahgebenden Kunstkritik Hervorgehobenen Werkes befinden sich auch eine Anzahl jüdischer Bilder, so dcts Porträt des Rechtsanwalts Dr. Herzfeld, das Bildnis von Or. Sakom, das Bildnis eines alten marottanifchen Judem-usw. Das Bild „Tempelplatz in Ie rufalem" wurde in tinij en Blättern eingehend gewürdigt. Kleine Mitteilungen. fum Neubau des israelitischen Tempel». Die Bürgerhat in ihrer 24. Sitzung vom 25. September d. 3s. den Senatsantrag tzetr. den Verkauf eines dem Staate gehörigen Grundstücks! an der Oberrstahe an den Israelitischen Tempelverband ohnt Erörterung genehmigt. Vgl. den steno graphischen Bericht »er Sitzung. S. 930. Errichtung einer lLlara-Bleichröder-Stiftung. Anlählich de» 70. Geburtstag« s vpn Frau Clara Bleichröder geborenen Siegheim <3. Mai 19E8) haben ihre Kinder, die Herren Dr. Bernhard öleichröder. Paul Bleichröder und Frau Herta Herzfeld geb. Bleichröder die ' Errichtung einer Stift iiiit einem Kapital von 10 000 JtM bei der Gemeinde be chlofsen, welihe für alle Zeiten den Namen Dlara-Bleichröder-Sl iflung führen soll. Die Stiftungszinsen sind für Wohlfahrt.zwecke zu verwenden. Ueber die grundsätzliche! Verwendum entslheidet die Verwaltung der Stiftung. welcher ein Mitglied des Vorstandes der Gemeind« und zwei Mitglieder der Familie Bleichröder angehören sollen, in Üebereinftnnmung tnit dem Vorstände der Gemeinde. Bis »um Ableben her Frau Clara Bleichröder werden aber die Stiftungszinsen zur Erhöhung des Stiftyügskapitals ver wandt. Der Hamburaische Corrrspondent brachte in seiner Ausgabe vom 8 .d. M. und das Hamburger Fremdenblatt einen Tag später den folgenden, zwar kleinen, aber bemerken» werten Aufsatz über unsere Herbstfesttage: Mit dem 5. 'Oktober begannen die jüdischen Herbst feiertage. Sie nahmen diesmal auherordentlich spät ihren Anfang, da der alte Kalender des. abgelaufenen Iahres 5689 einen Schaltmonat enthielt und 13 Mondmonate umfahte. Diese Veränderlichkeit entspricht einigermatzen den schwankenden Terminen der christlichen Oster- und Pfingfeiern, die noch immer zu keiner dauernden Festlegung gebracht werden konnten. Das zweitägige jüdische Neujahrsfest geht von dem Gedanken der göttlichen Weltschöpfung aus und soll den Frommen als eine Zeit der Selbstbesinnung und Einkehr und der edlen Vorsätze dienen. Den Höhepunkt dieses Gedankens bildet der Versöhnungstag am 14. Oktober, der allenthalben auch als Fasttag bekaynt ist. Voüi -Vor abend des 13. bis zur sinkenden Nacht des anderen Tages -entsagen die Frommen jeglicher Nahrung und.folgen den Ge danken, datz Reue, aufrichtiges Gebet und Liebeswerke den Menschen der Verzeihung Gottes und der Versöhnung mit den Mitmenschen würdig machen.. Im Volksmunde wird jetzt noch vielfach der jüdische Versöhnungstag „Lange Nacht" ge nannt, weil die religiösen Iuden in früherer Zeit ohne jede Unterbrechung 25 Stunden im Eotteshause zubrachtest-. Hierüber, wie über den Begriff des Heiligabend der chrisi lichen Feste, die überhaupt interessante und innige Zusammenhänge mit den jüdischen Feiertagen naturgemätz haben, lätzt sich manches vielleicht ein anderes Mal erzählen., Heute sei nur noch hinzugefügt, datz die Herbstfeiertage der Iuden ist diesem Iahre mit dem Laubhüttenfüst vom 21. bis 29. Oktober ihren Abschlutz finden. Dieses ist das uralte Erntefest, und in Form und Inhalf ist es der herzerquickenden Fröhlichkeit der Erntefreude bei allen Kulturvölkern ebenbürtig und vergleichbar. Ueber die Inanspruchnahme von Gelände de» Begräbnisplatzes der Gemeinde am Durchschnitt berichten jetzt die Tageszeitungen das folgende: Nachdem man einige Monate an der Verbindungsbahn Ecke Rentzelstratze tätig ge wesen ist. in 7 Meter Breite die Grabstätten des. Israelitischen Friedhofs an der Verbindungsbahn und auch an der Rentzelstratze bis zur Reinfeldstratze zu versenken, um Platz für eine Stratzenverbreiterung | zu finden, ist an der Verbindungsbahn zwischen . Durchschnitt und Rentzelstratze die alte Friedhofsmauer gestürzt worden. In den nächsten Tagen wird auch noch ein Stück der alten Einfriedigung von der Rentzelstratze bis zur Reinfeldstratze verschwinden. Die neue in Eisenbeton aufgeführte Friedhofsmauer ist -an der Rentzelstratze bereits fertiggestellt und wird gegenwärtig nur noch mit dem Meihel bearbeitet, um die glatte, Autzenseste zu riffein. Schon heute bietet die Stratze einen freien Allsblick, so datz der gesamte Verkehr, der von der Stadt sich der Rentzelstratze nähert, ein übersichtliches Bild über den Verkehr aus der Rentzelstratze gewinnt. Bisher ging das Gleis der Stratzenbahn bijs hart an den Kantstein, so datz schon beim Ueberhvlen i oft Unglücksfälle entstanden. In den nächsten Tagen wird der Bürgersteig an seiner jetzigen Stelle weggenomiyen und hart an die neue Friedhofsmauer verlegt. Dadurch ist es möglich, vom Durch schnitt an die Fahrbahn neben dem Gleise weiterzuführen, so dah in Zukunft der Verkehr in zwei Profilen geht. Budapester jüdische Nealgymuasiasten in Hamburg. Im Iuli dieses Iahres statteten Schüler des Realgymnasiums ber Pester Israelitischen Kultusg^mejnde, welche auf einer Studienfahrt durch - Deutschland begriffen war. unter Führung dreier ihrer Lehrer. Direktor o. Goldberger. Profi. Dr. Fürst und- Prof. Grünwald, unserer Stadt einen sechstägigen Besuch ab. Sie wyhnten während dieser Zeit als Gäste der Gemeinde im Dayiel-Wormser-Hause. —> Jetzt ist dem Vorstand« der Gemeinde ein vom 22. Sept. datiertes Schreiben des Direktors der Anstalt zugegangen, taut roelchem Prof. Fürst in der ersten Konferenz nach den Ferien über die Studientfahrt Bericht erstattete. „Bei dieser Gelegenheit" — heitzt es in dem Scheiben — „gedachte er mit besonderer Wärme jenes ganz einzigartigen, Hamburg würdigen Empfanges, den der geehrte Vorstand unserer Reifeaesekl schast zuteil werden lieh. Die uns in freigiebigster Weise gesicherte sechstägige freie Verpflegung, sowie das persönliche

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