Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 11 (10.11.1929)
- Date
- 1929-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Gemeindeblatt der Äeutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer i t > . vieler Betrag toll Darlehensgesuche in zu formen. Der Bo Mitwirkung anderer dah auch in Hambut habe, dah biete' Snnpgoge formell als Ersatz für die We^ meindesnnagoge Kohlnöfen zu gelten habe, sobald der seit langem angestreble Verkauf vieler Synagoge zur Tatlache werde. I 1 Cffcnburg: ^Während der hoben Festtage tvar die. Gemeindesynagogb Kohlhöfen voll besetzt. Wenn de: Vorstand der Gerne nde diele Synagoge jetzt verkaufen will, mutz er für aub eichenden Erlatz sorgen, damit dem Bedürfnis der Snnagc genbesucher. an den botzeil Festtagen volt Genüge geschieht Dr.' L a n z k r o r: Das Gleiche, was Herr Dffenhurg lagt, habe ich schon seit langem ausezeführt. Durch den Beichluh des Vorstandes müg der religionsgesetzlichen Form genügt werden, den Filtere'lenten aber nicht. Nachdem die Gemeinde in weitgehend kt Weile für den Tempel gesorgt hat. mutz sie auch für diejenigen Gemeindemitglieder sorgen, für welche bisher tie Eemeindelnüagoge Jtoblböfen das Gotteshaus mar. Aleiander Levi: Falls es zum Verkauf der Gemeittdemnagoge Kohlhpfen kommt, wird für Ersatz »ach jeder Richtung hin gesorgt werden. Bei den bisherigen Verhandlungen der .ürundltückskommislion ist auf. die Bedürfnilse der Bewohner der Ältitadt schon immer Rücksicht genommen worden. Der Beschlich des Vorstandes betrifft lediglich den Ersatz einer Genieindelnnagogx als . Gemeindeeigentum durch eine andere, die gleichfalls Geineindeeigentum ist, weil bei Ersatz in.Mietsräumen religionsgesetzlich unzulässig ist. ■ Das Kollegium nimmt die Mitteilung des Vorstandes zur Kenntnis und genehmigt das Darlehen. Ueberweisungen an das Israelitische Vorjchug- Jnstitut. Der Vorstand beantragt beim Kollegium die Zustimmung zur Zahlung von 5000 .HM an das Vörlchutzinstitut. verwendet werden, um drei' dringende er Gesamthöhe von 5000 .HM erledigen ritand teilt aber mit, das^ er unter RieFe «die Möglichkeit zu schaffen sucht, g grötzere Kredite, als das Vorlchuhinsritut sie zu gewähre» vermag, an die jüdischen Gewerbetreibenden vergeben rpxrden könne». H^e i n e m a n n: 3 "Wie steht es mit der Begründung einer D a r l e b e n s I a s s e. über welche vor längerer Zeit unter Zuziehung der s interessierten Kreiie gemeindeseitig verhandelt wurde — oder iit ein Rn schlich an die Berliner jüdische Genoslenlchafts rank gehlanl? Heck > cher: D e Beratungen über den Anschluß an die Berliner Geno'ünlchaftshank, welche 330 Genollen mit 150 000 MM gezeichneten Kapitals mtifafet, haben noch zu keinem Erfolg gefüll t. Die nehen aber vor. dem Abschluß Es handelt lich darr m» datz in irgendeiner Form der Berliner Genossenschaft;! lank auch Hamburger Mittel zur Verfügung gestellt werd:n. Vielleicht kann -dies in Form von Deponlengeltzern gest leben. Aur eine weiter! Anfrage von Herrn k"B lütt erwidert Hert Allred Leon: Darlehen können vom Vorschutzinstilul nur dann bewilligt werden, wenn die vorgeschriebene Prü 'ung die Sicherheit der Bürgen ergibt. Da; Kollegium nimmt dem Anträge des Vorstandes zu. tl cdmitnng einbs Paläslina-Reiscitipendiums für jüdische. Lehrer und Lehremnnen in Hamburg. Dr. Kalmus als Aniragsteller: Die 2<hamtng des Stipendiums liegt im Fntere'le der. Fugend. Die Berliner Gemeinde hat ein solches Stipendium .bewilligt. Das Mitglied des Kollegiums. >?err Rektor «. D. Feine r, hat von einem Berliner Lehrer, der i« Palästina geweilt hat. einen Bericht erhalten, auf Grund bellen auch er für di'e Bewilligung des Stipendiums einrritt. Es lei für Herrn Ferner in hohem Matze interessant gewesen, das; der Berliner Lelzrer auch in vädagogjlcher Beziehung in Palästina Anregung erhallen habe l ej beantragt statt eines - Stipendi ie Schaffung zweier Stipendien von je den Betreffende« dann schon gelingen. anders aufzubringen. , n: Alles, was wir tun können. - um eunterer Väter in die Herzen unserer sollen wir tun. Hoffentlich können wir Zeit den Dtipendienbetrag sogar. Fulius D ch i n ums. von 1003 HM- 500 ,H U. Es wird die re'tlichen Mille Aleiander L e v die Liebe zum Lan Kinder zu rilanzen. zu einer späteren erhöhen. .überwiesen. Der Antrag, wsrd dem Haushaltsausschutz ,. Bewilligung don Zuschüssen für Jugendsahrten. Dr. Kalmus: ^ch beantrage die Bewilligung von 2003- .hm für das Jugendamt als Zulchutz zu Fugendfahrte» der im Landesauslchutz det jüdischen Jugendorganisationen Hamburgs zusammengeschlotienen Vereine. In einem Budget von rund einer Million Mark sind ausgerechnet diese 2000 JLV gestrichen worden. Düs bedeutet eine erhebliche.Schädigung der Gemeinde in den Augen der Oeffentlichkeit — dies »m so mehr/ weil der Betrag nicht etwa neu beantragt. sondern bereits im Vorjahr bewilligt war. Es handelt sich um einen > Betrag, der zur Förderung der Gesundheit der Fugendlichen bestimmt ist und daher vorhanden sein nuitz^o^: j,ic Schuljugend geschieht seitens der. Gemeinde genügend, nicht aber für die schulentlassene Fugend. , „ _ , Dr. Fränkel: Kein Mitglied des Reprasentanten-Kollegiums lätzt sich an Interesse für die Jugend pon einem anderen Mitglied übertreffen. Kein Mitglied hat die m Rede stehenden 2000 JtM abgelehnt, weil ihm das Ver-. ständnis für die Jugend fehlte. Dem Jugendamt sind im Etat der Gemeinde 70 000 MM bewilligt. Dieser grohe Betrag darf über dem kleinen nicht vergessen werden. Die Gemeinde hat noch viel für andere Dinge, für unlerrichtliche und kulturelle Aufgaben zu sorgen.. Der Etat ist mit groher Gewissenhaftigkeit geprüft, und mit grotzer Gewissenhaftigkeit sind hier und da Abstriche vorgenommen worden. Mit der Begründung des Herrn Dr. Kalmus: „2000 JtM sind eine bescheidene Summe", kann man jeden Posten bewilligen. . Die Mittel für die Fahrten der Jugendlichen müssen, wenn die Gemeinde sie nicht hat, von anderer Seite aufgebracht werden. Schwerer als zu bewilligeniites, abzulehnen. . Lisser: Die Budgetkommission trägt die Verantwortung für die Gesamtfinanzen der Gemeinde. Eigentlich mühte jedes Fahr die Budgetkommission völlig neu gebildet werden, damit jedes Mitglied des Kollegiums einmal die Bürde der Verantwortung für die Eemeindefinanzen übernimmt. Dann würden alle zu der Erkenntnis kommen, dah die jetzigen Mitglieder nicht hartherzig seien, sondern nur aus Verantwortungsgefühl gegenüber der Gemeinde gehandelt hätten. Ich würde es begrühen, wenn das Jugendamt bei erneuter Prüfung seines Etats zu der Erkenntnis käme, dah es die Mittel für die Fahrten der Jugendlichen doch 'noch aus dem ihm bewilligten Betrag freimachen kann. — Der Antrag geht an den Budgetauslchuh. 8. Gewährung des aktiven Wahlrechts an alle über 21 Jahre al^en Semeindeangehörigen. Der Vorstand der Gemeinde teilt mit,- dah er dem Antrag des Kollegiums in erster Lesung beigetreten ist. Da zwischen der ersten -und zweiten Lesung verfassungsändernder Anträge eine Frist von vier Wochen liegen muh, die jetzt verstrichen ist. wiederholt das Kollegium ohne Erörterung den Beschluh, der die 21 Jahre alten Eemeindeangehörigen sämtlich für wahlberechtigt erklärt. 9. Gebundene und ungebundene Listen? Dr. Kalmus : Ich beantrage die Einführung der gebundenen Liften bei de» Wahlen, zum Repräsentanten-Kollegium. Die Bestimmung der Verfassung, wonach der Wähler berechtigt ist, in der Vorschlagsliste Namen zu streichen.und seine Stimmen auf einige oder gar einen Kandidaten zu häufen, ist ein II n i I u m. ein Ausfluh von Scheindemokratie, aber keiner wahren Demokratie. Ein einzelner Kandidat kann seine Wahl mit den Stimmen seiner Verwandten und Freunde durchsetzen. Auch der Vorsitzende hat unter dem Einfluh der' -Vorgänge bei der letzten Wahl diese vestimmung als abschaffenswert erklärt. Mit es fordert z»r Ilnmorälität heraus, lleoerall sonenfragen in kleinen, verantwortungsvollen schieden. -Auch andere Mängel hat diese Perfassungsvorschrift. Sie macht die Einigung über eine Einheitsliste ebenso unmöglich wie die Verbindung mehrerer Gruppen. Dagegen zwingen die gebundene» Liste» zu einem festen, sachlichen und keinem persönlichen Programm/ Dr. Frankel: Das beste "Wahlrecht ist gerade gut genug für uns. "Welches ist das beste? Darüber kann man streiten. Die Erfahrungen einer "Wahl sind jedenfalls nicht ausschlaggebend. Für eine Aenderiing liegt kein AnlaH vor. E i» durchschlagender Gesichtspuntt an Stelle einzelner Argumente: ich will, dah eben nicht nur das sächliche Programm, sondern auch die M e » s ch e n gewählt werden, und zwar solche, die das Vertrauen der "Wähler verdienen. Auch bei den politischen Parteien macht sich das Bedürfnis fühl-' bar/ dem Wähler wieder grötzere» Einsluh auf die endgültige Auswahl der zur Wahl/ stehenden Persönlichkeiten Verfassung^ Recht, denn werden Per- Kreisen ent-