Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 9 (10.9.1929)
- Date
- 1929-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nummer 9 . Seite 3 Gcmeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. um die jewish Agency. Die Kritik, die sich an manche nicht gerade arbciter-' freundliche Fehlgriffe oestimmter Organe der zionistischen Palästinabchörden ichtoh, fand keinen geringeren Resonanzboden als die Kritik, die sich an n'cht w.nige, F hl griffe ' mancher .Organe der englischen Palästinaverwaktung knüpfte. Kbnnte aber — was jene Vorwürfe gegenüber ’ der Palästinaleitung des Zionismus betraf — die Lrekutive manche kritischen ' Bemerkungen er» Ycmenh Isdter Jude foIaiCld). zel- Aquarell von Hermann Strqck (Naliqnalgalerie Berlin) fO XDUt es ihr nur in geringem Mähe möglich, die vorwurfsvolle Stimmung zu befchnichtigen, die das Plenum des Kongrcf es fast jedes Mcl ersaht«, wenn von Ilebergriffen englischer Beamten in Palästina, und vor allem von din skandalösen Vorfällen' an der Klagemauer die Rede war. Weizmann hatte in seiner Eröffnungsrede auf der Einleitungssitzung des Kongresses freilich von politischen Teilerfolgen gesprochen, und in der Tat weist der den Delegierten vorgelegte umfangreiche Bericht der Leitung in feinen politischen Ausführungen nach, dah es gelang, z. 23. in der lebenswichtigen Frage der Einwanderungsgebühren für zionistische Immigranten, in den Problemen der palästinensischen Stadtverwaltmzgen, und in anderen günstige Ergebnisse zu erzielen. Im Laufe des Kongresses aber fiel die Betonung immer stärker von der zweiten Silbe auf die erste: aus den Teil-Erfolgen wurden T e i (Erfolge. Ja. man muh fast konstatieren, dah der Kongreh in feinen berechtigten Beanstandungen gelegentlich etwas weiter gegangen ist, als es seinem Führer Weizmann. dem ..jüdischen Kontrahenten Eroh-Britanniens", dessen politische Mähigung seit jeher genügend bewährt ist, zweckmähig erschienen sein mag. Das Bewuhtsein, dah nur durch gemeinsame Anstrengungen und eine Leitung, die das Vertrauen aller Teile der Bewegung hinter sich hätte, die politisch so verbesserungsbedürftige Lage de- Zionismus verbes ert werden könne, bildete für den Kongreh einen auherordentlich einigenden Faktor. Aber auch das Bewuh'sein, unmittelbar nach Schluh der Tagung den nichtzionistischen Freunden der jewish Agency gegenüber zu stehen, führte die Vertreter der mahgebenden Kongrehparteien enger zusammen, als die auseinanderstrebenden Programme und Interessen es eigentlich erwarten liehen: Man konnte sich der Erkenntnis nicht gut entziehen, dah die Bewahrung der zionistischen Grundideen im Gebilde der jewish Agency um so aussichtsreicher sein würde, je weniger innere Zersplitterung in der zionistischen Hälfte der Agency herrschen werde. So waren denn, in gemeinsamen Bemühungen um die Herbeiführung besserer politischer Verbindung, mit England, und in der Erwartung der Agency, in der sich die Zionisten nicht bekämpfen, sondern in sich geeint mit den Partnern der anderen Hälfte freundschaftlich arbeiten sollen, zwei Faktoren gegeben, die auf die Wiederausrichtunz der Grohen Koalition nach zweijähriger Pause, hinsteuetten. Es entsprach den hier geschilderten Verhältnissen, dah gm Schluh der Tagung eine Leitung gebildet worden ift, in der Vertreter der Mittelparteien mit den Repräsentanten tzer religiösen und soziasistischen Flügelgruppen in gegenseitigem Ver'rauen Zusammenarbeiten sollen. Dah eine solche auf breiter Basis aufgebaute Führung, mit Weizmann an der Spike, zu Stande kam, war vom ersten Tage an der Wunsch wohl der überwiegenden Mehrheit der Kongrehteilnehmer. Dah dieses Ziel Ablösung von Rausch-Huschonoh-lHlückwünschen. Zur Ablösung von Rausch haschonoh-Glückwünschen nehmen wir Spenden entgegen, welche je ' nach Bestimmung der Spender wohltätigen Zwecken bzw. den in der Gemeinde bestehenden Wohlfahnsanstallen zugeführt werden, soweit die Spender über die Verwendung der von ihnen gezahlten Ablösungsbeträge nicht selbst bestimmen, wird der Vorstand der Gemeinde entscheiden. . Die Ablösungsspenden sind zu zahlen in bar bei der Kaue der Gemeinde, wochentäglich 9 bis 1 lthr, oder an das Postscheckkonto der Gemeinde, Hamburg 499, oder an eines der Konten' der Gemeinde bei der Deutschen Bank oder der Dresdner Bank, Depositenkaise Harvestehude. Die Namen derjenigen, welche ihre Rausch haschonoh- Glückwünsche bei uns ablöien, werden vonuns in den zu Rausch haschonoh er cheimnden M i 1 t e i l u n g e n, auh.'rdem in der Oliobernummer des E em e i n d e b l a t t es, bekannt gegeben werden. In Anbetracht der Diot vieler Hilfsbedürftiger bitten wir, der vorstehenden Anregung nach Möglichkeit zu entsprechen. Vorstand der Deu sch-Zscaelitischen Gemeind«. in Erfüllung ging, bedeutet für die neugcschaffene jewish Agency, die die zionijli,che Exekutive zunächst in tfjrgr Ganzheil als ihre eigene übernommen _f)at, einen Istn^ puls von nicht ab zu sch ätzender Tragweite. Tagung der Jewish Agency in Zürich. 11. —14. August 1929 (5.-8. Aw 5 68 9.). Von Jacob Heckscher. -I B a lf o u r - D e k I a r a t i o n. In dem vom '■ Völkerbund beschlossenen Palästina-Mandat wird die ' nachstehende am 2. November 1917 durch Lord Bal.our namens der Britischen Regierung abgcax- .bene Erklärung ausdrücklich bestätigt: „Seiner Ria jcstüt Regierung betrachtet die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdi'che Voll mit Wohlwollen und wird die gröhten Anstrengungen machen, um die Erreichung diefas Ziestes zu erleichtern, wobei klar verstanden werde, dah, nichts getan, werden fall, was die bürgerlichen ' und religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und: die politische Stellung idcr Juden in irgend einem andern Lande beeinträchtigen könnte." Am 26. Juni d. Js. kpnstituierte sich in Berlin das Jtzitiativ-Komilee für die Erweiterung der-jewish Agency in Deutschland unter dem Vorsitz. von Direktor Oscar , Wassermann, Prä identeN des Keren Hajeisod (Jüdisches Palästinawerk e. V. in Deutschland) unter Mitwirkung sämtlicher Mitglieder des Präsidiums des Zentralkomitees des Keren Hajessod, von Vertretern der Erohgemeinden Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg und München, des Hilfsvcreins der deutschen Juden,, der 2lchduth, des Allgemeinen Rabbinerverbandes, des Verbandes d«r jüdischen Jugendvereine in Deutschland und anderer, sowie einer grohen Anzahl Führer des geistigen Lebens und der Wirtschaft in Deutschland. Auf Grund der oben zitierten Balfour-Deklaration wur- . den die folgenden Resolutionen von der Versammlung angenommen: In Uebercinstimmung mit 2lrtikel 4 des Palästinamandats hat die als offizielle jüdische Vertretung für Palästina (Jewish Agency) änerkannte Zionistische Organi sation die Jndenheiten der Welt zum Eintritt in die Jewish Agency aufgefordert. Die am 26. Juni 1929 in Berlin tagende Konferenz des ..Jnitiäliv-Komitces für die Erweiterung der jewish Agency in Deutschland" nimmt die an die deutsche Judenheil ergangene 2lufforderung freudig an und beschlicht, die Vertretung der deutschen Judenheit innerhalb der jewish Agency in folgender . Form sicherzustcllen: a) Eine. Palästina-Konferenz aller deutschen Juden, die bereit sind, an den Arbeiten/des durch Artikel 4 des Völkerbundsmandats für' Palästina eingesetzten je wish Agency teilzunehmcn und an der Entwicklung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina mit 'zuarbeiten, ist sobald wie möglich einzuberufen. Diefa Palästina-Konferenz soll die Vertreter der deutschen Judenheit in den Council der jewish Agency ent-! senden. '