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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-06-03 · 6 (3.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
6 (3.6.1929)
Date
1929-06-03
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Gemeindeblatt der Deutsch L /w Seite 10 erholung'bedüiTiig 'ind. haben vir seit Jahren die [Tapes-, kolonie eingerichtet. mit deren Erfolg v ir in jeder' Weise! zufrieden 'ind'. Die Eltern kühne«-mul wollen mdit-Jce-! greifen.-daß langjähriger-Schulbe-tich kein Grund fijr A er-j schickum» i't lipcl vir manches Kind, dein wir i gerne! 4 Wochen Ruhtmr den häuslichen schlechten \ erliäljiiisst-n -'/innen wurden.! nicht \erschitken können, wenn; keine .. gesiitklheitlTthrc'« Not Wendigkeit v erliegt. ~i | >1-1k runt/pi ]>zt-R pah uns den Anstoß, die S ch I ii f v e r -!i .Vl t ii i - ' <- der Familien zu prüfen und die Aufklüii ungs- Ir.i.e III!' den islleiII zu besprechen. Es erpab sich, daß r.iinilieri im Dü rch'thniit V Oll 5 Personen I Raum in JoJ- ,dien. J Räume in Fällen itnd “i Räume in 20 Fällen liev cihnen. I >ic' besseren \\ ohmiugen V erden meist um deutschen I am dien, 'die länger liietr atisässjp sind, bewohnt. I - -chlafen von Per-lvuen üj>er. 12 ähren: I Person in!einem Bett in sJ Fällen. J Personen in einem Bett in ■>> fallen und mehr ab J Personen in 3 Fall?u. — Nicht immer/waren die \\ ohneu-rhältiiisso daran schuld, oft lag es clarah. daß die Klte.rn im Wohnzimmer keine .'chlaf-telle haben wollten, manches mal darim. daß 'icdie Gelührep. die im Zusatumenschl.den von Geschwistern \ ei-chicfclc-nen Geschlechts liegen, nute-, schätzten. IN pelanp ididurch ernsthafte Riick- Jsraelitischen Gemeinde. Nummer 6 -.len, spi.ohcmit <d! -1.1 die s-chlfi Je erhält ni in Raum 'icun -.mimen v edinc-n hinfällig. Die K I i ben~\ orpiinpen -ah aIIk die -|i i ,! schalliineil c ‘■ i i liciauvach idlr -c-xiic-pc- I - pi ■ 'clien.' Not v i n i-n- Kc-nnlnis lIc J- - K/iipc.-i' und 1 bei : oder die \ i'piadufühlen I'leien, treten v 1 eilen. Die Ost i pioblemeu clc-1* G de in du \ ielcn I Mid*. Damit brhipunp in Ilern, durch Mel t'n von Betten u. ii. iiberndern. wo nicht Manpel ibänderlith machten. Durch daenge Ziist eine Anfklitn itp im eigentlichen Silin inder sehen von frühester Jugend ajti alle -ich abvickc-ln. I eh men häufig Eindrücke ich ei-'t später aii-wirken. Notwenclip ist. X c-i traueii'V e llältiii"C' der Fdtc|rn zu inlc-ii Kindern, das es ermöglicht. I offen rügen. diedie- Jupend bedrängen. zu nihp i't. daß die Schule den Kindc-rli eine W erdens iiml W ach'i-ii' defs Men-chen. der Körpe'rpfl?ge vermittelt. Wjn die I leraivv ach'C-nde t die Notwendighait. der aber den richtigen W'ep zueinander nicht rr in die Bresche und helfen so 1 leiden idi'ihen Fitem 4Jud von den F.r/iehungsepenwurt noch vielt ig erfaßt. Sie lJc-wun-j größere i Kenntnisse des Kinde- und verzichten in, Iten voc vornherein auf jeden erziehliche« Fin-i erklären -ich die v feien Anträpe auf sutei i Waisenhäusern. die , bei uns einpeheni DaJ vejnn keine bi-öViclere Gefährcwinp vorlic-pt. F aijiilien-i c-rzieliunp ’ der I iiterbi inpunp auch in der besten Vn'talti c m zuzicdien i-t. I er-iichen v ir iin solchen Fällen, die-" Auto-I i it.it der l.ltc-rn i|urch Beistand-chalt. \ ormund'chaft und in kliminc-Hen I iillhn durch Schutzaufsicht zu unterstützen l üi'.irac-erzieliuitp kommt für Ausländer- -eiten in Frape. I in Problem i't die XusfüHung der Freizeit der ■Schulkinder. Teilweise -ind -iel im Hort des jüdischen/ Vnlk'lieinis. teil v ei-e v erden sie durch die jitgendj bevcc-pnIIP erfaßt. I in proßer Prozentsatz verbringt diel hric- /eit auf der -Straße Inder imj Ilau-e. ohne viel Getiul] iicler Geu inn davon zu haben. Wir 'bemühen uns. nn-ereit l.iiillnß auf die Kinder dahin pe Ic-nd zu machen, daß --ic! nicht immer auf einc-ii äußeren Antrieb zu irgendeiner Beb schaft p-mp vc arten, sondern sich -c-lb-t beschäftipen lernc-nj dazu pc-hört. daß den Kindern die in ihnen schliimmerndeii I alii-kc-iten und Neigungen zum Ic-wußt-ein pebracht v erden. Fstellen noch nicht’ gc|nügend S|>ortplütze um| Raume, in dene n -ic- -ich.- nach eigener Wahl betätigen können, zur Xerfdpuiip. In den letzte-u Schul jalrrenf bc-pinnt die Schul-! * e i a t u t’i p . die vir in . Gemeinschaft mit der jüdischen Betul-berat nnu-sielte llamburp ansiilien. d n-eri-r I iir-j sorpe unterstehen zur /.eit; 141* Jugendliche. i ■i Jugendlichee. Ui -20Jahren Knaben Milde hen Ge-^umzatil |I0 har Pui in ,i Fhc peil für Altona Auswärts KauftJl- Hand- Hausanpest. freie Berufe S] 5 fU 13 ü3 f.’29 35.8 2. 2.5 \ W 35 58.: * 11 18.3 10 16.0l! 1,7,;,. •111 ln 7,1 78 55j‘ to 10 7,1- 3| 2.1 < iVir haben die l.rfahriinp* gemacht. daß bei den o-t sehen M. Ichen kein eigentlicher WHIe zum Bei ul vor den i-t. Ihr tndziel i-t die Heirat, und da sie in cfie-c-ii kt mit den I bern vülli? einip -ind. -o pelinpt es lihnet llen Fällen, ihr Ziel zu erreichen. Weil ihr “Wille zu l unbeirrbar i-f. iilierwinden sie“ indiv iduelje Hemmun und Schwieripkeiten jeder Art Der Beruf bedeute sie' eine' Vercheiistniöplichkc-jt für die JahreTki> zm Heirat und einen etwaipen Nebenerwerb in der Ehe. Fs wird deshalb niemals ein Beruf mit lanper Ausbildunpsdauer pewählt. Die kaufmännischen Anpestellten sind meist kurzfristip in privaten Kur-en auspebildet. Wir bemühen uns unseren Einfluß dahin'peilend zu machen, daß die Mädchen pleich den Junpens eine" dreijiihripe Kaufmannslehre durchmachen. Im Handwerk sind sie als Schneiderinnen und NälierinnejB vertreten, von den II) llaii'- anpestellten -ind nur J ordij'impspemäß vorpebildet. Fs ist für die“ Eltern ehie schwere l.a-t. die Kinder während der Ausbildunpszeit zu erhalten, und vir bedauern, daß unsere tinpeniipenden Mittel uns nicht erlauben, prüßere I.ehrlinpslieihilfen zu pc-ben. Die G e f ä h r d u ii p d er J u p cn d I i ch cn i't pi iißei als dir der Schulkinder. Fs lüiiipt viel davon ab. in welcher Gesellschaft und wie -ie ihre Freizeit vc-rbrinpen. I nsere Prüfung erpab bei 14t Jugendlichen: or«anisor'cank 1-esen Musik c-_. keinebes. Sl>ort Neigt, Knaben 10 40,7 . 13 53" „ .25 - 30,7' ' 6 7.5", 17 2t . 21) 32' .. Mädchen 24 40 .. 31 51.7 . 2fi 43.1 . 5 8.4 , 10 16.2« 16 26.5",. Gesamtzahl 57 40.5", 73 53- 51 36" „ 11 7.0 , 27 10.2 •. 12 30 4ü Prozent der Jugendlichen* -ind an eine Gemeinschaft gebunden. Sie empfangen von dort Eindrücke und Anregungen. Da wir an und für Dch den Jugendlichen im Kreise gleichgesinnter Kameraden am geborgensten wissen, haben vir die restlichen mit den von ihnen angegebenen Neigungen den vereinigten Jupend verbänden gemeldet und sie gebeten. sich um Finfliißgewinnnng zu bemühen. Durch diese Anregung lrat sich bereits eine Anzahl von 10 Mädchen, diebesonders gerne lesen, zu einer Gruppezu-a nimenpeschlci'sen. Auffallend ist. daß nur lü.J Prozent den Sport als besondere Neigung, angeben. Fs liegt volil daran, daß die- Ausübung mit relativ hohen Ko-teu verbunden i-t. die -ich mir wenige Jugendlichen leisten können. I eher •-/a lesen gern, aber es fehlt ihnen au guten jjiichei n und einem Raum, in dc;m sie da--Gelesene ruhig in sich aufneliinen können, und an geeigneten Beratern über die Art ihrer Fehtüre. In einer /eit. in der Gei-l und Gemüt am - aufnahmefähigsten sind, vergiften sie ihre Phantasie mit Kitsch- und Schundliteratur und gewinnen daraus falsche Vorstellungen über das l eben. A0 Prozent sind sich keiner besonderen Neigung bewußt. . Sie füllen die Kaffees und “Kinos, treiben sich auf der Straße herum und sind vielerlei Einflüssen zugänglich. Allen Jugendlichen gemeinsam i't der Wunsch, in der Freizeit der häuslichen Engezu entfliehen. Sie -ehneii sich mich hilft und l icht, nach Farbe und Schönheit und vor allem nach Ruhe-, Wir haben Jugendheime, in denen Jiigendvereineii Räume zur Verfügung stellen, aber wir haben keine Rüunie. in denen einzelne Jugendliche-, die keiner Organisation angehören, sich auflialtc-n. ein Büch lesen, einen Brief schreiben, -ich entspannen können. Iliest- Möglichkeit müßten wir dc*r Jugend geben. W ir müßten eine I esehalle schaffen, in der neben populär-wissenschaftlichen Büchern alle modernen Romanistehen. und es würden sich gewiß auch Menschen finden, dfe. ohne* -ich aufzudrängen. elfüi jugendlichen bei der W ahl seiner T.c-ktiire beraten und zur Au-sprathe zur Verfügung- -teilen“/ Dabei müssen vir uns bewußt sein, daß die Jugend gerade die Bücher lie-t. die im Brennpunkt deallgemeinen Iiiteres-es stehen und nicht immer für Jugendliche irsonders geeignet sind. (Jahrgang IWJ u. ii.) Wir tun besser, uns von vornherein mit der..Tatsache abzufinden, in d der Gefahr, die durch Ffilschverstelien solcher Bücher entsteht, durch Aussprache entge-geuzut rc-ten. als durch Negieren, diese Fektüre unwidersprochen sich auswirkc-n zu lassen. Die Jugend ist in der Großstadt vielerlei FinlIIüsm-ii und Fockungen ausgO'C-tzt. Wir können -ie davor nicht bewahren. vir können sie nur Ic-hVen, ihre körperlichen, geistigen und s i t t I Feh e n Kräfte voll a ii s z u ii ii t z e n . damit sie nicht unterliegt, sondern sich ihren Platz in der Welt selbst erobert. Die mit oder ohne Schuld auf. Abwege geraten sind, bedürfen unserer besonderen Hingabe. Hier Ersuche und W irkung zu erkennen. Hilfe zu bringen ist generell nicht möglich, individuelle Behandlung und liebevolles Bemühen sind die Bundesgenossen des Jm Jugendlichen -elb-t schlummernden W illens auf der Suche nach dem richtigen West. Die Kiäider von heute sind die Eltern von /morgen, sie!zu erziehet ist wahre Xufbaiiarboil. Das Ziel jeder Fürsorge ist, sich selbst überflüssig zu machen: den er-tc-n Schritt dazu haben wir getan.

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