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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-04-24 · 5 (24.4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
5 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 5 Mehrheit erforde^I iUiitgliebcrn der!l Inzwischen is leihung des Wah des Repräsentantf men worden. Gemeindeblutt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. lick war. war bei Anwesenheit von trag des Vorstandes abgelchnt. er Antrag des Vorstandes auf Vcrrechts an die 21jährigen au; der Mitie n- Kollegiums bereits wieder aufgenom- 17 Personalien und Kleine Milleilungen. Wahlen. Dass Repräsentanten-Köllegium vier Gemeinde hat in seiner Sitzung vom 10. d. M. Herrn Raphael Ernst May in'jdei Vorstand der Theresien Stiftung und Frau Mai Schwer ko sewskl und Frau o. Buttenwieset in die Zre nkenhausfürsorge der Geminde wieder und Herrn b e r g neu Julius gewählt. Rose m a n n und Frau I d a E o l d- 25jähriaes Anitsjubiläum. Herr Heurü Chasse: feierte Montag, den f. ds. Mts., .sein 25jähriges Jubiläum als Sekretär des! Hamburger Lokal-Komitees des Hilfsvereins der deutschen Juden. Herr Chassel hat in den 25 Jahren seiner Tätigkeit, wie allgemein bekannt ist. überaus segensreich gewirkt und im Verein mit verdienten Männern. von denen.-rar die Heimgegangenen Herren Pau l 1' a s f o r und Le ) Mendelfon besondei s erwähnen, unzähligen Glauben ibrüdern. welche auf dem Wege über Hamburg einer nqmn Heimat zustrebten, in der verschiedenartigsten Weise unl mit nie versagendem Eifer geholfen. In den mannigfachen Fragen des Aufenthaltes von Ausländern im Gebiete des Staates und der Stqdt Hamburg ist Herr Chassel. wie niemand neben ihm. A itorität, und das Ansehen, welckies er sich inz Verkehr mit den Behörden. insbesondere der Fremden-Polizei, btt :dr seine mit strenger Sachlichkeitl gepaarte Liebe für die ihm anver» trauten Interessen ^>er ausländischen Juden e'worben hat, ist wohlverdient. Äie Verehrung, welche Heri Chassel genieht, kam an seinem Jubiläumsiage zu beredt:m Ausdruck. Die Kommission für die Fremdenpflege der Gemeinde, die Mitglieder des Lokal-Komitees des Hilfsvereihs, der Vorstand der Neuen Dammtor - Synagoge, welchem Herr Chassel angehöft, sowie zahlreiche Brüder der Henry Jqnes-Loge, deren Erpräfident der Jubilar ist, versammelten sich am Vormittag des Jubiläumstages in seiner Wohnung, um durch den Mund ihrer Redner ihm eine Huldigung darzubringen. Als erster Redner ergriff Herr Her ma n n E u m - p e r tz das Wort, »der namens des Zentral-Komitees und des hiesigen Lokal-Komitees des Hilfsvereins Herrn Chassel Dank und Glückwünsche aussprach. Der Jubilar habe nicht nur mst Treue und Eifer seine Kraft in den Dienst seines Amtes, gestellt, fordern mit seiner ganzen Persönlichkeit^ seinem j Geist und seinem Gemüt, sich dem Dienste an unsere^ Glaubensbrüdern hingegeben. Der Redner wandte auf den Jubilair das Wort des Psalmisten an. das denjenigen glücklich preist, der die Kraft seines Geistes hinaibt, um den Armenj zu helfen: denn in dieser Fürsorge für die Aermsten der. Armen, die, zumal als heimatlose Juden,! dovvelt und dreifach unglücklich^: seien, habe Gott ihm d« Hilfe und Heilung für die Läge seines eigenen Leides gegeben. Die Ehrung, die der Hilfsverein Herrn Chassel am Tage seines Jubiläunrs widme, fei ein Symbol für die Ehre, die er selbst durch seine Höjährige Tätigkeit dein Htlssverein bereitet habe. Namens der Kommission für die Fremdenpflege sprach Herr Jacob Heckscher, und zwar zugleich im Aufträge des Vorstandes der Gemeinde, der auherdem noch durch die Herren Alfred Levy. HeinrichLeoy. Rechtsanwalt David und David Frisch mann vertreten war. In Anlehitung an einen Sah aus dem Thora-Abschnitt des vergangenen Sabbaths verglich er die unermüdliche Tätigkeit des Jubilars mit hem Feuer, das auf dem i Tempelaltar unauslöschlich brennen sollte. Ebenso wie die Herren Laskar und Mendelson. sei auch Herr Chassel immer datauf bedacht gewesen, sein Amt im Hilfsverein stets im engen Zusammenhang mit der Kommission der Gemeinde für die Fremdenpslege! auszuüben. Sein ganzes Können uni seine ganze Seele habe er in seine Arbeit hineingelegt uni dadurch mir Freude und Glück die Herzen vieler Leidenden erfüllt. Darum seien an diesem Tage seine Freunde und Verehrer zu ihm gekommen, um sein Haus mit' Freude zu erfüllen. und den Wunsch auszusprechen, der ganz gewih sein eigmer Herzenswunsch sei, dah wie das Feuer auf dem A tar auch die liebende Fürsorge für die seiner Obhut anvertranten Menschen nie verlösche, und dah. wenn seine Kraft einmal erlahme, Seite 3 jüngere Kräfte ihm in seiner heiligen Arbeit folgen möchten. Dann sprach namens der Verwaltung der Reuen Damm tor-Synagoge Herr Rabbiner Dr Holzer, mit den Wün schen der Verwaltung der Synagoge seine eigenen verbindend. Der Rät des Jubilars und seine Sachlichkeit würden in, der Verwaltung der Reuen Damyit'r-Synagoae um so mehr geschätzt, weil bei allen leinen Worten sein tiefstes Interesse und sein menschliches Empfinden zum 'Ansdruck' käme. Als letzter der Redner sprach Herr" Oberribbiner Dr. Ca-rlebachnamens des Obcrrabbinats der G mrcinde Altona und Schjes wig-Holsteins.l Schon während seiner Hamburger Zeit habe er Gelegenheit gehabt, Herrn Chassel in seiner-Tätigkeit z» beobachten, undunvergehlich seil n ihm die Eindrücke, die. er angesichts der Fürsorge des Jubilars für die Uebcrlicger in den Auswande.rhallen und bei der Ei irichtung des Unterrichts für deren Kinder empfangen habe. Lerrn Chassels Arbeitsgebiet fei besonders schwer, weil er es fast nur tttif Mensckzen zu tun habe, die vom Unglück verfolgt seien. Unglück bringe aber sehr oft den Menschen in sittliche Gefahr, und solchen Menschen gegenüber die Bereitschaft zur Hilfe, die Liebe zur Arbeit und die Verantwortung zu bewahreir, erfordere eine grohe sittliche Kraft. So. bringe er dem Jubilar den Wunsch, dah ihm die seelische Spannkraft zur Arbeit und die Freude a» und in ihr erhalten bleibe, damit er wie bisher die Tränen der Unglücklichen trocknen und zu ihrem Segen wirken könne. Als letzter Redner, überbrachte Herr Dr. Alfred Unna namens der Henry Jones-Loge den, Jubilar die Glückwünsche der Brüder, die stolz darauf leien, ihn zu den Ihrigen zu rcchncu. In sichtlicher Bewegung dankte Herr Chassel. Die ihm erwiesenen Ehren erfüllten ihn, ko erklärte er, mit tiefster Demut. Dankbar gedenke er der! Männer, die ihm Beispiel in der sozialen Arbeit gewesen seien, wie Paul Nathan, Paul Laskar und Leo M c! n d e l f o n. Den Tag. gu dem er in den Dienst des Hilfsvereins getreten sei. halte er für den glücklichsten seines Lebens, denn er betrachte cs als ein hohes Glück, zu seinem Teil mitizearbeiket zu haben und weiter Mitarbeiten zu dürfen für die "Armen und die -jüdischen Auswanderer Glücklich. mache es ihn auch, das; er durch seine Arbeit den Zusammenhang zwischen Gemerlide und dem Hilfsverein habe ausireckrt erhalten dürfen. Er danke allen, die seiner Arbeit Liebe und Anerkennung zollten,, und bat sie zum Schluh ihm ihre Hilfe für seine - Arbeit und ihre Freundschaft zu bewahren.— Die groszcn Schiri f a h r 1 s g e s e dl s cki a,f t e u." mit denen Herr Chassel durch seine Auswandererfürsorge ^il langem Hand in Hand arbeitet, haben ihm an seinem Ehrentage durch BI u m e n s p c tz den ihre .Wertschätzung zum Ausdruck gebracht. y Wilhelm Genzlen. Am Freitag, dem 12. d. M, verschied im hohen Alter von 83 Jahren der .frühere Schuldicnrr der Israelitischen Töchterschule, Wilhelm Genzken. Der alte Mann hat es verdient, das; seiner auch an dieser Stelle gedacht wird- Mit seltener Treue.hat er. seines "Amtes ge waltet und die Schule und ihre Schülerinnen waren ihm ans Herz gewachsen. Aych den mit der Schule in Verbin düng stehenden Einrichtungen, insbesonderes dem Ri ä d ch ende kkeidungsverein und der Mary Riarcus Stiftung, von denen der entere bedürftigen,Schülerinnen die notwenbige Kleidung zuwcnden. die anvete den die Schule verlassenden Mäbchen den Weg in den Beruf ebnen will, hat er mit Eifer und Verständnis und mit eurer ebenso - seltenen wie rührenden Hingabe gedient. Beide Ein richtungen danken ihm eine grosze Zahl seiner Mitglieder: sie würden heute, nach der Kriegs- und Inflationszeit, vielleicht nicht. mehr bestehen, wenn nicht, io schrieb noch vor kurzem die ehemalige Schulvorsteherin. Frl. Maro Marcus. „lein rührender Eifer sie erhalten hätte. Ihm waä kein Weg zu weit, kein Weiter zu schlecht, keine Treppe zu mühselig, als dah er sie -nötigenfalls nicht mehrmals beschrilten Hätte." — Anch nach seinem Ausscheiden aus d'em Dienst irr Wilhelm Genzken der Schule treu geblieben: ben genannten. Institutionen hat er siä> bis vor kurzem noch gewidmet, soweit seine Kräfte das erlaubten. Bei seirwr' Beisetzung auf dem Zenlral-Friedbof -in OHIsdori: ckm 15. d. M. waren Herr Heinrich Levy als Vorsitzender des Schulvorstandes, sowie Vertreter des Lehrkörpers anwesend. Herr Dr. Nathan widmete dem Toten herz liehe Worte des Abschiedes. , - ‘ * Errichtung einer Bibliothek-Stiftung beider Israelitischen Töchterschule. Zum bleibenden Andenken an seinen Heimgegangenen Vater Herrn Ri a x Lehmannhat Herr L <s o 2. L e h-

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