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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-04-10 · 4 (10.4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
4 (10.4.1929)
Date
1929-04-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 4 Per Cb einem lradition immer und Fö fanden Vorlragin selbst, t " -und ftel '.’lnsfüfin «rlantot Leo Kornitzer sprach in Hannover in apfschlutzreichen Dortrag. über die Entwicklung des klen Synagogen-Gefanges. Leine Ausführungen, die eder den ernilen Forscher und den liebevollen Pfleger derer des synagogalen Gesanges erkennen liehen, n aufmerksames und dankbares Publikum! Die vom den angeführten Beispiele wurden teils von ihm i ils von Cberkantor Alter- Hannover gelungen ten eine wertvolle Bereicherung der interessanten ngen dar. 05 LI Er Rech Februar ger Anw ursprüng »einer Brest Litera Ehrenvoif „Vereins als Voijs das literarisch In Begründer malige »einer vi und lein Veronika fünfte;u gehörigke^i und zu nehmer Judentuiir Allgemti i harmonü h ästhetischl geganger. des Han onatten und Kleine Mitteilungen. sanwalt Dr. Rudolf Cohen gestorben. Am 27. larb Rechtsanwalt Dr. Rudolf Cohen nach 41jährirltstätigkeit. Er entstammte einer alten sephardiichen, ich in Marokko ansässigen. Radbinerfamilie «zwei üder wirken als Rabbiner in Altona und in u> und hat sich als 'Mitbegründer der Hamburger rüchen Gesellschaft, m der er zeitweise als ätzender gewirkt hat, durch die Gründung des für Volksvorslelkungen und Theaterkultur", sowie sitzender der „Hamburger Esperanlo-Gruppes' um »neinwohl verdient gemacht. Leine Vorträge über und philosophische Tbemen waren sehr geschätzt, jüdischer Beziehung Hai sich Dr. Cohen als ~ und langjähriger Leiter des Vereins eher Schüler der Talmud Tora betätigt.^ Dank »lieitigen Bildung, seinem temperamentvolle^ Witz r persönlichen Liebenswürdigkeit hat er ihn durch tung literarischer Vorträge und geselliger Zusamtnenhoher Blüte gebracht und als erster das Zusammensgefühl der Schüler der Talmud Tora zu wecken betätigen verstanden. — i Dr. Cohen war ein vor- Bertreter der Generation, der die Synthese von und Wellkultur und ihre Auswirkung f»r die heit Herzenssache gewesen ist. Mit ihm in eine -geschlossene, wegen ihrer Menschenfreundlichkeit und n Durchbildung hochgeschätzte Persönlichkeit idahin- Leine Leistungen und Bemühungen um die Hebung burger geistigen Lebens werden unvergessen bleiben. 40juhriges Dienstjubiläum. Der Kastellan des Israelitischen Tempelverbande^, Herr Johannes Preuh, geboren 8. Juni 1867, beging am^ 1. d. M. sein 40jchriges Dienstjul ilüum.. Beiorstchendc Gründung eines Verbandes der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte. In einer vo i dem Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig- Holstein; auf Sonntag, den 17. v. Mts., einberufeneil Ver- »ammlun; von Vertretern des Verbandes der jüdischen Gemeinden Schleswig - Holsteins und der Verwaltungskörperschaften der jüdischen Gemeinden Hamburgs, Lübecks und Bremens wurde ein Entwurf für die Umwandlung des Verbandes zu einem Verbände der Gemeinde Schleswig-Holsteins u ld der Hansenädte angenommen.' Die Begründung des Vei bandes soll eine Etappe darstellen auf dem' Wege zur Bil ung einer Gesamtorganilation der deutschen Juden bzw. eines Reichsoerbandes der jüdischen Gemeinden. So lange d eser Reichsverband nicht geschaffen ist. soll der Verband d e Gesamtinteressen der Herbaüdsgemeinden. die in den Satzungen im einzelnen aufgeführt find, wahrnehmen. Mitglieder sind in erster Reihe die einzelnen Gemeinden, doch ist auch eine autzerordenlliche persönliche Mitgliedschaft oorgeseh;n. Ein Gemeindetag soll das Zusammengehörigkeitsgefllhl nicht nur der Geineinden, sondern auch ihrer Mitglieter stärken und fördern: die eigentlichen Geschäfte sollen e n Ausschusz und ein engerer Vorstand führen. Der Vorhang der Gemeinde hat grundsätzlich ihren Beitritt', zu dem genlanten Verbände beschlossen. In der Synagoge unserer Rachbargeineinde in Altona fand an 3. o. Mts. die Enthüliung einer Gedenktafel für die mehr als 40 Kriegsgefallenen der Gemeinde statt. Cberratbiner Dr. Carlebach hielt die Festrede. Begründung einer neuen Stiftung. Zum ehrenden Gedächtnis seiner in jungen Jahren Heimgegangenen Gattin Ienny Ellern geb. G o l d b e r g hat Herr Carl Ellerr bei der Gemeinde einen Ienny Ellern-Fond mit ein!m Grundkapital von 5000 RM. begründet, der bereits '»urch eine Zuwendung des Herrn Julius Schwab in London um 1000 RM. vergröbert worden ist. Die Zinsen des Kapitals fallen alljährlich am Todestage der Verstorbenen <30. Schwatl dem Knabenwaisenhaus und dem Kindererholungsheim Wilhelminenhöhe je zur Hälfte zu. Es ist dies die erste Stiftung, die nach der Inflation bei der Gemeinde begründet wird. » Bevorstehende Anerkennung des Mädchenrealschulznqcs der Israelitischen Töchterschule. Auf Antrag des Vorstandes der Gemeinde hat die Lberschuihehörde der Umwandlung des höheren Mädchenschulzuges -der Israelitischen Töchterschule zu einem Mädchenrealschulzuge grundsätzlich zugeltimmt. Abschlutzprüfung in der Talmud Tora-Realschule. An der Talmud Tora-Realschule fand am 14. v. Alts, unter Vorsitz des Cberschulrates Dr. Cberdörffer die Abschlutzprüfung statt, bei welcher 16 Schüler das Zeugnis der Reife für Cbersekunda erhielten. Es sind dies:- Jacob Auerbach, Erwin Bürger, Leo Cohn. Moses Cohn. Norbert Daniel, Carl Engländer, Alfred Findling. Jacob Hamburg, Kurt Labofchin, Oscar Macht, Julius Meyer. Alfred Möller. Mar Philipp, Erich Rofenblusn, Alfred Seligmann und Aierander . Weitzberger. Abschiedsfeiern in der Israelitischen Töchterschule und i» der Talmud Tora-Realschule. Die Israelitisch eTöcht e r! ch u l e veranstaltete am 14. März in kleinem Kreise eine Schulfeier, mit welcher die Entlassung der Schülerinnen verbunden war. welche den Volksfchulzug bzw. den Realschulzug absolviert hatten. Die Feier stand, besonders^ in ihrem ersten Teile^ im Zeichen Lessings, über dessen Stellung zu den Juden und über dessen Verdientste um sie eine Schülerin einen selbitverfatzten Vorträg hielt, während eine andere über die Parabel von den drei Ringen sprach, die zuvor von einer anderen Schülerin rezitiert wurde. Unter Leitung von Frl. Studienrat F r e i m a n n sprach ein aus Schülerinnen gebildeter Sprechchor den 126. Psalm. Der Vortrag eines Abschiedsgedichtes von Liliencron leitete über zu der Ansprache des Direktors Dr. Jonas. Der Tirettor wandte sich zuerst an die die Schule verlassenden Schülerinnen, denen er den Inhalt und die Bedeutung ihrer Schulzeit noch einmal : vor Augen stellte, und wünschte ihnen, datz sie sich im Leben und in den von ihnen erwählten Berufen bewähren und der . Schule und der jüdischen Gemeinschaft Ehre machen möchten. Er erinnerte dann die Versammlung rin. die von der Schulbehörde grundsätzlich zugestandene Anerkennung des Mädchenrealschulzuges der Anstalt, welche die Krönung des Lebenswerkes der um die Schule in jahrzehntelanger Arbeit verdienten früheren Schulvorsteherin Fräulein Marcus darstelle. Dann verabschiedete er die beiden zum Tchlutz des Schuljahres aus dem Lehrkörper ausscheidenden Lehrkräfte. Herrn Mar Holländer, der sich einem anderen Berufe zuwenden wolle, und Fräulein Hanna Weingarten, die einer Berufung an die jüdische Volksschule nach Breslau folge. Für die Wesensart beider Lehrkräfte fand der Direktor anerkennende Worte. Dem neuen Schuljahr sich zuwendend, wies er darauf hin. datz mit 57 neuen Schülerinnen neue Hoffnungen und neue Ausgaben in die Anstalt einzögen. Dann widmete eine Schülerin den abgehenden Mitschülerinnen Worte des Abschiedes — und ein Lied vom Wandern der Jugend führte passend wieder in das Leben hinaus. — Auch die Talmud Tora-Real- .schule verabschiedete am gleichen Tage ihre die Schule verlassenden Schüler in festlicher Weise. Auch hier war der Kreis der Teilnehmer nur klein, Lehrer und Schüler, Vertreter des Schulvorstandes und die Eltern der abgehenden Zöglinge. Nach gesanglichen und deklamatorischen Darbietungen sowie nach Aufführung einiger Szenen in hebräischer Sprache sprach der Schüler Seligmann namens der Absolventen der Schule und den Lehrern Dank aus für den Unterricht, den sie empfangen, und gelobten der Schule Treue ujib. Dankbarkeit. Dann richtete Direktor 'Spier eindrucksvolle Worte des Abschiedes an die jungen, Leute, in denen er den Wert des Wissens ihnen vor Augen führte, als wertvoller aber die. Erkenntnis des Guten und Wahren für das Menschenleben bezeichnete und die abgehenden Schüler ermahnte, alle Zeit nach dieser Erkenntnis zu streben und in dieser Erkenntnis zu handeln. ' - .1 Die jüdische Eheaiibahuungsstell« in F r a n k f u r t a. M., übet die wir in der letzten Nummer des Gemeindeblattes berichteten, teilt mit, datz man ihr allerseits volles Ver-

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