Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-03-12 · 3 (12.3.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
3 (12.3.1929)
Date
1929-03-12
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4891256-5444712-5444925--0412-4891605
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Rummel 3 er 3 Zwei alte Gemeindeblatt Bon Bekanntmachungen. der Deutsch -- Israelitischen Gemei!rde. Bernhard Brilling. In früheren Zeiten — jnoch ein Jahrhuust^rt zurück — spielte sich das, öffentliche Leben unserer nicht in Klubs und Kaffeehäusern — wie heilte — ab. sondern in der „Schul", dein noasi'rira' wie jes wörtlich heißt „döm< Versammlungshaus". Dorthin ging nur um! zu beten — welchem Zwecke heute allein unsere' Bcthäuser gewidmet ssnd. nein, man ta», auch dorthin,, um zu „lernen" und üin das Neueste zn crs ihren. Zn! der jüdischen Gasse waren allerdings die Neuigkeiten und Sensationen, die des Juden harrten, andere- Art wie außerhalb, Kriege und Schlachten intercssicrlen nicht absonderlich, ihn interessierten hie Strciligkei en in der Gemeinde, seinem politischen Kstmpsbvden, eine Umordnung irgendeines Gebotes könnte ihn - mehr ai sregcn als zehn Sijcge der Türken. ^n j der Schul hörte man die Bekanritmack ungen des jüdischen Magistrats, dif man bekritteln kounie, die ua»; den „Pjarnasse. u-manhige ha k'hilla", den Fihrern und Leitern der Gemeinde Erlassen wurden. Hie bei erfuhr! man das, was heute int Amtsblatt zu stehen pflegt, jbre' offiziell«!« Bekanntmachungen über eine neue Steuer oder die Einzahlungstermine der alten Stenern. stb«r die Verteilung der Legate (deren jede jüdische Gen cinde .eine Menge besaß — ein Beweis für die Wohltätigkeit ihrer Mitglieder) und anderes. Ti«! Sprache dieser „Erlasse" war natürl ch die von den Juden, gesprochene und geschriebene, ihnen wohl verständliche Sprache, die man jüdisch deutsch zu nennen pflegt. Diese Sprache —: denn das ist sic ebenso wie das Jiddische und kein Jargon — hatte-ihre besondere Eigen tümlichscit, -die in dem Prozentsatz des cingei nschtcn he - brätschen Wortschatzes besteht. Dieser war in den einzelnen Gegenden und auch in den Jahrhunderten dialektisch; je näher wir der Neuzeit kommen, desto reiner ivird diese Sprache von hebräischen Zusätzen, ohn« sie jedoch ganz zü verlieren. Hierin kommt noch, was wir besonders an den Bekanntmachungen der Hamburge^r Gemeinde verfolgen können, das Bestreben der Gemcindegewaltigen, ihre Erlasse dem Stil bec regierenden nichtjstdischcn Be Hörde (also in Hamburg des!Senat«!s) anzupässen.- Als erstes Beistäel einer solchen Bekanntmachung der Gemeinde bringen wir einen -Erlaß aus dem Jahre 1809, der in^Hambyrg im Bcthaus in der N ustadt verkündet wurde. Er ist die Nr. 1 in einer Sammlung von Bekanntmachungen der Hambnrg-Altonacr Gemeinde, die bis 1811 reichen und in Abschrift«;» im Archiv der Gemeinde er halten sind. Es handelt sich hier um die Mitteiu ng. daß die. Gcsindesteuer. d. h. die Steuer, die der Gesindeherr für jede in seinen Diensten digst eingezogcn wußte, bal- Dienstperson tehende Person zahlen wird. Sie^ ' beträgt je 1 Mark halbjährlich und. wird zugunsten däsj „Kranken- und Armenhauses" „HckdcschZ gestaunt, verwendet.*) Ter Text folgt jetzt erst im Ocigistal, dann in möglichst wortgetreuer Uebesetzung: VVM'I ^3 lrn^npn '33^133 n3in'i”K vi p"üa o"cpn jnsuann pm n*'s'> jnsa nn vasaa oaspa rrn o’ai’rui i |3?nöN3t»n 13?7 tasSiS S’7 DIS 3*3’) ya'a"S 2 1'l>S3 3aiS' pttya 13 1'1S> la'N^npn 3*3') y'vl^sn b3S zj vipn'? pisa 1"S jis yasras ya'itp'abs.3 S'3 4 . stv3'1 13 st'? stsasil stinirsp 13 T'N 5 "l Zur Zeit der Glücke! voiJHameln gab e; noch keinen Hekdesch in Hamburg wie sie selbst erzählt Zur Zeit der Pest „hat man kein Hekdchch oder soniten Hauser gehat, dar man hat kranke Leut könsten ein legen", Knussmanniche Ausgabe S. 36. 0 *n nri' DK ') (Zn der folgenden Ueb Ersetzung Seile l'> sind die im Original hebräischen Wortc-durch T v e r r e nj kenntlich gemacht., 5569 (1809). Sonnabe lt b, b\’n 6.. Ija r. wurd e in dem Bcthaus unserer Neustadt bekannt gemacht!! 1. Hiermit wird-bekannt gemacht, will, werden hernmgehsn, j G> daß morgen, so Gott 2. einige G e in e i n d e m i t g l i s ö e tungSvorstände), um die Anzahl )er Tienstbolhen, Nt t g l > e d e r n n n s e von «in Mark für das 3. b c i den a n g e s e h e-n e n rer Gc m ei n dc aui zu nehmest, und daiür -1. die halbjährige Abgabe Hekdesch j r». ein zu kassieren. Wonach sich zu Hier herrscht diedeutsche Svrashe Ein halbes Jahrhundert früher war noch stärker mit hebräischest Worten auch noch eine stärkere Verwandt chast mit dem noch heute gebräuchlichen Jiddisch d»r Lstjuden. So sicht das Protokoll eines Beschlusses' aus dem Jahre 1749 in einem Kassabuch des Archivs beträchtlich anders aus, «is bczielst sich aus eine Spende, die de Alwnaer Genie in qe der nichtjüdischen Vcbölkerung Bresl-ns e m e i n d c a u r d e r r (eigentlich Haüshal richten'. ziemlich vor. die Sprache natürlich durchsetzt und zeigte. 'zukommen ließ, d Juni 17 19 (in b« durch Pulvcrturmcrvlosion -am 21 heutigen Wallstraße) ingroßen Schnecken gesetzt war. T meisten Leidtragenden waren ' aber hierbei die Breslane!r Jüdcn gewesen;, eines ihrer angesel enst'en Mitglieder, der Kaiserliche Hossaklor Zach. Philipv Lazarus Hirsche! sowie mehrere auswärtige und Breslauer Juden.harren bei dies«« Kalastrophc dcii Tod gesunk en. Tei Senat von' Hamburg halte, wie in diesem Protokoll ernähut wird. eine eine mildtätige Spende den Breslauer Bürgern zugewendet, und auch die Gemeinde gab ihrxm Mitgefühl dutch eine Geldspende Ansdruck. Tics verdient besondere Beachtung als ein Beispiel "für die humauc Gesinnung der. Inden dcsi ihnen feindlich gesinnten Nichtjuden gegenüber'—(Die gerat c in Breslau die Inden trotz ihrer Wichtigkeit für den Bres lauer Handel sehr schtkaniesten!inir ist nichts in Er" iunerung, was daiNal's (ödesauch ein halbes Jahrhundert späterauf eine ähnliche hstmäne Gesinnung der Kirchen, gcmcindcn den von ihnen! ünterd-ückten und gehaßteü Inden gegenüber hinzudcuseii! sche ut. Tie 100 Nthll die. von der Gemeinde beigifstmerl wurden, wurden durch eine Umlage ausgebracht, ustd zwar wurden aus jö 1000 versteuerte lRthl. 12 Schilling für diesen Zweck vom Konto jedes Gcmcindemilgliedes abgezogen!(,,abgeschrieben-'''). Tor -Ausdruck des jetzt folgenden Terles^ daß der größte Teil Breslqus zerstört ist. ist zwar sehr ubertiiiebcu. zeugt aber von dem Entsetzen, den das Unglück' auch ju entfernteren Orten hervorgerusen hatte. - 17.3 bnp b?s D33M i'Lb 3i'P"71 13S '1 Dl" Dl',3 b'3v3- 'i'ivnia pipaa' ’Dpy’iip 'S aiwa.ia vaa iv'iir v3vt'ijr j.ivtsa aa» c:s7 bmr pim |sd nnen; isisntiyiia 3'ina b"a.3 Dipaa ana ]Tyii3 773a isiS7 3"j stnp 3I1Svasar ,333a ps nbsfi «?) -p:sis j’s - 100 17S 'pasa v"i nsa ^"ii imus riiaana D'aiab per bnp vm m (?) pa nn ispr irn^np na jstv ans- .naivbsa 0"i7n a"an |sa i7n a"a mr!ps' (!) i°?ia zava ov: na7: stbs laiv labrii aiiaana so 13 133 bv 33S11 p '"t? 3"' D"T st>s 'laa- ÖT’S V'I 11 ’ca 'paa D"i nsa! nim caisn |ns 12 •pt (?) vb33 stiy.3 13 1. H e u t e. 6. A d a r 5510 Gemeinde der (175P) w u r d e ' b e i der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.