Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 3 (12.3.1929)
- Date
- 1929-03-12
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nummer 8 Gemeindeblatt 2. Herr Dr. Dinner hält es für mögliif), Gegner einer bestimmten Partei für deren LiUe um unbedeutende Persönlichkeiten dieser gegnerische das ReprSsentanten-KoNegium zu bringen. Dah Wählern um die geaenerische Partei zu schädigen, se für sie abaibt und! seiner eigenen Partei entzieht sehr unwahrscheinlich. Aber wenn es in dem Dr. P i n n e r erwähnten "Fall wirklich geschehen to übersieht er den einen wichtigen Umstand, nese merkwürdige Stimmenabgabe der betreff i «i n Sin zugefallen ist, den sie sonst nicht erh< Dagegens kann leine Rede davon sein, dah bevorzugten Kandidaten der Liste zu Gunsten legen wäre. ie eme vo > Aus den sonstigen Zuschriften Heden wir in nachstehendem das Wichtigste hervor. Herr 2- 33. polemisiert in seiner Zuschrifti gegen die AeuhorunA des Herrn Dr. Kalmus, „dah dst Möglichkeit der Stimmenhäufung den gelegentlich erwünschten Zusammenschluh benachbarter Gruppe n zu einer Liste in! hohem Mähe erschwerte" Das sei zwar richtig, aber gleichwohl kein berechtigter Einwand: denr der Zusammenschluß dieser Gruppen könye durch Listei iverbindung viel besser erreicht werden. Dah vollends die Aufstellung einer. Einheitsliste und damit die Vermeidung des ganzen Wahlaktes unter dem gegenwärtigen Wahlrecht nal ezu unmöglich gemacht werde, ist nach Ansicht des Einse iders nicht nur'kein Nachteil, vielmehr ein Vorzug des Wahlrechts, weil zuch er die letzte Entscheidung den Wählerr überlassen wissen will, und vor allem, weil dem Gemeindebürqer sein wichtigstes Recht, das vielfach dke einzige Mör lichkeit für ihn lei. Iniitbestimmend in die Geschicke der Gemeinde rinzugreisen, nicht genommen werden^ sollte. Hingegen wenden sich zwei i ziemlich übere Zuschriften in scharfer Weise gegen die 3lusfüh Herrn Dr. Nathan. „Herr Dr. Nathan offenbar viel zu sehr auf die Wühlethik. ohne w machen, tatsächlichen Mihstänten zu steuern, o schreibt Herr B. W, „ein Fehler. Wen» eine gesetzliche Bestimmung mihbmucht werden verlucht werden, dem zu begegnen. Das kann du schräntung des Rechtes der Stim nenhäufung ge sie bereits Herr Dr. F r ä n k e l vorgeschlager kann aber auch ein anderer Weg zum gleichen wenn man von folgender Erwägung ausgeht. Verhältniswahl kein Wähler Eirfluh auf die setzuna des ganzen Kollegiums gewinnt, weil für eine bestimmte Liste entscheiden rpuh. so be^ die Ausübung seines Wahlrechte; nicht des Stimmenhäufung. Es genügt, w:nn er das aus der Liste, für die er sich lntscheidet, eine Anzahl von Kandidaten, sagen wii bis zur Hoch' auszuwählen und die übrigen zu streichen. Auf würde einem Mjhbrauch des Häufur gsrcchles bcgegn II Eine andere Zuschrift bekämpft Dr. Rath an. „weil sie viel zu s:hr auf Mathematik abae stellt sind. Bei einer Wahl, nam meindewahl", so schreibt Frau das Vertrauen an, welches der erwählten Kandidaten entgegenbäingt. Kann' ein' Wähler nun wirklich sagen, dah er zu den einen Kandi taten, dem er 12 Stimmen gibt, das vjerfiche von dem Vertrauen hat gegenüber dem Kandidaten, dem er nur 2 Stimmen zuteilt? Die Frage stellen, heiht sie verneinen. Daruin gebe man den Wählern die ENtsche Dl Re> =F der Deutsch »Israelitischen. Gemeinde. dah die stimmen, n Liste in ein ernster Stimme ist wohl von Herrn sein sollte, dah durch nden Liste ten hätte, einer der Z. unter- 4~ Seite 5 nstimmende rungen des lerläht sich l en Versuch Das ist." irgendwo kann, muh ^ch die Bechehen, wie hat. Es Ziel führen. > unter der Zusammener sich ja >arf er für Rechtes der cht erhält. .. bestimmto st ahl von 7. riese Weise et werden." )ie Darlegungen des Herrn mtlich aber bei! einer Gell. R.. „kommt es auf Wähler den von ihm düng über die rei, nehme il>nen aber das der einzelnen Listen Stimmenhäufung." Wieder eine ar dere Zuschriht sucht dem ^offenbaren Mißbrauch", der mit der StimmenhäufUnq getrieben werde, durch die Einführung amtlicher Wahlzettel und durch tine gröbere Sicherung des Wahlgeheimnisses durch Einführung der Wahlzelle zu begegnen. „Beij dem gegenwärtigen Perfahren," Heiht es in dieser Zuschrift, „schicken die Bewerber, um einen Sitz im Kollegiuns zu erlangen, auf ihren Namen allein lautende . oder mit der Zahl 28 versehene Stimmzettel den Wählern ins Haus. Vielfach w:rden auch leicht beeinfluhbare oder abhängig^ Personen voi bestimmten Gruppen zur Wahl abgeholt und empfangen;on Viesen den entsprechenden Wahlzettel. Das alles würde unmöglich gemacht durch Einführung des amtlichen Stimm; rttels und der Wahlzelle. Man wird sehen, dah alsdann d e Wählqr Kandidaten Recht der von dem Recht der Gebrauch machen werden. Rur nühte der Vorst > Stimmenhäi fung schon bei richtigen and dann zur leichteren Abwicklung des Wahlgeschäftes ' eine gröbere Anzahl von Wahlbezirken als bisher emrichten." Endlich wünscht Herr W. 2. eine wohlwollende Be rückstchtigung der unter dem gegenwärtigen Wahlrecht nicht verbrauchten Reststimmen, sobald diese mindestens die Hälfte der Verteilungsziffer ausmachen. Er berüft sich dabei auf einen Aufsatz des Herrn Dr. Nathan, der anläßlich der letzten Wahlen zum Repräientanten-Kollegium rechnerisch nach wies, dah solche Berücküchtiqung überschiehender Resistimmen eine wesentliche Korrektur des augenblicklichen Verteilung? Modus ergeben hätte. Hierauf wird vielleicht noch zurück zukommen sein. stshst mürben dem cnsten Seiten dar m c i n d e übersandte „dem marmbernaen Grunzen solle. 3ln dem Gibiirt«tooe Ii'bilor Ehrungen von den verschied c gebracht. Der Vo.rstand der Gei --in Glückwunschschreiben. in melchem er Menschen, dem heoeisterten Juden, dem im kaufmännischen, sa-mstn i'iid neliojöstu Le^en bewähnts-w Manne den Dank der Gemeinde kur die reiche Arbeit" auSsnrnch. die der 2nbi lar für stc geleistet habe. 2n> allen ihm übertraaenen 3lem tern habe er. ilch „mit Eiker und Pfsichtbewuhtsein be Personalien und Kleine Mitteilungen. Der Volkstrar^ertqg würde in den hieiiqen Eotteshäu . lern an dem dem Tage vorhergehenden Tabbath durch Ansprachen der Herren Rckbbiner in der üblichen Weist begangen. , i . Herabsetzung der Gemeindesteuer für das Rechuun»,- jahr 1929 30. Der 33orstand der Gemeinde hat in Uebcr einstimmung mit den dem Revräsentinstn-Kolle?i>!M an'-ehö renden Akitgliedern des Haushaltsausichuüe^ die Gemeinde stcucr für das 2ahr 1929 30 von 10 auf -9 vom Hundert der ReichseinkoniincZisteuer herabgesetzt. Tico f f t jifllc Bekanntgabe erfolgt innerhalb der Ge in e i» d e st e u «r o r d n u u g. die iväter vom Landesiinanz amt veröffentlicht wird. 75. Geburtstag. Herr Heinrich L c v», -feit dem 14. März 1909, tflio jetzt gerade stjt 20 2ahre». Mitglied des 3korstandes der Gemeinde und T^it .1907 Älkitalied des Borst indes des 2srae'i>isck cn! Temrelvfrbandes. denen Vwr sitzender er keil deni im vorigen Äahr erfolgten Heim aang Iosevli Livvmanns iit. beging am 4. ds. leine» 75. Geburtstag.- Die b'e'te jüdische Dstffent'ichkeil Hamburgs kennt aus eigener 3lnlchouung die chielstitiae segensreiche Tätiakeit. die der Jubilar in seinen jverschstdeiien Aemtern. im Vorstand der Gemeinde, in ibfem 3lltenbaus. ihrer Töchst-schule und ib^ein Pflegeheim sowie im Temvclv'erbond entwickelt hat. Auch um das S t eine r m e s e n der Ge meinde hat er sich verdient gemacht, bis die'es biirrfi Ileber nähme der Steucrvermalt'mg d'-rd da». La"de«^ingnzamt neu geordnet wurde. Der Israelitische Tcmvelvenhand nena» stgstete on dem dem Gebnristgoe poi-anoe^enden Sa'b'tb -'n"e>-halb des Mo-aenoostesd-ensiez eine Ebruna de- 2». bilars. zu der auster vielen Verhandsmistaliedern als 33ertreter des Bo^st^-ndes der Gemeinde dst Herren 3l>lned Lehn-und D. F ri ichm a n n, als Vertreter des! Renrä'entanten-tlolle oiums die Herren R Bachrack, Dr. L. Frankel .und D. M ü »den erichie» en. Rgch Eindeven der Tdora richtete Rabbiner Dr. Italiener eine Ans'.'roche an Herrn Leon. weicher m-iemc jüd'ckst Westnsort mit treffenden Worten zeichnete. 3lniaewachsen i» einem Honst, dosvon iü dsschcr Tradition >>„d jndi'cher 3ltmotnhäre er'ü'lt ae-nefen st!, erzogen von jud'i'ch denkenden >>nd emn^ibd-nden Elstn,. U„f,e er an? den Grellen des iüdü-tcn Wi'iens in einer Weüe gcichövtt. die bestnnmend füi keinen Lebensggng g-nnorde»!ei. 2üdi'de 2ntcreistn iiötien alle Zeit ist> Vordergrund seines Dentcns und Hon>>e'ns aestnnNen: da den habe itm auch bat. Vcnirai'e» der jüdiichen De^tentlich feit in leitende 3len^r den Gemein >e und des Temnel. venhondes bcruscu. Der Redner wolle dalür keinen Dank, onsivrechcn — einmal, weil in eist^m Gottesbaule nur Einem Donk aednbre. da"n aber ii "d. weil der 2"bitar dort gewist keinen Dank walte, wo er ielbst nirr leine'Pflicht aeton zu habe,, glaube. Wohl aber werde sr damit . eiu verstanden sein, wenn durch! ein äusti nes Zeichen der 3ln . "nr<-nnnno stin Rome mit dtm Tew"> lnenhand. dem er so i-nia pe>-hundcn sei. noch innigen ,oenl unden werde. Dol>en l'öite» F>-e"n^e i>nd Ve'ebren eine <? vende heneitae'tellt fiir die Ansertla»na eioes Tbarovor'anqes. der in dem nene» .Tem"el, deistn Ban . aepkgnt fei. -zur Verwendung