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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-03-12 · 3 (12.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
3 (12.3.1929)
Date
1929-03-12
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Leite 2 Äemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 3 t»r. Cr in ein Vorkämpfer in unserem Ringen um unser >>cimatredit mrf dculicheni Boden. Möge sein Andenken scgcnsreich^'ein wie sein Leben. Jakob Locwcnbcrgs Bestattung. Cine Trauerversammlung. wie sie der Begräbnispkatz der!Gci:cin.>' nur seilen siebt. Auf jedem Antlitz Ernst > »Nd .Trauer. Berebrung^ und Liebe. Freundschaft und Dankbarkeit baben alle, die hier versammelt und. dort hingefübrt, wo Jakob Locwenbergs Hülle zur letzten Rübe bestallet werde» soll. Es in nicht möglich. alle diejenigen zu nennen, die nicht nur aus persönlichen Gründen, sondern auch in Erfüllung eines Auftrages erschienen sind: darum seien an! dioipr Stelle nur. genannt Senator Kraule, der im Aufträge des Senats, die Olicrschulrüte Schober, Oberdörjffer und Beckmann, die als Berkreter der Oberscknillfebörde. und Herr Heinrich Leon, der namens des : Vorstandes der Deutsch israelitischen Gemeinde an der Traucrj scicr leilnabni. Um den Sarg des Heimgegangenen ist seine Familie verum,juclt, mit ilir der Berlovre von Jacob Locwenbergs reinnger Tochter, Ravbiner Dr. i a c o b - Saarbrücken, und 'ein Barer, der belannle Dortmunder Rabbiner. Rach einem . Harinoniumvoripicl mmml Rabbiner Dr. Itgl jener das - Won, kttiemand von den Jüngern Loewcndergs hätte, als in der leinen S-buIieier von jener bibli'chen Szene die Rede raar, in welck er die Junger des Propheten Elias seinen »aben Tod dura, Schweigen ehrten, geahnt, datz auch auf Jal^ uoewenderg die Schatten des Todes sich schon senkten. Run.' da er dabingegangen sei, sollL die Stunde, die seiner Erinnerung geile, gleich der unlergehenden Sonne noch einlnai all den G-an; und all das Licht, das von ihm ausbegangen >ei. ziaammenfasici) zum Tröste für alle, die mit den Seinen um ihn lraucrleii. Das könne am besten ge-' schelien. wenn inan mit den Worten der Thora sein Leben betrachte als einen Bau an einem Heiligtum — denn er habe 'ein ganzes Leben stang sich in den Dienst afi dem Heiligtum der Men'chheit geileilt.. Der Redner schilderte in lurzen viügen den LeoensganH Jakob Loewendergs, wie er ilm «eldil in se.nein Roman „Aus zwei Dküellen" dargestellt bat, zeichnete kurz ieiuen Pater und seine Mutter, deren Llleiensarl lieie Spuren in seiner Seele hinlerlietzen. Die segensreichen Eindrücke des Llternhauies habe er bereichert lind verliest durch 'eine Reben und zcine Studien, während welcher er insvei>."sderc in roeideiberg in edeliter Weile das ganze Gluck der Sagen.' gens"'e:r bare. Dann 'ei er nach dem Rocken Deut'aiiaiids getommckn und habe 1692 die Schule übernommen, der er^bas Gepräge 'einer reichen Perlonilchiell geven i'olite. Rar mir rieier rkiede und Dankbarteil tonne man 'eines Wirkens als Schulmann gedenken.' Jedes Rind >e, iian ein >?ei.ig:um gene en, dem er niii u'iebe, Gukse und dein ganze-: Glauben an das Gute im Meirichen, - der in '(.‘liu'iii Buck lag, gegenübergeireten -ei. Er sei cin Baiimel'ler und Kunst-ce geueen.an denn edelsten Platerial der Pien-chbeii. Für -e>n' Mirlen als Schulmann sei ihm '!liierle::nung von alle-i Seilen geworden: von Behörden, von den Psännern 'eines Berufes und nicht zuletzt zeuch von l'en Eltern. Der Redner hob ferner die ilolze Liebe hervor. niit der' voewen. erg sich zum Judentum beiannle, die ilm jene verachten lies:, weiche ihm Die - Treue brachfn. Er ■ ichilderle 'odani: den. Heimgegangenen als den Sohn >der delil'cheil Erde und den Erven der deutschen Dsnkrr und Dickner. der in Hamburg! «einer zweiten Heimhl. inn die Wende des Jahrhunderts mit 'zu den 'führenden Per.'öniick-teilen des' iiierari'chen Lebens gezählt habe, sowohl was das eigen? .literarische Schäften als auch was, die Erweckung des Berstandni'-cs für die Werke der Dichter n wo:ten Krek'en detuek'e. — Der Familie 'ich zuwcndeüd, de'ck-iänlre der Redner 'ick' auf ein Wort des Dankes für d'.e r.'ebensge'abriin des Toten und iür den ältesten Sohn, ur.ck'er -eni Lek ensrre.k übernehmen, werde. Dann ..'vracki im Nainen des Senats der Präies - der D l rr'chillbeborde. -Senator K r a u ' r. Am Sarge des remeis. des Dieolers und des oorrre'flichen. grundgüligen Ble-nk-c". lege er im Ramen des ' Senats der Stadt Hamburg einen Lorbecriranz auf 'eine Bahre. Jäkod Loew-enoera bo.be das Kulturleben Hamburgs reich rciri.ck'le:. u-:d >:e Stadt werde ihm cin ewiges dankbares Gedenken be:r'b:en. — kstamens der Familie 'ortch - seiner Lieder lebe, und gelobte namens der Kinder, die Erwartung zu erfüllen, die der Bater in einem seiner Lieder ausgesprochen: „Wenn mir das Schwert aus der Hand geglitten, nehmt ihr es auf. und weiter gestritten!" Dann kam in Dr. Eoldschmidt das Lehrerkollegium von Locwenbergs Schule zu Wort. Er habe, führte der Redner aus, als er den Schülerinnen den Tod des Führers milteilen mutzte, nichts weiter sagen können als die Worte: Er war ein Mann — ihr werdet nimmer seinesgleichen sehen. Rur weil der Tote ein Anrecht auf ein letztes Wort seiner Mitarbeiter habe, trete er an die Bahre, denn eigentlich sei der Berlust, den dir Schule erlitten habe, für Worte zu grotz. Der Redner schilderte dann den Reichtum Loewendergs an Liebe,t Geduld, Arbeilsfreudigkeit und Pflichttreue, die ihn zu einem unvergleichlichen Erzieher gemacht und die ihn immer wieder aufs neue auf jeinen Posten gestellt hätten, obwohl auch in ihm die Sehnsucht nach Ruhe, die ja auch in einem seiner Lieder ihren Niederschlag gefunden habe, lebendig geweien sei. Jakob Loewen- - bergs Werk werde in den Seelen seiner Schülerinnen, die er so wesentlich mitgedildet habe, lebendig bleiben. Als letzter Redyer sprach im! Namen der Literarischen Gesellschaft Herr Tr. Müller-Rastatt, der die unermetzlichen Verdienste Loewendergs um ihre Begründung und Entwicklung schilderte. Loewenberg sei aus der Literarischen Gejellschaft nicht fortzudetzten. An ihrem ersten öffentlichen Abend habe er unter - Bekundung groben , persönlichen . Mures das Wort geführt und jedes Lahr an prominenter Stelle aufs neue jn ihrem Programm gestanden. Durch die Schaffung von Bolksunterhaltungsaoenden mit gesunder, gediegener und belehrender Kunst habe er unermetzfichen Segen in Hamburg! gestiftet — dies alles fern von jeglicher Eitelkeit, nur erfüllt von der Verpflichtung zum Dienste am Schönen, das für ihn gleichbedeutend^ gewesen sei mit dem Guten. Idealen. Sittlich-reinen.!Ter Redner greift das Wort vom Baumeister auf, das Rabbiner Dr. Italiener gebraucht hätte, um es zu wiederholen: er habe den Worten dejr Sprache befruchtendes Leben verliehen. Ein. Wort könne ein Leben vergiften, cin Wort könne aber auch Richtung gebend wirken für ein Menschenleben. Und nult möge man denken an -die Welt von Licht und Glanz, dft in lausende von Seelen chineingestrahlt sei. wenn er auf dem Vortragspulle gestanden habe. Jakob Loewenberg > sei ein Weiser gewesen im Sinne jenes Pbiloiophen, det als die Summe ' der 'Weisheit bezeichnet babe. das Geringfügige nicht geiring zu ichähen, aber auch nicht für -grotz zu erachten, shingegen für das Trotze sich zu begeistern und auch - im Kleinsten 'eine Pflicht zu tun. Ra v ::r kkk-e. E r n st Jacob dem Toten dien aus. die ihm mehr als alle Schache -ei unk von welcher ein Klang in jedem - Rach die'cn Worten erklang, ftorgerragen, ein Lied Locwenbergs i glückliche Heidelberger Studenteitzeit porgeboben. binausgetragen — unt oon Agnes LenÜach Erinnerungen an feine Der Sarg wurde emein grotzes Gefolge geleitete Jakob Loewenberg auf seinem letzten Wege. Jüdischer Neligionsunlerrichl an den höheren Schulen Hamburgs. Von Rabbiner Dr. Bjr. Italiener. Herr Rabbiner Dr. Italiener übersendet uns die nachstebcndcn Ausführungen, da er „sich verpflichlet fühlt, die Eltern aus qic Notwendigkeit hinzuwciicn. ihre Kinder am Religionsunterrlcht teilnehmcn zu lasten."! Am 24. Januar d. Is. veröffentlichte der Vorstand der Gemeinde-nachstehendes ihm nifter dem 18. Januar zugegangene Schreiben der Obcrschulbchörde: „Die Lbcrschulbehördc hat beschlossen, datz an denjenigen höheren Staatsschiilcn, hn denen cine genügende Anzahl jüdischer Schüler vorhaifdcn üt. von Ostern 1929 an jüdischer Reliaionsunterricht qinaeführt wird, und zwar entweder als Klassen- oder als! Gruppenunterricht. , Die Kosten für diesen llittdrridit, der nach 2frt. 149 Ab'. 1 der Rcichsversassung in Uebereinstinimung mit den Grundsätzen der Deutsch Israelitischen Gemeinde erteilt werden so», übernimmt her Staat, mie auch die Aufüchl und die Anstellung dcrs Lehrer Sache der Ober- 'chulbehörde bleibt. Die Oherschulbchördc wird nunmehr zunächst' feststclken, für welche Schüler der' höheren

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