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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-01-10 · 1 (10.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
1 (10.1.1929)
Date
1929-01-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nummer l Gemeindeblatt | der Deutsch sigen Universität Gastvorlesungen über die kanonischen Gleichungen der Mechanik gehalten. Er ist Mitglied dir Jüdischen Gemeind« in Rizm. ] Elternabend der Israelitischen Töchterschule. Dienstag, den 18. v. M.. fand in der Israelitischen Töchterschule eine gut besuchte Elternversammlung statt. Nach einleitenden Worten der Elternratsvorsitz« nden Frau Dr. Zuntz hielt Herr Ernst Fink einen inlernssanten Vortrag über die Bedeutung und Einrichtung eines La ndfchulheims^Hüs wäre kein Kinderheim und auch keine Waldschule, soikdern ein Besitztum der betreffenden Schule, das jeweils von einer oher Mehreren Klassen unter der Leitur g ihrer Lehrer für einige Wochen besucht würde. Der Refirent entwarf mit Hilfe vieler durch das Epidiaskop gut wie) ergegebener Bilder ein anschauliches Bild vom Leben und Treiben in einem solchen Heim, das viele Hamburger Schulen bereits besitzen. Auch die geldliche Seite wurde genau dargelegt und die Begründung eines Vereins zur. Beschaffung der Mittel empfohlen. Direktor Dr. Jonas gab am Endeides beifällig aufgenoiymenen Vortrags die Vorteile ein« solchen Gründung zu, verhehlte aber den Eltern auch nicht die recht groszen Schwierigkeiten, die durch Verschicken ganzer Klassen im Schulbetrieb entstünden.! Die Frage wird dckn Elternrat moch weiter beschäftigen. — Nach einigen Anfragan seitens der Eltern 'behandelte der Direktor noch njirfjtigcl igterne Schulangelegenheiten, bei denen er um eifrige Mithilfe der Eltern bat. -Israelitischen Gemeinde. Seite 7 -i . Stnnft Wohlfahrtsbricfmarkcn. Seit 15. November 1928 werden von der Deutschen N o t h i l-f e wieder Wohlfahrtsbriefmarken ausgegeben, dkren Ertrag der ergänzenden Fürsorge für Kinder, alte Leute und Erwerbsunfähige dienen soll. Es. werden ausgegeben: 5-, 8>, 15»; 25« und 50-Pfennig-Markcn zum Verkaufspreis von 10, 15. 30, 50 und 100 Pfennig. Ferner werden eine amtlich« Bildvostkarte mit eingedruckter 8 Pfennig Mgrke. zum Verkaufspreis von 15 Pig.. endlich Martenheftchen zum Preise von 1,50 9tM mit vier 8-Pfennig- und drei 15-Pfennig-Markcn ausgcgebcn. Die Wohlfahrtsbriefmarken lind vollwerlige amtliche Postwertzeichen. gültig für alle Postsendungen nach dem In-' und dem Auslande. Der Po st verkauf dauert bis zum 31. d. M. Die Gültigkeit der Marken endet iam 30. April Jb. 3. Die Zentralwohlfabrtsstelle der deutschen Juden macht darauf aufmerksam, das; in diesem Jahre statt 60 Prozent 80 Prozent des-Reinerlöses der vertreibenden Organisation für ihre Wohlfahrts wecke verbleiben. Sie bittet dringend, sich nach Kräften an dem Vertrieb und der Verwendung der Briefmarken zu beteiligen, um dadurch einmal die Teilnahme der Juden an den allgemeinen grotzen Wohlfahrtsaktionen erneut zum Ausdruck zu bringen, zum anderen aber auch, weil der jüdischen Wohlfahrtspflege dadurch eine beachtenswerte Einnahmequelle erschlossen wird. Die Briefmarken sind durch die Gemeinde zu beziehen. Die Jüdische Bolksk iche versammelte am 17. v. M., wie in früheren Jahren, ihre ständigen Gäste sowie ihre sonstigen Freunde zu einem wie immer wohlgelungenen Feste. Die Mittel für den Abend, an welchem -die Gäste den groben Saas des Logenheims dicht gedrängt bis auf den letzten Platz füllten, waren lediglich aus Spenden zusammengebracht, so dgtz die Volksküche selbst keinen Zuschuh zu leisten brauchte. Die i Damen, welche sich an den Spenden beteiligten; erlangten dadurch das Recht, die Gäste des Abends mit bewirten und bedienen zu dürfen. Wie in früheren Jahren hebest wir auch dieses Mal keine der Damen besonders hervor: Nur einem ausdrücklich ausgesprochenen Wunsche folgend nennen wir Frau H i r s ch e l. die in liebevoller Weise ein ausgezeichnetes Eisen für die aufnahmewilligen Gäste vorbereitet hatte. Bei Tisch dankten in deren Namen Herr Bragenheim durch den Vortrag eines Berichtes der Frau Klara Cohn über die Volksküche. Frau Gans und Herr Cronau. Fräulein Heck scher trug, von Fräulein Bastnb erg er begleitet, auf det Geige vor: Fräulein Irmgard Straub.erntete reichen Beifall durch ihre Rezitationen. Frau Hetz-Löry durch ihren wundervollen Gesang. Beifallsstürme lösten die humoristischen Darbietungen des Herrn Arnold Risch aus. Auch die Darbietungen des Herrin Vogel und der Frau Gans verdienen dankbare Erwähnung. Frau K o r n i tz e r trug, von ihrem Gatten mit bewährter Künstlerschaft! begleitet, einige Jargonlieder vor, und Fräulein Bachner. erfreute die Anwesenden durch künstleri'che Tanzvorfübrungtn. Endlich, aber nicht zuletzt, sei dankbar der Mitwirkung des Herrn Meyer, der sich für dast Klavier zur Verfügung gestellt hatte, und des Entgegenkommens des Wlrles des Logendeims, §£rrn Stern, gedacht. — Es war. uta mit der Dichterin dH Tischliedes zu sprechen, „ein wahres! Fest", dem im Laufe dieses Monats . noch eine Sondervorstellung im Waterloo Theater, folgen, soll.; \ 1 Der Israelitische Humanitäre Frauenvercin | feierte am 12. v. M. das 10jährige Bestehen seiner Haushaltung s s ch u l e in Segeberg. wobei die Gäste Gelegenheit, hatten, sich ' von dem Wirken der Anstall und den Leistungen der Schülerinnen persönlich zu überzeugen. Mit der Feier wurde verbuiidcn die, Enthüllung einer Gedenktafel für den verewigten Herrn Paul Laskar, der dem Frauenverein jahrelang ein treuer Berater, Helfer und Freund gewesen ist. Die Gedenktafel ist herstorgcgangen aus den! Werkstätten des Herrn Eduard Berlin. des In einer Arbeitsgemeinschaft der Fraliengruppe Eentral-Vereins deutscher Staatsbürger jad.schen Glaubens behandelt« Dr. L u d v i g F r ä n k e l die Probleme unh die Bedeutung der G> mcindearbeit für das judi.che Leben in Hamburg. Er gesta tete die Materie so fesselnd, dab alle Hörer lebhafteste Mitarbeit leisteten, und aus Rede und Gegenrede sich das Aibeilsfcld lebendig und reich gegliedert vor den Teilnehmern entfaltete. 3J>ct Referent unterlegte seinen Ausführungen ils Leitfaden folgende Dreiteilung: das Werden der Gemeinde ihre Struktur — ihre Leistungen. Der Redner schilderte kurz, die Entstehung ».der beiden jüdischen Gemeinden ' Hamburgs, insbesondere die der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, und behandelte sodann die Frage der Zugehörigkeit zur Gemeinde, und zwar einmal die Frage der Pflicht- oder der freiwilligen Zugehörigkeit. und sodann die Frage der Abhängigkeit der Gemeindeangehörigkeit von der Staatsangehörigkeit. Sodann ging der Redner auf die Organisation der Gemeindeverwaltung ein. die bis 1864 lediglich von einem Vorsteher-Kollegium, seit dieser Zeit von einem Vorstand und einem Reoräfentanten-Kollegium. welches letztere den Vorstand wählt, verwaltet werde. Das -Repräsentanten Kollegium selbst gehe aus Urwahlen. unter Zugrundelegung der Verhältniswahl mit ungebundenen Listen, hervor und vereinige in sich Mitglieder konservativer, liberaler und zionistischer Weltanschauung. Eingehend behandelte sodann der Redner die Tätigkeit der Gemeinde auf kulturellem sowie auf dem Gebiete der Wohlfahrtsarbeit im umfassendsten Sinne und auf dem Gebiete des Unterrichtst; hierbei verweilte der Redner insbesondere bei der Arbeit der jüdischen Frau, die seit der Revolution das aktive Wahlrecht zum Repräsentanten-Kollegium und das passive zu sämtlichen Kommissionen der Gemeinde besitzt. Endlich zeichnete der Redner den Rahmen der nach seiner Ansicht erforderlichen Erweiterung der Wirkung der Gemeinde, wobei er sich von der Erweiterung des Gemeindeblaltes, dem Aufbau einer den Bedürfnissen der breiten Mafien gerechtwerdenden Gemeindebibliothek und eines Vorlragsweeiis oder Freien jüdischen Lehrhauses besonderen Segen versprach. So erarbeitete der Vortragende unter lebhafter'Beteiligung aller Anwesenden ein klares Bild der vielseitigen Arbeitsgebiete unserer Gemeinde, für deren Wohl er als. ihr Repräsentant mit Interesse und jnit Einsetzung seiner starken Persönlichleit wirtt. Die Zuhbrerinnen nahmen aus der Arbeitsgemeinschaft die feste Absicht mit. nach Kra ken mitzuhelfen a» dem unablässigen Voran'chrcitcn. in'dem un er Eemeindclcben; sich zu schöner Blüte zu cnFwickeln verspricht. - A. B. In der Oitjüdischcn Veren gung GrostHambrrg hielt am 2. o. Mts. Herr Dr. H. K o r e h einen Vortrag über die Grundlagen der Jüdischen Gemeinschaft. Der Redner.unterschied drei Epoche» der jüdischen Gemeinschaft. die palästinensische, die Zeit von dem Verluste des Heiligen Landes bis . zur Emanzipation und die Zeit, der Emanzipation und des Wiedererwgchcns des jüdischen VolksbewuszZeins. Der Redner schlon seine inhaltrei!>e, Aussührungen mit der-Betonung der Rolwen igle t der Pflege des jüdischen Gcmeinschaf.sgcdankcus. die uni io nolwe idi .e: sei, weil nur dieicr die Ju'oenlunt zu einer ideellen E i mheii zusanunenschlieszcn I^fiüe: denn auch der Zionismus müise zugeben, das; die cfllc Heimat nur einen Teil der Judcnheit auinelnne». kenn». i

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