Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 1 (10.1.1929)
- Date
- 1929-01-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeind«. Nummer l Anlählich der sind dem Vorstand eil 'Hg die Akademie R a b b i n e r«c,n i G e m e i n d e, -bie Reichsaussch 11'ft Einweihung des neuen Gemeindehauses der Gemeinde eine Reihe von Glückwünschen zugegang^n. Es gratulierten: die Hochschule und ür die Wi sensckaft des Judentums, das n a r, der Vorstand der Iüdischy-n -j e n t r a l wo h lfo h'r ts st c 11 e und d«er der Jüdischen Jugendvereine in Berlin. Ferner von bekannten Persönlichkeiten Rabbiner Dr. Baetk- Bcrlin. Pro'. Dr. Eduard B a n e t h - Berlin. Rabbiner Dr. B e r g m a n is - Berlin, Oberrabbincr Dr. I. Carlebuch-Altona. Ephraim C o h n - R e i tz - Berlin. Philipp C. o o v e wb a g e n j Amsterdam, Grand RabbinEilenst'a d t - Paris, des Do'ent des Rabbiner-Seminars Dr. Sn- »iiiel G r ü n b e r g - Berlin, Rabbiner Dr. Jakob Horfm a ii n Frankfurt, ani Älain, ^Gemeinderabbiner Dr. ö. H orovitz - Frankfurt a. M.. Staatsrat Dr. Lioomann- Hamburg. Ri o r i tj A. i?.o c b - Berlin. Schulporstc^erin a. D. Rlarn Marc uz Hamburg, Oberrabbincr 2. Mag lesenden Haag, Pro'.! Dr. Eugen Mittwoch-Berlin, Rabbiner Dr. E. Munk Berlin. L berradbiner Ä 2. C n I« iri i 10 r und Ratzbiner L. ,H. 2 n r I o u i s - Amsterdam. Dir. EP inntiplt -iBer i -Te pe bo'. Jacob Roenheini- Frankiurt--a. 2fi g in u n d 2 e e l i g m a n n - Amsterdam. Legalionsrot Prör. Dw M. 2 o b e r n h.e i m - Berlin- Ebarlottenburg. Prot. Dr. T st. P I a u t - Hamburg. Direktor der Deutschen Bor k Oscar W a i s e r m a n n -Berlin, Se mina^-Bibliothekaff I. 2. da 2ilva Rosa» Amsterdam. -_-_l-------- Professor Dr. Isaak Markvn »ns Dr. Alfred Deis. ' .lwei Männe mi'ere Mitte ge beczlib Willkomm« . Wie in dem teii-Kollcgiums in bereits mitgeteilr Professor D r. I in den letzten Wochen einein Rute in lind, lieihen wir an dieser Stelle die olat «n. verlchte über die Sitzung des Reprälentander letzten Nummer des Gemeindeblattes wurde, haben die Eemein^ebebör^en Herrn s a a k M a r k o n zum Bibliothekar der Bibliothek und Lr'ehallc der Gemeinde erwählt. Professor Markon wurde ari 13. 12. 1375 in Rabinsk an der Wölga «Rutzlandl geboren und studierte, nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt absolviert hatte, in Petersburg und Berlin orientalische Sprachen und insbe'onde'e die Literatur und Gelch'ch e deq Judentums. Die Dissertation, mit welch.'r er im Jahre 19 D1 die Doktorwürde an der Petersburger Universität erwarb, trägt den Titel „Vergleichung der Kanonischen Gesetze über oerbvlc.ie Verwandtschaktsehen der apostolischen Kirche mit denen des-Talmuds und der Karäer" und wurde mi efuer goldenen Medaille gekrönt. Aui die Zeitiieines Studiums folgt in den Jahren 1901 bis 1923 eine austtrordentlich viel eilige und fruchtbare Tätigkeit aui den verschiedensten Gebieten wi senschaftliher Betätigung. Er wirkte als akademischer Lehrer, an der russischen Mademie für Orienttunde, an den Univer itäteu zu Petersburg, M o s t a ii und M inik wwi: am Rabbiner-Seminar zu Berlin. Er war Bibliothekar der hebräischen Abteilung an der Kaiserlichen Oesfen.l.chen Bibliothek zu Petersburg und wirkte im Ministerium für Volksunterricht iowiZ in der russischen Akademie der Wissenschaften. Im Aufträge der Lästerlichen Regierung weilte er 13)4^-1905 zu Wissenschaft lichen Zwecken und zum Studium les Bibliothekswesen in W e st e u r o p.a , im Auf.rag: der Ee'e.lschafl fü. Orie.itkunde' ,u M o s l a u bereiste er 1924—1925 die Krim. Grosz ist Prbfeslor Marlons schrif.stellerische und redaktionelle Täligkeit auf wis'enscha'tlichem Gebiet. Er war Redakteur der IKbändigen in rui sicher Sptache erschienenen jüsti'chen Enzyklopädie und ist z. Zt. in heroorragenrem Matze beteiligt an.der Herausgabe der in deutscher und hebräischer Sprache erscheinenden Jüdischen Enzyklopädie, von welä er bisher zwei Bände vorliegen und zu der er selbst ebenso wie zu dem ebenfalls im Erscheinen begriffenen pidiichen Lerikon in umfastender Weise beiträgt. An der Herausgabe mehrerer wissenschaftlicher Sammelwerke ist er beteiligt und hat von 19)7 bis 1912 den ha-kederri, eine Vier.elzahrsichriil für die Kunde 'des alten Orients und die Wissenschaft des Judentums unter grosten eigenen finanziellen Opfern herausgegeben. Daneben bat er im Aultrage der Berliner "Akademie.für die Wissenschaft des Judentums, deren Mitarbeiten er ist, Reisen nach Holland und Belgien gemacht und nach im letzten Herbst im gleichen Aufträge alademische Borträge in Kassel gehalten. Auch im öffentlichen Leben des r u l i i s ch e n- I u d t n * lums ist Proiest'or Marion bervorgetreten. Er war Revrüien Iüdischer Lchulverein. Die Kurse des Herrn Rabbiners Dr. Italiener sind vom 1. Januar 1929 in das Gemeindehaus, 2ohnsallee54. verlegt. Sie sind Jugendlichen im Alter von 14 Jahren auf wärts zugänglich.! Der Unterricht ist unentgeltlich. Er umfahr Bibelkunde, Ge'chichte der -Juden, religiöse Lebensfragen und — in einem besonderen Kurse — Hebräische Sprache. Nenaiimcldliiiaen taiich von Jugendlichen ohne Vorbil düng — lind zu richten an Herrn Rabbiner Dr. Italiener, Brahmsallee "15 l. Fernsprecher H 4. Nord'ee 2662. 'ant der Petersburger Jüdischen Gemeinde, Vorstandsmitglied des „Ort" <Gesetl>chast z ir Förderung des Handwerk; und der Landwirts4-art unter )en Jn'en) und M tüegründer der russischen Gesellschaft zur Pflege der hebräischen Sprache, die in nahezu hundert russische i Städten eine bedeutende Rolle in der jüdischen Jugendbewegung ge'piclt hat. 1918 hat er der Sache der ruisischkn Inder als Mitglied des Präsidiums des Milchen Nationalrats in Ruhland chertvolle Dienste geleistet. Unsere Gemeinde darf mit Recht von der Tätigkeit des reichen Segen, namentlich auf dem tiqen Lebens und der Heranbiloung Herrn Professors Markon Zcbieie der Pflege des gel der jüdischen Jugend, erwirken. » „ Auch von der Tätigte t des^HerrN Dr. Alfred Veis. oon dessen Wabl zum akat «mischen Religionslehrer und Stell Vertreter des Rabbiners des Tenipelvcrbandes wir jüngst berichteten und der inzwi'cken se'n Amt angetreken hat. erwartet unsere Gemeinde viel für die ihm anoertraute Jugend. Herr Dr. Veis wurde-ani 21. September 1393 in Stuttgart geboren und kam in junge i Jahren bereits nach Köln, wo er die Volksschule und dann das Rcalgymna «um besuchte. In Köln und in Bonn oblag er spiter seinen akademischen und jütisch wissenschaftlichen Studien, die ihn auch auf das Gebiet der vergleichenden Neligionsge'chichte führten. Die'em gehört auch die Dissertation an. auf 6 rund deren er 1913 in Bonn zum Doktor promoviert wurde: „Mythen über die Entstehung des Todes in den Religionen lier Primitiven." Zur gleichen Zeit übernahm Herr Dr. Veis das Amt des Predigers und Reli gionslehrers der Synaqoayi-Gemeinde Andernach, in wel cher er bis zu seinem Fortgang nach Hamburg, also insgesamt 14 Jahre, gewirkt hat. Horr Dr. Veis bat es in dieser Zeit verstanden, in seiner amtlichen, und nichtamtlichen Tätigkeit sich bei Juden und Nichtju len hohe Achtung zu erringen, und bat durch sein Wirken namentlich zur Hebung des Ansehens keiner Gemeinde und zur Nahrung des kaufe sloneilen Friedens in Ai derra b leg'traicn. Das kam insleo.ide e an dem Tage der Andernachschen Nachbarschaften, einem rheinischen Feste, datz in Andernach am 21. Oktober vorigen Jahres stattfand, zum Ausdruck: iw dem c usführlichen Bericht der dortigen Zeitungen über das Fest wird die Rede des Herrn Dr. Veis ausführlich wiedergegeben. Die Wertschätzung, deren er sich erfreute, kam bei der ihm zu Ehren veranstalteten Abschiedsfeier zu beredtem Ausdruck. Vertreter des Vorstandes, des Repräieiitaiiten-Kolleg.ums des Reichsbundes jü.i cher Frontsoldaten und des Israelitischen Frauenoereins kamen auf die'er Feier zu Worte. T uch die höheren Schulen, die Bezirks-Gemeinden, der jüdische Jugendverband, dessen Leiter Herr Dr. Veis war, die paritätischen Gesangs-Vereine der Stadt und rie Provinzial Heil- und Pflege-Anstalt wid meten ihm Abschiedsfeiern. Gedanken zum 200. Geburtslage G. E. Lefsinos 2 2. Januar 192 9. Von Dr. Ärmin Blau. Das Andenken Lesüngs feiern, heihl das Judentum feiern. Ohne Le'sing ist die Gestalt des neuzeitlichen Judentums nicht denkoar. Leiiings Persönlichkeit ist Eckstein und Ausgangspunkt einer neuen Kulturgestalt des deutschen Juoentunis, vielleicht des Judentums der Welt, d. k>. der Kulturzentren Englands. Oesterreichs. Frankreichs, Dänemarks. Amerikas. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts horcht die Kulturwelt Europas zum ersten Male auf die geistesgeichichtlich bedeut'amen Kundgebungen Deutschlanrs. Der H u m a n i t ä t s g e t> a n k e, der sich an die Namen eines izant, Herder, Menidelssohn, L e s s i n g knüpfte, fand in Deutschland eine neue Prägung und ging fortan m das