Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 11 (11.11.1928)
- Date
- 1928-11-11
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 _ ist dieser Stuöttci.l für irgendwelche Ermittlungen von Znsiammcnhang zwischen Einkommen und Geburtenrate. Sterblichkeit usw. nicht zu gebrauchen. Die von Harvestehude geschilderten Verhältnisse'spielen dort (allerdings nurin geringem Umfange) eine ähnlich« Rolle.. ' I - Eine gewisic Unklarheit bringt in die Perglcichszahlcn von Fudcn und Lichtjudcn der Stadtteile Harvestehude und Rothcrbäum, die grosrc .fahl christlicher Dienstboten, die den Kindcrprozentsatz .der Gesamtbevölkerung und der Evangelischen, gegenüber dhm Kinderprozcntiatz der Fuden herabdrückt. Besonders krag! ist die Wirkung dieses Umitandes in Harvesteh»de. wo'am 10. Juni 1 <*25 4271 Kinder gezählt wurden ') und 4si99 ..Dienende im Hauie der Herrschaft."-) Zieht man die Dienstboten von her Gesamtbevölkernnq der beiden Stadtteile ab rU7<;s in Rät Herbaum und 4999 in Harvestehude, dann erhöht iick, der. Kingcrprozcnriatz in Rotherbaum von 12.9 Prozent aui <:!> Prozentj igegen 14.1 Prozent bei den Juden) und von 14.9 Prozent aus , 17.2 Prozent in Harvestehude (gegen 17.0 Prozent bei d>'„ Dudens. Dan die Differenz des Kinderprozentsatzes zwischen Fuden und Geiamtbeoölkerung in Harvestehude im Satire 1900 itoch um 1.1 Prozent qröster war. als im Jahre 1927,. erklärt sich «araus. das; der Prozentsatz der Dienstboten damals viel gröfzer war als im Fahre 1!»27>. wo auf je 1000 Einwohner in 'Xarvestebude >41 Dienstboten entfielen, gegen 217_im Jahre l'M'7. dem Ftbre der vorhergcganqcnen Peruiszäblunn. 7s" den, <1 rort Statuierte!» übt die Diemrbotenzahl fast keinen Druck >>l' den Kinidervrozentiatz aus. weil sic dort zu klein io: 1907 r.ii t<nio Einwohner in Eimsbüttel 29. Barmbeck 14. BiUwarder 'lus'chlan «>.j im Fahre 1927, in allen 9 Stadtteilen nur nocki Sie tiälite. n ' Eben!-', chie .ne DO'nitboteiz.ahl den .KindervrozcNtiatz in 9>'oil>erbau,n und Härveiieb'.'de herabgcdriickt. drückt ihn in ilNtberbaum ein anderer Umstand stärker als in Harvestehude die- Ernlogitrer tPwiiionate «iw 1 Fm Fahre 1910 waren in Rorberba.im 27 Prozent der Wohnungen solche mit Ein- '-'ziercrn in Harvestehude nur >>> Prozent.! Schaltet man i'»’ Dienstboten und Einlogierer von der Wvbnbcvölkeruna aus und bercch»>4 den Kindervrozcnliatz nur von der restlichen 'Wohnbevölkerung io' gibt das für die Fahre 11*1 (i und 1927, folgende Kiuderprozenliätzc. neben die wir zur Vergleichung wieder die Kinderprocentiätze von der. vorstehenden Anistellung non 1910 und die verluden von 1927, setzen Gemeindeblatt der Deutsch»Israelitischen Gemeinde. crtTirammcR proxopf bes Ni'nber utxt. n f»ahr. aitf 100 der Bevölkerung Erwer: »» über* -r»hue Ctnloa. u. Pieiutheten beiden i’ Hirt ' u. ohne An* Gliben tf«*-: l'MI!■)!•: st üten uno' . .1025 Billw. '.'in-;- 041; r v fiS.6 21.5. B tritt deck 1 095 U.’l •^3^9 22 2 14.9 Eimsbüttel 1417 . 29/ 39,6 19/1 14.0 ‘KütbcrNnit’il 15.7: 22.« i 14/1 14.1!2 4'4 0 4 13.4 17.0 "Junli on. in der Berechnungsärr verbesserten Prozentsätzen. vnriieirc der Kinderprozentsatz der Gesamlbevolkcrung im Fabrc I9H> noch .zwischen 22.0 Prozent tRotherbaum) und 39.0 Prozen! l'Billwärder 2lüsichlag> mit einer Differenz von 19.0 Prozcn . während er im Fahre 192g nur noch mir einer Differenz vost 7.9 Prozent variierte, nämlich zwischen 14,9 Prozent in Rorterbaum und 22.2 Prozent in 'Barmbeck. Fm Fahre i!«27> ivar di>j Dificreliz zwischen reichstem und ärmstem'Stadtteil iHarvenghulc und Billwärderl nur noch 9.1 Prozent, während iie >7, Fab re zuvor noch rund 12 Prozent betragen Hute. Fm Tiudenoicrtel Rotherbaum-Harveitchude ist'im Fahre 1 i*23 tti.m *ioch eine D sfereii; zwischen den Prozentsätzen der AUqemcii>> heit und de ■ Juöenheit. da' in der Kindcrprozcnti nz letzterer :n Notherbe um «.2 Prozent, in Harvcstcbude 1.4 Prozent niedriger, al > derjenige der Allgemeinheit. Die Unt'rschicde des Kinderprozcnliatzes 'zwischen arinen i.nd reichen Stadtteilen iowobl. wie zwischen Hid'schcr und nichtjudiicher Pei ölkeruna. werden in »aber .Pak»»':: noch i ebr z»- ninimcnschruinpien. Denn isirolge der Berallgeme.ncrr.no der > Star.!. Hambg. Slaaics. Heil XXXI!. S. d:«. > Stal. If Homb>> Staates. Heft XXXIII. 3. 79. i Berechnet ».ich Star., d. Hambg. Staates. Heit XXIX. S. »:). 7 . -I Heil XiXIX. S. v. und i3. 129. 4 Dienstbare» nach der 2'eruiszäblung. 'Wobnbevölkerung und Kinder n ich.Heil X.XXIlj. S. v*. Einlogierer nach amtlicher Schätzung. I l l F,f> i r An, Seffent liche^ Quittung.! An Ablösungsspenden anläßlich des 70. Geburtstages! des Herrn Jacob Flörsheim lind noch bei uns Angegangen: _ 5 Alk. von 9t. 9t. 5 Mk. von Herrn Julius 94t enbach,; 5 Mk. von Fräulein Helenr Flörsheiin. - l» Mk. von Herrn Dr. Joel«! 10 9.'tf. jion Herrn Jsaac Fckcobson. > 10 Ml. von Fräulein Bettn 2 acobson. ' 10 Mk. von Herren Mar und Willi Ton». 20 Mk. von IS. und 25 94tl. von X. 40 Alk. von den Herren F e l i r K r a ni a r > l » nnd P r e n z l a u. 50 94tk. von Herrn 2co 9J c ujt a b t. 200 Mk. von Herrn Siegfried K r a in a r s i ». lterdam. - , Ferner erhielten wir:!; voir Herrn und Frau H e >> r i, 'Elia siel eine Spende für Wohlfahrtszwccke zur Ablösung der Danksagungen für die Bekundung der Anteilnahme' beim Heinigang ihrer Tochter, ferner: 10 Mk. von Herrn Dscar S. Polackfür Wohlfahrtszweckc anlässlich der glücklichen Gcw:s»ng seiner Gattin von einer ' schweren Operation, 20 '.lltk. von ungenannter Seile für arme jüdische Kranken, MO Mk. von 9t. 9t. zugunsten des Paulinenstifts zu in Andenien an die verewigte Frau Rosa Schlesinger gtb. 2asfö. 2lllen Spendern oerbindtichen Dank. Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Kenntnisse, wie die Geburten zu bcichränkeu sind einerseits, und der zunehmenden Grosze des Kreises der Bevölkerung, der der Sozialverfichcruiig unterliegt und deren Kinder daher eine fast ebenso niedrige Sterblichkeitsrate haben, wie die Kinder wohlhabender Kreise andererseits, hat die Höhe des Einkommens last aufgehört den Einslus; auszuüben, den sic früher (bis zum Kriege) auf die Zahl der Geburten und den Prozentsatz der von den Geborenen Durchgebrachten gehabt hat. Die folgende 2lufsiellung wird das bezüglich.der Leoendgeborcnen beweisen. istadusil Einkomm, pro Xopf des Lrwerds. tätigen ion (.'edendgedorene überhaupt auf U*)0 Einwohner 1!*00 UN* UUO UH3 V.rjl HI27 Auf 1000 dev Wohnbevölkerung oon 192.1 abzüglich der Dienstboten u. Einlogierer entfielen ehelich Lebendgevorene 1024 1027- Billw! Avsichl. 941 35.4 26.5 . 14.9 13.8 Barmbeck 1095 31.2 . 28.3 15.0 14.5 Eimsbüttel 1417 29.3 25.6 12.3 11.7 9tothcrbail»t . 6 770 15.4 9.9 11.3 11.3 > Harvestehude 12 434' 16.1. ' 12.5 11.8 13.3 V. Die Difsercnz in der . Gehurtenzahl zwischen armen und reichen Stadtteilen, die im Durchschnitt der Fahtc 1900/1904 noch 20,0 Prozent, im.Durchschnitt der Fahre 1910491:) noch lx.4 Prozents auf 1000 Einwohner betragen hat, ist im Durchschnitt der Fahre t!>24 1927 äus 9,7 Prozent zurückgegangen! ..Kommentar überflüssig." Bei dieser Entwicklung ist cs wahrtchcinlich, dag auch der geringe Unterschied in der Höhe des Kinderprozcnlsatzes. der im Fähre 1929 noch zwischen der Gesamtbeoölkerung Hamburgs und seiner jüdischen Bevölkerung bestand: 17,!> Prozent bei erslercr, 19,9 Prozent bei letzterer also 2,0 Prozent - , bald verschwinden wird. Fm Fahre 1900 halle der Kindcrprozcntsatz der Gesamtbeoölkerung npch 90.2 Prozent >) gegen 22,3 Prozent bei der jüdischen Bevölkerung betragen, die Disferenz beider Prozentsätze also noch fast '' Prozent. Das; im Fahre 1929 zwischen beiden noch eine Difsercnz von 2.0 Prozent besteht, dürfte hauptsächlich an der noch immer ungeheuren Sterblichkeit der unehelich geborenen Säuglinge liegen, deren Prozentsatz bei den Füdcn einmal viel niedriger ist. als bei der nichtjüdiichcn Bevölkerung, und deren Sterblichkeit bei ihnen anszerdem wesentlich geringer ist. Schaltet man die unehelichen Geburten aus und berechnet die. Geburlenrale nur von der Wohnbevölkerung abzüglich der Dienstboten und Einlogierer, wie das in der letzten Spalte unserer letzte» Ausstellung für! die Fahre 19244927 geschehen ist. dann ist die so berechnete Geburtenrate im ärmsten Stadtteil nicht nennenswert gröfzer als im reichsten: 13,8 Prozent in Billwärdcr, 19.9 Prozent in Harvestehude! Und zwischen höchster 4 Slot. d. Hamb. Staates Heil XXI. 2. 31.