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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-11-11 · 11 (11.11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
11 (11.11.1928)
Date
1928-11-11
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer ll Bei einer Zunahme bei jüdischen Bevölkerung in der Zeit von 1900—1925 um 10,6 Prozent Kinderzahl um 23,7 Prozent. Unsere Uebersicht, zeigt, dag l aben wir eine Abnahme ihrer liie Juden in dien 25 Jahren 1900—1925 nicht nur in des inneren Stadt abgenommen haben, sondern auch in St. Georg und St. Pauli und sogar in ihrem freiwilligen Ghetto Rotherkaum, in dem im Iahte 1900 29 Proz. der Juden Hamburgs wohnten, im Jahre 1925 aber nur noch 21 Prozent derselben, und wo ihr Prozentsatz in der Bevölkerung in dieser Zeit von 16 Prozent au 15 Prozent zurückgegangen ist. Verhältnismäßig am stärksten i t der Prozentsatz, der sie von der jüdischen Bevölkerung übe chaupt bildeten, in St. Pauli zurückgegangen: von 11 Prozert aus 1 Prozent der Juden und am stärksten zugenommen tat er in Winterhude' von 0,2 Prozent auf 3,3 Prozent und ü Eppendorf: von 2 Prozent auf 15 Prozent der Juden. Ahasver scheint also nach Eppendorf zu wandern. Dort hat die absgl ite Zahl der Juden um über 2700 zugenommen, über 500 nicht noch, als in Harvestehude, wo im Jahre 1900 erst . 11 Prozent« im Jahre 1925 aber , bereits 21 Prozent der Juden wohnten und wo sie nun ebenso zahlreich — und wenn man unter dem „sttn" 1928 verstehen will, wohl schon zahlreicher — sind als injRotherbaum. 1 Auch in Eimsbüttel hat die jüdische Bevölkerung noch ziemlich stark zugenommen: von 1,8 Prozent auf 6.7 Prozent der Juden. Hamburg hatte im Jahre 1V:!5 33 Stadtteile«. In 1 von ihnen (Rotherbaum, Hervcstehuae Eppendorf und Winterhude) wohnten. */, (genau 66,3 Prozen ) der jüdischen Bevölkerung, rechnet man noch die Judpn bcrjl Stadtteile der inneren Stadt hinzu, dann wohnten t|n den 8 Stadtteilen runb'Tt (genau 73,0 man now Eimsbüttel hinzu über in den übrigen 21 Stadtteilen 1 -, der Von ihr jrpohnten nur nackt in Barmbcck. jen 2 und 3 Prozent, in allen 2 Prozent der jüdischen Bc- Prozent) und rechnet (genau 80,3 Prozent). jüdischen Bevölkerung. Uhlenhorst und Hohenfelde zwis anderen Stadtteilen rpeniget af oülkerung. Was den Prozentsä samtbevölkerung der Stadtteile tz anbelargt, den die Juden von der Gein der Stadt Hämburk schritt er diesen Durchschnitt nur Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. scire 3 »rsmachten, der im Jahre 1925 überhaupt 1,81 Prozent betrug, so übcrin 1 Stadtteilen: in Harvestehude mit 15,9 Prozent, in Rotherhaum mit 15.2 Prozent, ip Eppendorf mit 3.5 Prozent und in Neustadt-Nord mit 2,'.! Prozent. Der Prozentsatz der Kinder unter II Jahren schwanlte bei den Juden Hamburgs im Jahre 1900 zwischen 1\9 Prozent (Barmbcck) und 32 Prozent (Billwärder Ausschlag) und im Jahre 1925 (von Billwärdcr Ausschlag abgesehen, wo die absolute Zahl von 6 Kinderii zu klein ist um maßgebend sei» za lönnen) zwischen 10,3 Prozent (Hohenfelde), und 19,7 Prozent (Winterhude). Dieser oerhältnismäsziq hohe Prozentsatz^wirü aber wohl daraus zürückzusühren sein/des; dort die jungen Ehepaare hingezogen sind. (Hat sich doch die Zahl der Juden in Winterhude in 25 Jahren versechzchns ich!!> In Eppendorf hat er — wohl aus demselben Grunde 17,1 Prozent, im alten Judcnoiertel Rotherbaum aber nur 14,1 Prozcnl betragen. Im Durchschnitt dxr ganzen Stadt ist. der Kinderprozenlsatz bei den Juden von 22,3 Prozent im Jahre 1900 aus 15,3 Prozent im. ^.ahre 1925 gesallcn, bei der Gcsamtbcvölkcrung »och um fast 1 Prozent mehr: von 20 Prozent aus 17,9 Prozcnl. hat sich also mehr ihrem Prozentsatz bei den Juden genähert ■ beide Prozentsähe berechnet für die Stgdt des Gebictsumfanges von 1925.') - Die Kinderzahl ist eine Reichtumsjrage, richtiger ci.ne Armutssragc, noch richtiger: sie war eine solche. , So zwar, das; man aus dem Prozentsatz der iKinde.r da» Einkommen eines Levölkcrungskreiscs fast hätte berechnen können, lkm das zu zeigen, will ich aus den Hamburger Stadttellcn die beiden ärmsten, die beiden'reichsten und einen mit mittlerem Einkommen der Bevölkerung in der Reihenfolge, der Höhe des, aus den Koz>i ihrer Einwohner cntsallenden versteuerten Einkommens aus sühren und ncbcnidcm Einkommen den Prozentsatz der Kindei Auszcrdcm noch den Prozentsatz der Kinder, sowohl der Gesamt bcoölkcrung. wie der Juden in.den Jahren 1900 und 1925 und für 1925 auch den Prozentsatz >der Kinder der Evangelische». .; -I 'l.tfüt 1900: nach ctiit. d. Hambg. Staates Heit \\\ 11J, S. 57, für 1925: nach Skat, d.i Hambg. Sraqtes >5eil '\\\!I S. 89. * •; i * Stadtteil Billw. Ausschlag Barmbeck Eimsbüttel Rotherbaum Harvestehude der 3 erneuertes Einkommen pro Kopf Sevölkerunc ) 1813 Einkommen umgerechnet pro Kopf des Erwerb» tStlaet^'l <ohn« Dtenst»oten i von 1913 461 941 497 , 1095 673! 1417 3155 6770 4 576 12 434 Kinder unter 11 .Vahren aus lou der-Bevolkeruna überhaupt bei den rauben bei 2>cit 1010 ükxrhauptl überhaupt bei den Juden 33.2 39.8 CW'i ) ■ 20 J7- I 1 Ll.O 1 " 21.0 31.1 35.2 18.9 v .213 14.9 21.' 29.0 33.2 Sg 9 18,13 14.0 ' . 18.'» 15.8 20.2 20.7 ' . 12.5 14,1 12.2 18.1 23.2 26.8 14.5 17.0 14.0 Mit dem steigenden Einkorns der Kinder regelmäjzig — in bei Nur Harvestehude macht in allen juden) — eine Ausnahme. Bei Stadtteilen nicht so hoch, in bei der Eesamtbevölkerung und hoch in armen und reichen Stc 1925, wo er in armen und re 11 Prozent und 17 Prozent var 1900 noch zwischen 19 Prozent i Nivellierung finden wir auch I der Kinderprozentsatz im Jahre und 10 Prozent schwankte, im zwischen 13 Prozent und 21 PrH Der Umstand, dasz der Kinfi trotz des wesentlich höheren Rotherbaum wieder etwas höher nicht gegen die Richtigkeit des mit dem Steigen des Einkomn:cji de 3 ») Mitgeteilt vom Stat. Lai andere Mitteilungen danke. -) Berechnet nach ihrem P bineindividicrt in das gesamte Stadtteils. ,?) Der Prozentsatz der Kinde gebend, weil die absoluten Zahl! zu klein sind, namentlich 1925. «) Berechnet nach: Stat. d. H *) Berechnet nach: Stat. d. S. 86 und 87.. en geht also der Prozentsatz Gesamtbevölkerung — bergab. Jahren (bei Juden und Richtden Juden, ist er in den armen N reichen nicht so! niedrig, nfie überhaupt ziemlich gleichmäßig dtteilen. namentlich im Jahre chest Stadtteilen.!nur zwischen iert, während er sich im Jahre nd 27 Prozent bewegte,. Diese hei der Gcsamtbevölkcrung.! wo 1)900 noch zwischen 20 Prozent Jahre 1925 aber nur poch ent.! erprozcntsatz in Haroestchüde. inkommcns im Vergleich;mit ist. als in Rotherbaum, spricht Satzes.^ das; er im allgemeinen Ins sollt. Natürlich lann er desamtl dem ich f|icr auch sür ozentsäi? von 192t> und dann rscrsteucrte'Einkomi^icn des betr. von Billwärdcr ist nicht maszn aus denen sie errechnet find, »mb. Staates, Hejt XXI. S. 51. Hamb. Staates. Heft XXXII, nicht endlos fallen, sonst wurden schließlich Millionäre und I irrsten Minuskindcr in die Welt setzen müssen. Zum Teil mag das Wiedcranstcigcn des Kinderprozcntsatzes an der Zusammen setzung der Beoölterung dieses Stadtteils liegen >0',ärtner. Kutscher, Chauffeure der ganz Reichen) zum Teil daran, das; die ganz reichen Stadtteile einen größeren Prozentsatz der Lebcndgeborencn' durchbringen. Letzteres ist bei den Juden allgemein der Jall und statistisch erwiesen und dürste erklären, . warum ihr Kindcrprozentsät; in Harvestehude und Rotherbaum i sowohl iin Jahre 1900, wie ini' Jahre 1925 höher ist, als der- ) jenige der Gesamtheit und der Evangelischen dieser Stadtteile. Die Haupterllärung für das.. Wicderanstcigcn des Kinder- . Prozentsatzes in Harvestehude gegenüber Rotherbaum dürste aber folgender sein: Gerade die groficn Villen ziehen viele kleine Gewerbetreibende in ihre Nähe: Mechaniker, Elektriker, Jri^ure, Lebcnsmittelhändler. Die verwöhnte Einwohnerschaft dieses Z Stadtteils, der cs auf den Preis nicht so sehr ankomml, kauil nicht im Konsumverein, der nicht ins Haus liefert, und zieht s daher namentlich viele kleine LcbensmittelhäNdler in ihre Nähe, j Diese kleinen Leute liefern das Kinderplus gegenüber Rother- | bäum, das eine homogenere Mittelstandsbeoölkerung hat. Unter / den nur rund 9000 Erwerbstätigen (einschließlich der Rentner! Harvestehudes ist eine so große Zahl mit sehr grofiem Einkommen, dasz die Verteilung desselben noch ein grostes Ein- ' kommen auf den Kopf des Erwerbstätigen ergibt. Wenn ein kinderreicher Armer im Hause eines kinderlosen Reichen wohnt, dann entfällt aus die Einwohner dieses Hauses durchschnittlicki eine hohe Kinderzdhl und ein hohes Einkommen. Achnlich liegen die Verhältnisse z. B. im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, in dem an der Alster die reichen Uebersecr Und gleich dahinter Arbeiter wohnen (anolog dem Berliner Hink'erhausl. Daher >

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