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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-10-10 · 10 (10.10.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
10 (10.10.1928)
Date
1928-10-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Nummer 10 Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Reichsauslchub bereits grobe Erfolge verzeichnen darf). Förderung des bereits bestehenden Lehrlingsheimes, Einrichtung von Iugendvilegegruvpen u. a. m. Es sei nicht verschwiegen und liegt auch in der Natur der -ache. daß der Landesausschub in den ersten Monaten seines Bestehens unter organisatorischen Schwierigkeiten zu leiden Havre, welche aber jetzt als überwunden angesehen werden -können. Man dark hoifen. daß der Landesausschub, sobald ihm die Möglichkeit finanzieller Selbständigkeit, kür welche der Vorstand zur-Feit arbeitet. gegeben ist, ein wichtiger Faktor im Hamburger Gemeindeleben bilden wird. Mögen die nurdein Mob! der Jugend unserer Gemeinde bestimmte Arbeit stets hen erhofften Erfolg haben und die Bestrebungen des Landesaüsichus'es von allen Grellen unserer Gemeinde in ent' 'vreckender Weile gefördert werden. Der Vorstand. B ,■ : ,i!> n t b Jacobson, Rappitr. 13. d. z. Borsitzender. Hamburger Juden in Breslau. E' I! Beitrag zur Hamburger jüdischen Familien ri n d P e r s o n c n g e s ch i ch t r. Bon Bernhard Drilling. -i l. Fm 17. Jahrhundert. . Es ist interessant, den Beziehungen zwischen den Fud.n der jüdischen Gemeinwesen Breslau und .Hamburg nach »geben, von denen das eine, in der Metropole Schlesiens, hauptsächlich nach Osten tendierte, während Hamburgs In den dem „Fuge nach dem Westen" folgten.' Tic .Ham burger Genreindc :hic der aschkcnasischen Juden! ist et was älter als die Breslauer, die am Ausgang des 17. Fahrhunderts gerade begann, nach jahrhundertelanger Verödung die älteste Breslauer jüdische Siedlung - reicht bis ins Fahr 1100 - neu zu entstehen. Aus allen .Himmelsgegenden. besonders aber aus Polen und .Böhmen, zogen Juden dieser neu werdenden Kehilla zu: die ein jiigcii deutschen Fuden abgesehen von den schlesistlien - Fuden, die eben erst selbst eingewandciF waren in Breslau waren im 17. Fahrlsnndcrt Hamburger Fuden. Breslau übte aui-dir Fuden zweierlei Anreize aus, einer feits als Stadt des Prodnktenabsatzmarktcs. der sich in Bres lau zu 7.3 Pro;, än.den Händen der polnischen Handels - fuden befand, und anderseits als Stadt der Kaiserlichen ^Münrc. die damals besonders der Fuden als Münzversor ger benötigte. ' Vorzugsweise betrieben diesen .Handels lzweig die -kapitalkräftigen jüdischen Familien von Prag und von tz^logan: aber auch Hamburger Fuden ließen sich hierdurch zuin- Aufenthalt in Breslau verleiten. So rinden wir auf der ersten (erhaltenen) Fudcnliste non I 6 8 -ö (nach den im . Stadtarchiv zu Breslau aufbewahrtcn Akten! die beiden Fuden Ffaac Polack und -Herzog Mohfcs von Hamburg, die am 27. März die vorgeschriebcnc <9e bühr für den Einlaß in die Stadt (je 12'-- Silbcrgroschcn) «"'zahlt haben. Sie hielten sich längere Zeit, in Breslau »fuf. denn in der ersten offiziellen Fudenamnahme von 1696 97 (die gleichfalls auf dem Stadtarchiv aufbewahrt iv-irbi treten sic uns wieder entgegen, aber dieses Mal ein jeder ruit feinen Familienangehörigen und ein jeder nit sich aufgeführt. Herzog-) Moyses-. d. h. Nailali .Hirz b.-Mose auS Hamburg befindet sich unter den ^.Münzlieferanten". d. h. eenjenigcn Fuden. die die Münze mit dem zum Prägen i nötigen Silber (u. anderem Metalle) versorgten. Fm 'Fahre 16^) befindet er sich noch in Hamburg und untcr- Ter Name hat nichts mit dem deutschen gleichlautenden Worte zu tun, «andern ist eine Weiterbildung des Namens Herz, Hirz, Hirich, der aus dem Namen Naftali über den i hebräischen Namen Fwi «Hirsch) entstanden ist: der Name wird daher verschieden wiedergegeben: Hartig, Hartwig,. Hartich, Hartoch uiw. Religionsschule des Jüdischen Schulvereins. Beginn des Wintersemesters: Montag, den 15. Oktober. Der Unterricht findet für jedes Kind einmal wöchentlich in der Lberrealschule Hegestraße von 4—6 Uhr statt. , Anmeldungen für' Anfänger und Fortgeschrittene (Knaben und Mädchen) Mittwoch, den 10., und Donnerstag, den 11. Oktober. mm 12—1 Uhr vormittags bei dem Schulleiter Rabbiner Dr. Italiener, Brahmsallee 15, H 4> Nordsee" 2662, vder während der Schulzeit Montag bis Donnerstag um 1 Uhr in der Oberrealschule Hcgestraße. Während des Winterhalbjahres veranstaltet Herr Rabbiner Dr. Italiener nachmittags und abends Religions-Unterrichtskurse für die reifere jüdische. Jugend. Der Unterricht ist unentgeltlich. Er umfaßt Bibelkunde, Geschichte der Juden, religiöse Lebensfragen und — in einem besonderen Kurse hebräische Sprache. Schüler und Schülerinnen der höheren Schulen, <von 14 Jahren aufwärts) und Schulentlassene auch solche ohne -Vorbildung — wollen sich alsbald bei Herrn Dr. Italiener, ll 4 Nordsee 2662. Melden. — An! ihn sind auch Anmeldungen zur Mädchen-Konfirmation und zur Barm'izwoh zu richten. schreibt die ersten Statuten der Chewra Kadischa (S. Gold schmidt, Gcsch. der Beerdigungs-Brüderschaft der Gemeinde. S. 19)., Ter Breslauer Rat. der 1696 die Fuden klassen weise nach ihrem vermeintlichen Nutzen geschieden , eingeteilt hatte, brachte die Hamburger Fuden in der „I. Classis derjenigen Fuden s«o auf Hohe Recvmmcndationes undt Vorbittcn sich hir aufs halten", d. h. in der Klasse .der Privilegierten Fude» unter, lieber Hartig Moses und seine Hamburger ■ Familienangehörigen, die dort die Nummern 2 l innebabchi. erfahren wzr fol gendeS: | '! Nrr 2. Hartig Moies «mit Frau, 3 Kindern, 2 Mägden .! und zwei Jungen» der Hamburger «eine fremde Hand schrieb dazu am Rand: „Münzliverarst», vor den sonderlich Herr Erccllentz, der Herr Graf van Schaffgotsch interceviret, io gar das Er eher ven Müntz-Juden «io bieß der unter Rr. 1 aufgeiührte bekannte Sapnrus Zacharias, berebcnfo nie später seine Söhne der onizielle Silberlieferant war) alss dielen «Hamburger Juden) abicbaffen wolle, weil er auch mit der Müntze zu thün hätte." Nr. 3. „Sein«Bruder Löbvl Nto'es aus Hamburg «mit Frau und Magd)! vor dehn daß Hochlöbl. König!. Ober Ambt zum öflernstbe'onders.dir Herr Oberambts Canzler zum Magiiträtumj. . . ge'chickef, ja daß Weib und Kinder «ölten hier geladen werden: dqrwicder man «ich <d. h. die Kaufleutezunit und der Rat» jiwar gciehet. nolens volens aber darin con^entiret." i Nr. 4. „sein Schwager Simon <b. Lazarus» Goichler lttbvr «üoslar» mit dem;Weib «und» einer großen Tochter". .! Aus dem eben Mitgeleiltcn ersehen wir, daß es Tidi^ um sehr reiche Fullen Handel», bic einflußreiche Protek tcrcn hinter sich hätten. Taß sic wirklich so reich waren, ergibt lief« aus der Notiz, datz der „Hantburger Jude" (so wird Hartig Nsoses ohne nähere NamenSangabe stets bezeichnet und genannt! im August 1693 an die bischöfliche Münze in Neiße O: §. einen Posten von 192 Mark (Ge wicht) Fcinsilber einlieferte,! wofür er 1709 Rthl. 19 Sgr. ausgezahlt erhielt. - Er brachte in diesem Monat mit dieser Menge über ein Viertel des in diesem- Monat überhaupt eingebrachten MünzfcinSilbers auf. Er war also ein tüchtiger Geschäftsmann, der auch den Besuch der da mals tonangebendest Leipziger! Messe nicht vergaß. Er reiste dorthin 1675» und 1678 noch von Hamburg auS. von 1686 bis l69st aber von Breslau aus, wo er wohl -- ebenso wie sein! gleich zu trennender Bruder Löbel — in einer der geistlicher Fnrisdiktion unterstehenden Vorstädte wohnte. -! Hartigs Bruder Löbel (d.! h. Jehuda Leb b. Mose, er heißt auch Levin) aus Hamburg besuchte gleichfalls die Leipziger Messen von Breslau! aus (1693 und 94). Er wohnte auf dem Elbing, d. h: einer Vorstadt Breslaus,

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