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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-04-10 · 4 (10.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
4 (10.4.1928)
Date
1928-04-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 4 1 aller Enttäüschunp an die Znkujnft di dem Glauben an rauben zu fjoffcn. eigene sjttli Herbcjsührn :ejn der Geäenwart Judentums. der g ch i ( tie Zukuns!t der Menschheit, irahnt ihn Personalien 8j D. Vorstandes der (5c früheren Zähren Idti Genre indeblatt t er Äculfch Israelitischen Gemeinde. vor den frohcu cichbedeuteh alldm aber a e Leisti§tng niitzuarbcitcn des M e s s i a s^-r e i ch e s. :r il Seite 3 Glauben d ist mit sich nicht durch der sich an und Kleine Mitteilungen. hat das i n Anstelle des Derfti ebenen Herrn Joseph Lippma» Repräsentanten-Koste >ium der Gemeinde in sein ) a v i d F r i sch m a n n zum M inde gewählt. Herr Frischmai ze Zeit Mitglied der Besteller t atr Sitzung kitglicd des ,i war ln angs-Kommisfiost der iHemcisttse, in den lehren Zähren Mitglied ihres Kommission für die Fremdenpfcgc. Pon iHerr Frischmann dem Repr, »Lntanien- Zugendamts und 1921—192ö hat KoNegjum angehört Der Verwaltungü-Ausschug.des Israelitischen Tcmpelverbandcs! hat Herrn Oberregicrljngsrat Dr. Guckeuheimcr onstellt des verstorbenen HerrnLippmann ir den Vorstand, «um ersten Vorsitzenden Herrn Hc-inrich Lpvy. zum zweiten Vorsitzenden > Herrn Mqx Franst gewählt. [■' i. ’*( : ' Der Volkstrailertag wurde ln den Gollleshäüsern unserer Gemeinde am wie üblich begangen. Z i der E e - me! nde-Eynagoge Bornplatz entwickelte Ob:rrabbiner Dr. Spitzer den Gedanken, djasi jedes Gedenken erzieherisch, versittlichend wir^n müsse. Sei solle auch die Erin »ernug an unse:e'Tapferen ein!ttviger Ansporn zur Pflichtcrsi llung und zum tapferen Aushareen in allen Schwierigkeiten d:s Lebens sein. — Im Z s r a e.l!i t i s ch e » Tempxl führte Ilabb. Dr. Zta liener aus, die!Erinnerung gelte nicht nur d,in Söhnen unserer Gemeinde, sondern alletz Söhnen des deuticken Bplkes und auch unsclrer ehemaligen Feinde, die!— unscte Mcnschenbrüder^ wie wir im Ebenbilde iGottcs erschaffen s— gleichfalls in Erfüllung ihrer schtocren Pflicht ihr Leben hingegc! en hätten Der Redner schlosi mit dem Wunische, das,gemeinsame Leid möge die IZAker lehren, de . alten Hcsdcrs zu vergesien unp sich zum Auflau einer neuen Welt zusammenzuschliefzcn. -- Zn der Neueii Dammtor-Synagagc sprach, Rabstincr D^r. Holzer: Unrecht > nd Ungcyechtigkeit, Hast und Vorurteil mllsix der Mensch uir des Fottschritts und um^se.ner selbst willein vergesien: hingeistn gedenken müsse'er des g losten und erhaheüen Beispiels dies Opfermutes und der Hingabe, der Kameradschaftlichkeit und des gegenseitigen Einstchers, welches die Helden des Krieges gegebeii» hätten, Unfern D unk an sie -würden wir am besten abftattcn^ wenn wir treu und hilfsbereit eine» zzrm andern stehen und wieder aufbauen wllrdi t>. — Der vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten veranstastete aus demiEbrenfriedhof der Gemeinde in Ohlsoorf eine l! nrustg der jüdischen Kriegsgefallenen, bei 'welcher Herr L. Streit die Redö hielt. i l Frifulein Flora Zacobshhn, eheunils Lehre israelitischen Töchterschule, ist am K o. 9h., zwei; ihreist Uebertritt in den Ruhestastd. gestorben. Zhr gast war.dem Dienst an der weiblichen Zuaemr» unserer geweiht: von Liebe und Güte, pon Selbstlosigkeit n gefühls von einem heiligen Elagbcn an das Gute in > td und von immer jugendlicher Begeisterung zieheraufgabc erfüllt, hat sie ein Leben g<> und Arbeit, aber auch köstlich an Ertrag für ihre Leben gef ührt, reick Bei setznng der Verstorbenen auf dem Bcgfäbnisplah meinde in Ohlsdorf, zu welcher! vom Vorhände der Herr Jacob Heckscher, Pom .Repräsentanten Herr Alexander Leon, vpm VorstanUe der Frau fe Halbcrstadt, das Lehrcrkolleg um der schließlich der im Ruhestand befindlichen Lthrkräflc, graste Anzahl Schülerinnen erschienen waren, sprachen Direktor Dr. Jonas und Lehrer Wvlsesmann. Eine Schülerin der Verstorbenen, Fräulein Beuhl Heimänn sendet ans die nachstehenden Zeilen dankbarer Erinnerung an ihre instige Lehrerin: . El. war im Herbst des vorigen Zahres, als ich Dich zum letzten Male sah, Flora Zacobsohn. Es wir in Dritter Wohnung! Du lastest im Spfa, ich auf einem Hluhl e>of Dir und erzählte. . i n an der iahre nach Zcs Leben Gemeinde Pflicht- Menschen »eilige Erhn Mühe der Bei - der Ge- Gemei'ndc Kollegium ichlerschule chulc ein- sowie eine die Herren wirripn, »iria,e»i mit Lieincr iteinen nerooien v hinters Ohr zurück und lächeltest der Sonne en Wie Du dag Leben liebtest sind welch ein L Flora Zacobsoh'n! Ein warmes, reiches Leb Ein Strahl der Rachmittagsjonnc huschle durch-das Fenster und fiel geradeswcgs auf Dich, Du wurdest gleichsam in ihm ausgenommen, von ihm durchdrungen ' — durchströml vom warmen, pulsierenden, sonnigen Leben, das Du so sehr liebtest. Dp strecktest Deine Hände gegen die Sonne aus, diese feine», dünnen Hände, die, wie alles an Dir, klein, zierlich, lebend wirkten, strichest mit Deiner kleinen nervösen Gebärde ^as Haar .■"-* --entgegen, i' Leben in,Dir war, Leben voll sonniger Güte. Es strahlte aus Deinen Augen, die hell, klar und gütig blickten, und deren leuchtende Klarheit uns durchdrang. Dann sprachest. Du. Eindringlich, vermahnend wie eine Lehrerin, liebreich wie' eine Freundin, verständnisvoll, mitfühlend wie eine Glelchaltrigc. Dw Kluft zwischen deinen (»s Zähren und meinen 2ij ward ausgeglichen durch dt s gütige Verständnis, das Du allen entgegcnbrachtest. Eines vor allem habe ich von Dir gelernt, Flora Z icobjohn. 9iicht damals, als ich vor Dir auf der Schulbank jast, später, als ich etwas anderes i» Dir. sehen und liebe» lernt, als die allgemein beliebte Lehrerin, vor der ich trotzdem i» mer ein wenig Angst haue: die gütige Rachsichl, das schonen!e Urteil über die Mitmenschen. Du lehrtest es mich, damals, als die Zugend -wieder, wie so oft, in auffahrender, zorniger Verwunderung. vdr Dir stand — heftig, unduldsam Antwort heischend aus das ewige, verzweifelte: Warum? Da lsefnte ich Dich lieben, Flora-Zacobsohn. , Wenn ich an'Dich zurückdenke, sehe ich Dich war mix, so, wie ich Dich'immer gesehen habe, sonincndlich klein, zierlich und beweglich,-millebend. anteilnehmxnd an allem, was hiitjenigeu. die Dir nahestanden, berührte:, und soll ick, jetzt deit Begriff in Worte fassen, mit dem Du am innigste» verknüpft zu sein schienest, wird es das Wort: Liebe.sein. Liebe gz Deinem Berns, dem Du mit reinstem Zdealismus nachgingest.stiebe.zu der Zugeizd, die Dir anoerlraut war, und die an Dir hing - und vor allem diese sonnige, reiche Liebe zum Leben, so wie es ist — mit seinem Schatten und. Glück, mit seinem wechselnden Auf nud Ab der Geschehnisse. „ . Auch wir, die vor Dir aus der Schulbank gesesien baden, werden einmal alt werden. Zch habe dazu nur einen Wunsch für uns: dast mir uns die gütigeMenschenliebe: das reiche 91kil--' leben in allem jo erhaitcn werden könncii. wie Du Der. ' Aiellficht werde» wir es- -- im Angedenken an Dich. Flora Zacobsohn. die Du es uns gelehrt hast. Am II. v. Al. verschi'ed nach kurzer Krankheit Herr Dr. Zulius Dercnbcrg./ein 'verdienter Arzt, 'ein. Freund der 'Pflanzenwelt, ein besonderer Kenner ostasialischör Kunst. Bei der Drauerfeicr sprachen Ra.bb. Dr. Ztaliener und Dr Schwa r tz, der Vorsitzende des deutschen Kakteenvereins Zm „Hamburger Fremdeublatt" vom 2t». o. fvt. widmet Prof.. Dr M. Sau erlaubt vom Hamburgischen Muiz'um für Kunst »nd Gewerdx dem Tote» einen längeren Rachruf. Die älteste Gemeindeangehörige, Flau Akariänne- Fürst, verw.'Herz, geb.'Hir.sch, geboren gin I. Zuli t^tzt, ist am 1*. v M im 9*. Lebensjahr gestorben l ' '! A^ii t>. v. 91k., ward apf dem Begräbnisplatz der Gemeinde Herr Bernhard Lewandows'ki zu Grabe getragen. Der Heimgegangene hat vom i». Dezember 191s bis März 192»» dem Repräsentanien-Kollegium - angehörl. Die allgemeine Trauer um den Verlust dieses aufrechten, oornehmeir und liebenswürdigen Akannes ist allgemein und Tam i» den Abschiedsworten, , die ihm ein Bruder, 5ku Philipp Lewandowski- Berlin, namens der Familie und namens der freunde Herr Z. M a »!»d I vor der Bestattung widmeten, zu kerzlickiem Ausdruck: Fzäuleii^ Sidonie Werner konnte am >,'>. v. M. auf eine 2«»jähriqe Tätigkeit als Vorsitzende des Zsraeliiiichen Humanitären Fraucnvereins zurllckblicken. Was die Zudilatin für die soziale Arbeit des jüdischen Hamburg bedeutet, das!ist a»- läszliq» dieses Tages bereits gejagt worden: es zu wiedürholen, dllrflx unnötig sein. Kennt doch ein jeder im hiesige» jüdischen Leben einigcrmaszen Erfahrene die Wirksamkeit des Frauenoereins, das Mädchenheim auf dem Grindelberg, die aus! der schöpferischen Zniliatioe Sidonie Werners heroorgegaNgene». Anstaltenin Segeberg. ihren Anteil an der Schaffung des Heims des jüdischen Frauenbundes in Wyk auf'Föhr, wie endlich ihre Stellung und ihr Wirken in de» grojzen Frauenorganisalionen Hamburgs und Deutschlands. — Der Vorstand der Gemeinde hat Fräulein Werner an ihrem Zubilänmstage durch ein

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