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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-03-10 · 3 (10.3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
3 (10.3.1928)
Date
1928-03-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 3 Gern ündeblatt t:r Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Seite S Auf dieser Gegen värtigkeit seines Wesens erkl rt sich seine Einstellung zu Pegenwartssragen und zum Zionis mus. Die üblichen! «hlagworte waren ihm fren). fast unverständlich. In fiiner leider nicht zu Ende ge ührten Auseinandersetzung nft Rade lehnt er die Bezci hnnng „orthodox" und „lib Ural" als christliche Fragestc lungcn rundweg ab und fr chrt dann aus, des Gcmei samen zwischen! beiden Ric tungcn sei so vjel. das; d, s Be wußtsein! der Zusam rengehörigkeit als! Gcmcinsch ist bildendes Element seine gesellschaftlich, politisch und cligiös schöpferische Tätigkeit! entfalten könne. Die Mehrt eit der deutschen Juden, sai I er. halte an dkm Salomc irischen Standpunkt fest, das die Mütterlichkeit der Gesinnung sich in! ver Liebe zr ir Ganzen bewähre. War ,r aber geschichlskUndig genu;. um zu wissen, daß manche? heute selbstverständliche Rec nifit der Orthodoxie noch vor einem Jahrhundert als Ab i!ünnigkeit geächtet wurde.'s> hätte er doch niemals zug!geben, daß diesem lebendige; Fluß alles ohr e Unterschiä unterworfen sei. Dem „Alles fließt" standen auch für ihl unverrückbare Grenzen gec cnübcr. Nicht niederreißen. sq ldern sortsetzen im. Weg der < Erläuterung. brr Anwendut z des Gesetzes, lpar auch i »» die Ausgabe wie stets ttit , HillelS Tagest. So kor rtc er. der „Miistiker", kabbalistische Spielereien aus dem Gebetbuch strnchen, aber iauch unnachgiebig! sein Bete rufen, wenn 'i »m die Grenze gefährdet schien, wenn es um den Sabbat oder den heiligen Bund oder die Ehcv Urschriften ging. Diese Grc je zst sehen und cinzuhalten ist;u allen Seiten die Ai igabe und die Berantwortuüg des lebenden Geschlechts gewesen. Nobel hatte den Si ist hierfür im stärksten Aunaß. Er lehnte ebenso sehr hie „gewaltsame Plumpheit eines Entweder-oder", ab, wie er etwa zugegeben hätte daß eine sogar von Protest lytischer Seite als „kulturselic es Scheinjudentuin" bezcichi ste Anschauung nur durch Nuancen von seinem Judentum geschieden wäre. Solches Vcrantw ntungsgesühl war eS. das d;u Jüngling zürn Zionismus!rührte, ihn dann aber vorübergehend die Organisation wilder verlassen-hieß. Innerlich hat er der Zidnsbewegung angchört. seit er von ihr wußte, und ihr galt sein lej tes Wort in der Todesstunde.! Schon 1898 hatte er mit Volfffohn. Rüls, Bodenheim'r ». a. seinen ^Namen ünte den ersten Ausruf der deutschen Zionisten gesetzt. 1! 03 war er Llongrcßdelcgürlcr - in Basel, und seit der Gründung des Misrachi gclstirte er ihm an führender stelle an. Für einen jungen Rabbiner bedeutete es z i seiner Zeit fein kleines Wagstis, sich öffentlich zum Zionismus zu bekennen. Er hat die Folgen dieses 2iagnisses lang zu spüren bekommen, und noch bei den Berufungen nach Hamburg und Frankfurt wurde ihm dsc Gewissensfrage gestellt, ' wc in auch wohl nur eine formile Asttwort erwartet war. Zo muß es eine hohe Genmtuung für ihn bedeutet haben, daß der gleiche Deutsche Rabbincrvcrband, der 1897 l>cn Zionismus in Acht urd Bann getan hatte, unter seinem Vorsitz im Jahre 1919 die Mitwirkung an der Schaffung einer Heimstätte in Erez Israel als heilige Pflicht aller Juden erklärte. Wil! Nobel zur zionistischen Eckankcnwelt stand, darüber gibt ein Brief Aufschluß, dey er in seinem letzten Lebensjahr, im April 1921, ar Max Marburg in Hamburg schrieb und der zugleich ür seine Art zu sehen und z t reden bezeichnend ist. In . diesem Brief heißt es: „ . Ich kann nicht deutlich sagen, wie sich in mir die schöpferische Synthesis zwischen meinem religiösen Positivismus und meiner freudigen Bejahung rein philosophischer Werte vollzieht. Ich weiß ,mr. daß die Genialität des religiösen Gedankens in m'r waltet und ich mich vor ihr beuge. Ich kann auch nicht deutlich sägen, wie ich in der mich beglückenden Schau des Schöne» und Künstlerischen die Zusammen schau entlegener, ja sich bekämpfender Elemente bewirkte. Aber ich weiß, daß meinem Auge in beglückten Stunden diese Zusammenschau, ge. geben ist ... So ist es mit meiner nationalen Gefiß nung. Es unterliegt für-mich keinem Zweifel, daß die Geschichte Israels nicht nur religiös zu iverten ist. S>e ist zugleich Trägerin nationaler Entfaltung. Die Propheten empfinden den Untergang de? jübifdven Staatsgebildes als den großen Bruch ihres eigenen Daseins. Bei allem .Tröstlichen und Großen, was sie und ihre Siegelbewahrer, die Talmudistcn und Rabbinen, von der- Diaspora sagen, ist es doch nur eben sporadisch.- In dieser national-jüdischen Gedankenwelt wurzele ich. Sie ist mir keine erworbene Ueberzeugung. Sic ist mein Leben. Aber ich kann mir dieses mein Leben auch nicht' ohne Goethe, den Dichter-der Deutschen.' denken. Es ist-irgend eine Kraft der Synthese in mir. di.e beide Nationalismen verbindet und verbündet. Ich verstehe, daß sie beidp stark genug sind, um bündnisfähig zu sein ... Ich bbgrüße mit Wärme und Herzlichkeit Ihre, groß angelcgtens Sätze über die religiöse Gestaltung alles in Erez Israel zu Gestaltenden. Wie Sie empfinde auch ich: Erez Israel darf nicht ein asiatisches Balkansl.äätchcn werden, auch nicht eine bloße englische Kolonie .'. . Religiöse Wiederbelebung muß der -letzte Sinn des neuen Werkes sein. Nicht durch Enge und ' Unduldsamkeit werden wir den. Geist' über Erez Israel ausgießeu. Die Zionistische Organisation hat sich verpflichtet, das Religionsgesetz für ihre amtlichen Gestaltungen als bildend zu erklären. Melst kann man für jetzt nicht verlangen.-Im Misrachi,-den ich vor 10 Jahren mitbcgründet habe, ist cirtc starke religiöse Föderation innerhalb der allgemeinen i zionistischen Organisation erstanden. Zu dem Misrachij und seinen Forderungen stehe ich in allem Wesentlichen. Durch Gegengründungen, durch Namvf »ich Zwist und gegenseitige Herabsetzung Religion schassen; zu . wollen.; heißt die' Seele der Religion mißverstehen. ,Die echten Träger des religiösen Gedankens sind nicht so furchtsam., un duldsam sein zu, smüssen. Religion gedeiht,nur aus gewachsenem Boden. Die Orthodoxie selbst bedarf 1 eine Wiedergeburt. Das lMige Land wird seine holde Mütter lichkcit entfalten - und die Kraft des Gcbärens geben". . Aus Kamburgs jüdischen Schulen. Lchwimmsest der ' Talmud Tora - Realschule- Begeistert und in' gehobener 2iimmuiu; verliehe» die viel,^ Besucher und Besucherinnen dw Badeanstalt Hoheweioe, di' «Tviniia,;, de» .V v. i'i, dem Lchivlmmiesr der Talmud Tor> Realschule beiwohnten — alle einig darin, das! der Tag eine» liim-ntiirt für die geliebte -Anstalt bedeutete. Eine erwartungsvolle Menge iimiänuite' das geräumig' Lchwimiubaisiu, als' »ach einem .Muiitvortrag von Scfiütcri; her Anstalt Herr Tr. St r in i u Blau in. Bertrentug des leibe - am Erscheinen verhinderten Tiretiors die Bäter unb?J!ütU't' ioivie die Freunde der schule ovillkominen hiesz. . Die ä Jabre seit denen an der Talmud Tora -Tchwiuimiinkerrichk erteil werde, seien zwar nur.eine turze- Zeitspanne, bedeuteten abei doch sür die Zchulc eine Evoche. Tein llnterrichl hätten Lchwie rigkciteir mancher Art im Alizge gestanden: die -Tchule sei zuers nur ans einen Lehrer angetviesen gewesen. Tazu komme,, das in vielen jüdischen Familien das Lchivimnien nicht' hcimisa sei, ja. das; man ihin vielfach ablehnend gegenüber gestände, habe. Ter Redner len»zeichnete dann die Ausgaben des schwimm lliiterriclns: er geht aus lein,;. Meiskerleisiungen und Rekord, ans — atzer er ivül volle Lchwimmscriigteit erzielen, um der iugctldlicheit Xörper zu lräftigeni, gesund und ividxrstandssäbig z-, machen, uni de» Lebensmut'zu erhöben und das LelbstvLrrraucn zu wecken und die Freude an >em freien Gebrauch der Gliedei und dem Leben in Gottes schöner Rätur. -so saud der Redne: ungezwungen zum Tchluh den Hinweiö daraus, dag schon-untere

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