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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-02-10 · 2 (10.2.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
2 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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□'"dxn W3i bm yrrv» «inn t t tt : .*x ■ .onxo pi«2 D'rn:m hstn pik j i «V { I •« r CV2 e> ti „Es wird sein an jenem Tage, da wird Posaune'gestoßen und heimkehren werden die im Lande Assyrien und die Verirrten im Lande so schallt es uns am kommenden Sabbath dem Munde des Propheten. Es wird sein an jenem Tage - - da werden die Verlorenen — zwischen diesen - beiden Sätz^! Lebensanschauung des Judentums. Alle Zukunft ist Heimkehr — ’ Heimkehr der (Seeljc ist Sammlung. Sammlung der Verirrten in der unser aller Heimat ist. Alle menschlich Sehnsucht drängt nach chuug. Die Lebensanschauung des Judentums sichtbaren Ausdruck in der Gestalt des der frommer Uöberlieferung gemäß Israel Wanderung durch die Jahrtausende begleitet, der das Band mit der Vergangenheit "knüpft, der immer wieder die Verirrten sammelt in zu Gott, er ist es. der das Tor der Erfüllun dereinst, wenn sich verwirklicht das Prophetey wird sein an jenem Tage . . ." Meine Andächtigen, diese Feierstunde ablegen von der Weltanschauung des Judeiiti könnten wir dieses Ziel besser erreichen der Hand des Propheten Elia! Por unserem jener Augenblick, da Elia vor den Verfolg Welt sich in die Wüste geflüchtet hat. da Einsamkeit am Berge Horeb steht, jenem L dereinst die Väter die Tafeln des Gesetzes Es ist Abend. Langsam flammen die in leuchtender Pracht. Das Schweigen der Nacht mit ihrer Feierlichkeit hält ihn umfh wird's stille in seinem Herzen. Seine Seele sie lauscht. Klang's nicht wie iein Rufen? deutlich: flD 7i*rn3*i „Was wi i i die >em Vi ftndtt Propheten älif Er er dh Hh >g wott r cht Elia?" Gott ruft» derselbe Gott, der dereinst an Stelle zu den Vätern gesprochen hatte, er sp ihm: ’iiT'bx iiD ■n’rrro ..Wcts willst du iT* Gott ruft, und der Mensch antwortet. Gott einer unter uns. derj diesen Ruf Gottes noch ist einer unter uns. der diese Frage „Was noch nicht vernommen hätte? Was willst du lebst du, welches ist > der Sinn deines Erdenhi willst hier <Be: Slen gec rmi‘) tt: große lorenen ypten," eit aus hei nfehren n liegt die, für die zh Gott. Einen, qrwirkliihren Elia, seiner ist es. ist es, imkehr husstößt „Es soll Zeugnis mm S. Wie als an Pugej ersteht ungen der in stiller e, an dem ec empfingen. Hterue auf Wüste, die ingeh. Da sich i-r- Jetzt ganz du hier. lst der gleichen auch zu hier. Elia?" ruft! Ist licht gehört, du hier?" , weshalb allens? Der erste, der diesen Mus vernahm, war d ir heidnische Mensch dereinst vor Jahrtausenden. Er war aineingestellt in eine Welt, die er nicht verstand. Ueberall Geheimnis. Geheimnisvoll die Erde, auf der er schritt, g« heimnisvoll der Himmel, der über ihm sich dehnte, geheimnisvoll bas Wachsen von Pflanze und Tier und Mensch, am geheimnisvollsten der Tod, der ihn mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Tausend Fragen des Menschen an die Welt, tausend Fragen der Welt an den Menschen, ajlle gipfelnd in dem einen Satz: „Was willst du hier?" j mb Und weil es ein Ruf war. der von dem dem Menschen entgegenschallte, wußte er ke denn eine irdische Antwort. Er rief der Erh heimnisvoll zwar — und doch so verlockend chelnd vor ihm lag. zu: „Dich will ich erobert ich umarmen, dich will ich genießen." So Jahrtausende, und der Mensch genoß und ^1 Jesaja^ Kap. 27, V. 13. ) Könige Kap. 19. Vs 9. trank Irdischen i ne andere, e. die geschmei- , dich will - vergingen voller Gier die Reize der Welt. Aber seltsam, was er auch trinken mochte, der Durst blieb; was er auch genießey mochte, der Hunger blieb. Da kam der Jude in die Welt. Dieselbe Erde, di: ihn lockte, dasselbe Geheimnis, das ihn quälte, dasselb: Rusen: „Was willst du hier?", das ihn umtönte. Dasselb): Rufen, und doch nicht dasselbe. Für all di Menschen vor ihm war es von der Erde zu ihnen ge drungen; der Jude war der erste, der dastand, mit er grifsener Seele lauschte und empfand: das war kein Ru' der Erde, das war ein Ruf aus einer anderen Welt, der Ruf Gottes an den > Menschen. Aber der Jude wußte keine Antwort, Unb1 sehnsuchtsvoll wandte er das Ohi gen Himmel, lauschend, was Gott weiter reden würde Und Gott sprach: „Du sollst lieben den Ewigen, deiner Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzer Seele und mit deiner ganzen. Kraft"?) Sprach: „Tr sollst deinen-Nächsten lieben wie dich selbst".^) Sprach „Tu sollst ein Segen werden"?) Da verstand der Judc den Sinn der Frage:, „Was willst du hier?",! verstand er, daß es ohne Gottes Gebot, ohne göttliches Sollen kein wahres menschliches Wollen gibt, verstand er. daß Gott auf seinen Ruf an den Menschen nur eine! Antwort fordert: den göttlichen Willen auf Erden zur Verwirklichung zu bringen. Und demutsvoU den Blick zum Himmel gerichtet, sprach der Juds: „Dir will ich dienen, o Gott," und mitleidsvoll das Auge zur Erde gewandt, dieser von Kämpfen zerrissenen, aus tausend Wunden blutenden Erde, sprach er: atariN pi2T:£n 2'Tk PnxnTKi »F2K rTjürrrN1 pri« nbinr. rxi \ „Das Verlorene will ich suchen, das Verirrte will ich zurückführen, das Verwundete will ich heilen und* das Kranke will ich stärken." Aber kaum war diese Antwort verklungen, da schallte dem Juden aufs neue der Ruf entgegen: „Was. willst du hier?^ Doch nicht vom Himmel kam er jetzt, von der Erde kam er. von den Menschen. „Was willst du hier?",! fragten sie. „mit deiner Lehre von dem unsichtbaren,! dem einen, dem heiligen Gott? Willst du unsere Sinnenlust uns schmälern, unseren Sinnentaumel uns vergälten?" Und sie stürzten sich aus den Juden und zcr-j schlugen seine Gotteshäuser, zerschlugen die Stätten, die! er errichtet hatte für die Heilung der kranken Welt. Doch seltsam, was die Menschen auch schlagen mochten: der Jude lebte und biente seinem Gotte und lauschte seinerj Frage: „Was willst du hier?" * \ Neue Zeiten kamen, neue Religionen entwanden sich dem lebenzeugenden Schoße des Judentums. Hatte vor-! her der heidnische Mensch den Juden umdrängt mit dem Rufe:.,.Was willst du hier?", so war es dieselbe Fraget die nun auch die neuen Menschen aufnahmen: „Was willst du hier, o Jude, was willst du , noch hier? Siehst du denn nicht, daß das Heil der Welt gekommen, siehst du denn nicht, daß w i r jetzt an deiner Stelle stehen, wir jetzt von Gott gesandt, du aber von ihm verworfen bist?' Doch der Jude, deutend auf die immer noch aus tausend. Wunden blutende Welt, gab nur die eine Antwort: „Das Verlorene will ich suchen, das Verirrte will ich zurückführen. das Verwundete will ich heilen und das Kranke will ich stärken." Ta sperrten sic — abfallend von den hohen sittlichen Forderungen ihrer Religion — den Juden ein in ftnstere Gassen, da verbrannten sie seine Gotteshäuser, da zer rissen sie seine Lehre in lausend Fetzen. Doch seltsam. -) 5. B. M.. Kap. 6, V. 5. -') 3. B. M.. Kap. 19. V. 18. -1 1. 33. M.. Kap. 12. D. 2 •) Ez., Kap. 34, V. 16.

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